Schweiz
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Sicht in den Nationalratssaal mit der Bundesversammlung waehrend den Bundesratswahlen am Mittwoch, 9. Dezember 2015, in Bern. (KEYSTONE/POOL/Peter Schneider)

Lobbying ist gut. Einen Vertreter im Parlament zu haben, ist besser: Die NZZ hat die aktuellsten Interessenbindungen der Bundesparlamentarier ausgewertet. 
Bild: KEYSTONE

Keine Lobby verteilt im Parlament so viele Ämtlis wie die Hilfswerke und Nonprofits

14.03.16, 04:29 14.03.16, 05:57


Nicht die Banken, nicht die Pharmaindustrie und auch nicht die Bauern, nein, die Hilfswerke und Nonprofitorganisationen verschaffen den Parlamentarierinnen und Parlamentariern am meisten Posten. Das berichtet die «Neue Zürcher Zeitung», die am Montag die jüngste Auswertung der Interessenbindungen in National- und Ständerat publizierte. 119 Parlamentarier haben laut der Zeitung ein Mandat aus dieser Branche angegeben. Mehr hat keine andere Branche.

Wie die NZZ auswertete

Die NZZ nahm die Liste der Interessenbindungen (Nationalrat/Ständerat) von Anfang Februar und klassifizierte die Mandate der Parlamentarier nach Branchen. Die Einteilung nahm die Inlandredaktion selbst vor und orientierte sich dabei an den Kategorien des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Es wäre natürlich Unsinn zu behaupten, dass die Hilfswerke und Nonprofitorganisationen damit auch den grössten Einfluss hätten. Zwar gelingt es den Organisationen dank ihrer Interessenvertreter immer mal wieder, ein Anliegen in den politischen Prozess einzuspeisen. Hilfswerks-Mandate sind aber etwa bei SP-Parlamentariern besonders häufig (42 Parlamentarier teilen sich 82 Nonprofit-Mandate), die es schwerer haben, im Parlament eine Mehrheit zu finden.

Besser beraten sind die profitorientierten Branchen – also der grosse Rest der 1671 Organisationen, die einen Interessenvertreter haben –, sich auf die bürgerliche Seite zu konzentrieren. Das ist angesichts ihrer Mehrheit erfolgsversprechender. Und das scheinen sie auch zu tun: Industrie- und Energiebetriebe haben beispielsweise laut NZZ 169 Mandate an 89 Parlamentarier vergeben – 80 Prozent an SVP-, FDP- und CVP-Leute. Die Pharmabranche ist ebenfalls gut vernetzt.

Was laut der NZZ weiter auffällt:

Spitzenreiter unter den Mandatejägern ist der Solothurner Stadtpräsident und FDP-Nationalrat Kurt Fluri, der 31 Interessenbindungen angibt. Mit 29 Mandaten folgt der Freiburger SP-Nationalrat François Steiert. Wie viel die Milizparlamentarier mit ihren Posten verdienen, ist nicht bekannt. Es gibt dafür keine Offenlegungspflicht.

Wer die Interessenvertreter selbst erkunden will, kann dies dank der interaktiven Grafik der NZZ tun.

Wenn sich Lobbyisten freuen, dass sie nicht gemeint sind...

(trs)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Linus Luchs 14.03.2016 09:58
    Highlight Es gibt NPO in den Bereichen Gesundheit, Entwicklungshilfe, Menschenrechte, Natur, Kultur und in anderen Sparten. Alle in einen Topf zu schmeissen, während die Wirtschaftsunternehmen in X Branchen aufgeteilt werden, und dann zu behaupten, die NPO würden am meisten lobbyieren, das ist lächerlich.

    Man muss auch Folgendes wissen: Viele Politikerinnen und Politiker haben sehr gerne ein Mandat in einer gemeinnützigen Organisation, um ihr Image zu pflegen. Geleistet wird dann aber kaum etwas für die NPO. Keine Lust, keine Zeit. Es geht nur um die Visitenkarte. Ich schreibe aus leidiger Erfahrung.
    10 2 Melden
  • Matthias Studer 14.03.2016 09:51
    Highlight Mal angenommen, hat für Krebsliga ein interesse das die KK günstiger wird?
    4 1 Melden
  • Spooky 14.03.2016 05:11
    Highlight Abgesehen von der Prostitution sind die Hilfswerke jene Branche, wo man am Schnellsten viel Geld verdient.
    17 17 Melden
    • Wilhelm Dingo 14.03.2016 08:36
      Highlight Wie kommst Du da drauf
      14 3 Melden
    • phreko 14.03.2016 15:03
      Highlight Offensichtlich nicht ganz ernst gemeint...
      0 3 Melden
    • Spooky 14.03.2016 18:54
      Highlight "Wie kommst Du da drauf"

      Mein Statement ist klar genug.
      0 1 Melden
    • retofit 28.09.2016 16:50
      Highlight DIE Ausrede von Schweizers, um nicht zu spenden. Danach kommt gleich: "Die brauchen ja das meiste für sich selbst". Ich möchte lieber Zahlen sehen, zum Beispiel von "médecins sans frontières". Der Verdienst dieser Helfer besteht bestenfalls in einem Lächeln oder gesundeten Kinderaugen, immer öfter aber auch im Tod durch amerikanische oder russische Bomben.
      0 1 Melden
    • Spooky 28.09.2016 19:47
      Highlight @retofit

      "Ich möchte lieber Zahlen sehen..."

      Du kannst gerade so gut den Vatikan auffordern, seine Buchhaltung zu veröffentlichen.
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    • retofit 28.09.2016 20:25
      Highlight Dem ist nicht so...Du kannst alle zahlen von "médecins..." problemlos abrufen. Aber da DU derjenige bist, der Behauptungen aufstellt, bist eigentlich DU in der Pflicht.
      0 1 Melden
    • Spooky 29.09.2016 01:09
      Highlight Hallo retofit,
      Den Zahlen von Hilfswerken ist nicht zu trauen. Und den Zahlen von "médecins sans problèmes" (oder wie heissen die Typen schon wieder) schon grad gar nicht.
      1 0 Melden

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