Schweiz

Es gibt immer mehr Rentnerinnen und Rentner, deshalb muss das System reformiert werden. Bild: KEYSTONE

Jetzt geht's los – 8 Fakten, die man zum AHV-Streit im Parlament wissen muss 

Den eidgenössischen Räten steht ein Kraftakt bevor: In der Frühjahrssession müssen sie die Altersvorsorge 2020 über die Bühne bringen. Die Differenzen zwischen National- und Ständerat sind gross. Wir zeigen die wichtigsten Punkte der Reform.

25.02.17, 11:48 28.02.17, 08:49

Ein Zuschlag von 70 Franken bei der AHV oder höhere Einzahlungen in die zweite Säule – auf diesen vereinfachten Nenner lässt sich der Streit um die Rentenreform bringen, die unter der Bezeichnung Altersvorsorge 2020 in den nächsten drei Wochen im Bundeshaus beraten wird. Bis zum Ende der Frühjahrssession muss die Vorlage bereinigt werden. Nach der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative steht somit eine weitere Hauruck-Übung an.

Bislang ist die Monsterreform – eines der wichtigsten Geschäfte der Legislatur – zweimal vom Ständerat und einmal vom Nationalrat behandelt worden. Zwischen den beiden Kammern gibt es gewichtige Differenzen, insbesondere die Frage, wie die Senkung des Umwandlungssatzes bei der beruflichen Vorsorge (BVG) von 6,8 auf 6 Prozent kompensiert werden soll. Denn in einem Punkt sind sich die Räte einig: Tiefere Renten sind so weit wie möglich zu vermeiden.

Bundesrat Alain Berset spricht während der Beratungen im Nationalrat. Bild: KEYSTONE

Gestärkt wird diese Sichtweise durch eine Umfrage des Vereins Vimentis. Sie zeigt, dass das Vertrauen in die AHV schwindet. 46 Prozent der Befragten erachten ihre Rente als nicht gesichert. Gleichzeitig aber lehnen satte 88 Prozent Kürzungen bei der AHV ab, und 64 Prozent wollen kein höheres Rentenalter. Die Reform muss folglich sozialverträglich sein, sonst ist ein Scheitern an der Urne wie 2004 und 2010 programmiert.

Die Unternehmenssteuerreform III ist ein weiteres Warnsignal. Einen Fehlschlag aber kann sich Bundesbern kaum leisten. Der Handlungsbedarf ist weitgehend unbestritten, denn wegen der steigenden Lebenserwartung dauert der Ruhestand immer länger. Ausserdem gehen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in den nächsten Jahren sukzessive in Pension. Beides führt zu einer Zunahme der Rentnerinnen und Rentner, was AHV und Pensionskassen strapaziert.

Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur grossen Rentenreform:

Warum die Eile?

Der Hauptgrund ist nicht die eigentliche Reform. Ende 2017 läuft der Mehrwertsteuer-Zuschlag von 0,4 Prozent zur Finanzierung der Invalidenversicherung (IV) aus. Er soll beibehalten werden, mit einem neuen Verwendungszweck: 0,1 Prozent werden in die Bahninfrastruktur fliessen, die verbleibenden 0,3 Prozent sollen der AHV zukommen. Um der Wirtschaft einen aufwändigen und teuren Umstellungs-Murks zu ersparen, muss der Übergang nahtlos am 1. Januar 2018 erfolgen.

Der Zeitplan der Altersvorsorge 2020. grafik: bsv

Dies kann nur gelingen, wenn die – obligatorische – Volksabstimmung am 24. September stattfindet. Eine mögliche Referendumsabstimmung über die eigentliche Rentenreform soll nach dem Willen von Sozialminister Alain Berset am gleichen Tag durchgeführt werden, damit sie ebenfalls auf Anfang 2018 in Kraft treten kann. Der enge Zeitplan erklärt, warum die Altersvorsorge 2020 in der Schlussabstimmung am 17. März verabschiedet werden sollte.

Worüber wird gestritten?

Der umstrittenste Punkt ist die erwähnte Kompensation des Umwandlungssatzes in der 2. Säule. Andere kontroverse Elemente sind Änderungen bei der Witwenrente und ein weiterer Zuschlag bei der Mehrwertsteuer für die AHV (der Nationalrat will 0,6 Prozent, der Ständerat 1 Prozent). Der Zürcher Grünliberale Thomas Weibel, der die Vorlage als Kommissionssprecher im Nationalrat vertritt, geht davon aus, dass bei diesen Elementen ein Kompromiss möglich ist.

Eine heikles Thema ist das Rentenalter, wie die Vimentis-Umfrage zeigt. Mit einer Erhöhung auf 65 Jahre bei den Frauen hat sich im Grundsatz auch die Linke abgefunden. Heftig umstritten ist hingegen die von FDP, SVP und Wirtschaftsverbänden geforderte Schuldenbremse. Wenn die AHV in finanzielle Schieflage gerät, soll das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre erhöht werden. Dieses heisse Eisen dürfte aus der jetzigen Vorlage ausgegliedert und später behandelt werden.

Wozu ein tieferer Umwandlungssatz?

Heute beträgt er 6,8 Prozent. Das bedeutet, dass man bei einem Pensionskassen-Guthaben von 100'000 Franken eine jährliche Rente von 6800 Franken erhält. Diese Ausschüttung gilt wegen der gestiegenen Lebenserwartung als nicht nachhaltig. Ein grosser Teil der Pensionskassen hat die Renten bereits «mit einem ganz legalen Trick» gesenkt, wie «10vor10» im letzten Herbst berichtete. Möglich macht dies der überobligatorische Teil, für den die gesetzliche Vorgabe nicht gilt.

Mit dem Slogan «Nein zum Rentenklau» bodigte die Linke 2010 die BVG-Reform. Bild: KEYSTONE

Der Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag hat den Umwandlungssatz auf 4,57 Prozent gesenkt, wie «10vor10» ermittelt hat. Bei den meisten Pensionskassen liegt er im Bereich der angestrebten sechs Prozent. Eine Kompensation gilt dennoch als zwingend, aufgrund der leidvollen Erfahrung mit der 2010 versenkten BVG-Reform. Damals sollte der Satz von 6,8 auf 6,4 Prozent reduziert werden, ohne Ausgleich, was von links mit dem Slogan «Rentenklau» gestoppt wurde.

Was will der Nationalrat?

Die Mehrheit des Nationalrats will, dass die Versicherten als Ausgleich für den tieferen Umwandlungssatz mehr Geld in die Pensionskasse einzahlen. Dazu soll der Koordinationsabzug abgeschafft werden, eine Art Freibetrag beim Lohn (derzeit 24'675 Franken), auf den keine Beiträge an die 2. Säule geleistet werden müssen. Hinter dem Modell stehen FDP, SVP, GLP sowie Economiesuisse und Arbeitgeberverband. Es gilt jedoch als teuer. Insbesondere jüngere Arbeitnehmer müssten deutliche höhere Lohnabzüge hinnehmen.

Inzwischen hat die nationalrätliche Kommission für Soziales und Gesundheit «nachgebessert». Die Befürworter verweisen auf Berechnungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), wonach ihr Modell weniger kosten und besser wirken soll als die Variante des Ständerats. Die maximale Renteneinbusse liege bei 557 Franken im Jahr, gegenüber 827 Franken beim Ständerats-Modell. Im Sinne eines Kompromisses sollen Personen, die jung ins Erwerbsleben eingestiegen sind und wenig verdient haben, die AHV früher beziehen können.

Was will der Ständerat?

Die kleine Kammer hat ebenfalls Anpassungen bei der 2. Säule beschlossen. Unter anderem sollen Arbeitnehmer ab 21 und nicht wie heute ab 25 Jahren in die Pensionskasse einzahlen. Der umstrittenste Punkt aber ist ein Zuschlag von 70 Franken pro Monat bei der AHV für Neurentner, als Ausgleich für die tiefere Pensionskassen-Rente. Die Befürworter von CVP, SP, BDP und Grünen verweisen darauf, dass dieses Modell verständlich zu kommunizieren ist, im Gegensatz zur komplizierten Variante des Nationalrats. Das Scheitern der USR III lässt grüssen.

Was spricht gegen die 70 Franken?

«Wenn ich mit Rentnern spreche, gehen sie davon aus, dass sie die 70 Franken ebenfalls bekommen werden», sagt GLP-Nationalrat Thomas Weibel: «Wenn sie das Gegenteil erfahren, kippt die Zustimmung.» Heutige Rentner sind von der Senkung des Umwandlungssatzes nicht betroffen und brauchen deshalb keine Kompensation, doch Weibel verweist auf die Erfahrungen mit der USR III: «Die Stimmbürger fragen sich, was eine Vorlage kostet und was sie ihnen bringt.» Er bezeichnet die 70 Franken als «Sprengstoff», denn «sie führen zu einer Zwei-Klassen-AHV».

Thomas Weibel als Kommissionssprecher im Nationalrat. Bild: KEYSTONE

Ein weiterer Nachteil betrifft die Übergangsgeneration. Wer beim Inkrafttreten der Reform zwischen 50 und 65 Jahre alt ist, wird vom tieferen Umwandlungssatz ebenfalls ausgenommen, soll aber die 70 AHV-Franken dennoch erhalten. Diese Generation würde somit doppelt profitieren. Hinzu kommt die zusätzliche Belastung für die AHV-Finanzen. Die Wirtschaftsverbände warnen, dass bis 2035 ein Loch von fünf Milliarden Franken entstehen werde.

Was ist das wahrscheinliche Szenario?

Hinter den Kulissen finden «etliche Gespräche» statt, sagt Kommissionssprecher Thomas Weibel. Dennoch ist es wenig wahrscheinlich, dass National- und Ständerat einen gemeinsamen Nenner finden werden. Weibel geht davon aus, dass am Ende die Einigungskonferenz der beiden Räte entscheiden wird. Das ist brisant, denn dort hat Mitte-links die Mehrheit und könnte dem Modell des Ständerats zum Durchbruch verhelfen. Damit steigt die Gefahr, dass die Reform in der Schlussabstimmung im Nationalrat scheitert.

Die Grünliberalen, die mit ihren sieben Sitzen das Zünglein an der Waage bilden, wollen es nicht zu einem solchen Debakel kommen lassen. Sie würden die 70 Franken als «sehr bittere Pille» schlucken, wie Thomas Weibel dem «Blick» erklärte. Gegenüber watson nennt er als Minimalforderung: «Die 70 Franken soll es nur für tiefe Renten geben.» Einen entsprechenden Antrag hat die Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer eingereicht.

Wie stehen die Chancen?

FDP und Wirtschaftsverbände haben gedroht, sie würden ein Scheitern der Reform in Kauf nehmen. Seit dem USR-III-Flop aber ist ihre Kommunikation defensiv geworden. Noch Mitte Januar bezeichneten die Freisinnigen die 70 Franken für Neurentner als finanzpolitischen Sündenfall und als «Verrat an der nächsten Generation». Heute sprechen sie von «süssem Gift».

Die FDP ist zunehmend isoliert, denn auf die SVP kann sie sich nicht verlassen. Vertreter ihres bäuerlichen Flügels haben im «Blick» angetönt, im Zweifelsfall für die 70 Franken zu stimmen. Eine Prognose sei deshalb gewagt: Es wird eine Reform geben, und die 70 Franken werden irgendwie enthalten sein. Denn ein Aspekt ist ebenfalls zu beachten: Eine Rentenreform, die von der geschlossenen Linken bekämpft wird, hat in einer Volksabstimmung keine Chance.

Umfrage

Höheres Rentenalter – ja oder nein?

  • Abstimmen

4,670 Votes zu: Höheres Rentenalter – ja oder nein?

  • 36%Ja. Das macht Sinn.
  • 58%Geht gar nicht!
  • 5%Weiss nicht.

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44
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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 04.03.2017 06:35
    Highlight Ist es nicht einsichtig, die unvermeidbaren Kürzungen der künftigen BVG-Renten durch eine Erhöhung der AHV-Renten für die Neurentner zu kompensieren? Mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer tragen die bereits privilegierten Alt-Rentner erst noch einen Teil der Finanzierungskosten bei. Gesicherte Renten sind halt ein Grundbedürfnis unserer Gesellschaft im Gegensatz zu vielen öffentlichen Ausgaben für Wunschbedarf.
    1 0 Melden
  • N. Y. P. 28.02.2017 10:05
    Highlight Ich fasse kurz zusammen :

    Der National- und Ständerat liegen Lichtjahre auseinander.
    Bis Ende Session, in 3 Wochen, wollen die zwei Räte sich finden* und das Geschäft abschliessen.
    Danach wird das Volk noch kurz befragt. Und das Volk stimmt zu.
    Friede, Freude, Eierkuchen.

    Ok.

    *was die letzten 10 Jahre nicht geschafft wurde

    8 0 Melden
  • J.S. Bond 28.02.2017 09:46
    Highlight Solange in einer solchen Vorlage die Wirtschaft nicht dazu gezwungen wird eine Vollbeschäftigung bei Ü50 Arbeitnehmer zu garantieren werde ich nie zustimmen.

    Rentenalter erhöhen wo die Wirtschaft keine Ü50 mehr einstellen will??? Gaht's no?
    16 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 28.02.2017 08:51
    Highlight "Wer beim Inkrafttreten der Reform zwischen 50 und 65 Jahre alt ist, wird vom tieferen Umwandlungssatz ebenfalls ausgenommen, soll aber die 70 AHV-Franken dennoch erhalten." Wie macht das Sinn, die 70 CHF sind da zur Kompensation des tieferen Umwandlungssatzes. Gibt es da irgendein Rational, ausser das die meisten Parlamentarier in diesem Alter sind und diese Bevölkerungsgruppe politisch einflussreich ist? Das sind etwa 1,5 Mio. Leute, wenn man von einer durchschn. AHV-Bezugsdauer von 10 Jahren ausgeht sind das über 10 Milliarden Mehrkosten!
    7 2 Melden
  • Platon 28.02.2017 08:47
    Highlight Kann mir irgendjemand erklären wieso die Kompensation des Umwandlungssatzes nicht über die AHV geschehen soll? SVP und Liberale sagen, die Säulen müssen getrennt saniert werden, können aber nie sagen warum... Sagt doch gleich, dass euch die Pensionskassen gesagt haben, sie würden sich über mehr Geld freuen! Die 70 Franken in der AHV sind hierfür effizienter, unkomplizierter, billiger und solidarischer!
    5 2 Melden
    • satyros 28.02.2017 10:52
      Highlight Es geht nicht nur um die einflussreiche Pensionskassenlobby. Die AHV hat einen Umverteilungsmechanismus, da es eine Maximalrente gibt, aber AHV-Beiträge auch von Topverdienern auf dem ganzen Lohn entrichtet werden müssen. Somit zahlen alle gemäss ihrer Leistungsfähigkeit dafür, dass alle eine vernünftige Rente erhalten. Das passt den Bürgerlichen nicht.
      2 1 Melden
  • Wehrli 28.02.2017 08:19
    Highlight Badran und Martullo-Blocher auf einem Bild. Guernica wurde soeben auf Platz zwei der grausamen Bilder der Weltgeschichte verbannt. Das nackte Grauen steckt mir noch in den Knochen nach diesem Anblick ....
    5 7 Melden
  • Schneider Alex 26.02.2017 07:38
    Highlight Die AHV ist die stabilere Vorsorgesäule!

    Die heutigen Probleme bei der Finanzierung der beruflichen Vorsorge zeigen, dass diese Säule in Tiefzinsphasen zu einer enormen Belastung für die Arbeitnehmer führen kann. Auch die AHV ist längerfristig mit Finanzproblemen konfrontiert. Diese können aber durch eine Fülle von Massnahmen breit abgestützt angegangen werden (Erhöhung der MwSt, Beitragserhöhung, höhere Bundes- und Kantonsbeiträge). Insbesondere können damit auch die Rentenbezüger in die Pflicht genommen werden. Die Erhöhung des Rentenalters ist politisch chancenlos.
    21 7 Melden
  • Baum68 25.02.2017 20:23
    Highlight Rezept: Verteilung von oben nach unten.
    Es ist genug Geld vorhanden, es ist nur nicht richtig verteilt.
    75 13 Melden
    • Wehrli 28.02.2017 09:14
      Highlight Klar, das Geld liegt einfach so rum. Bloss eine Schaufel und hopp. Am besten geben wir den Sozis den Steuerknüppel dann kommt alles gut ...
      5 13 Melden
    • klugundweise 28.02.2017 09:54
      Highlight Genau: Kapitalgewinnsteuer und/oder Transaktionssteuer und die Probleme sind gelöst!
      10 2 Melden
    • Wehrli 28.02.2017 14:14
      Highlight Kaptialgewinnsteuer ist leider extrem aufwändig, denn die Kapitalverluste darfst du ja wieder abziehen, und verrechnen, in den USA haben die eine Kapitalgewinnsteuer und es ist ein rechtes Chaos und jeder optimiert über 13 Ecken.
      Transaktionssteuer? Da finden die Transaktionen halt in Singapur statt. Sind ein bisschen simple Rezepte ... aber für ein Bier im Zähringer reichts ...
      2 0 Melden
    • klugundweise 01.03.2017 11:58
      Highlight Wehrli:
      Wo ein Wille ist, gibts einen Weg. Gewinnsteuer: Verluste gegen Gewinne aufrechnen, so einfach, dass es keine Berater braucht.
      Transaktionssteuer: Es gibt europaweit Initiativen. Warum nicht gemeinsam Spekulation (Sekunden Tranig etc.) bekämpfen und endlich die überbordende Finanzwirtschaft zur Verantwortung ziehen und nicht nur ihre Risiken staatlich abdecken.
      Soweit die News aus dem Bären (wir haben hier keinen Zähringer...)
      1 1 Melden
    • Wehrli 01.03.2017 13:53
      Highlight "High Frequency Trading" sind ein dakbarer Sündenbock, Ihr Einfluss ist gering. Spekulation ist nicht schädlich, solange die Risiken abgedeckt sind, d.h. Banken und Investmenthäuser müssen getrennt sein.
      Das Steuersystem funktioniert soweit, auch wenn ich >40% abliefern muss, murre ich nur begrenzt.
      0 0 Melden
  • Gavi 25.02.2017 17:21
    Highlight Es ist schizophren: einerseits wir die Pharmaindustrie von den Politikern mehr als gepampert, die Industrie, die uns Alte Par Tout nicht sterben lässt.
    Deshalb muss das ganze System geändert werden. Verbietet doch einfach mal alle lebensverlängernden Opertaionen bei ü80ern.
    Aber nein, es muss ja jeder 100 werden, damit die Pharmaindustrie noch mehr verdient.
    37 20 Melden
    • sowhat 25.02.2017 20:27
      Highlight Richtig, und die die freiwillig gehen wollen um der Pharmafolter zu entgehen werden verteufelt, daran gehindert oder mit unsinnigen Hürden zurück gehalten. Irgendaws geht nicht auf.
      31 5 Melden
    • Midnight 28.02.2017 08:12
      Highlight Also, damit ich das richtig verstehe: Ich gehe 9 Jahre in die Schule, damit ich dann knapp 49 Jahre lang arbeite. Dann darf ich noch 15 Jahre meinen Lebensabend geniessen und das wars dann? Wenn man nur 80 Jahre alt werden soll - einverstanden. Dann soll aber auch das Rentenalter nach unten korrigiert werden! Ernsthaft, ich hab keine Lust den Grossteil meines Lebens damit zu verbringen, ein korruptes Finanzsystem zu füttern!
      5 1 Melden
    • Wehrli 28.02.2017 09:19
      Highlight Ach come on: Die FI Sicherung überbrücken und zu Mozart die Haare in der Badewanne föhnen.
      273 weitere lustige Rezepte über den Jordan.
      5 3 Melden
  • Angelo C. 25.02.2017 13:57
    Highlight Wieso sollte man sich denn schon jetzt den Mund darüber fusselig reden - in einigen Monaten erst wird man schlüssig wissen, was de facto Sache ist, bzw. was dann vorerst mal auf dem Tisch liegt 🤔!

    Und dann wird es ja in jedem Falle eine Volksabstimmung darüber geben, allein schon deshalb, weil linke Gruppierungen das Referendum ergreifen werden.

    Spätestens im Vorfeld dazu werde ich mich dann erschöpfend damit auseinandersetzen - momentan aber wünsche und gönne ich mir (und anderen) ein möglichst ungetrübtes Wochenende 😄!

    http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/58b09e69ab5c375bdd000001


    29 5 Melden
    • Wambolium 25.02.2017 16:02
      Highlight Eine Volksabstimmung wird es so oder geben, da die MwSt erhöht wird und somit die Bundesverfassung geändert wird. Und wenn die Bundesverfassung geändert wird gibt es eine Volksabstimmung (obligatorisches Referendum)
      34 1 Melden
  • Str ant (Darkling) 25.02.2017 13:38
    Highlight Es braucht den Systemwechsel
    11 14 Melden
  • G. Schlecht 25.02.2017 13:29
    Highlight Gebt Ihnen "zum Sterben zuviel und zum Leben zu wenig". Und alle klatschen Beifall. Ist doch alles gut und nichts neues unter der Sonne. Die Arbeitnehmer haben ihre Produktivität in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt. Wohin diese Wertschöpfung abgeflossen ist würde mich interessieren. Aber offenbar nur mich, denn ich habe noch nie eine Frage, geschweige denn eine Antwort diesbezüglich gesehen oder gehört. Die Digitalisierung wird auch vor den Akademikern nicht halt machen und ich wage zu Bezweifeln, dass die sich dann auch so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen werden.
    53 5 Melden
    • Kaffo 25.02.2017 16:37
      Highlight Ich frage mich schon lange, warum Konzerne 100te von Millionen Reingewinn machen müssen. Dieses Geld fehlt doch jemandem.
      45 6 Melden
    • Midnight 28.02.2017 08:14
      Highlight "Growth for the sake of growth..."
      1 0 Melden
    • Wehrli 28.02.2017 08:24
      Highlight Die Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel. Würden Konzerne geschlossen, würde das Geld nicht einfach sonst irgendwo auftauchen.
      Man kann entweder verteilen (Sozis) oder erschaffen(Wirschaft), und irgendwo in der Mitte leigt dann die Lösung.
      Aber die IDee, dass wenn Einer etwas erschafft, dass dann ein Anderer weniger hat, ist so eine peinliche superdoofe Sozidiotendoktrin.
      5 5 Melden
    • LeChef 28.02.2017 09:48
      Highlight Woher willst du wissen, dass sich die Arbeitsproduktivität seit 1990 verdoppelt hat? Das erscheint mir doch reichlich viel...
      1 0 Melden
  • Karl33 25.02.2017 12:44
    Highlight Dass viele linke Politikerinnen aus SP und Grünen sich gegen gleiche Rentenalter für Mann und Frau wehren, deutet eher auf den Versuch hin, angenehme Privilegien zu wahren.
    64 39 Melden
    • Platon 28.02.2017 08:41
      Highlight @Karl33
      Ich glaube das haben nun alle geschluckt...
      3 0 Melden
    • pun 28.02.2017 09:35
      Highlight Sorry, das stimmt einfach hinten und vorne nicht, die Signale aus diesen Kreisen waren bisher immer unmissverständlich: gleiches Rentenalter OK, aber nicht solange ein nachweisbarer wage gap besteht bzw nichts dagegen unternommen wird.
      4 2 Melden
  • FrancoL 25.02.2017 12:34
    Highlight "Er (Thomas Weibel) bezeichnet die 70 Franken als «Sprengstoff», denn «sie führen zu einer Zwei-Klassen-AHV»"

    Und zu was genau führt die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0%?

    Man sollte nicht mit Halbwahrheiten argumentieren. Fällt der Umwandungssatz um die 0,8% dann muss er kompensiert werden, dh. ohne Kompensation kommt es zur Zwei-Klassen-Alterfürsorge.
    55 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.02.2017 13:55
      Highlight Die AHV hat den Charakter eines Solidaritätswerk. Das heisst, dass alle Schweizer gleich behandelt werden also ist es nicht zulässig, dass bestehende Rentner von einer Erhöhung nicht profitieren können. Ob man Fr. 150'000 oder 1,5 Mio. pro Jahre verdient und demnach höchst unterschiedliche Prämien abliefert, man erhält später die gleiche Rente!
      19 6 Melden
    • patnus 25.02.2017 15:28
      Highlight Allerdings baut das zwei Säulensystem auf der klaren Trennung von diesen. Mit dieser 70 Franken Giesskannen-Kompensation sprengt man diese Trennung.
      13 8 Melden
    • FrancoL 25.02.2017 15:51
      Highlight @patnus; Und wäre die so tragisch? Wenn wegen der geringer ausgestatteten Pensionskasse mehr Leute zum Sozialfall werden und gestützt werden müssen, haben wir ja auch keine Trennung mehr.
      19 9 Melden
    • Wambolium 25.02.2017 16:16
      Highlight @patnus Die 70 CHF mehr AHV müssen unbedingt rein in die Reform, denn sonst stellt sich die Linke und auch die Mitte gegen die Reform. Und wir haben bei der USR III und auch bei der BVG Revision gesehen, dass die Linke allein eine Vorlage mit hoher Zustimmung bodingen kann. Das darf bei der Altersvorsorge 2020 auf keinen Fall passieren. Ausserdem ist die Kompensation über die 1. und 2. Säule fairer. Da die Kompensation nur über die 2. Säule (zB. mit der Abschaffung des Koordinationsabzuges) für Wenigverdiener zu teuer wäre.
      6 11 Melden
    • Wambolium 25.02.2017 16:25
      Highlight @Trader Warum wäre dies nicht zulässig? Neurentner werden nach dieser Reform weniger BVG Rente haben und bekommen dann als Kompensation unter anderem eine höhere AHV Rente, wenn die Lösung des Ständerates durchkommt.
      12 2 Melden
  • Berggurke 25.02.2017 12:34
    Highlight Ich als oft doch eher links denkender Mensch kann eines nicht verstehen: Warum zum Teufel streuben sich so viele Menschen gegen die Erhöhung des Rentenalters? Wenn wir allgemein immer länger und besser leben, warum sollte man dann auch nicht länger arbeiten...
    Ist es so unmenschlich zu verlangen, dass man (mit einem Bürojob, nicht als Bauarbeiter etc.) bis 67 arbeiten muss? Meiner Meinung nach sicher nicht. Warum die linken Parteien in diesem Thema solche Fundamentalopposition betreiben muss, ist mir desshalb ein Rätsel.
    54 32 Melden
    • FrancoL 25.02.2017 12:55
      Highlight Vielleicht weil der Mittelstand und die unteren Schichten IM VERGLEICH zu den reichen Schichten immer mehr abrutschen? Vielleicht weil es immer mehr Verlierer gibt und der Wohlstand sich nicht annähernd gleichmässig verteilt und dabei meine ich nicht eine Gleichmacherei sondern eine ETWAS(!) ausgeglichenere Teilnahme an den Früchten der Wirtschaft zu derer Generierung die Mehrheit von uns recht viel und entscheidend beiträgt.
      Wären diese Früchte breiter verteilt dann würde die grosse Mehrheit auch der Erhöhung des Rentenalters zustimmen.
      Auch die Basis der SVP ist nicht durchgehend dafür.
      51 17 Melden
    • Kaffo 25.02.2017 13:12
      Highlight Sie sprechen es an. Die linken sind schon lange für das flexible Rentenalter.
      24 6 Melden
    • Wachteli 25.02.2017 14:08
      Highlight Bei Jobgarantie bis 67 wäre ich einverstanden. Oder mit einem Grundeinkommen, es muss ja nicht bedingungslos sein. Oder mit einer kombinierten Lösung von Jobgarantie und Grundeinkommen. Aber Tatsache ist, dass viele Menschen ab 50 kaum noch Arbeit finden. Und die werden vom Staat alleingelassen. Unter diesem Umständen kann ich Rentenalter 67 keineswegs befürworten.
      51 4 Melden
    • FrancoL 25.02.2017 15:48
      Highlight @Wachteli; Bin ganz bei Ihnen, man sollte Theorie des möglicherweise vorhandenen Arbeitsplatzes praktisch überdenken und SICHERN, dann kann man über eine Erhöhung sprechen. Alles andere ist pure Augenwischerei!
      23 4 Melden
    • Wehrli 28.02.2017 08:44
      Highlight Grundeinkommen, Jobgarantie, Umverteilung. Darf ich auch eine Rosa Brille haben, wo kriget man die her? Ich dachte mit dem Untergang der Sowjets hätten wir das Experiment beendet.
      2 2 Melden
    • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 28.02.2017 09:05
      Highlight Theoretisch spricht nichts gegen ein höheres Rentenalter, was ich auch unterstützen würde. Aber das Problem ist, die älteren Semester sind im Berufsleben je nach Branche schlichtweg nicht gerne gesehen und eine Umschulung kann je nach dem auch nicht viel Helfen. Aber da bin ich ganz bei FrancoL und Wachteli. Bei meinem letzten Besuch auf dem RAV und dem mühsam, obligatorischen Kurs war ich entsetzt wie viele ü50 dabei waren.

      Ein Grundeinkommen oder Jobgarantie (was immer das auch heissen mag) bräuchte es schon.
      1 0 Melden
  • MaxHeiri 25.02.2017 11:58
    Highlight Bitte achtet auf die Jungen! Saniert die Altersvorsorge damit diese auch noch etwas erhalten werden
    34 14 Melden
    • Froggr 28.02.2017 09:07
      Highlight Das Problem ist, dass die Älteren genauso Anrecht haben auf eine angemessene Altersvorsorge. Ein Kompromiss ist notwendig.
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