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Soll jemand sagen, Siri sei nicht praktisch ... Die «Hard News» folgen unten.
YouTube/filmmatter

Das musst du über Apples neues Killer-Feature wissen

Am 13. Juni präsentiert Apple die nächste Software-Generation fürs iPhone, den Mac und Co. Es gibt Hinweise auf massive Verbesserungen rund um die Sprachassistentin Siri. Warum muss uns das kümmern?

01.06.16, 07:03 03.06.16, 16:51


Wer sich nicht für die Sprachassistentin Siri interessiert, sondern wissen möchte, was Apple sonst noch an der WWDC präsentieren könnte, wird weiter unten fündig.

Das Wort «revolutionär» sollten Journalisten zurückhaltend verwenden, so viel steht fest.

Dies gilt vor allem dann, wenn es um neue Software geht, die das Zeug zum Killer-Feature hat, aber noch von niemandem in der «freien Wildbahn» getestet werden konnte.

Gemeint ist Apples Sprachassistentin Siri, die dank innovativer Spracherkennungs-Technologie durchstarten soll.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der US-Blog Tech Insider einen interessanten Beitrag, in dem eine aufgemotzte neue Assistentin in Aussicht gestellt wird.

Laut Bericht wird Apple in Sachen Künstlicher Intelligenz schon bald die Konkurrenz übertrumpfen. Wie soll das gehen?

Siri verplappert sich

Am 13. Juni (Montag) eröffnet Apple in San Francisco die Entwicklerkonferenz WWDC, an der sich jedes Jahr tausende Software-Entwickler treffen und austauschen.

Die vor einem Millionenpublikum abgehaltene Keynote mit Tim Cook und Co. dreht sich um neue Software für:

Einen ersten Hinweis darauf, dass die virtuelle iPhone-Assistentin eine wichtige Rolle spielt, hatte Apple vor wenigen Wochen gleich selber gegeben. Das Datum für die WWDC-Keynote verriet Siri auf Anfrage. Ein Marketing-Gag.

In Zukunft soll Siri selbst höchst komplizierte Anweisungen – in Form von Schachtelsätzen – verstehen und blitzschnell brauchbare Ergebnisse liefern. Zum Beispiel den komplizierten Wunsch eines hungrigen Nutzers:

«Finde ein nahgelegenes chinesisches Restaurant mit Parkplätzen und WLAN, das kinderfreundlich ist.»

Innert Sekunden soll Siri geeignete Lokale nennen. Und falls man eine Stunde später keine Lust mehr verspürt auf Stäbchen-Food, sondern lieber Burritos hätte, sage man einfach ins Mikrofon:

«Finde mir stattdessen ein mexikanisches Restaurant.»

Damit hätte Apple ein Problem gelöst, das bislang alle schlauen Spracherkennungs-Dienste haben: das fehlende «Gedächtnis».

Wie haben die Apple-Ingenieure das geschafft?

Genau genommen handelt es sich um zugekauftes Know-how. Wie US-Medien im Oktober 2015 berichteten, schluckte Apple letztes Jahr ein kleines britische Unternehmen namens Vocaliq (ausgesprochen «Vocal-iQ»).

Das von Sprachwissenschaftlern, IT-Experten und Mathematikern gegründete Vocaliq hat sich auf das Erkennen und Verarbeiten von natürlicher Sprache durch Maschinen spezialisiert.

Die Wissenschaftler aus Grossbritannien wollen nicht weniger als den Umgang des Menschen mit Maschinen revolutionieren.

«It will change everything about the way we live.»

Blaise Thompson, Co-Gründer Vocaliq

Wer sich für die theoretischen Hintergründe interessiert, kann sich das folgende bei YouTube veröffentliche Referat des Vocaliq-Co-Gründers Blaise Thomson zu Gemüte führen. Es wurde noch vor der Übernahme durch Apple gehalten.

Der gut 20-minütige Vortrag ist relativ trockene Kost. YouTube/Playfair Capital

Damit Computer mit uns in einen richtigen Dialog treten können, müssen sie laut Thompson vor allem eines: lernen. Das heisst, sie müssen sich merken, was früher gesagt wurde. Es wird quasi ein digitales Gedächtnis angelegt, und zwar auf dem Gerät selbst, was schneller ist und vor Spionage schützt.

Bei neuen Anfragen konsultiert die virtuelle Assistentin das Gedächtnis und interpretiert (nebenbei) den Kontext richtig.

Laut Tech Insider soll die Vocaliq-Technologie so gut funktionieren, dass man gar nicht mehr auf den Bildschirm schauen muss. Aufgaben werden ohne Kontrollblick korrekt erledigt. Dies sei praktisch im Smartphone-Alltag, aber noch viel praktischer in Situationen, in denen man sich auf andere Tätigkeiten konzentrieren muss, wie etwa im Auto.

iPhone am Steuer

Solche (gefährlichen) Szenen sollten dank leistungsfähiger Sprachassistentin bald nicht mehr vorkommen. Bild: Shutterstock

Update: Wie watson-Leser @panaap schreibt, hilft eine mächtige Spracherkennung, die ohne Touchscreen-Eingaben auskommt, vor allem auch Sehbehinderten und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkten Menschen.

Mit dem Handy reden?

Apple hat die digitale Sprachassistentin 2011 mit dem iPhone 4S lanciert. Die Ankündigung klang vielversprechend, doch der Start verlief harzig und Siri ist bis heute ein Nischen-Produkt geblieben. Wer will schon mit dem Smartphone reden, selbst wenn es einen versteht, aber andere Leute zuhören?

Siri kann zwar dank künstlicher Intelligenz natürliche Sätze in Anweisungen umsetzen. Doch vermögen die Ergebnisse selten zu überzeugen, geschweige denn zu begeistern.

Kommt erschwerend hinzu, dass viele Menschen vor mündlicher Kommunikation mit Maschinen zurückschrecken. Am höchsten scheint die Akzeptanz bislang in Nordamerika und in Asien zu sein. In Europa herrscht – aus kulturellen Gründen? – vornehme Zurückhaltung, zumindest im öffentlichen Raum.

Alle Skepsis scheint die Hersteller nicht zu bremsen ...

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Google Now und Cortana überflügeln Siri

2012 zog der grosse Rivale Google mit Google Now nach, zwei Jahre später brachte Microsoft Cortana ins Rennen. Beide Smartphone-Sprachassistenten wurden immer schlauer und mächtiger und überflügelten – wenn man euphorischen Medienberichten glaubt – Siri. Dafür müssen die Nutzer aber die Hosen herunterlassen und hinnehmen, dass sensible Daten (Smartphone-Nutzung, Standort) zur Auswertung auf Firmen-Server ausgewertet und gespeichert werden.

Dank der Vocaliq-Technologie sollen sich die Kräfteverhältnisse wieder zugunsten von Apple ändern. Darauf lassen angeblich Tests schliessen, die bereits durchgeführt wurden, als das britische Unternehmen noch unabhängig war.

CUPERTINO, CA - OCTOBER 04:  Apple CEO Tim Cook speaks at the event introducing the new iPhone 4s at the company's headquarters October 4, 2011 in Cupertino, California. The announcement marks the first time new CEO Tim Cook introduced a new product since Apple co-founder Steve Jobs resigned in August.  (Photo by Kevork Djansezian/Getty Images)

Am 4. Oktober 2011 präsentierte Apple das iPhone 4S mit Siri an Bord. 
Bild: Getty Images

In Versuchen mit verschachtelten Anweisungen sollen Google Now, Microsoft Cortana und Apples Siri in nur 20 Prozent der Fälle ein brauchbares Ergebnis geliefert haben. Vocaliq hingegen habe eine Erfolgsquote von 90 Prozent erzielt.

«Das Geheimnis hinter VocalIQ soll in der Art und Weise liegen, wie die App Fragen interpretiert. Während man es bei Apple mit ca. 1 Milliarde Siri-Abfragen pro Woche über Jahre hinweg nicht geschafft hat, dem System ein halbwegs natürliches Verständnis beizubringen, sollen bei VocalIQ schon ein paar tausend neu gestellte Fragen zu einem erheblichen Lerneffekt geführt haben – mit nach oben offenen Grenzen.»

quelle: mobilegeeks.de

Siri dürfte an der WWDC eine wichtige Rolle spielen, so viel steht fest. Gemäss einem früheren Gerücht wird Apple die Sprachassistentin neu ins Mac-System integrieren. Vielleicht ist auch die Set-Top-Box Apple TV in naher Zukunft über die Stimme bedienbar. Neue System-Software kommt wohl im Herbst.

Angeblich sollen unabhängige Software-Entwickler Zugriff auf Siris Programmier-Schnittstellen (APIs) erhalten, so dass bald auch Dritt-Apps von der Spracherkennung profitieren.

Und sonst so?

Das war jetzt viel zu Siri, laut Gerüchteküche könnte Apple an der diesjährigen WWDC weitere zentrale Dienste aufmotzen:

via 9to5Mac und MacRumors

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tower204CH 02.06.2016 12:26
    Highlight Sorry ich verstehe es einfach nicht, Facebook,Google, MS alle haben Boots vorgestellt. Jetzt wo es nur ein Gerücht gibt von Apple macht man eine Riesen Story draus.
    Es wird schon Länger Diskutiert das Boots die Apps ersetzten wird und man in Naher Zukunft mit dem Device Redet wie auch Chattet. Wurdenbeispiele Gezeigt wie" ich muss morgen nach London bitte Flug & Zug daten vorschlagen, wenn man einverstanden ist kann der Boot auch gleich die Buchung der Tickets erledigen . Auch für Behinderte wurden mehre Optionen gezeigt. Aber wer an Keynote will muss sich bei Apple einschleimen.
    3 1 Melden
  • Tom Garret 02.06.2016 11:32
    Highlight Endlich! Siri wird vor allem kaum verwendet weil man fast nichts machen kann. Habe schon Stundenlang während dem Autofahren getestet, schlicht unbrauchbar. "Erstelle Termin" geht, aber nicht in welchen Kalender, wie lange, erinnerung oder nicht usw... Oder im Webradio fragen "wie heisst der song" funktioniert, wenn ich dann sage "zeige ihn auf itunes" schon nicht mehr... Von daher bin ich sehr gespannt, wäre sehr Nützlich beim Autofahren...
    0 0 Melden
  • bangawow 02.06.2016 00:00
    Highlight Killerfeature: Mit dem Smartphone reden.

    Die Zukunft wird lustig.
    3 1 Melden
  • InfinityLoop 01.06.2016 09:20
    Highlight Ich persönlich finde das extrem wichtig und richtig, dass in solchen Sachen wie SIRI weitergeforscht wird. Wenn man nur an all die behinderten Menschen denkt, denen das Leben leichter gemacht wird. Top, weiter so 👍🏼
    26 2 Melden
  • seventhinkingsteps 01.06.2016 09:08
    Highlight Man könnte meinen, ein Restaurant zu finden, sei das Problem Nummer 1 in Palo Alto.
    23 6 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 09:13
      Highlight Das ruft nach einer Erwiderung:
      1. Eine zuverlässig funktionierende mobile Sprachassistentin ist vor allem auch sehr praktisch für Behinderte und im Verkehr, bzw. dann, wenn du nicht aufs Handy schauen kannst.
      2. Apples HQ liegt in Cupertino.
      16 7 Melden
    • Sagitarius 01.06.2016 10:27
      Highlight Ich habe eine gute Bekannte, welche blind ist! Ein guter Sprachassitent wäre da sehr hilfreich!
      8 1 Melden
    • seventhinkingsteps 01.06.2016 13:13
      Highlight Ok, mea culpa ^^
      1 1 Melden
  • Elkomentarias 01.06.2016 08:41
    Highlight Jeeee, die Leute schauen bald nicht mehr aufs Handy und reden wieder mit dem "..." Handy.
    13 2 Melden
  • EinePrieseR 01.06.2016 08:25
    Highlight Am Samstag, 18. Juni? Ich dachte die Präsentation findet am 13. Juni statt (erster Tag der WWDC).
    8 0 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 08:29
      Highlight Autsch, absolut richtig. Ist korrigiert, danke.
      6 2 Melden
  • Human 01.06.2016 08:24
    Highlight Siri ist das einzige, das mich darüber nachdenken lässt, wieder zu Apple zu gehen ... allerdings wenn man bedenkt wie oft ich es nutzen würde, ist es auch wieder für die Katz :D
    8 22 Melden
  • Skeptischer Optimist 01.06.2016 08:18
    Highlight Na ja.

    Wieder eine Lösung für ein Problem, ein Restaurant zu finden.

    Darf ich jetzt weiter schlafen?
    25 5 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 08:22
      Highlight Du machst deinem Namen alle Ehre ;-)

      Aber im Ernst: Die kontext-basierte Spracherkennung ist vor allem dann praktisch, wenn man keine Hände frei hat oder nicht auf das Smartphone-Display schauen kann/will.
      Zum Beispiel beim Autofahren.
      13 21 Melden
    • panaap 01.06.2016 08:31
      Highlight Es ist vor allem praktisch für sehbehinderte und motorisch behinderte Personen.
      24 1 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 08:37
      Highlight @panaap: Sehr guter Einwand, danke!
      9 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Typu 01.06.2016 08:08
    Highlight Das Benachrichtigungssystem wünschte ich mir überarbeitet.
    5 0 Melden
  • EvilBetty 01.06.2016 07:36
    Highlight Wow. Das Killerfeature hat mich jetzt aber so richtig gekillt... nicht.

    Und ich bin Apple-Fanboy. Sie würden sich besser etwas Gedanken mach bezüglich UX. iTunes = Katastrophe, iCloud = Katastrophe... Klar damit lockt man keinen alten Hund hinter dem Ofen hervor, aber diese zwei sind Epic Failage.
    39 5 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 07:53
      Highlight Ja, da besteht Handlungsbedarf.
      iTunes soll besser werden – steht übrigens so im Beitrag, wenn auch ziemlich weit unten ;-)
      14 3 Melden
    • EvilBetty 01.06.2016 08:39
      Highlight Weil mich das Killerfeature, wie gesagt, gekillt hat, habe ich nicht so weit gelesen, sorry gäll ;)

      Das Killerfeature wird dann eins sein, wenn Siri auch grad Tischreservationen machen und absagen kann. Bis es aber soweit ist muss alles so stark vernetzt sein, dass es halt schon normal, und somit kein Killerfeature mehr ist.
      7 1 Melden
    • @schurt3r 01.06.2016 08:43
      Highlight Alles im grünen Bereich :)

      Habe noch den Hinweis von @panaap in den Artikel aufgenommen, dass eine richtig gut funktionierende Siri viel bringen würde für körperlich eingeschränkte Menschen.
      4 0 Melden
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