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Martina Hingis verabschiedet sich zum dritten Mal von der grossen Tennisbühne. Dieses Mal wohl definitiv. Bild: AP/AP

Martina Hingis tritt zurück: «Es ist der richtige Zeitpunkt für mich»

Martina Hingis beendet ihre Karriere. Für die 37-jährige Ostschweizerin sind die WTA-Finals in Singapur das letzte Turnier auf der WTA-Tour.

26.10.17, 14:33 26.10.17, 17:38

23 Jahre nach ihrem ersten Auftritt auf der WTA-Tour in Zürich erklärte Hingis in Singapur ihren Rücktritt. Zweimal hatte sie sich vom Tennis-Zirkus temporär verabschiedet, ein erstes Mal verletzungsbedingt Ende 2002 und ein zweites Mal nach einer positiven Dopingprobe im November 2007. In der letzten Phase ihrer Karriere, die im März 2013 begonnen hatte, widmete sie sich fast ausschliesslich dem Doppel und Mixed. Und dies mit grossartigem Erfolg.

Die Karriere von Martina Hingis

In den letzten gut dreieinhalb Jahren gewann Hingis 27 Titel im Doppel und 5 im Mixed, darunter 10 bei Grand-Slam-Turnieren. Sie erweiterte ihre Sammlung an Major-Titeln auf 25. Nur neun Spielerinnen waren in der Tennis-Geschichte bei den wichtigsten Turnieren erfolgreicher als die in Kosice geborene Schweizerin. Im Einzel brillierte sie vor allem zwischen 1997 und 1999. Während dieser Zeit gewann sie dreimal das Australian Open und je einmal Wimbledon und das US Open.

«Es ist der richtige Zeitpunkt für mich», begründete Hingis ihren Entscheid. «Es ist besser, auf dem Höhepunkt aufzuhören und ich kann ja sagen, ich hatte eine sehr gute Zeit. Die Erfolge, die ich in den letzten drei Jahren hatte, waren super und es wird sowieso schwierig, dies zu toppen. Und auch meine Prioritäten ändern sich natürlich.»

Eine der bittersten Niederlagen: Martina Hingis verliert gegen Steffi Graf im French-Open-Final die Nerven, die Manieren und das Spiel Bild: AP

Die jüngste Nummer 1 der Welt

1997 wurde Hingis mit 16 Jahren und 3 Monaten die jüngste Nummer 1 der Welt. 209 Wochen war sie an der Spitze der Einzel-Weltrangliste, im Doppel ist sie zusammen mit ihrer letzten Partnerin Chan Yung-Jan derzeit an der WTA-Spitze. Nachdem sie 2015 und 2016 mit der Inderin Sania Mirza überaus erfolgreich gewesen war, knüpfte sie mit der Taiwanesin Chan 2017 an diese Erfolge an. Im Mixed siegte sie in dieser Saison zusammen mit Jamie Murray in Wimbledon und beim US Open.

Juli 1997: Martina Hingis gewinnt erstmals Wimbledon. Bild: AP

Hingis genoss den etwas weniger stressigen Alltag als Doppel-Spielerin. Ihr Ehrgeiz war allerdings immer intakt. Sie zögerte nicht, die Partnerin zu wechseln, wenn sich der Erfolg nicht einstellte. Nach der Trennung von Mirza hatte sie es zunächst mit der Amerikanerin Coco Vandeweghe an ihrer Seite versucht. Als die Siege rar wurden, tat sie sich Mitte Februar mit Chan zusammen.

Nun tritt Hingis als Weltranglisten-Erste im Doppel ab. Gedanken über den richtigen Moment für den endgültigen Abgang hatte sie sich schon seit mehreren Monaten gemacht. Nach dem US Open gab sie zu verstehen, dass es unter Umständen ihre letzte Saison auf der Tour sein könnte. Noch bevor sie nach Singapur reiste, war ihr Entscheid gefallen, nach den WTA-Finals das Racket an den Nagel zu hängen. (fox/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • azoui 26.10.2017 19:24
    Highlight @watson, macht dieses "neuste leserkomentare " zeug weg - bitte
    13 0 Melden
    • Angelo C. 26.10.2017 21:38
      Highlight Schliesse mich an, total nervig - und somit völlig verzichtbar 🤓!

      Nicht alle Innovationen sind tatsächlich ein Fortschritt und gelungen...
      6 0 Melden
    • Sapere Aude 27.10.2017 01:49
      Highlight Dann lieber ein drop down Menue wo sich jeder das anzeigen lassen kann, was er möchte.
      2 0 Melden
  • Micha Moser 26.10.2017 16:39
    Highlight Schöned Ende :) Sie hat die letzten Jahre wirklich alles nach belieben gewonnen im Doppel ob nun Mixed oder nicht. Beeindruckend
    24 1 Melden
  • Angelo C. 26.10.2017 16:33
    Highlight Alle Achtung - eine wahrhaft tolle Karriere 👏🏽 !

    Besonders ergiebig erscheinen auch Martinas Grandslam- und Turniersiege der letzten Jahre in Doppel und Mix 😇
    28 1 Melden
  • Fidelius Amadeus Wortzart 26.10.2017 16:00
    Highlight Immer noch unvergesslich, als Martina positiv bei einer Dopingkontrolle auf Kokain getestet wurde und sie uns glauben machen wollte, Person X hätte ihr das Pulver in ein Glas an einer Party angeblich geschüttet 🙄😀😜
    10 21 Melden
    • MacB 26.10.2017 16:44
      Highlight Ich habe ihr stets geglaubt. ALs Spitzensportlerin wäre es sehr naiv gewesen, zu glauben, ein Kokainkonsum kommt nicht ans Licht.

      Zudem hätte ihr Kokain sicherlich in keinster Weise geholfen, besser zu spielen oder Siege einzufahren, die sie ohne Kokain nicht geholt hätte.

      Frag mal jeden, der schon mal Opfer von K.O.-Tropfen wurde. Es ist so einfach, jemandem was ins Glas zu leeren und Neider gab es bei der erfolgreichen Hingis sicher genug.

      Ich ziehe den Hut vor ihrer Karriere und gönne ihr den Erfolg im Karriereherbst sehr, als Schweizerin wurde sie oft nicht akzeptiert.
      23 2 Melden
    • Pana 26.10.2017 17:07
      Highlight Es ist gut möglich. Und auch wenn nicht.. Hatte sie halt ein bisschen zu viel Party gemacht. Good for her :P Hat ihr im nachhinein gesehen ja nicht wirklich geschadet. Ihre zweite Karrierehälfte war entspannter und mehr Spass orientiert. Und trotzdem, oder gerade deshalb, nochmals so erfolgreich.

      17 1 Melden

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(sda)

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