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Ammon Bundy chats with a protester Saturday, Jan. 2, 2016, during a march on behalf of a Harney County ranching family in Burns, Ore. Bundy, the son of Nevada rancher Cliven Bundy, who was involved in a standoff with the government over grazing rights, told The Oregonian that he and two of his brothers were among a group of dozens of people occupying the headquarters of the Malheur National Wildlife Refuge. (Les Zaitz/The Oregonian via AP) MAGS OUT; TV OUT; NO LOCAL INTERNET; THE MERCURY OUT; WILLAMETTE WEEK OUT; PAMPLIN MEDIA GROUP OUT; MANDATORY CREDIT

Ammon Bundy, Anführer der Bürgerwehr, ruft zum Widerstand auf: «Bringt eure Waffen mit!»
Bild: AP/The Oregonian

Cowboy-Miliz besetzt Nationalparkgebäude und ruft zum bewaffneten Widerstand gegen die US-Regierung auf

Sie sind zum Kämpfen bereit – und, wenn nötig, offenbar auch zum Sterben. Eine bewaffnete Miliz hat in Oregon aus Protest gegen die US-Regierung das Verwaltungsgebäude eines Nationalparks besetzt.

03.01.16, 18:16 04.01.16, 14:07


Ein Nationalpark im Westen der USA wird zur Nahkampfzone. Im Bundesstaat Oregon hat eine militante Miliz die Zentrale des Nationalparks besetzt. Sie behauptet, bis zu 150 Unterstützer zu haben. Vordergründig wollen die teils bewaffneten Männer zwei Viehzüchter unterstützen, die wegen Brandstiftung im Gefängnis sitzen. Hinter der Aktion steckt tief sitzender Hass gegen die Regierung in Washington und ein seit über 20 Jahren schwelender Konflikt zwischen modernen Cowboys und dem Staat.

Die Besetzung begann am Samstag, nachdem rund 300 Personen – auswärtige Milizen und lokale Bürger – durch die Strassen der Stadt Burns gezogen waren, um sich für den 73-jährigen Dwight Hammond und seinen 46-jährigen Sohn Steven Hammond einzusetzen. Den beiden wird laut Medienberichten angelastet, auf Boden der Bundesregierung ein Feuer gelegt zu haben, um Spuren von Wilderei zu verwischen. Der Vater sass demnach bereits drei Monate im Gefängnis, sein Sohn ein Jahr. Ein Richter ordnete nun aber noch einmal jeweils rund vier Jahre Haft an.

Protesters march on Court Avenue in support of an Oregon ranching family facing jail time for arson in Burns, Ore., Saturday, Jan. 2, 2016. Family members were convicted of the arsons three years ago and served time. But a judge ruled their terms were too short under federal law and ordered them back to prison for about four years each. (Les Zaitz/The Oregonian via AP) MAGS OUT; TV OUT; NO LOCAL INTERNET; THE MERCURY OUT; WILLAMETTE WEEK OUT; PAMPLIN MEDIA GROUP OUT; MANDATORY CREDIT

Demonstranten protestieren in Burns, Oregon, für die Freilassung der wegen Brandstiftung angeklagten Familie.
Bild: AP/The Oregonian

Was fordern die militanten Milizen?

Zu den Besetzern des Nationalparkgebäudes zählen Ammon Bundy, der Sohn des berüchtigten Ranchers Cliven Bundy sowie zwei seiner Brüder. In einem auf Facebook publizierten Video fordern sie das Gebiet des Nationalparks, das in Besitz des Staates ist, für die Nutzung durch die Farmer zurück.

Im Telefoninterview mit CNN sagten Ammon Bundy und sein Bruder Ryan Bundy, sie wollten niemanden verletzen. Sie würden jedoch nicht ausschliessen, Gewalt anzuwenden, sollte die Polizei versuchen, das Gebäude zu räumen. Die bewaffneten Milizionäre wollen dort so lange bleiben, «wie es nötig ist – Tage, Wochen, oder sogar noch länger».

Der Nationalpark solle für immer geschlossen werden und die Regierung müsse das Land an die Viehzüchter zurückgeben, lautet ihre Botschaft. Die Brüder sagten weiter, sie seien bereit zu kämpfen und notfalls zu sterben, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Bundespolizisten gegen Cowboys

Dass dies keine leere Drohung ist, zeigt die jüngste Vergangenheit: Der Vater der Bundy-Brüder, Cliven Bundy, galt in den USA lange als Patriot und Freiheitskämpfer, entpuppte sich aber zuletzt als Rassist. Mit seinen Anti-Regierungsparolen ist er Dauergast auf dem konservativen TV-Sender Fox News. Der Vater von 14 Kindern befindet sich seit 1993 im Clinch mit der Regierung in Washington, die er allerdings nicht anerkennt. 

Um was geht es überhaupt? Seit über 20 Jahren treibt der Cowboy seine Viehherde von bis zu 900 Rindern auf ein etwa 650 Quadratkilometer grosses Stück Prärie in der Nähe von Las Vegas, das Eigentum des Staates ist. Dafür schuldet er dem Staat inzwischen Weidegebühren in der Höhe von über 1,1 Millionen US-Dollar. 2014 riss den Behörden endgültig der Geduldsfaden. Mehrere 100 Bundespolizisten fingen knapp 400 Tiere ein und behielten sie als Pfand. Hunderte Regierungsgegner, auch schwer bewaffnete Milizen, pilgerten daraufhin nach Bunkerville, um Bundy zu unterstützen. 

«Was dann folgte, war ein Duell wie aus dem Wilden Westen»

In Bunkerville bei Las Vegas kam es im April 2014 zum Showdown, den Die Welt so beschrieb: «Den Bundy-Anhängern standen 200 Bundespolizisten gegenüber, die von Scharfschützen und insgesamt neun Helikoptern unterstützt wurden. Fast eine Woche dauerte der Stand-off, dann liess die Regierung die Rinder wieder frei.» Ein Rückzug, der von den Gegnern Washingtons als Sieg gefeiert wurde, den Steuerzahler aber drei Millionen Dollar gekostet haben soll.

Was steckt hinter der aktuellen Besetzung?

Die Bundys tingeln als moderne Cowboys durch das Land, um ihrer Meinung nach von der Regierung in Washington unterdrückte Farmer zu unterstützen. Sie sind davon überzeugt, einen gerechten Kampf gegen die «tyrannische» Regierung zu führen, die unbescholtene Farmer enteignet haben soll. Die Bundys und weitere Mi­li­zi­o­näre nutzen das aktuelle Gerichtsverfahren wegen Brandrodung gegen die Viehzüchter Hammond, um sich in Szene zu setzen. Die lokale Bevölkerung hegt laut US-Medien teils Sympathien für den Anti-Regierungskampf der Miliz, ihre Gewaltbereitschaft stösst indes auf breite Ablehnung. «Das sind Leute, die bereit sind zu schiessen», sagte der lokale Feuerwehrchef der Zeitung The Oregonian, «und das will ich hier nicht».

Wie gefährlich ist die Situation?

Momentan ist unklar, wie viele Besetzer vor Ort sind und wie schwer sie bewaffnet sind. Laut US-Medien traten einige der Männer schon beim Duell mit den Bundespolizisten vor zwei Jahren in Erscheinung. Anlass zu Sorge gibt zudem ein Video auf YouTube: Veröffentlicht wurde es am 31. Dezember von Jon Ritzheimer, einem ehemaligen US-Marine, der wegen anti-muslimischer Rhetorik und Aktivitäten seit November 2015 auf der Beobachtungsliste des FBI steht. Im Video scheint er sich von seiner Familie zu verabschieden und erklärt, warum er sich verpflichtet fühle, den Kampf gegen die US-Regierung in Oregon zu unterstützen:

Ein Reporter des britischen «Guardian» berichtet, er sei bei seiner Recherche von einem Mann mit Spitzbart aufgehalten worden, der mit einem Gewehr vom Typ AR-15 bewaffnet war, der zivilen Variante des amerikanischen Militärgewehrs M16.

Im Bezirk Burns im Westen der USA sollen die Schulen vorerst aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

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48
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48Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • _kokolorix 04.01.2016 18:24
    Highlight man muss sich das mal vorstellen:
    es wird 10 jahre land der regierung benutzt ohne die pacht zu zahlen. wenn die regierung die pacht eintreibt wird ein bewaffneter aufstand angezettelt, der mehrere tage dauert. die regierung gibt die eingetriebene pacht zurück und lässt die ganze bande unbehelligt, so das sie ein paar jahre später erneut mit waffengewalt gegen die regierung vorgehen können.
    merke: in den usa reichen ein paar weisse hohlköpfe mit flinte um die regierung in die knie zu zwingen. die grösste militärmacht die die erde je sah!
    7 0 Melden
  • zigi97 04.01.2016 07:41
    Highlight good job liebe regierung! 3 millionen an steuergeldern ausgeben, um 1.1 millionen einzutreiben. das ist effizienz!
    5 33 Melden
  • zigi97 04.01.2016 07:39
    Highlight gut so! wehrt euch gegen die regierung!
    3 53 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 04.01.2016 00:36
    Highlight In Amerika nennt man sie "Cowboys", bei uns sind es "Eidgenossen".
    75 24 Melden
    • Mok2nd 04.01.2016 02:16
      Highlight Falsch, bei uns heissen die "Autonome" und "Linkaktivisten".
      22 105 Melden
    • trio 04.01.2016 05:29
      Highlight @Mok2nd naja, die Gesinnung ist doch eindeutig rechts. Der Kommentar von andre ist vielleicht provokativ, aber nicht so kreuzfalsch wie ihrer.
      85 9 Melden
  • karl_e 04.01.2016 00:15
    Highlight Ziltener, denkst du an die Helvetier? Die sind kaum ausgerottet worden, sondern dürften in unserer Deutschschweizer DNS weiter leben.
    2 19 Melden
    • crust_cheese 04.01.2016 06:31
      Highlight Die Helvetier sind während der Völkerwanderung entweder von Alemannen vetrieben worden oder sind vollkommen in sie assimiliert worden.
      25 1 Melden
  • Knut Knallmann 03.01.2016 22:57
    Highlight Patrioten - Das die dabei nicht selber lachen müssen. Für mich sind mit Sturmgewehren bewaffnete, die bereit sind zu töten eher Terroristen. Deswegen bin ich dafür, dass man einen unüberwindbaren Zaun um das "besetzte" Gebiet baut und die Besetzer ihn bezahlen müssen. Wie das gehen soll weiss ich zwar nicht, aber ich sags einfach mal...
    61 9 Melden
    • Humbolt 04.01.2016 08:07
      Highlight Sie sind keine Moslems, nicht einmal Araber. Deshalb können sie per westlicher Definition keine Terroristen sein!

      Achtung! Sie haben einen sarkastischen Kommentar gelesen.
      34 5 Melden
  • Moelal 03.01.2016 21:13
    Highlight Was für bildungsfreie Idioten
    110 15 Melden
    • Karl33 03.01.2016 22:28
      Highlight wer zeit hat, wochenlang in einem nationalparkgebäude auszuharren, hat wohl eher keinen job und lebt von staatlichen sozialleistungen.
      wobei, das würde ja auf unsere bauern auch zutreffen :-D
      64 19 Melden
  • EvilBetty 03.01.2016 20:45
    Highlight All Hail to the 2nd ammendement!
    28 5 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 03.01.2016 19:53
    Highlight In Europa könnte es da auch bald zu solchen Ereignissen kommen, zwar keine Cowboys jedoch in vielen Städten Europas herrschen Zustände die Soziale Unruhen auslösen, da denke ich an Frankreich, Schweden, Deutschland und andere in denen es Vorstädte gibt in denen Soziale Spannungen Herrschen.
    46 95 Melden
    • Hierundjetzt 03.01.2016 23:23
      Highlight Sie waren noch nie in einem Banlieu? Hm? Gehen Sie mal. Lyon, so quasi zum starten. Danach mal nach Marseille.

      Das passiert, wenn der Staat das Geld falsch ausgibt oder wie bei uns, eine Bevölkerungsgruppe aktiv ausgegrenzt werden soll. Kommen Sie mir nach der Annahme der Schwachstrom Initiative DIS nicht mit: upsala, Kriminalität ist gestiegen!

      Wenn ich nichts mehr zu verlieren habe, gehe ich aufs Ganze. Denken Sie immer daran
      41 7 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 04.01.2016 00:47
      Highlight Schon wieder wird irgendwas hineininterpretiert mit der DIS, bleibt mal sachlich.
      5 23 Melden
    • Hierundjetzt 04.01.2016 10:42
      Highlight Ok. Habt recht :-)
      2 0 Melden
  • kliby 03.01.2016 19:38
    Highlight auf einem plakat rechts auf dem foto steht: "someone you know may be held as terrorists next"
    passt wie die faust aufs auge für die politik von trump. und für die braundenkende masse ebensolcher bildungsferner bürger auf dem foto.
    102 16 Melden
  • MaskedGaijin 03.01.2016 19:25
    Highlight immer diese bundys. ted bundy, al bundy und jetzt diese hinterwäldler.
    116 6 Melden
  • Too Scoop 03.01.2016 19:21
    Highlight In den genannten US-Staaten sind die Weissen die Letzten die sich für Freiheit äussern sollten. Irgendwie passend, total paranoid und voller Grössenwahn. Terror in Trumps Rassismus-Reihen, Ziel erreicht.
    113 21 Melden
    • Alnothur 03.01.2016 22:42
      Highlight Schön, dass du da gleich noch deinen eigenen Rassissmus obendraufsetzt. Und dafür noch 60 likes bekommst.
      22 40 Melden
    • Too Scoop 04.01.2016 10:13
      Highlight Danke für den Hinweis, ich gebe Ihnen Teils recht. Ich habe die Wortwahl eines Wortes vielleicht etwas unsensibel getroffen. Daher möchte ich mich korrigieren: "lieber Leser, ersetze das Wort, die Weissen mit einem für dich passenden Begriff". Wir werden nicht als Schwarze oder Weisse geboren, sondern zu diesen gemacht.
      5 2 Melden
  • Jay_Jay 03.01.2016 18:55
    Highlight Sind nicht dann eigentlich Terroristen?!?
    80 6 Melden
    • Knut Knallmann 04.01.2016 10:53
      Highlight Nein, Terroristen kommen aus Syrien und haben lange Bärte...
      8 1 Melden
  • TheDoc 03.01.2016 18:46
    Highlight Wetten, würden die Typen aus dem arabischen Raum stammen, lautete die Headline "Terroristen verschanzen sich in Regierungsgebäude"
    137 16 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 03.01.2016 19:49
      Highlight Diese Leute in Oregon die ein Gebäude besetzen kann man durchaus Terroristen nennen.
      86 10 Melden
    • Mia_san_mia 03.01.2016 20:44
      Highlight Ja die sind auch schlimmer als ein paar Typen die Cowboy spielen.
      34 11 Melden
    • EvilBetty 03.01.2016 20:47
      Highlight Das tut nur leider niemand... das ist ein Problem.
      30 12 Melden
  • WC-Entchen 03.01.2016 18:30
    Highlight
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