Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Mutter stillte ihren siebenjährigen Sohn doch nicht – sagt das Zürcher Obergericht

19.10.17, 23:30 20.10.17, 07:31


Der Fall einer Mutter, die ihrem siebenjährigen Kind regelmässig die Brust gegeben haben soll, hatte hohe Wellen geworfen. Doch vom Fall bleibt – ausser Medienberichten – nichts übrig. Nachdem die Mutter bereits vom Bezirksgericht freigesprochen wurde, hat nun das Zürcher Obergericht nachträglich auch einen Strafbefehl gegen den Vater aufgehoben.

Die Zürcher Justiz war vom Vater auf den Plan gerufen worden: Er hatte in einem Trennungs- und Scheidungskampf gegen seine damalige Frau eine Anzeige erstattet, worauf die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen «mehrfacher Schändung» ermittelte.

Dabei geriet die Mutter wegen der Anschuldigung sexueller Übergriffe ins Visier der Strafverfolgungsbehörden – sie wurde vom zuständigen Bezirksgericht im Januar 2017 aber von den Vorwürfen rechtskräftig freigesprochen. Die strittigen Handlungen hätten nicht stattgefunden, befand das Gericht.

Der Vater war vor diesem Urteilsspruch von der Staatsanwaltschaft schon mittels Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden: Ihm wurde Gehilfenschaft zur Last gelegt, weil er die von ihm angezeigten Handlungen nicht unterbunden hatte und nicht eingeschritten war.

Ohne Täter auch kein Gehilfe

Auf ein Revisionsgesuch des Vaters hat das Zürcher Obergericht diesen rechtskräftigen Strafbefehl nun wieder aufgehoben: Denn ohne Tat könne der Mann keine Hilfe geleistet haben, schreibt das Obergericht in seinem Urteil. Mit dem Freispruch der Ehefrau sei auch die Grundlage für eine Verurteilung des Mannes entzogen worden.

Wegen der «gehässigen» Medienberichterstattung hatte der Vater zudem eine Genugtuung von 2000 Franken gefordert. Der Mann habe zwar «nicht mit einem derart grossen medialen Interesse an der Frage der moralisch und strafrechtlich noch vertretbaren Dauer des Stillens rechnen mögen», hält das Obergericht fest. Doch habe dieser das Verfahren mit seiner Anzeige selber ins Rollen gebracht. Damit liege auch eine gewisse Einwilligung vor, dass das Verfahren publik werde.

Allerdings sei der Mann durch einige Berichte für Personen aus seinem Umfeld identifizierbar geworden, was einen «nicht unerheblichen Eingriff in die Persönlichkeit darstellt». Eine Genugtuung von 1000 Franken sei für diese erlittene Unbill angemessen, hält das Obergericht fest.

Ein Verfahren wegen falscher Anschuldigung hat die Staatsanwaltschaft nicht eingeleitet. Ein hinreichender Verdacht sei nicht gegeben. Der Fall ist damit strafrechtlich abgeschlossen, wie es bei der zuständigen Staatsanwaltschaft auf Anfrage heisst. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Video des Tages: «Auf Tinder sind alle so: Ja. Nö. Nei. Geil, Titten!»

Video: watson/Gregor Stäheli, Emily Engkent

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ujay 20.10.2017 06:17
    Highlight Wie kann die Staatsanwaltschaft überhaupt auf solch einen Schwachsinn eingehen?! Wenn schon, muss als Konsequenz der Kläger wegen Verleumdung verurteilt werden.
    11 3 Melden

Er bohrte und schliff ohne Ausbildung: Falscher Bieler Zahnarzt muss hinter Gitter

Ein als «falscher Zahnarzt von Biel» bekannt gewordener Zahntechniker ist vor Bundesgericht mit seiner Beschwerde abgeblitzt. Der Mann war jahrelang ohne Bewilligung zahnärztlich tätig – zum Schaden von Patienten.

2016 wurde er in erster Instanz zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren verurteilt und mit einem Berufsverbot von 5 Jahren belegt. Patienten hatten im Gerichtssaal teilweise unter Tränen von ihren Leiden berichtet. Der Zahntechniker soll unter anderem unnötigerweise Zähne …

Artikel lesen