Schweiz
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Bub oder Mädchen? Intersexuelle Kinder sollen selbst über ihr Geschlecht bestimmen können



Menschen mit uneindeutigem Geschlecht haben das Recht auf Selbstbestimmung und Achtung ihrer Integrität. Das hält der Bundesrat in seiner am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zu einem Bericht der Ethikkommission fest.

Mitglieder von der Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht bei einer Aktion beim Inselspital, am Sonntag 16. August 2009 in Bern. Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht moechte mit ihrer Aktion auf die schwierige Situation von Zwittern oder intersexuellen Menschen aufmerksam machen, deren Geschlecht oft im Kindesalter ohne Einwilligung des oder der Betroffenen operativ festgelegt wird. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Demo gegen Zwangsoperationen vor dem Inselspital in Bern 2009 Bild: KEYSTONE

Jährlich kommen in der Schweiz rund 40 Kinder zur Welt, bei denen nicht klar gesagt werden kann, ob es ein Mädchen oder ein Knabe ist. Daneben gibt es Kinder, deren spätere geschlechtliche Entwicklung zu dieser Unklarheit führt. Früher sind viele Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen rasch nach der Geburt operiert worden, um ihnen ein Geschlecht zuzuweisen. Meist wurden sie zu Mädchen operiert.

Aus heutiger Sicht verstiessen solche frühen, vermeidbaren Eingriffe gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit, hält der Bundesrat fest. Sie hätten in vielen Fällen Leid verursacht. Wenn immer möglich müsse mit irreversiblen Behandlungen zugewartet werden, bis das Kind alt genug sei und selbst darüber entscheiden könne.

Geschlechtseintrag unbürokratisch ändern

Die Ethikkommission hatte dafür plädiert, dass Betroffene den Eintrag des Geschlechts in Urkunden unbürokratisch ändern können. Ausschlaggebend für die Beurteilung des Geschlechts solle die «nachvollziehbare Selbsteinschätzung» sein, die Merkmale des Geschlechts seien zweitrangig. Die Einführung einer dritten Geschlechtskategorie, wie sie etwa Australien kennt, lehnte die Ethikkommission ab.

Dagegen teilt der Bundesrat die Einschätzung der NEK, dass der offene, nicht diskriminierende Umgang mit Menschen uneindeutigen Geschlechts eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist. Künftig solle diesem Thema in der Rechtsetzung vermehrt Beachtung geschenkt werden, hält er fest.

Eine wichtige Rolle spielten zudem die erhöhte Sensibilität in der breiten Öffentlichkeit und die Anstrengungen der Medizin, bei der Betreuung und Behandlung von Betroffenen deren Selbstbestimmungsrecht und die Achtung ihrer körperlichen und psychischen Integrität in den Vordergrund zu stellen. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • unFayemous 06.07.2016 21:41
    Highlight Highlight Finde ich super! Viel zu schnell wird mal einfach geschnipselt und einfach so getan als ob es intersexuelle Menschen nicht gäbe, dabei ist das gar nicht so unüblich (habe mal gelesen 1 von 2000 hat irgend eine Form von Intersexualität).
  • stan1993 06.07.2016 12:58
    Highlight Highlight Teile und herrsche
    • Fabio74 06.07.2016 16:37
      Highlight Highlight was soll das heissen zu diesem Artikel?

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