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Der russische Ex-Spion und spätere Kreml-Gegner Litwinenko war im November 2006 in London an einer Vergiftung mit hochgradig radioaktivem Polonium gestorben. Bild: AP

USA verhängen Sanktionen gegen Putin-Vertrauten und zwei Agenten

09.01.17, 22:05 10.01.17, 06:28

Wenige Tage vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat die US-Regierung weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. Betroffen sind der Leiter eines Ermittlungskomitees sowie die mutmasslichen Mörder des Kreml-Gegners Alexander Litwinenko.

Alexander Bastrykin ist einer der engsten und einflussreichsten Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Sein Ermittlungskomitee ist zuständig für Razzien gegen russische Regierungskritiker sowie Massnahmen gegen ausländische Nichtregierungsorganisationen und andere Gruppen, denen die Einmischung in die russische Politik vorgeworfen wird.

Die Rolle des Ermittlungskomitees ist begrenzt mit der US-Bundespolizei FBI vergleichbar. Bastrykin sei auf eine Sanktionsliste gesetzt worden, teilten das Finanzministerium und das Aussenministerium in Washington am Montag mit.

Ebenfalls auf die Sanktionsliste kamen Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun, die von den britischen Behörden direkt mit dem Tod Litwinenkos in Verbindung gebracht werden. Litwinenko war 2006 an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben, nachdem er in einem Londoner Hotel mit dem russischen Agenten Lugowoi und dem Geschäftsmann Kowtun Tee getrunken hatte.

Total 44 Namen auf Liste

Dem US-Aussenministerium zufolge figurieren die Namen der drei Männer sowie zwei weiterer, weniger bekannter Russen neu auf der sogenannten Magnizki-Liste. Diese umfasse jetzt «44 Namen». Den dort aufgeführten Personen dürfe kein Visum für eine Einreise in die USA ausgestellt werden.

Der Name der Listen geht auf den russischen Anwalt und Korruptionsgegner Sergej Magnizki zurück, der 2009 im Alter von 37 Jahren in einem Moskauer Gefängnis nach ausbleibender medizinischer Behandlung starb. Er war nach der Aufdeckung eines Korruptionsskandals bei den Behörden festgenommen worden und starb nach einem Jahr in Untersuchungshaft.

Washington belegte daraufhin mehrere mutmasslich in den Tod des Anwalts verstrickte russische Beamte mit Einreiseverboten und Vermögenssperren. Die Liste, die von Washington jedes Jahr aktualisiert wird, sorgt seit 2012 immer wieder für Spannungen zwischen Washington und Moskau.



Agenten ausgewiesen

Ende Dezember hatte US-Präsident Barack Obama bereits eine Reihe harter Sanktionen gegen Russland als Reaktion auf die Hackerangriffe während des US-Präsidentschaftswahlkampfs verkündet. Unter anderem wurden 35 russische Geheimagenten zu «unerwünschten Personen» erklärt. Der Kreml wies den Vorwurf der Hackerangriffe «kategorisch» zurück und sprach von «unbegründeten Behauptungen».

Vergangene Woche veröffentlichten die US-Geheimdienste ihren Untersuchungsbericht, in dem sie Russland eine Cyber-Kampagne zugunsten des künftigen Präsidenten Trump vorwerfen. Die vom scheidenden Präsidenten Obama in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Putin eine «Kampagne zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahl in den USA» angeordnet habe. (cma/sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nosgar 09.01.2017 23:48
    Highlight Was hat das mit Litwinenko zu tun?
    18 1 Melden
  • rodolofo 09.01.2017 22:31
    Highlight Wenn Trump sein Amt als Präsident der USA angetreten hat, wird sich die Europäische Union überlegen müssen, was für Sanktionen sie gegen diese rechtsextrem beherrschte Bananenrepublik ergreifen kann und soll!
    - Einreiseverbot für Trump und die Mitglieder seines Gruselkabinetts?
    - TTIP-Abkommen endgültig beerdigen?
    - Bollywood statt Hollywood?
    - Boykott von Big Mac und Coca Cola?

    11 24 Melden
    • Pitsch K. Matter 10.01.2017 00:13
      Highlight Big Mac und Coca Cola werden aber in der Schweiz produziert....!😋
      14 2 Melden
    • Majoras Maske 10.01.2017 00:55
      Highlight Die EU wird gar nichts dergleichen tun, weil wir von der USA und damit auch von Trumps Wohlwollen abhängig sind. Traurig aber wahr.

      Aber einen emotionalen Bruch zwischen den USA und Europa durch Trump ist nicht zu leugnen.
      10 5 Melden
    • rodolofo 10.01.2017 08:07
      Highlight @ Majoras Maske
      Mich beruhigt etwas, dass die US-Amerikanische Zivilgesellschaft damit begonnen hat, Widerstand gegen ihren mehr als peinlichen Präsidenten und seine raffgierigen Geschäftsmänner und Kriegsgurgeln zu leisten.
      Dabei ist mir aufgefallen, dass "wir" eigentlich ganz ähnlich zu funktionieren scheinen, wie die Gegenseite:
      Wir haben gegen Trump eine solche Aversion, wie sie offenbar US-Amerikanische "Wutbürger" empfinden, wenn sie Barak Obama miterleben müssen!
      So wächst in mir drin ein gewisses Verständnis für diese Gegenseite, ohne dass ich mich deswegen auf den Kopf stellen würde.
      3 5 Melden
    • laska 10.01.2017 10:46
      Highlight das mit den Kriegsgurgeln hätte x-fach besser auf H. Clinton zugetroffen, welche uns mit grosser Wahrscheinlichkeit den 3. Weltkrieg beschert hätte. Im Übrigen, die sog. Zivilgesellschaft in den USA ist dermassen untebelichtet, da darf man sich weder über diesen noch über die Präsidenten davor wundern.
      5 2 Melden
    • Majoras Maske 10.01.2017 11:15
      Highlight Clinton ist weg vom Fenster und interessiert niemanden mehr. Jeglicher Fehltritt von Trump kann nicht mit Clinton gerechtfertigt werden.
      Und gewiss hätte sie uns nicht den Dritten Weltkrieg beschert, nur weil sie im Gegensatz zu Trump Putin keinen Blankoscheck ausstellen wollte. Das ist eine Verschwörungstheorie.
      3 1 Melden
    • rodolofo 11.01.2017 07:42
      Highlight Ja, mit Hillary Clinton wäre es mir auch nicht wohl gewesen...
      Ihr starker Wille war gleichzeitig auch ihre Schwäche.
      Sie war dermassen darauf versessen, Präsidentin der USA zu werden, dass sie diesem Ziel alles unterordnete.
      Als sie wegen ihrer grossen Kompetenz und ihrem Engagement angefeindet wurde, zog sie sich zurück und spielte das "Heimchen am Herd".
      Und als Bill seine Sex-Affairen zugeben musste, gab sie sich vorbildlich loyal, obwohl sie innerlich kochte.
      Diese Raffinesse warf man ihr dann als Unehrlichkeit vor.
      ...
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