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Resonanz. Mfg. 
FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Was hältst du von der Abschiedsformel «Mit Gruss» in einem Geschäfts-Email? 

Ich empfinde es als ziemlich sec, fast schon demonstrativ trotzig. Täusche ich mich? Herzliche Grüsse! Christine, 32. P.S. Deine Beiträge sind so anregend, wohltuend, schlau, reflektiert – danke dafür!
04.07.2016, 21:4705.07.2016, 16:29

Liebe Christine

Haben Sie vielen Dank für die lieben Worte, sie freuen mich sehr! Kürzlich habe ich mich schon unaufgefordert zu einer Verabschiedungsformel geäussert, ich finde diese kleinen Dinge im menschlichen Zusammenleben nämlich äusserst spannend. So ein «LG» in SMS und Mails bringt mich persönlich manchmal fast an den Rand. Dieser geizige Umgang mit Buchstaben löst in mir nichts Gutes aus, weil ich den Verdacht hege, dass, wer mit Buchstaben geizt, es auch andernorts tut. Und Geiz ist für mich etwas furchtbar Unausstehliches. Schlimmer geht nimmer. Da wäre es in meinen Augen ehrlicher und konsequenter, den Gruss ganz wegzulassen. Aber eben; in meinen Augen.

Ganze Generationen nach mir stören sich nicht an dieser Formulierung und auch Menschen in meinem Alter und älter haben daran nichts auszusetzen. Es scheint also eine Interpretations- und Stilsache zu sein. Und das ist es auch mit der von Ihnen beanstandeten Formulierung. Der eine stört sich daran und findet es daneben, eine andere bemerkt es noch nicht einmal. Das geschriebene Wort, so wie die Sprache selbst, ist ein unglaublich unpräzises und ungenaues Hilfsmittel. Jeder benutzt es auf seine eigene Weise und füllt es mit eigenem Inhalt. Darum gibt es auch so viele Missverständnisse zwischen den Menschen. Was jemand meint, ist nicht unbedingt deckend mit dem, was er sagt. Und schon gar nicht mit dem, was beim anderen ankommt. Und das ist bereits bei einem Gespräch der Fall! Wie gross kann der Interpretationsspielraum dann sein, wenn man nur Buchstaben vor sich hat?

Dieser geizige Umgang mit Buchstaben löst in mir nichts Gutes aus, weil ich den Verdacht hege, dass, wer mit Buchstaben geizt, es auch andernorts tut. Und Geiz ist für mich etwas furchtbar Unausstehliches.

Etikette und Manieren sind das Schmieröl in zwischenmenschlichen Beziehungen und erleichtern das Zusammenleben der Gesellschaft. Nun verändern sich diese Umgangsformen aber mit jeder Generation ein klein wenig. Was vor 50 Jahren noch wichtig war, ist es heute zum Teil nicht mehr und das Internet und die sozialen Netzwerke haben ganz viele Regeln verschoben, wenn nicht sogar getilgt. Ob das nun gut ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber grundsätzlich halte ich auch gern an bewährten Umgangsformen und an einer gewissen Etikette fest. Und wenn mich jemand in einer Geschäftsmail mit «Liebes» anredet oder die Zeilen mit «mfG» beendet, erhöht das auch für kurze Zeit meinen Puls. Aber ich nehme solche Formulierungen möglichst nicht persönlich und bleibe bei meiner eigenen Art der Kommunikation und der Verabschiedung.

Und diese heisst: Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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