International
Europa

Orban als Regierungschef von Ungarn wiedergewählt

Hungarian Prime Minister Viktor Orban greets his supporters in Budapest, Hungary, Sunday, April 8, 2018. Preliminary results show populist Hungarian Prime Minister Viktor Orban has easily won a third  ...
Tritt seine vierte Amtszeit als Regierungschef von Ungarn an: Viktor Orban.Bild: AP/AP

Orban als Regierungschef von Ungarn wiedergewählt – er spricht von «historischem Sieg»

08.04.2018, 23:3009.04.2018, 06:31

Der EU-kritische Regierungschef Viktor Orban hat die Parlamentswahl in Ungarn deutlich gewonnen. Auf seine rechtsnationale Fidesz-Partei entfielen bei einem Auszählungsstand von 64,5 Prozent 49,2 Prozent der Stimmen, teilte das Wahlbüro am Sonntag in Budapest mit.

Viktor Orban spricht von einem «historischen Sieg» seiner Fidesz-Partei. Das Wahlergebnis gebe den Ungarn «die Möglichkeit, sich zu verteidigen und Ungarn zu verteidigen», sagte er am Sonntagabend vor fahnenschwenkenden Anhängern. 

Orban ist EU-Skeptiker und Vertreter einer restriktiven Migrationspolitik:

Nach Schätzungen von Wahlforschern wird Fidesz auf bis zu 133 Mandate im 199-sitzigen Parlament kommen. Orban hätte damit wieder eine sichere absolute Mehrheit. Damit kann er seine vierte Amtszeit und die dritte in Folge antreten.

Vor vier Jahren hatte Fidesz mit 43 Prozent der Stimmen 133 Mandate und damit eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit gewonnen. Die endgültige Sitzverteilung im neuen Parlament hängt allerdings noch vom Ausgang der Wahlen in den Direktwahlkreisen ab.

Die Bekanntgabe der ersten Teilergebnisse verzögerte sich um mehrere Stunden, weil zwei Budapester Wahllokale mit der grossen Zahl der ihnen zugeteilten «Auswärts-Wähler» nicht fertig wurden. Die Wahlbeteiligung war mit 70 Prozent aussergewöhnlich hoch.

In der EU geht man davon aus, dass eine Neuauflage der Regierung Orban zu weiteren Konflikten zwischen Budapest und Brüssel führen wird, vor allem in der Asylfrage. (sda/afp)

Ungarn schottet sich weiter ab

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Crazyscientist
09.04.2018 06:16registriert März 2017
Mit 43% der Stimmen 2/3 der Sitze zeigt doch wie undemokratisch das Wahlsystem ist. Majorzwahlen führen immer zu extremen Verzerrungen.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
_kokolorix
08.04.2018 23:47registriert Januar 2015
'Der EU-kritische Regierungschef Viktor Orban hat die Parlamentswahl in Ungarn deutlich gewonnen'
Nein, was für eine Überaschung!
# Vorsicht kann Spuren von Ironie enthalten #
00
Melden
Zum Kommentar
21
VAE verlassen die Opec – fünf Fragen und Antworten
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten per 1. Mai aus der Opec und aus dem erweiterten Bündnis Opec+ aus. Was steckt dahinter – und was bedeutet das für den globalen Ölmarkt?
Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) wurde 1960 in Bagdad gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Ihr Ziel: die Erdölpolitik der Mitgliedstaaten koordinieren, Fördermengen regulieren und damit die Weltmarktpreise für Öl stabilisieren. Die Opec-Länder fördern rund 40 Prozent des weltweiten Erdöls und verfügen über den Grossteil der bekannten globalen Ölreserven. Neben der Opec gibt es seit 2016 das erweiterte Bündnis Opec+, das auch Nicht-Mitglieder wie Russland einschliesst und unter der Führung von Saudi-Arabien und Russland stabile Preise sichern sowie Überkapazitäten verhindern soll.
Zur Story