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Tariq Ramadan Bild: KEYSTONE

Anzeige gegen Tariq Ramadan wegen Vergewaltigung in Genf

Bei der Genfer Staatsanwaltschaft ist eine Strafanzeige wegen Vergewaltigung gegen den Islamforscher Tariq Ramadan eingereicht worden. Die Straftat liegt zehn Jahre zurück. Ramadan ist in Frankreich inhaftiert.

13.04.18, 18:49 13.04.18, 21:00

Zur Straftat sei es 2008 gekommen, und die Vorwürfe seien nicht verjährt, sagte Romain Jordan, Anwalt der Klägerin, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er bestätigt damit einen Bericht der Zeitung «Tribune de Genève».

Seine Mandantin beschuldige Ramadan der Freiheitsberaubung, der sexuellen Nötigung sowie der Vergewaltigung mit dem erschwerenden Umstand, wonach der Täter grausam gehandelt haben soll. Zur Straftat soll es in einem Genfer Hotel gekommen sein.

Der Genfer Anwalt von Tariq Ramadan sagte am Freitagabend gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS, dass er keine Kenntnis habe von der Strafanzeige.

Auch in Frankreich haben drei Frauen den Islamforscher der Vergewaltigung beschuldigt. Seit der Festnahme durch die französischen Strafverfolgungsbehörden Anfang Februar sitzt Ramadan in Haft, wobei sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechtert haben soll, wie seine Familie diese Woche mitteilte.

Ramadan bestreitet bisher sämtliche Vorwürfe. Seit den Strafverfahren ist er von der Universität Oxford beurlaubt worden. Vor der Klage wegen Vergewaltigung haben mehrere ehemalige Schülerinnen in den Genfer Medien angegeben, von Tariq Ramadan sexuell bedrängt worden zu sein.

Externe Untersuchung zu Schülerinnen

Die Genfer Regierung gab Ende März eine externe Untersuchung in Auftrag, um diese Vorwürfe zu prüfen. Ramadan ist in der Schweiz geboren, seine Vorfahren stammen aus Ägypten. Sein Grossvater war Hassan al-Banna, der Gründer der konservativen Muslimbruderschaft.

Kritiker werfen Ramadan vor, für eine besonders konservative und politische Auslegung des Islam einzutreten. Er selbst weist aber jede Nähe zu extremistischen Strömungen im Islam zurück. Die USA hatten ihm zwischen 2004 und 2010 aus politischen Gründen ein Einreiseverbot erteilt. (sda)

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Video: srf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mutzli 13.04.2018 20:11
    Highlight Gut zu hören und hoffe das damit Licht in die Geschichte kommt. Hoffe auch sehr, dass die Anklägerinnen wirklich ernst genommen werden und vielleicht für einmal in so einem Prozess nicht durch den Schmutz gezogen werden.
    24 4 Melden
    • Saraina 13.04.2018 21:18
      Highlight Licht in welche Geschichte? Wie kann man jemanden ernst nehmen, der erst mal 10 Jahre wartet um Anzeige zu machen, bei einem Verbrechen, das eigentlich nur durch sofortiges Sichern von Beweisen wirklich nachzuweisen ist?
      Wie willst du eine mutmassliche Vergewaltigung beweisen, die 10 Jahre zurückliegt?
      6 28 Melden
    • hävi der 3. 13.04.2018 22:37
      Highlight Sein Bruder findet überigens die körperliche Züchtigung von Frauen in Ordnung.
      Er arbeitete in Genf als Lehrer!

      Solche Leute sind es doch, die unsere freie Gesellschaft für Ihre üblen Machenschaften missbrauchen.

      Ich hoffe, dass der Kerl gar nicht erst in die Schweiz zurückkehrt.
      30 7 Melden
    • Saraina 14.04.2018 07:10
      Highlight Es stimmt nicht, dass Hani Ramadan als Lehrer arbeitet. Er wurde 2003 entlassen. Zwar hat er die Kündigung angefochten und es mussten ihm Löhne nachbezahlt werden, aber die Lehrerlaubnis hat er verloren.
      4 3 Melden
    • Maracuja 14.04.2018 11:05
      Highlight @Saraina: Wie kann man jemanden ernst nehmen, der erst mal 10 Jahre wartet.

      Abstrahieren Sie mal von diesem konkreten Fall und überlegen, ob es wirklich so unvorstellbar ist, dass es Vergewaltigungsopfer gibt, die vom Täter dermassen eingeschüchtert werden, dass sie jahrelang schweigen und sich erst zu einer Anzeige entschliessen, wenn sich bereits andere Opfer gemeldet haben? Selbstverständlich wird eine Strafverfolgung dann äusserst schwierig. Für Ramadan gilt wie für alle Angeschuldigten die Unschuldsvermutung, aber die Behörden haben die Pflicht, die Anzeigen Ernst zu nehmen.
      6 3 Melden
    • Walser 14.04.2018 13:39
      Highlight Richtig hävi, und noch dazu die entsprechendenParteien und die Softieabteilung im Schweizer Parlament die dafür sorgen dass solche Leute möglichst lange unangetastet bleiben. Nur dass man ja nicht als islamophob gilt.
      4 2 Melden
    • Saraina 14.04.2018 18:22
      Highlight Ich kann nur sagen, mit jedem Tag an dem diese #metoo Geschichte weitere Kreise zieht, steigt meine Achtung für Frau Spiess-Hegglin.

      Natürlich kann ich mir vorstellen, dass 4! Frauen derart eingeschüchtert waren, dass sie erst nach Jahren Anzeige erstatten. Auch dass die Anzeigen ernst genommen werden müssen ist klar. Nur wird es schlicht unmöglich sein, nach all der Zeit zu einem Schuldspruch zu kommen, also wird der Ruch politischer Intrige haften bleiben. Die kann ich mir eben auch vorstellen, und ich dürfte damit nicht allein sein.
      4 3 Melden
    • hävi der 3. 14.04.2018 18:57
      Highlight Saraina

      Gut möglich aber, dass sie sich hier für einen brutalen Vergewaltiger und Frauenverachter stark machen.
      Seinen Bruder, der ja die Züchtigung von Frauen öffentlich "versteht", waren sie sich jedenfalls nicht zu schade, hier zu supporten.
      3 1 Melden
    • Saraina 15.04.2018 09:37
      Highlight Weder mache ich mich für Tariq Ramadan stark, noch supporte ich seinen Bruder, den ich ätzend finde. Ich habe lediglich klarg stellt, dass es nicht stimmt, dass Hani Ramadan als Lehrer arbeitet, und bringe zum Ausdruck, dass Anklagen wegen Vergewaltigung nach 10 Jahren wenig Aussicht haben.

      Falls du also für deine wilden Behaupungen irgend welche Belege hast, bring sie doch einfach.
      3 3 Melden
    • hävi der 3. 15.04.2018 15:58
      Highlight Ich habe geschrieben: "arbeitete" als Lehrer, und nicht "arbeitet" als Lehrer.
      Dein Einwand ist also so oder so überflüssig.

      Ich habe überigens schon früher Hanni Ramandan kritisiert wegen der Geschichte mit dem Auspeitschen von Frauen, worauf du dich sofort hinter diesen Typen stelltest.
      Aber ich nehme es nat. gerne zur Kenntnis, wenn du Kritik an den Ramadans übst. Insbesondere da sie nicht sehr Frauenfreundlich zu sein scheinen.
      3 2 Melden
    • Saraina 15.04.2018 20:38
      Highlight Sorry, Hävi. Da habe ich falsch gelesen. Nie habe ich mich hinter Hani Ramadan gestellt. Meines Wissens ging es damals darum, dass du umbedingt von mir wolltest, dass ich mich von der Scharia distanziere. Warum ist mir unklar. Weder vertrete ich diese, noch bin ich dafür verantwortlich.

      Mir stinken einfach die teils tendentiösen und kruden Argumente hier. Hassprediger nerven mich generell, auch wenn es keine Muslime sind.
      1 1 Melden

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