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TV-Sport-Erdbeben: Teleclub verliert Hockey-Rechte – neuer «Wahnsinnsvertrag» für 30 Millionen

Eklat im Schweizer TV-Markt. Die fast allmächtige Kombination Swisscom/Teleclub, die sich soeben die TV-Rechte im helvetischen Klubfussball gesichert hat, ist hochkant aus dem Hockeygeschäft geflogen.

Publiziert: 22.06.16, 21:33 Aktualisiert: 23.06.16, 16:32

Der Verband (Swiss Ice Hockey) verkündet offiziell, der Entscheid über die Vergabe der TV-Rechte der Nationalliga sei gefallen. Man dürfe aber noch keine Einzelheiten verraten.

Teleclub verliert die Rechte an den Schweizer Eishockeypartien. Bild: freshfocus

Nun, das sind die Einzelheiten: Ein Verbund aus den regionalen Kabelbetreibern UPC/Cablecom mit über zwei Millionen TV-Anschlüssen hat die TV-Rechte (medialen Rechte) für einen Betrag von ziemlich genau 30 Millionen Franken eingekauft. Diese Rechte umfassen in erster Linie die Nationalliga A und B – die Rechte an der Nationalmannschaft (ohne WM) und am Cup sind auf dem TV-Markt praktisch wertlos.

Im Nachgang wird noch geregelt, welche Live-Rechte dem öffentlich rechtlichen Fernsehen (SRF) von den neuen Rechteinhabern überlassen werden. Wie im Fussball hat auch im Eishockey die Liga ein vitales Interesse an Bildschirmpräsenz im öffentlich rechtlichen Fernsehen.

Mit diesen 30 Millionen ist dem Duo Marc Furrer (Präsident) und Florian Kohler (Geschäftsführer) ein glänzender Schachzug gelungen. Es ist ein «Wahnsinnsvertrag» und die Refinanzierung wird für die neuen Rechteinhaber nicht einfach sein.

Florian Kohler (links) und Marc Furrer haben den Vertrag an Land gezogen. Bild: Christian Pfander/freshfocus

Um Swisscom/Teleclub auszubooten haben die neuen Rechteinhaber tief in die Tasche gegriffen und dem Verband mehr als eine Verdoppelung der Summe aus den medialen Rechten beschert: Im alten, noch bis Ende nächster Saison laufenden Vertrag sind die TV-Rechte mit etwas mehr als zwölf Millionen verbucht.

Zu den rund 30 Millionen kommen nun noch die zentralen Vermarktungsrechte. Die dürften, je nach Verhandlungsgeschick und Marktsituation, noch einmal rund fünf bis acht Millionen einbringen – womit nun das Eishockey im neuen Vertrag (2017 bis 2021) auf beinahe 40 Millionen aus den TV- und Vermarktungsrechten kommt. Im Schweizer Fussball liegt diese Summe neu bei rund 50 Millionen.

Konkret bedeutet dies nun, dass Teleclub die Hockeyrechte verloren hat. Offen ist nun, mit welcher Redaktion die neuen Rechte-Besitzer das Eishockey für ihre TV-Zuschauer aufbereiten werden. Durchaus denkbar, dass die Hockey-Redaktion vom Teleclub «eingekauft» wird.

Offiziell gibt es auf Anfrage natürlich noch keine Statements der verschiedenen Parteien. Nach dem Grundsatzentscheid des Verkaufes der TV-Rechte an den Verbund der regionalen Kabelbetreiber UPC/Cablecom werden nun noch die Vertragsdetails ausgehandelt. Die Generäle haben entschieden, nun bleibt noch die Arbeit für die fleissigen juristischen Soldaten.

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Play-offs 1985/86

2021: EV Zug, Finalserie: 3:0 gegen Servette-Genf. keystone / ENNIO LEANZA
2020: Kein Meister, die Meisterschaft wurde wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt. KEYSTONE / WALTER BIERI
2019: SC Bern, Finalserie: 4:1 gegen den EV Zug. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
2018: ZSC Lions, Finalserie: 4:3 gegen den HC Lugano. KEYSTONE/TI-PRESS / DAVIDE AGOSTA
2017: SC Bern, Finalserie: 4:2 gegen den EV Zug. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
2016: SC Bern, Finalserie: 4:1 gegen HC Lugano. TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
2015: HC Davos, Finalserie: 4:1 gegen ZSC Lions. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
2014: ZSC Lions, Finalserie: 4:0 gegen Kloten (Bild: Mark Bastl stemmt Pokal). KEYSTONE / ENNIO LEANZA
2013: SC Bern, Finalserie: 4:2 gegen Fribourg. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
2012: ZSC Lions, Finalserie: 4:3 gegen Bern (Bild: Ari Sulander stemmt Pokal). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
2011: HC Davos, Finalserie: 4:2 gegen Kloten. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
2010: SC Bern, Finalserie: 4:3 gegen Servette (Bild: Pascal Berger stemmt den Pokal in die Höhe). KEYSTONE / PETER KLAUNZER
2009: HC Davos, Finalserie: 4:3 gegen Kloten. PHOTOPRESS / WALTER BIERI
2008: ZSC Lions, Finalserie: 4:2 gegen Servette (Bild: Mathias Seger, Adrian Wichser und Ryan Gardner (v. l.). KEYSTONE PHOTOPRESS / ALESANDRO DELLA BELLA
2007: HC Davos, Finalserie: 4:3 gegen Bern. PHOTOPRESS / ARNO BALZARINI
2006: HC Lugano, Finalserie: 4:1 gegen Davos (Bild: Sandy Jeannin mit Pokal und Assistenztrainer Ivano Zanatta (vorne)). PHOTOPRESS / KARL MATHIS
2005: HC Davos, Finalserie: 4:1 gegen die ZSC Lions (Bild: Michel Riesen, Joe Thornton (vorne von links), Rick Nash, Andrea Häller und Sandro Rizzi (hinten von links). KEYSTONE / EDDY RISCH
2004: SC Bern, Finalserie: 4:1 gegen Lugano (Bild: Rolf Schrepfer, Marc Leuenberger und Thomas Ziegler (von rechts)). KEYSTONE / EDI ENGELER
2003: HC Lugano, Finalserie: 4:2 gegen Davos (Bild: André Rötheli, Patrick Sutter, Sandro Bertaggio (von links)). KEYSTONE / EDDY RISCH
2002: HC Davos, Finalserie: 4:0 gegen die ZSC Lions. KEYSTONE / WALTER BIERI
2001: ZSC Lions, Finalserie: 4:3 gegen Lugano (Bild: Michael Zeiter mit Pokal). KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
2000: ZSC Lions, Finalserie: 4:2 gegen Lugano (Bild: Mathias Seger (r.)). KEYSTONE / WALTER BIERI
1999: HC Lugano, Finalserie: 4:1 gegen Ambrì (Bild: Trainer Jim Koleff (l.)). KEYSTONE / KARL MATHIS
1998: EV Zug, Finalserie: 4:2 gegen Davos. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
1997: SC Bern, Finalserie: 3:1 gegen Zug (Bild: Captain Roberto Triulzi). TISCHLER/LIMINA
1996: EHC Kloten, Finalserie: 3:0 gegen Bern. KEYSTONE / STR
1995: EHC Kloten, Finalserie: 3:1 gegen Zug (Bild: Roman Wäger (l.) und Felix Hollenstein). KEYSTONE / STR
1994: EHC Kloten, Finalserie: 3:1 gegen Fribourg (Bild: Felix Hollenstein (Mitte), Roman Wäger (r.)). KEYSTONE / STR
1993: EHC Kloten, Finalserie: 3:0 gegen Fribourg. KEYSTONE / STR
1992: SC Bern, Finalserie: 3:2 gegen Fribourg. KEYSTONE / EDI ENGELER
1991: SC Bern, Finalserie: 3:1 gegen Lugano (Bild: Bern-Goalie Renato Tosio). KEYSTONE / STR
1990: HC Lugano, Finalserie: 3:1 gegen Bern. KEYSTONE / STR
1989: SC Bern, Finalserie: 3:2 gegen Lugano. KEYSTONE / KARL MATHIS
1988: HC Lugano, Finalserie: 3:0 gegen Kloten (Bild: Captain Kenta Johansson). KEYSTONE / STR
1987: HC Lugano, Finalserie: 3:0 gegen Kloten (Bild: die Lugano-Spieler Beat Eggimann, Alfred Luethi, Andy Ton und Bernasconi). KEYSTONE / KARL MATHIS
1986: HC Lugano, Finalserie: 2:0 gegen Davos (Bild: Lugano-Captain Beat Kaufmann). KEYSTONE / STR

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