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Isabelle Eberhardt (1877–1904). bild: wikimedia

Isabelle Eberhardt, die Schweizerin, die als Mann durch die Wüsten Nordafrikas zog

Nur 27 Jahre alt ist diese faszinierende Frau geworden, die sich in toten Landschaften stets am lebendigsten fühlte.

29.04.18, 17:34 01.05.18, 11:15
«Jedes Kind, gleich welchen Geschlechts, soll für ein Leben sowohl geistiger wie körperlicher Arbeit erzogen werden, damit alle gleichermassen zu ganzen Menschen werden.»

Michail Bakunin (1814–1876), russischer Anarchist

Unter diesem anarchistischen Diktat wächst das Mädchen auf, in dessen Genfer Geburtsschein steht: «Fille naturelle» von Nathalie Eberhardt – die etwas nettere französische Bezeichnung für eine uneheliche Tochter. Isabelle bekommt nicht den Familiennamen de Moerder, ihr muss der Mädchenname ihrer Mutter genügen. Denn Madame de Moerder hat an diesem 17. Februar 1877 zum zweiten Mal ein Kind zur Welt gebracht, das sie mit ihrem Hauslehrer Alexander Trofimowski gezeugt hat.

Fünf Jahre zuvor ist er gemeinsam mit Mme. de Moerder und ihren ehelichen Kindern aus Russland in die Schweiz gereist, in das Land, das mit seinen Seen, Wäldern und Gletschern belebend und kräftigend auf Madames schwaches Nervensystem wirken sollte. Ihr Gatte, der greise General de Moerder, verblieb in Moskau und kam für die Kosten der Familie auf – bis er 1873 starb.

Mme. de Moerder und der Hauslehrer Trofimowski waren schon lange ein heimliches Liebespaar. Schon damals in Russland. Er war gebildet und beherrschte acht Sprachen fliessend. Ein breiter Mann aus armenischen Wurzeln gewachsen, mit einem echten Tolstoi-Gesicht und den Kopf voll ananarchistischer Ideen.

Michail Bakunin (1814–1876) war ein bedeutender russischer Anarchist und befreundet mit Trofimowski. Seine Ideen sollten auch auf Isabelle einen prägenden Einfluss haben.  bild: wikimedia

Sie war eine unzufriedene Frau aus einer alten preussischen Adelsfamilie, die seit Katharina der Grossen die höchsten Beamten am Zarenhof stellte. Mit jeder Geburt fühlte sie sich noch ein bisschen unglücklicher, und so begann das anarchistische Gedankengut auch bald in ihr zu gären. Sie wollte sich nicht mehr länger ausbeuten lassen von ihren Kindern und ihrem alten Gatten. Die Anarchisten zerstörten all die traditionellen Wertvorstellungen, sie erfüllten die Pflichten für ihr Vaterland nicht mehr, für dieses rückständige Monstrum mit einem Zaren an der Spitze, der sich noch immer Leibeigene hielt. Sie wollten diese alte, beengte Welt zerstören und auf den Trümmern den Tanz der individuellen Freiheit tanzen.

Doch als der Terror Zar Alexanders II. über all die Tänzer zu rollen begann, mussten viele aus dem Land fliehen. Die Revolution sollte erst rund fünfzig Jahre später kommen. Bald schon wird Lenin in einer Genfer Bibliothek sitzen und daran arbeiten, «Europa in Brand zu stecken».

Genf und Mont Blanc. bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Doch als Isabelle Eberhardt 1877 zur Welt kommt, ist der revolutionäre Geist Trofimowskis bereits erloschen. Er kultiviert fortan den Garten – und nicht mehr die Gesellschaft. Dafür kauft er für sich und die Familie eine Villa in der Gegend von Meyrin, fünf Kilometer westlich von Genf, wo er in seinen Treibhäusern seltene Orchideen und Kakteen züchtet. 

Hier wächst Isabelle auf, gemieden von ihren älteren Halbgeschwistern, die trotz Vertuschungsversuchen genau wissen, dass sie die Tochter Trofimowskis ist. Sie ist die Frucht des gehassten Hauslehrers, die zu Fleisch gewordene Lüge der Mutter. Genauso wie Augustin, das vierte Kind von Mme. de Moerder, das neun Monate nach der Ankunft der Familie in der Schweiz geboren wurde. Das reichte gerade noch, um ihn dem alten Generalsgatten unterzujubeln – Augustin erhielt im Gegensatz zu Isabelle den Familiennamen de Moerder.

Trofimowski will nicht, dass die Kinder etwas von der schädlichen Bürgermentalität annehmen, weshalb er sie zuhause unterrichtet. Augustin und Isabelle sind aufgeweckte Schüler, beide haben sie das Sprachtalent ihres Vaters geerbt, und sprechen neben Französisch und Russisch bald auch Deutsch und Arabisch. 

Isabelle werden die Haare kurz geschnitten, Trofimowski kleidet und erzieht sie wie ein Junge. Die Nachbarn sehen sie oft, wie sie Dinge herumschleppt, die eigentlich viel zu schwer für sie sind.

«Die kleine Isabelle hüpfte wie ein kleines wildes Tier über die Gartenwege. Ungebändigt und ungezügelt tat sie von früh bis spät, was ihr gerade einfiel. Ihre Phantasie kannte keine Grenzen.»

Die Nachbarn 

Und auch als sie dem Erwachsenenalter entgegenwächst, lebt sie vor allem in ihren Tagträumen. Denn Trofimowski verbietet allen fünf Kindern, das Haus zu verlassen, das für sie immer mehr zum Gefängnis wird. 

Isabelle schaut auf die weisse Strasse, die von der Villa wegführt, stundenlang sitzt sie auf ihrem Fensterbrett und beobachtet den weiten Himmel, in den die schneeigen Umrisse des Jura ragen. Sie liest die Romane von Pierre Loti, die voller melancholischer Sehnsucht sind nach dem Orient. Schwermütig träumt sie sich in weit entfernte, sandige Wüsten. 

Mit 18 lässt sie sich im Atelier von Freunden als arabischen Wüstenkavalier mit Burnus fotografieren. Genauso wie sie sein wollte. bild: wikimedia

«Ich war schon als ganz junges Mädchen eine Nomadin in meinen Wunschträumen.»

Isabelle

Mit 16 Jahren liest Isabelle den Koran in Arabisch und beherrscht auch die arabische Schrift. Trofimowski, den sie ihren Grossonkel nennt, erzählt ihr viel von den den Völkern im Kaukasus und den kalmückischen Steppen mit seinen umherziehenden Nomaden. Auch er fühlt sich der orientalischen Kultur mehr zugehörig als der europäischen. 

Und bald hat Isabelle, die nur mit einer Halbidentität auf dieser Welt willkommen geheissen wurde, den fehlenden Teil dazugedichtet: 

«Als Tochter eines muslimischen russischen Vaters und einer christlichen russischen Mutter wurde ich als Moslem geboren.»

Isabelle

Dank dieser Überzeugung wird sie es auch später nie für notwendig halten, zum Islam zu konvertieren. Und vielleicht liegt ihre jetzt aufkommende Besessenheit vom Orient darin begründet, dass sie sich unbedingt die Echtheit dieser Geschichte beweisen wollte. Im Grunde waren die abenteuerlichen Wüstenreisen, die diese Frau noch unternehmen wird, nichts weiter als die aufreibende Suche nach ihrer Herkunft, der Versuch, «das traurige Rätsel ihrer Seele» zu lösen.

Ihre Träumereien bekommen nun ein genaueres Ziel: sie will nach Nordwestafrika – in den Maghreb. Gemeinsam mit ihrem Bruder Augustin will sie dort ein neues Leben beginnen, bei den einfachen Leuten in der algerischen Wüste. 

Ein algerischer Nomade um 1880.  bild: wikimedia

Ihre Halbgeschwister sind bereits von Zuhause geflohen. Nicolas ging zurück nach Russland, Nathalie heiratete einen jungen Studenten und wollte ihr altes, kaputtes Leben in der Villa vergessen. Diesen Ort, an dem sie der tyrannische Hauslehrer Trofimoswki gedemütigt hatte. Wenn sie sich ihm widersetzte, wurde ihr das Essen entzogen. Er zwang sie, Zola zu lesen, den man zu dieser Zeit für einen obszönen Wüstling hielt. Und des Nachts, kam er in ihr Zimmer und versuchte, ihr die Kleider vom Leib zu reissen.

Auch Augustin reisst immer wieder von Zuhause aus. Er betäubt sich mit Alkohol und Opium, während Isabelle allein mit Trofimoski in der Villa verbleibt. Ihre Mutter ist so krank, dass sie im Haus ihres Arztes untergebracht wird. 

Isabelle fühlt sich verlassener denn je. Ihr Bruder ist dabei, ihren gemeinsamen Traum von Afrika zu zerstören. Der charmante junge Mann, dessen Wangenknochen ebenso hoch sind wie die ihren, dieses Wesen, für das sie eine Seelenverwandtschaft empfindet – und das sie vielleicht sogar mehr liebt als nur wie einen Bruder. 

Als er sich der Fremdenlegion anschliesst, diesem Club von Banditen und Verlierern, ist Isabelles Hoffnung auf ein besseres Leben zerstört:

«Ich bin fertig, absolut und völlig am Ende. Für mich ist alles vorbei. Ein Leben ist nun nicht mehr möglich! Warum müsst ihr alle, die ich liebte, so wahnsinnig liebte, warum müsst ihr mich auf diese Weise umbringen?»

Isabelles Bief an Augustin

Die 18-jährige Isabelle sehnt sich in ihrer Verlassenheit nach einem Gott, dem sie ihr namenloses Elend klagen kann. Immerhin erlaubt ihr Trofimowski jetzt, die Villa zu verlassen – allerdings nur in Männerkleidung. Isabelle mischt sich als Matrose verkleidet unter die Leute. 

Auch ein Atelierbild der 18-jährigen Isabelle, hier in der Aufmachung eines Matrosen.  bild: wikimedia

Gefragt, warum sie denn als Mann auftritt, gibt Isabelle zur Antwort: So fiele das Reiten leichter. Ein Korsett hätte sie in ihrer Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt. Doch das Problem war nicht nur pragmatischer Natur

Ihr Vater, der sich nie als solcher zu erkennen gab, zog sie als Junge gross. Die Verkleidung wurde für sie zu einer Bedingung seiner Liebe – und sie wollte von ihm geliebt werden. Er aber anerkannte sie nie als das, was sie war. Und wer war sie überhaupt? Diese dünne, flachbrüstige und schmalhüftige Erscheinung? Diese unehelich gezeugte Person mit dem Mädchennamen ihrer Mutter? Unter den vielen Schichten ihrer arabischen Gewänder verbarg sie ihre Identitätslosigkeit. Ihr für sie und auch für keinen anderen greifbares Ich. 

Jetzt fängt Isabelle an zu schreiben, auch das geschieht unter einem Decknamen, was allerdings für Autoren des 19. Jahrhunderts üblich war, besonders bei Frauen. Ihr erstes Stück «Infernalia» trägt den verstörenden Untertitel «Sepulkrale Sinnlichkeit» und handelt von einem jungen Medizinstudenten, der in der Leichenhalle ein totes Mädchen anstarrt. 

Die Nekrophilie steht als Metapher für die typische Fin-de-Siècle-Stimmung, diese seltsame Mischung aus Lebensgier und Todessehnsucht, doch in Isabelles Fall offenbart die Geschichte auch ihre ganz eigene Obsession mit dem Tod, der stets Teil ihrer Existenz ist.

Umzug nach Algerien

1897 zieht Isabelle mit Trofimowski und ihrer Mutter nach Bône, wo bereits die dritte Generation Franzosen die Stadt zu ihrem Zuhause gemacht hat. Algerien ist Afrikas zweitgrösstes Land, das Numidia der alten Römer, wo im Laufe der Zeit Vandalen, Araber, Spanier und Türken eingefallen sind. Die Araber brachten im 7. Jahrhundert den Islam. 1520 kamen dann die Türken und breiteten ihre dreihundert Jahre währende osmanische Herrschaft über das Land. Die einheimischen Berber wurden erst in die Hochebenen, dann in die Wüstengebiete verdrängt. 

Der Hafen von Bône. bild: vitaminedz

1830 eroberten die Franzosen Algier und nahmen allmählich vom ganzen Land Besitz. Je grösser die inneren Probleme Frankreichs wurden, umso heisser brannte das Bedürfnis, zur alten Grösse zu gelangen, La Grande Nation sollte wieder auferstehen, ganz besonders 1871 – nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg. Die Flüchtlinge aus den verloren gegangenen Gebieten Elsass und Lothringen brachte man in Algerien unter. Ihnen folgten die französischen Siedler, die mit Grundbesitz ins neue Frankreich gelockt wurden, den man vorher den Einheimischen gestohlen hatte.

Grossbritannien gewährte Frankreich freie Hand in Algerien, Tunesien und Marokko, es musste sich aber im Gegenzug von Ägypten fernhalten. Oder wie es Lord Salisbury ausdrückte: 

«Wir haben dem gallischen Gockel eine enorme Sandfläche überlassen. Soll er darin nach Belieben scharren.»

Lord Salisbury, Premier- und Aussenminister Grossbritanniens

Französisch war fortan Amtssprache in Algerien und die Kolonisten tarnten ihre rücksichtslos imperialistische Landnahme mit dem Decknamen «mission civilisatrice». 

Manch ein Algerier schloss sich den Aufständen an, um den Angriff dieser Ungläubigen auf den Islam zu rächen, ein anderer kollaborierte mit den Franzosen, weil er sich davon Vorteile versprach. Und der dritte nahm die Besetzung duldsam als Wille Allahs hin. 

Isabelle schliesst sich bald den Aufständischen an. Sie, die sich als Muslimin fühlt, identifiziert sich schnell mit ihrer Sache. Sie spürt einen «wahren Hass auf die Unterdrückung», wie sie in ihrem Tagebuch schreibt.

Sie kleidet sich jetzt als junger arabischer Student und nennt sich Mahmoud Saadi. Das klassische Arabisch spricht sie bereits, und es geht nicht lange, bis sie auch die Umgangssprache beherrscht.

Isabelle in ihrer arabischen Aufmachung. bild: wikimedia

Doch dann stirbt ihre Mutter und Isabelle wird abermals in den «bodenlosen Abgrund» gerissen. Sie schreit, dass sie mit ihrer Mutter tot sein möchte – und Trofimowski reicht ihr seinen Revolver. 

Isabelle drückt nicht ab. Fortan will sie sich passiv ihrem Schicksal ergeben, sich «auf den geheimnisvollen Wellen des Ozeans des Lebens treiben lassen»:

«Mein schlummernder Fatalismus wurde nach und nach durch den Kontakt zu den Moslems geweckt, die sich schon von vornherein mit der unausweichlichen Vergeblichkeit menschlicher Hoffnung abfinden.»

Isabelle

«Insch Allah» («So will es Allah») wird zu ihrem einzigen Gebot. Doch als 1899 die Studentenrevolten in Bône ausbrechen, erwacht in ihr ein neuer Lebenswille. Sie ist zu jung, um vor der Wirklichkeit einfach zu kapitulieren. Und vielleicht sind die blutigen Aufstände, an denen sie teilnehmen wird, auch ein Ventil, all ihre Enttäuschung und Wut auf ihr eigenes Leben rauszulassen.

In ihr Tagebuch schreibt sie: «Zum ersten Mal spürte ich den wilden Rausch der Schlacht, blutig und primitiv, von Männern im Handgemenge, rasend vor Grimm, blind vor Wut, trunken von Blut und instinktiver Grausamkeit. Ich spürte die Lust des Blutvergiessens, der schrecklichen Brutalität des Handelns, ohne zu denken.»

Immerhin fühlt sich Isabelle wieder lebendig, wenn auch nur, weil ihr der Tod ihr in diesem Moment so nah war. Die Moslems unterliegen. Und Isabelle muss die Stadt schleunigst verlassen. 

Die ersten Wüstenreisen 

Auch Trofimoswki wird immer kränker. Der Krebs nagt an der Speiseröhre des Hauslehrers, bis er am 15. Mai 1899 stirbt. Endlich ist die 22-jährige Isabelle frei. Selbst der Liebe eines türkischen Diplomaten hat sie den Rücken gekehrt. Er war ein eifersüchtiger Mann, und als er sie bat, sich doch das Haar lang wachsen zu lassen, verliess sie ihn. 

«Allein sein ist frei sein, und Freiheit war das einzige Glück, das für mein Wesen erreichbar war.»

Isabelle

Ihre Unabhängigkeit will sie nun in der läuternden Hitze der Wüste auskosten. Sie wählt Tunis als Ausgangspunkt für ihr Abenteuer in die algerische Sahara. 

Souc-el-Trouk, Tunis, 1899. Seit 1881 war Tunesien französisches Prektorat, also nicht wie Algerien integraler Bestandteil Frankreichs. Hier wahrte man den Schein von Selbstverwaltung, doch handelte es sich in Wahrheit um eine Marionettenregierung. bild: wikimedia

Am liebsten treibt sie sich in den verrufenen Stadtvierteln der Stadt herum. Sie liebt die Geschäftigkeit am Hafen, die kräftigen Finger der Männer, die sich dort in Waren und Frauen graben.

Sie mag es, dass die arabischen Städte von einem Friedhof umgeben sind. Man muss an den Toten vorbei, um zu den Lebenden zu gelangen. Hier fügt sich auch endlich der Tod auf natürliche Weise ins Leben ein, so wie das Isabelle immer schon empfunden hat:

«Ich bin immer gern in der egalitären Gewandung der Beduinen durch moslemische Friedhöfe spaziert, wo alles friedlich und mit sich eins ist und wo nichts, das europäische Friedhöfe so traurig macht, den Tod entstellt.»

Isabelle

In Tunis scheint Isabelle ihre komplizierte europäische Identität abgestreift zu haben. Hier wird sie zu Mahmoud Saadi. Und dieser bricht nun auf in die Wüste. Nach Algerien bis zur Oasenstadt Ouragla an der Nordgrenze des Tuareggebiets.

Isabelle und ihr Führer folgen der Route des französischen Militärs, das Alkohol und Bordelle hierher gebracht hat. Einige besucht Isabelle gemeinsam mit den Spahis – den arabischen Kavalleristen im Dienst der Franzosen.

Sie schaut den Händen der Tänzerinnen zu, die wie Jagdfalken flattern und sie raucht kef (Haschisch), das zu dieser Zeit noch erlaubt ist. Sie frönt allen Vergnügungen, die ihrem Geschlecht normalerweise verwehrt blieben. 

Tänzerinnen des Stammes Ouled Nail, die besonders für die westlichen Algerien-Besucher eine enorme Anziehungskraft besassen. Viele von ihnen arbeiteten als Prostituierte, bis sie genügend Geld für ihre Mitgift beisammen hatten.  bild: wikimedia/rudolf franz lehnert

Sie glaubt lange Zeit, vielleicht aus einer europäischen Naivität oder einem Wunschdenken heraus, dass sie die Männer sie tatsächlich für ihren Geschlechstgenossen halten. Doch dieser Umstand war vielmehr der arabischen Höflichkeit geschuldet, aus der heraus Isabelle genau als das behandelt wurde, was sie eben sein wollte. 

Damit unterschied sie sich auch ganz grundlegend von allen anderen europäischen Orientreisenden dieser Zeit, die sich zwar ebenso als Araber kleideten, damit aber nur ihre koloniale Neugier stillten. Im Grunde ihres Herzens waren sie Christen und sie fühlten sich der muslimischen Kultur überlegen. Sie wollten nicht wirklich zu diesem Anderen werden. Das wollte nur Isabelle. Und diese ehrliche, aufrichtige Identifikation war es auch, die ihr Freunde in der Wüste verschaffte. Denn der eigentliche Passierschein durch dieses Gebiet war nicht die Reisegenehmigung der militärischen Verwaltungsbüros. Es war das Wohlwollen der religiösen Scheichs, das ihr dank ihrem profunden Wissen über den Islam überall entgegengebracht wurde. 

Isabelle leidet Durst. Fieber und Schwindelanfälle schwächen sie auf ihrer Reise. Sie sieht, wie ein Kamel an einem Sonnenstich verendet. Und doch weiss sie, dass sie nirgends sonst hingehört als in diese «schläfrigen Wellen des gewaltigen, grauen Sandmeeres».

Am 3. August 1899 erreicht sie die mit vielen kleinen Kuppeln versehene Oasenstadt El Oued.

Die Oasenstadt El Oued in Algerien. bild: geneanet

Isabelle nimmt sich auf ihren Reisen Liebhaber allein der Lust willen, denn eine tiefere Bindung an einen anderen Menschen scheint ihr aussichtslos. Sie mag diese ungehemmte Seite an sich selbst nicht. Sie überkomme sie einfach, schreibt sie in ihr Tagebuch, und sie werde zu ihrem Verhängnis. Sie schämt sich ihrer nicht, weil sie damit Konventionen verletzt, diese haben ihr Wesen niemals eingeschränkt. Sie sind nur ein weiterer Ausdruck ihrer Identitätsverwirrung. Ihres widersprüchlichen Wesens. 

«das seltsame zweite Leben, das Leben von Wolllust, von Liebe. Diese heftige und schreckliche Trunkenheit der Sinne, intensiv und quälend, ganz anders als mein alltägliches, so ruhiges, besinnliches Dasein.»

Isabelle

Bald zwingt sie ihre Mittellosigkeit zurück nach Europa. Die Artikel, die sie für verschiedene französische Zeitschriften verfasst, bringen nicht genug Geld ein. Und Trofimowskis Villa, heruntergekommen wie sie inzwischen ist, will niemand kaufen.

Die Zivilisation macht Isabelle wieder unglücklich. Sie hasst dieses so entwickelte und fortschrittliche Leben im atheistischen Europa, wo nichts herrscht als «blasierte Langeweile, der Schatten, den die Leere auf das Leben wirft.»

Die Oadenstadt El Oued. Bild: geneanet

«Die grosse Liebe meines Lebens ist gekommen, unbewusst und ungebeten»

Als sie zum zweiten Mal nach El Oued kommt, hat sie einen Auftrag: Sie soll als Dolmetscherin einen Scheich interviewen. In der Gegend wurde ein französischer Kolonialist von den Tuareg ermordet – und sein Fall verlangte nach Aufklärung. 

In El Ould geschieht es auch, dass ein arabischer Spahi-Offizier ganz plötzlich in Isabelles Leben reitet. Slimène Ehni, ein 24-jähriger Moslem, in den sie sich sofort verliebt. Bereits sein Vater diente vor ihm den Franzosen, seine Familie verficht die französischen Herrschaft in Algerien. Als Spahi bekommt er einen besseren Sold, besitzt einen höheren Status. Für viele Algerier waren Leute seines Schlags allerdings nichts weiter als Verräter der muslimischen Sache, elende Kollaborateure. 

Spahi-Offizier Slimène Ehni, der Isabelles Ehemann werden sollte. bild: wikimedia

Täglich reitet Isabelle mit ihm über die Sanddünen bis zu einer der vielen kleinen Oasen, die die Stadt umgeben. Hier liegen sie sich bis in die frühen Morgenstunden in den Armen. Sie geniesst den Augenblick, denn, so schreibt sie in ihr Tagebuch, «in dieser Hinsicht habe ich absolut keine Illusionen mehr, aber auch kein Bedürfnis nach Illusionen, kein Verlangen, überhaupt zu versuchen, diesen Dingen, die nur in ihrer Vergänglichkeit schön und gut sind, Dauer zu geben.»

Sie wird Mitglied der Qadiriya, der ältesten und angesehensten sufistischen Bruderschaft und darf sogar an einer Fantasia mitmachen. In dieser Jahrhunderte alten Reitertradition lassen die Nordafrikaner ihre glorreiche kriegerische Vergangenheit aufleben. Isabelle ist bis heute vielleicht die einzige europäische Person, der diese Ehre zuteil geworden ist.

Algerier bei einer Fantasia. bild: quintessences

Das Mitwirken bei einer Fantasia verlangte wahre Reitkunst. bild: quintessences

Der Mordanschlag

Nichts scheint ihr Glück zu trüben, bis im September 1900 ein anonymer Brief im militärischen Verwaltungsbüro von El Oued eintrifft: Isabelle Eberhardt sei eine als Mann verkleidete Spionin steht darin, von einer Pariser Zeitschrift geschickt, das Militär zu bespitzeln. Um an Informationen zu kommen, habe sie sich an den Offizier Slimène herangemacht. Sie sei gefährlich, bereits ihren Wohltäter Trofimowski habe sie vergiftet, um an sein Geld heranzukommen. Isabelle Eberhardt sei gekommen, um die arabischen Untertanen gegen Frankreich aufzuwiegeln. 

Dieser Brief, wie unwahr er auch war, und wie sehr er auch nach abgewiesenem Freier klang, macht die obersten Stellen des französische Militärs so nervös, dass nun von Paris aus mit allen Mitteln versucht wird, Isabelle des Landes zu verweisen.

Erst wird Slimène nach Batna in eine trostlose Garnison versetzt. Dann wird Isabelle auf dem Weg zu ihrem Geliebten mit einem Krummsäbel angegriffen, der plötzlich, als sie auf einer Truhe über einem Manuskript brütet, auf ihren Hinterkopf niedersaust. 

Ihrem Angreifer Abdullah wird der Säbel von zwei jungen Arabern entrissen. Er schreit: «Ich suche mir ein Gewehr und gebe ihr den Rest!» 

Vier Wochen liegt Isabelle im Krankenhaus. Doch Groll gegen den Attentäter empfindet sie keinen. Nur die alten traurigen Gedanken haben sie wieder eingeholt. In ihr Tagebuch schreibt sie:

«Wie konnte ich nur an die Existenz von etwas Geheimnisvollem geglaubt haben, das ich in diesem Land zu spüren vermeinte und das doch nichts anderes war als die Widerspiegelung des traurigen Rätsels meiner eigenen Seele. Und ich bin dazu verdammt, mein ganzes unbeschreibliches Leid, all die dunklen Gedanken mit mir zu schleppen durch die Länder und Städte der Erde.»

Abdullah soll ein religiöser Fanatiker gewesen sein, aus einem mit Isabelles Bruderschaft verfeindeten Orden. So gibt er sich auch vor Gericht: Ein Engel habe ihm befohlen, die als Mann verkleidete Ausländerin zu töten. Ihr Auftreten sei wider die muslimischen Sitten. Sein Verteidiger würzte die Geschichte indes noch mit der Behauptung, Isabelle habe eine Liebesbeziehung mit dem Scheich gehabt. 

Womöglich hatte Isabelle keine Menstruation mehr, vielleicht aufgrund einer Anorexie, den strapaziösen Reisen, ihres Haschischkonsums und Kettenrauchens.

In Wahrheit hat Isabelle in Slimène ihre grosse Liebe gefunden. Die beiden wollten heiraten, doch das Militär erteilte die dafür erforderliche Genehmigung nicht. 

Isabelle wendet sich an die französische Presse, dort hat sie Freunde. «Ausser Exzentrizität und einem Lebensstil, der für ein Mädchen ungewöhnlich, aber harmlos war», habe sie sich nichts vorzuwerfen, schreibt sie – und die Leser geben ihr recht. 

Abdullah wird zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt, später wird seine Strafe auf Isabelles Betreiben hin auf zehn Jahre heruntergesetzt.

Algier Ende des 19. Jahrhunderts. bild: catawiki

Sie bekommt ihren offiziellen Ausweisungsbefehl aus Algerien – zu ihrem eigenen Schutz, wie es heisst. Ohne die Franzosen direkt zu nennen, lässt sie sie anklingen, dass sie Opfer eines Komplotts geworden ist: 

«Nicht Abdullah möchte ich vor den Schranken des Gerichts sehen, sondern seine Auftraggeber, die wahren Schuldigen, wer immer sie sind.»

Isabelle

Victor Barrucand, der Herausgeber der Zeitschrift «Les Nouvelles» in Algier protestiert heftig gegen Isabelles Ausweisung. Er wird es auch sein, der sie bald aus ihrem tristen Leben in Marseille befreit. Gemeinsam mit anderen Freunden schafft er es, ihre Reisebewilligung nach Algerien wiederzubeschaffen. 

Im Oktober 1901 heiratet sie Slimène. Und doch will Isabelle mit dieser Entscheidung keinesfalls ihre Unabhängigkeit aufgeben, wie sie ihrem Gatten in einem Brief unmissverständlich klarmacht:

«Ja, gewiss, ich bin Dein Weib vor Gott und dem Islam. Doch ich bin nicht nur eine einfache Fatma, ich bin auch Dein Bruder Mahmoud, der Diener Gottes, bevor ich die Dienerin bin, wie es sich für das Weib eines Arabers gehört. Und ich will nicht, dass Du Dich der schönen Träume unwürdig erweist, die ich für uns beide habe.»

Isabelle

Sie träumt das Leben wie damals für ihren Bruder Augustin nun auch für Slimène. Doch auch er wird sie enttäuschen. Er wird ihre vielen Reisen, ihre dauernde Abwesenheit nicht ertragen. 

Algier Ende des 19. Jahrhunderts. bild: catawiki

Nachdem Slimène erfährt, dass sich ein junger arabischer Schürzenjäger unbändig in Isabelle verliebt hat, rast er vor Wut und droht, sie zu töten. Sie findet, sie sollten gemeinsam in den Tod gehen. Und so packen sie Zigaretten ein, Alkohol und einen Revolver und setzen sich auf eine einsame Sanddüne. Irgendwann sind sie zu betrunken, um noch verrichten zu können, weshalb sie gekommen sind. Sie schlafen ein – und kehren am nächsten Morgen beschämt zurück.

Ertrunken in der Wüste

Als Isabelle 1903 den Auftrag erhält, für Barrucands Zeitung den französischen Marschall Hubert Lyautey bei der «sanften Kolonialisierung» Marokkos zu begleiten, ist sie ausser sich vor Freude. Inzwischen stellt sie das Anwesenheitsrecht der Franzosen im Maghreb nicht mehr als solches in Frage. Sie kritisiert jedoch nach wie vor die Art und Weise, wie die Kolonialmacht mit den Einheimischen umgeht.

Marschall Lyautey liebt Afrika ebenso feurig wie sie und seine Pläne für eine kampflose Übernahme Marokkos gefallen ihr. Lyautey will die uneinsichtigen Stämme zur Kooperation zwingen, indem man ihnen den überlebenswichtigen Zugang zu den Oasen versperrt.

Seine Methoden mochten human klingen, im Grunde aber waren sie ebenso unerträglich wie deren gewaltvollen Alternativen. Denn am Ende fussten sie alle auf dem europäischen Überlegenheitsgefühl. 

Dieses aber teilt Isabelle nicht. Ihre Texte über die Einheimischen und ihr Land zeigen weder das typisch imperialistische Barbarenbild ihrer Zeit noch das romantisierter Wüstenexotik. Sie habe Besitz ergreifen wollen von diesem Land, schreibt sie in ihr Tagebuch. Stattdessen habe das Land von ihr Besitz ergriffen. 

«Manchmal frage ich mich, ob der Süden all die neuen Eroberer, die mit ihren Träumen von Stärke und Freiheit kommen, nicht ebenso vernichten wird wie all die alten. Ich habe erkannt, dass es sinnlos ist, gegen tiefe und unveränderliche Einflüsse anzukämpfen, und dass eine dauerhafte Verpflanzung von Zivilisation nicht möglich ist. In den heissen Nächten atme ich die Ausstrahlung Afrikas wie Räucherwerk ein, das zu seltsamen und grausamen Göttern aufsteigt. Niemand kann diese Idole völlig vertreiben; in fiebrigen Nächten kehren sie zurück, monströs für alle, die den Kopf auf diesem Boden zur Ruhe betten und die Augen auf die kalten Sterne richten.»

Tuareg-Karavanne im Sudan. bild: deacademic

Als sie in der schlecht gebauten Militärstadt Ain Sefra im Miliärkrankenhaus liegt, niedergestreckt von der Malaria und wahrscheinlich ebenso von der Syphilis, schreibt sie ihrem Mann. Er soll sie doch bitte besuchen – die beiden sind nun schon seit acht Monaten getrennt. 

Sie trifft sich mit ihm in ihrem Lehmhaus. Die beiden sitzen auf dem Balkon, als sich plötzlich das eben noch staubtrockene Flussbett mit eisig kaltem Wasser füllt. Die Fluten stürzen auf die Stadt zu und reissen in Kürze alles mit sich. Nur Slimène ist den Fluten irgendwie entkommen. 

Ain Safra nach der Sturzflut, in der Isabelle Eberhardt am 21. Oktober 1904 erst 27-jährig stirbt.   bild: vitaminedz

Am nächsten Morgen sucht ein Trupp im stinkenden Schlamm nach Überlebenden. Die Tür zu Isabelles Haus ist von Trümmern im Innern versperrt. Und als sie endlich aufgeht, sehen die Männer zwei Füsse eines toten arabischen Reiters. Es sind die Füsse von Isabelle. 

Sie muss im Haus geblieben sein. Vielleicht schaffte sie es nicht mehr raus, vielleicht wollte sie es aber auch gar nicht rausschaffen. Vielleicht wählte sie den Tod in diesem schicksalhaften Augenblick.

Angst hatte sie vor ihm nie. 

«So werde ich weitermachen, ohne Illusionen und ohne Hoffnung, bis zu dem Tag, an dem ich in die Schwärze entschwinde, aus der ich einst kam, als kurzlebiges und nichtiges Geschöpf.»

Isabelle

Das für den Artikel verwendete Buch:

Annette Kobak: Wie treibender Sand. Das berauschende Leben der Isabelle Eberhardt.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Snowy 30.04.2018 20:20
    Highlight Wie immer grossartig diese Artikel!
    8 0 Melden
  • niklausb 29.04.2018 22:55
    Highlight Was ist denn der ananarchismus ;-)?
    2 5 Melden
    • Trooper 01.05.2018 02:19
      Highlight das sind die Anhänger der Ananassen ;)
      8 0 Melden
  • urs eberhardt 29.04.2018 21:36
    Highlight Sehr schön. Danke!
    17 0 Melden
  • Butzdi 29.04.2018 20:14
    Highlight Wunderschön, traurig und kraftvoll. Danke für den tollen Arikel.
    26 1 Melden
  • meine senf 29.04.2018 19:34
    Highlight Wirklich sehr interessante Geschichte, vielen Dank!

    Das erste Drittel könnte auf eine Art fast auch die Sicht einer jungen Frau von heute, die in das IS-Gebiet zog, wiederspiegeln. Komplett ohne das gleichsetzen zu wollen, aber manche psychologisch-lebensgeschichtlich-kulturellen Hintergründe sind vielleicht ähnlich.
    13 5 Melden
  • lilie 29.04.2018 18:41
    Highlight Ganz herzlichen Dank für dieses aussergewöhnliche Porträt! Wahrhaft eine ungewöhnliche Frau, die sich mit einer Kraft der Welt, ihren eigenen Dämonen und ihrem Schicksal gestellt hat, wie man sie auch heute, nach der sexuellen Revolution und der Emanzipation, nur selten findet.

    Sehr eindrücklich. 👍
    70 1 Melden
  • DerTaran 29.04.2018 18:10
    Highlight Wieder eine tolle, wenn auch leider wieder traurige, Frauengeschichte. Danke und weiter so.
    83 3 Melden

Der Mann, der mit Langbogen, Breitschwert und Dudelsack in den 2. Weltkrieg zog

Die Deutschen glaubten, Jack Churchill sei mit dem britischen Premierminister Winston Churchill verwandt. Dem war nicht so. Aber er mochte Geschichte ebenso wie sein Namensvetter. Und er liebte Tiere. Selbst Insekten fanden Platz in Jacks grossräumigem Herzen.

Mit zwanzig schloss er sich dem Manchester Regiment an, er lernte Dudelsack spielen und wurde richtig gut darin. Doch der Friede zwang ihn in ein Leben in der Kaserne – ein zu langweiliges Leben für den Mann, den alle bald nur noch «Mad …

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