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Uriella, vorne, und Mike Shiva, hinten, traten am Montag, 3. April 2000, im Haebse-Theater in Basel bei einem Esoterik-Apero und Show auf.  (KEYSTONE/Michaela Rehle)    === ELECTRONIC IMAGE ===

Sektenführerin Uriella behauptet, mit Jesus sprechen zu können. Von ihm weiss sie, dass die Seelen der Gläubigen nach dem Tod in den Himmel kommen. Bild: KEYSTONE

Sektenblog

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Die Wahrscheinlichkeit ist klein

Der Glaube an den Himmel oder die Wiedergeburt ist an so viele Annahmen gebunden, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr klein ist.



Religionen sind eng mit Tod und Krankheiten verknüpft. Ohne das Leiden und die Erfahrung der Endlichkeit des Lebens wären unsere Vorfahren nicht auf den Glauben an Götter gekommen. Hätten sie glücklich und zufrieden gelebt, hätten sie keinen Grund gehabt, ein religiöses Heilskonzept zu entwickeln und an übersinnliche Superwesen zu glauben.

Unsere Ahnen haben also nicht aus der Position der Stärke heraus den Glauben an unfassbare Allmächtige entwickelt, sondern aus Angst vor der Zukunft.

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Fernsehdiskussion zum Thema «Gibt es ein Leben nach dem Tod?» auf dem Sender ARD mit Moderatorin Anne Will. Video: YouTube/wahrheitsgehalt2

Inzwischen haben wir dank Technik und Medizin viele Ängste abbauen können, der Glaube an die Götter hält sich aber trotz wachsender Skepsis hartnäckig. Das hat vor allem mit der Furcht vor dem Tod zu tun. Oder besser: Mit der Angst, dass nach dem Tod alles zu Ende sein könnte. Und sich der Sinn des Lebens auf biologische Aspekte reduzieren würde.

Deshalb klammern wir uns an den Glauben, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht. Im Himmel – oder in der Hölle -, im Nirwana, in den kosmischen Sphären, oder wieder auf der Erde nach der Wiedergeburt. Doch wie plausibel ist die Vorstellung vom Leben nach dem Tod? Das ist vermutlich die Mutter aller Fragen.

Die Vorstellung, dass unser lebloser Köper vermodert, von Würmern zerfressen wird und fürchterlich zu stinken beginnt, ist wahrlich nicht erbaulich.

Die Antwort kennt niemand. Deshalb sprechen wir ja vom Glauben. Aber Gläubige sind felsenfest überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Das gibt ihnen Sinn und spendet Trost. Denn die Vorstellung, dass unser lebloser Köper vermodert, von Würmern zerfressen wird und fürchterlich zu stinken beginnt, ist wahrlich nicht erbaulich.

Dass unser Körper nicht überlebt, ist eine Tatsache, die wir erfahren, wenn Menschen sterben. Also braucht es ein Hilfskonstrukt, das das Weiterleben erklärbar macht. So kamen unsere Ahnen auf die Seele, die den Sprung ins Jenseits oder zurück auf die Erde garantieren soll.

Die Seele lässt sich nicht dingfest machen

Doch mit dieser Seele ist es so eine Sache. Sie lässt sich im Körper nicht dingfest machen. Sie kann aber auch nicht auf übersinnliche oder spirituelle Weise nachgewiesen werden. Sie ist und bleibt ein Mysterium.

Das bedeutet:

Das sind arg viele Thesen oder Hilfskonstrukte, die schwer nachvollziehbar sind und nicht sehr plausibel wirken.

Nehmen wir uns nur die Vorstellung von der Seele vor. Wo soll diese zu Lebzeiten sitzen? Im Hirn? Im Herz? Das sind Organe, die nach biologischen oder neurologischen Kriterien funktionieren und untersucht werden können. Finden lässt sich da nichts.

Ein Wulst an Hypothesen

Und wie würde die Seele den Körper verlassen? Wohin würde sie sich zurückziehen? In den Himmel? Nur: Wie ist dieser beschaffen, wo ist er angesiedelt?

Und was ist mit den Tieren? Haben sie auch eine Seele, kommen sie auch in den Himmel? Werden sie auch wiedergeboren? Nach christlicher Heilslehre eher nicht. Doch biologisch gesehen sind wir ja auch Tiere und nur durch die evolutionäre Entwicklung aus ihnen hervorgegangen. Und nicht etwa durch einen Schöpfungsakt.

Es gibt keine gesicherten Antworten

Bei all diesen Fragen gibt es keine plausiblen und schon gar nicht gesicherte Antworten. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.

Nachtrag: Im Blog von vergangener Woche bezeichnete ich den Papst trotz seinem sozialen Engagement als christlichen Fundamentalisten. Inzwischen hat er die Abtreibung als Auftragsmord bezeichnet. Damit bezichtigt er Millionen von Frauen der Beihilfe zum Mord. Und Zehntausende von Ärzten des Auftragsmordes. Franziskus müsste als Strafe zehn Jahre lang in einer Frauenklinik eingesperrt werden.

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Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

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