Schweiz
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Nationalrat Ignazio Cassis, FDP-TI, links, unterhaelt sich mit seinem Ratskollegen Walter Mueller, FDP-SG, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 15. Juni 2017, in Bern. (KEYSTONE/ Peter Schneider)

Cassis spricht sich für eine Cannabis-Legalisierung aus – wie eine zunehmende Zahl anderer bürgerlicher Politiker auch. Bild: KEYSTONE

«Ja, ich habe gekifft»: Cassis will Cannabis legalisieren – diese Bürgerlichen ziehen mit

Viele Politiker geben unumwunden zu, schon an einem Joint gezogen zu haben. Und auch politisch ist FDP-Bundesratskandidat Ignazio Cassis mit seinem Kampf für eine Cannabis-Legalisierung kein Exot mehr im bürgerlichen Lager. Welche SVP- und FDP-Parlamentarier sich ebenfalls für straffreies Kiffen stark machen.



Da jubeln Kifferfreunde: Ignazio Cassis, Fraktionschef der FDP, ist auf dem besten Weg Bundesrat zu werden. Der Tessiner Arzt machte sich als Verfechter einer liberalen Drogenpolitik einen Namen. Bereits in den 90er-Jahren empfahl er als Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen, Cannabis zu legalisieren. 2007 kämpfte er an vorderster Front für ein Ja zur Hanf-Initiative – allerdings vergebens. 

«Habe keine Differenz zur Zigarette gespürt.»

Ignazio Cassis über seine Kiffererfahrung

Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» bekräftigt Cassis, dass er die neue Legalisierungs-Initiative befürworte, für die demnächst Unterschriften gesammelt werden sollen. Die Frage des Journalisten, ob er je gekifft habe, beantwortet er ohne Umschweife mit «Ja.» Allerdings habe es sich nicht um einen intensiven Konsum gehandelt. Er habe einfach «probiert und keine Differenz zur Zigarette gespürt».

Mit seinem Kiffergeständnis ist Cassis auf dem politischen Parkett in guter Gesellschaft. Schliesslich haben selbst die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton eingeräumt, schon einmal an einem Joint gezogen zu haben. Wobei letzterer darauf besteht, «nicht inhaliert» zu haben.

Und auch mit seiner Haltung zur Cannabis-Legalisierung ist Ignazio Cassis nicht allein. Immer mehr Politiker im Bundeshaus liebäugeln mit einer Liberalisierung der Drogenpolitik – auch im bürgerlichen Lager.

Zwar sind Legalisierungsbefürworter in der FDP weiterhin in der Minderheit – diese lässt sich jedoch sehen: Neben Cassis gehören etwa auch die Zürcher Hans-Peter Portmann, Doris Fiala und Regine Sauter dazu. Sie beantworteten die entsprechende Frage in der Wahlhilfe Smartvote vor den letzten eidgenössischen Wahlen mit «Ja». Dasselbe gilt für die Bernerin Christa Markwalder, den Solothurner Kurt Fluri, den Waadtländer Fathi Derder sowie die Ständeräte Andrea Caroni (AR) und Ruedi Noser (ZH).

Diese bürgerlichen Politiker finden: «Legalize it!»

Und selbst in der SVP, die in Drogenfragen traditionell eine harte Linie fährt, gibt es sie, die Befürworter des straffreien Kiffens: So haben Natalie Rickli und Lukas Reimann in der Vergangenheit bereits eingeräumt, selber schon Cannabis konsumiert zu haben. Beide geben auf Smartvote an, eine Legalisierung «eher» zu befürworten. Auf denselben Button drückten unter anderem auch ihre Parteikollegen Alfred Heer, Gregor Rutz und Barbara Steinemann.

Natalie Rickli bekräftigte ihre Haltung unlängst auch auf Twitter: Alle Drogen freizugeben, sei zwar ein No-Go, zwitscherte sie in die Richtung von SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Aber: «Bei der Cannabis-Legalisierung finden wir uns.»

Gar mit einem beherzten «Ja» antworteten zwei weitere Vertreter der Schweizerischen Volkspartei: die Zürcher Claudio Zanetti und Hans-Ueli Vogt.

Konkret werden dürfte das Thema im Bundeshaus nächstmals, falls die Legalisierungs-Initiative des Vereins «Legalize it» zustande kommt. Der Text liegt derzeit bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung. Auch über einen Vorstoss der Grünen für ein Hanfgesetz wird sich das Parlament in absehbarer Zeit beugen. Der Partei plant unter anderem, die Schweizer Bauern ins Boot zu holen, indem diese Lizenzen für den Hanf-Anbau erhalten sollen.

Erkennst du einen diesen Typen wieder?

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Video: watson/Lya Saxer, Emily Engkent, Angelina Graf

Chronologie der Schweizer Drogenpolitik 

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    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 14.07.2017 01:04
    Highlight Highlight ich habe auch schon gekifft. UND inhaliert.
    ok. mag den bekifften zustand nicht. ebensowenig den alkoholiiserten zustand.
    das kiffen jetzt euphorisch als ungefährlich darstellen ist eher naiv.
    wobei, so lange getränkefahrzeuge, konkret: biertransporter, mit DURSTLÖSCHER angeschrieben legal durch die stadt fahren, MUSS cannabis legalisiert werden. aus gründen der rechtsgleichheit.
  • Trump's verschwiegener Sohn 13.07.2017 23:10
    Highlight Highlight Und von was für einem Zeitrahmen redet man hier im besten Fall für eine Legalisierung wenn er im September tatsächlich gewählt wird und gleich in der ersten Session loslegt? Oder ist das nur ein PR-Gag von ihm weil mit so einem hippen Thema gut auf sich aufmerksam gemacht werden kann in der heutigen Zeit? Der coole neue aus dem Tessin...
  • Skeletor82 13.07.2017 19:28
    Highlight Highlight Schaut Euch Las Vegas an! Und viele andere US-Bundesstaaten. Die wissen wie es geht und die Haushaltskassen werden prall gefüllt.
    • LeChef 13.07.2017 19:43
      Highlight Highlight *Nevada
  • Ökonometriker 13.07.2017 16:12
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, warum man nicht alle Drogen legalisiert und die Abgabe überwacht und besteuert. Will man unbedingt Terroristen und kriminelle Organisationen finanzieren?
    • spiritK4 13.07.2017 17:11
      Highlight Highlight Weil es der Polizei sonst noch langweiliger wird.
    • Raembe 13.07.2017 17:46
      Highlight Highlight Ein Verbot ist auch immer irgendwo eine Hemmschwelle, bei harten Drogen soll diese auch bleiben.
    • Makatitom 13.07.2017 17:46
      Highlight Highlight Langweiliger würde es denen nicht, aber sie würden auf die richtig grossen Verbrecher angesetzt, die am Zürcher Paradeplatz, in Meilen, Freienbach, Herrliberg oder Sigriswil ansässig sind.
      Jetzt kannst du mal raten, wieso die $SVP so vehement dagegen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Abdul der Klappstuhl 13.07.2017 15:30
    Highlight Highlight Legalisiert doch einfach. Gekifft wird so oder so, ob legal oder illegal. Otto Normalverbraucher zu kriminalisieren bringt nicht mehr Geld, als das Grüne Gold endlich zu regulieren und zu versteueren.
  • El Vals del Obrero 13.07.2017 14:48
    Highlight Highlight Eigentlich müssten SVP und FDP wirklich dafür sein, wenn sie ihr Parteiprogramm ernst nehmen:

    - Schweizer Bauern profitieren
    - Ausländischen Kriminellen wird ein Geschäft entzogen
    - Freiheit der mündigen Bürger (oder wie man das im SVP-Jargon nennt) wird erhöht
    - Marktverzerrende unliberale Regelungen werden gemindert
    • El Vals del Obrero 13.07.2017 22:22
      Highlight Highlight @Peter: Wenn diese Überzeugung nun dazu führt, dass alle SVP-Wähler bei einer allfälligen Initiave oder Referendum, nur um der SP eins auszuwischen, für die Legalisierung stimmen, soll's mir recht sein :)
  • Makatitom 13.07.2017 14:46
    Highlight Highlight Santésuisse rechnet im nächsten Jahr mit einer Erhöhung der KK-Prämien um 4 bis 5 Prozent. Wenn dieser KK-Lobbyist Bundesrat wird, werden es wohl eher 10 bis 12 Prozent. So ein Bundesrat ist nämlich teuer
  • Radesch 13.07.2017 14:14
    Highlight Highlight Na endlich, hoffentlich wird das bald legal. Man stelle sich die Steuereinnahmen vor.

    Die Mehreinnahmen würden der AHV sicherlich gut tun.
    • CASSIO 14.07.2017 06:04
      Highlight Highlight ahv? gesundheitswesen!
    • Radesch 14.07.2017 08:01
      Highlight Highlight Ist mir eigentlich egal; hauptsache man verpasst nicht die Chance auf Steuereinnahmen wegen pseudo-moralischen Gründen.

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