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«Die schwersten Verluste für den ‹IS› in einer einzigen Schlacht»: Syriens Armee erobert Palmyra vollständig zurück



Zehn Monate nach der Eroberung von Palmyra durch die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») haben syrische Regimetruppen die historische Oasenstadt zurückerobert. Mit Unterstützung durch russische Luftangriffe hätten die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad die Kontrolle über die gesamte Stadt und die berühmte UNESCO-Weltkulturerbestätte zurückerlangt.

Das berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und staatliche Medien am Sonntag. Palmyra hat als Welterbestätte immense symbolische Bedeutung.

Die Regierungseinheiten hätten zusammen mit verbündeten Milizen Palmyra von der Terrormiliz befreit und «die letzten Schlupfwinkel» der Dschihadisten zerstört, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Spezialisten hätten von den Extremisten ausgelegte Minen und Bomben entschärft.

epa05231923 A handout photo made available by the official Syrian Arab News Agency (SANA) shows Syrian government soldiers holding the national flag and posing during an operation in Palmyra, central Homs province, Syria, 26 March 2016. According to SANA, government forces, in cooperation with the popular defense groups, are conducting military operation to recapture the ancient city of Palmyra (Tadmur), a UNESCO world Heritage site, from Islamic State (IS) militants.  EPA/SANA / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Syrische Kämpfer des Regimes am 26. März 2016 bei der Befreiung Palmyras. 
Bild: EPA/SANA

Den Menschenrechtlern zufolge waren immer noch Schiessereien im Osten zu hören. Es gebe heftige Gefechte beim Flughafen am Stadtrand. «Mehrere verlässliche Quellen» hätten aber berichtet, die Dschihadisten hätten von der «IS»-Führung in der nordöstlichen Stadt Al-Rakka den Befehl erhalten, sich zurückzuziehen.

An aerial view of ancient ruins in Palmyra is seen in this still image taken from video by RURTR and released March 25, 2016, as Syrian government forces push their way into Palmyra while the army attempts to recapture the historic city from Islamic State.  REUTERS/RURTR via Reuters TV  ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO RESALES. NO ARCHIVE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. RUSSIA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN RUSSIA.

Erste Aufnahmen von Palmyra wurden nach der Rückeroberung veröffentlicht.
Bild: REUTERS TV/REUTERS

In den vergangenen Tagen waren die Regierungseinheiten mit Macht auf Palmyra vorgerückt und konnten am Donnerstag erstmals in die Stadt eindringen. Das Regime konnte am Samstag ein letztes Aufbäumen des «IS» zurückschlagen und weiter auf das Zentrum vorrücken.

Vor zwei Tagen meldeten Kämpfer des Regimes, dass die historische Zitadelle am Rande der Stadt wieder in ihren Händen sei. Zuvor hatte die Armee schon einen strategisch wichtigen Hügel eingenommen, von dem aus man die archäologischen Stätten Palmyras überblicken kann.

Laut der oppositionsnahen Organisation, deren Angaben für Medien meist kaum zu überprüfen sind, wurden seit Beginn der Offensive in Palmyra mindestens 400 Dschihadisten getötet.

«Es sind die schwersten Verluste für den «IS» in einer einzigen Schlacht seit seiner Entstehung» im Jahr 2013, sagte Abdel Rahman. Mit Palmyra verliere die «IS»-Miliz «automatisch die grosse syrische Wüste» bis zur Grenze zum Irak.

Die antike Oasenstadt Palmyra, bevor der «IS» einmarschierte

Auch dort sind die Dschihadisten zunehmend unter Druck: Nach langer Vorbereitung startete die irakische Armee kürzlich eine Offensive auf die «IS»-Hochburg Mossul. Neben Mossul kontrollieren die Dschihadisten noch die syrische Stadt Rakka und Teile von Deir Essor, doch mussten sie in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Niederlagen hinnehmen. Als Nächstes will die syrische Armee Rakka ins Visier nehmen.

Die russische Luftwaffe war mit hunderten Angriffen an der Offensive auf Palmyra beteiligt. Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau flogen Kampfflugzeuge allein zwischen Freitag und Samstag Angriffe auf 158 Ziele. Präsident Wladimir Putin hatte vergangene Woche überraschend den Abzug des Grossteils der russischen Truppen angeordnet, doch bleibt weiterhin ein bedeutendes Kontingent im Land.

Die «IS»-Miliz hatte Palmyra im vergangenen Mai erobert und die Welt in den folgenden Monaten durch brutale Hinrichtungen und die Zerstörung mehrere antiker Tempel, Grabmäler und Skulpturen schockiert, die von der UNO-Kulturorganisation UNESCO als Weltkulturerbe geführt wurden. Vor zwei Wochen starteten die syrische Armee dann mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt in der Wüste nordöstlich von Damaskus. (meg/sda/afp)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter24 28.03.2016 00:17
    Highlight Highlight Natürlich bedeutet das noch lange nicht die "Niederlage" für den IS.
    Aber durch die Befreiung Palmyras wurde dem IS innerhalb Syriens ein wichtiger Versorgsungsposten und damit auch ein Stück Bewegungsfreiheit genommen. Darüber darf man sich ruhig freuen.
    Zudem hat Palmyra auch einen symbolischen Wert.

    Aber es hat noch an verschiedenen Ecken in Syrien IS Lager. Man kann sich das auf der Karte anschauen http://goo.gl/2FbFOP
    8 2 Melden
    • Beobachter24 28.03.2016 20:06
      Highlight Highlight Ich frage mich grad, wer mich hier blitzt. Gibt's hier IS-Sympathisanten?

      Zumindest vordergründig müssten alle Player rund ums syrische Schachbrett hocherfreut sein über die Rückeroberung Palmyras.

      Hintergründig sieht's vielleicht etwas anders aus. Wer sich für ein paar Hintergründe informiert: "Syria - How The Palmyra Victory Changes the Narrative" (http://goo.gl/W64gLm)
      7 0 Melden
  • _kokolorix 27.03.2016 19:10
    Highlight Highlight zum jubeln ist das nicht. putins kalkül geht voll auf, die zukunft syriens ist wieder eine assad diktatur. die leute welche sich für ein demokratisches syrien eingesetzt haben werden gefoltert und ermordet wenn sie es nicht in westliches land schaffen. zurück bleiben arschkriecher und religiöse eiferer. daraus lässt sich kein demokratischer staat mehr errichten. der prozess wird um viele jahrzente zurückgeworfen und das eigentlich nur weil westliche waffenverkäufer durchsetzten im entscheidenden moment gewaltbereite gruppen zu unterstützen
    9 18 Melden
    • Beobachter24 28.03.2016 19:51
      Highlight Highlight ((Ein erster Versuch wurde zensuriert, darum; next try:))

      @_kokolorix
      Was genau "passt" Dir nicht an der Befreuung Palmyras?

      Der symbolträchtige aber auch strategisch nicht uninteressante Ort wurde von der IS befreit.
      U.a. geht es doch in Syrien um den "Krieg gegen den Terror" - und genau das ist doch (zumindest hier) passiert, die von Dir genannten "religiösen eiferer" - und das ist nunmal die IS - wurden vertrieben.

      Sogar Ban Ki Moon hat der syrischen Regierung zu diesem Coup gratuliert.
      9 0 Melden
    • _kokolorix 28.03.2016 21:51
      Highlight Highlight im gegensatz zu den meisten hier habe ich nicht vergessen das die syrische regierung unter assad für einen grossteil der getöteten und vertriebenen zivilisten verantwortlich ist. wesentlich mehr als der is. freiheitlich denkende leute die bisher dort überlebt haben, werden nun umgehend in die folterkeller von assads geheimdienst wandern, der ursprüngliche traum eines demokratischeren syrien ist dank russlands eingreifen in unerreichbare ferne gerückt. deshalb kann ich dem freudentaumel hier nicht kommentarlos zustimmen
      3 4 Melden
    • Beobachter24 28.03.2016 22:54
      Highlight Highlight @_kokolorix

      Syrien vor 2012 war faktisch der einzige sakuläre Staat in der Region, unter dem Schiiten, Alawiten, Sunniten, Christen, Drusen, Atheisten und Agnostiker +/- friedlich zusammenlebten.
      Der IS hingegen ist wohl die extremste, radikalste Form einer „Religion", die sämtliche andere Religionen strikt ablehnt und Menschen köpft oder vergewaltigt, wenn sie an ihrem anderen Glauben festhalten.

      Ob nun Assad oder der IS das kleinere Übel ist, das ist gar keine Frage für mich.
      8 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • NWO Schwanzus Longus 27.03.2016 12:38
    Highlight Highlight Ohne russische Hilfe war das nicht möglich. Daher ein Danke an Russland und der Syrischen Armee.
    42 8 Melden
    • _kokolorix 27.03.2016 18:47
      Highlight Highlight dein name ist offenbar programm.
      ja, danke russland für mehrere total verbombte städte, tausende getöteter zivilisten und hunderttausende vertriebener. und vielen dank auch dafür, dass der fassbombenstreuende diktator assad jetzt wieder eine perspektive hat und sein volk noch länger unterdrücken darf
      8 12 Melden
    • Beobachter24 28.03.2016 00:57
      Highlight Highlight Die Befreiung Palmyras vom IS war eine "Koproduktion" syrischer, russischer und hizbollah Truppen. So berichten zumindest southfront, syrianperspective und andere seit kurzem.
      7 0 Melden
  • Paco69 27.03.2016 11:58
    Highlight Highlight Das Licht scheint beim Daesh (IS) langsam auszugehen. Die Welt wird noch ein paar blindwütige Bombenattentate hinnehmen müssen, dann wird der Spuk in Vergessenheit geraten. Die Frage ist nur, was passiert danach mit diesen Ländern? Für den Irak ist die Frage relativ leicht beantwortet. Die Erosion des gemeinsamen Staatsgebiets in einen arabischen und einen kurdischen Teil wird weitergehen zu einem friedlichen Ende geführt werden. Für Syrien ist das schon weniger klar. So lästig der Daesh für alle Beteiligten auch war, er war auch für alle Gruppen ein politischer Faktor.
    17 13 Melden
    • Paco69 27.03.2016 12:21
      Highlight Highlight 2)
      B. al-Assad konnte über die zunehmende Befestigung eines kurdischen Gebiets im Norden hinwegsehen, da die Kurden ihm den Daesh vom Leib hielten. Die Syrer konnten B. al-Assad als das geringfügig kleinere Übel verglichen mit dem Daesh halbwegs ertragen. Aber wie wird es weitergehen? Wird die syrische Armee nun in Kurdistan eindringen oder wird Kurdistan autonom werden? Wie werden sich England, Italien und Frankreich verhalten, die sich doch in der Konferenz von Lausanne vehement gegen eine Autonomie für das kurdische Volk aussprachen?
      15 2 Melden
    • seventhinkingsteps 27.03.2016 13:13
      Highlight Highlight IS ist nur ein Label. Islamistischer Terror wird es immer geben.
      22 3 Melden
    • Dä Brändon 27.03.2016 13:20
      Highlight Highlight Die Syrier werden eine einfachere Zukunft haben, denn sie dürfen in Zukunft selbst bestimmen, ausser die Amerikaner marschieren ein, dann werden sie die Hölle auf Erden haben. Siehe Irak, Afghanistan... Die Syrer dürfen sich wirklich glücklich schätzen das die Russen sie unterstützen.
      24 26 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kookaburra 27.03.2016 11:34
    Highlight Highlight Strategisch unwichtig. Der einstige symbolische Wert ist dahin. Das Kulturerbe wurde von der Unkultur der Terroristen der Welt entrissen.

    Vielleicht bräuchte die Welt UNESCO Truppen - um zu retten und schützen, was für uns alle Wert hätte.

    Aber immerhin machen Syrien und Russland etwas.
    27 7 Melden
    • Kookaburra 27.03.2016 14:15
      Highlight Highlight Ich bin mir bezüglich Assad nicht mehr so sicher. Ich meine, wie soll man ein Bevölkerung ausnützen können, wenn man sie vernichtet?
      Und auch die chemischen Waffeneinsätze scheinen eher von der Gegenseite gekommen zu sein.
      Gras wächst sofern die Wüste bewässert wird, sogar nach Atomtests.
      Alawiten und Schiiten scheinen mir insgesamt vernünftiger, als Sunniten...
      Vielleicht widerfährt ihnen und den Russen Ungerechtigkeit.
      19 6 Melden
    • Marcelo 27.03.2016 15:58
      Highlight Highlight @Toninio

      Die syrischen Städte waren durch den jahrelangen Stellungskrieg und Artilleriebeschuss bereits zerstört. Die Luftschläge der Russen machten hier nur einen kleinen Teil aus.

      Mich interessiert jedoch deine Aussage mit den kolumbianischen Paramilitärs. Ich habe noch nie etwas davon gehört und konnte auch via Google nichts finden. Verwechselst du hier etwas?

      Paramilitärische Gruppen gibt es in vielen Ländern, oder meinst du etwa dies (sind jedoch nicht Paramilitärs, sondern ehemalige Soldaten):

      http://www.nzz.ch/international/kolumbianische-soeldner-im-dienste-riads-1.18641080
      14 2 Melden
    • _kokolorix 27.03.2016 18:57
      Highlight Highlight ich glaube nicht, dass assad und putin unrecht widerfährt. beides sind rücksichtslose tyrannen die ohne mit der wimper zu zucken über berge von leichen steigen. die feige und egoistische zurückhaltung der westmächte darf nicht dazu führen in den beiden herren sowas wie befreier zu sehen. das sind sie nicht. der ganze schlamassel ist nur passiert weil assad nicht von seiner diktatorischen und gewalttätigen regierungsform abrücken wollte und friedliche demonstranten von scharfschützen töten liess.
      4 6 Melden
  • Chrigu91 27.03.2016 11:09
    Highlight Highlight Hoffentlich wird es keine schlimmen Vergeltungsschläge, gegen wen auch immer geben.
    12 13 Melden
  • maxi 27.03.2016 10:54
    Highlight Highlight jetzt wo die dort alles zerbombthaben bringtdas auch nicht mehr viel 😢
    4 31 Melden
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 27.03.2016 13:35
      Highlight Highlight es geht weniger um die stadt als darum, dass man den IS zurückschlageb konnte.
      19 1 Melden
    • maxi 27.03.2016 14:29
      Highlight Highlight den is zurückschlagen kann man auch mit atomwaffen zurückschlagen wenn es nur um das geht...
      4 14 Melden

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