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epa05968203 US President Donald J. Trump (R) shakes hands with President of Turkey Recep Tayyip Erdogan (L) in the Roosevelt Room where they issued a joint statement, at the White House in Washington, DC, USA, 16 May 2017. Trump and Erdogan face the issue of working out cooperation in the fight against terrorism as Turkey objects to the US arming of Kurdish forces in Syria.  EPA/MICHAEL REYNOLDS / POOL

Narzissten unter sich: Trump und Erdogan beglückwünschen sich. Bild: Keystone

Sektenphänomen in der Politik: Die Guru-Allüren von Trump, Putin, Erdogan und Co.

Narzissten erobern zunehmend die Schalthebel der Macht und gebärden sich wie Heilsbringer.



Wirft man einen Blick auf die politische Weltkarte, wird es zunehmend düster, ja zappenduster. Vor wenigen Jahren noch glaubten wir, die Demokratie, die beste aller schlechten Regierungsformen, pflüge sich unaufhaltsam in die hintersten Ecken dieser Welt vor und sorge für halbwegs gerechte politische Verhältnisse. Schliesslich führt diese Staatsform die Menschenrechte im Schlepptau.

Doch seit ein paar Jahren breiten sich die dunklen Flecken auf der Weltkarte rasant aus. Nicht etwa, weil sich die Völker nach repressiven oder autoritären Systemen sehnen, nein, der Grund ist ebenso einfach wie fatal: An die Macht drängen zunehmend Machiavellisten und Narzissten, die in ihrem Grössenwahn und Machtdrang Guru-Allüren entwickeln, sich als Heilsbringer gebärden und ihren Staat wie eine Sekte führen möchten.

Die Liste dieser «Sektenführer» ist inzwischen bedrohlich lang. Assad zerbombt «sein» Syrien in Schutt und Asche, um sich an der Macht zu halten. Dabei knebelt und ermordet er einen Grossteil seines Volkes, das sich gegen ihn aufgelehnt hat. Bezeichnend ist, dass ein ahnungsloser Knabe, der ein harmloses regierungskritisches Graffiti an die Wand seiner Schule gesprayt hatte, die kriegerischen Säuberungsaktionen auslöste.

Das erinnert an Sektenführer Jim Jones, der über 900 Anhänger in den Tod trieb oder ermorden liess, weil Abtrünnige gegen ihn vorgehen wollten.

Den Umbau eines demokratischen Staates in eine Ich-AG erleben wir aktuell vor den Toren Europas. Der türkische Staatspräsident Erdogan verfolgt alle, die sich für die demokratischen Rechte einsetzen, mit beispielloser Härte. Die Losung, die wir von Sekten kennen, heisst: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.

So verfolgt Erdogan seine türkischstämmigen Kritiker über die ganze Welt und droht öffentlich, ihnen den Kopf abzureissen. Unliebsame Richter und Beamte werden verhaftet, die Gewaltenteilung untergraben. In der Türkei herrscht ein Willkürsystem.

Ähnliche Entwicklungen erleben wir in Ungarn und Polen, notabene zwei EU-Länder, die von autokratischen Narzissten umgebaut werden. Zwar hat der polnische Präsident Duda eine geplante Justizreform der nationalkonservativen Regierung teilweise blockiert, doch die Gefahr besteht weiter, dass die Gewaltentrennung ausgehebelt wird.

Ein Sonderfall ist auch der philippinische Präsident Duterte. Mit religiösem Eifer will er sein Land säubern und ihm neue moralische Normen verpassen. Kleine Drogendealer werden zu Tausenden verfolgt, viele kommen dabei zu Tode, und als Abschreckung will er die Todesstrafe wieder einführen – wie übrigens auch Erdogan.

Putin tarnt seine Absichten besser

Putin agiert dagegen geschickter. Zwar hat auch er Allmachtsfantasien und sieht sich als Heilsbringer, doch er hängt sich zur Tarnung seiner autokratischen Absichten ein dünnes Demokratie-Mäntelchen um.

Denn auch er schränkt die Pressefreiheit ein, verfolgt seine Gegner und zügelt die Gerichte. Methoden, wie sie Sektenführer in ihren Bewegungen perfektioniert haben.

Auch Donald Trump, Präsident einer der ältesten Demokratien, sieht sich als Heilsbringer und führt sich wie ein solcher auf. Auffälligstes Merkmal ist dabei sein Narzissmus und sein krankhaft übersteigertes Selbstwertgefühl. Auch sein sexistisches Verhalten erinnert an viele Sektenführer, die ihren Anhängerinnen an die Wäsche gehen.

Der Spruch von den Kälbern

Sektenhaft verhalten sich aber nicht nur die Staatsführer in den genannten Ländern, sektenhaft haben sich auch grosse Teile ihrer Bevölkerung gebärdet: Sie sehnen sich nach vermeintlich starken Führern und geben diesen ihre Stimme. Das erinnert zwangsläufig an den Spruch: «Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.» Willkommen in der neuen Sektenwelt.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Agnos ~ 10.08.2017 02:01
    Highlight Highlight >haeven gate, - ist eine Sekte die 1997 aufsehen erregte. Die sich mit einem Cocktail >Hale-Bopp- das Leben nahmen. >Marshal Applenhite- den Führer dieser Sekte, trieb seinen Mitgliedern bedingungsloser Gehorsam, und mussten keine eigenen Entscheide mehr treffen, denn das nahm ihnen der Führer ab. Wegen eines Komet >hail Pot-der gleichzeitig mit dem Massenselbstmord die Erde passierte, gab es früher und wird es sicherlich auch zukünftig geben.
    • Agnos ~ 10.08.2017 09:38
      Highlight Highlight Marshal Applenhite sah sich selbst als Alien, der seinen Auftrag sah, seine Auserwählten auf den Weltuntergang vorzubereiten, beim Eintreten des Kometen hail Pot in die Erdumlaufbahn. Er versprach seinen Anhänger ein neues Leben in andern Dimensionen der unendlichen Welten des Alls. Er sah sich wirklich als Messias, und das alle wenn es soweit ist, mit ihm in den Tod gehen werden. Es wird wohl noch viele Messiasse geben!
    • Agnos ~ 10.08.2017 11:40
      Highlight Highlight Als Mitglied zu den "Heaven Gate" zu gelten, und als solches akzeptiert zu werden, müssen finanzielle Altersvorsorgen, seine Individualität, und den selbstständigen Verdienst für den Lebensunterhalt aufgegeben werden, und selbst auf Verzicht jegliche Zuwendung, sogar Heiraten und Paarung und Zeugung.
  • Pasionaria 01.08.2017 16:06
    Highlight Highlight August zum 1.
    Alienus
    Wie aus div. Aesserungen hervorgeht, scheinst Du örtlich, teilw. auch mehr..., mit den strammen Schweizersitten ziemlich vertraut.
    Es würde mich wundernehmen, woher diese marschartigen, religiös geprägten Lobes-National-Hymnen ursprünglich stammen? Sie verkörpern ohnehin eine durch und durch koloniale Geisteshaltung. Man muss nur richtig hinhören: Lob, Kampf und mit Gottes Segen!

    Ob die Nationalhymnen jemals und endlich angepasst werden?
    Es tönt schon 'fast' wieder belustigend, wenn ein italienischer Bubenchor singt: Italien hat gerufen / Wir sind bereit zum Tod!



    • Maracuja 01.08.2017 18:39
      Highlight Highlight Pasionaria

      Nationalhymnen sind m.W. ein Relikt aus der Zeit der Gründung der modernen Nationalstaaten - nur wenige wie die holländische sind älter. Da wundert es wenig, dass sie vor Nationalismus und Patriotismus strotzen. Später legten sich dann alle Länder eine zu, auch die befreiten Kolonien. Mal will ja bei der Fussball-WM nicht blöd dastehen.

      Da die Linken früher mal den Nationalismus und die Nationalstaaten überwinden wollten und mit der "Internationalen" auch ihre übernationale Ausrichtung betonten, erstaunt es doch etwas, dass sie sich heute um die Erneuerung dieser Relikte bemühen.
    • Maracuja 01.08.2017 18:46
      Highlight Highlight @Pasionaria

      Wenn du dich über "Il Canto degli Italiani" mokierst, dann solltest du nicht vergessen, dass auch die Schweiz bis 1961 ein Hymne besass, in der das Vaterland rief, und das bestimmt nicht zu pazifistischen Zwecken (was St. Jakob bedeutet, weisst du ortsbedingt besser als ich).
      In Italien gab es übrigens mal einen erfolglosen Versuch des rechtsextremen Bossi die Inno di Mameli durch "Va pensiero" von Giuseppe Verdi zu ersetzen.
    • gelesen 02.08.2017 11:58
      Highlight Highlight Es ist nochmals schräg, wenn Du Fussballfrauen mit solchen Nationalhymnen auf den Platz gelassen werden. Sehr befremdlich. Nimmt mich dann hin und wieder wunder, was die einzelne Spielerin dazu singt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • toast 31.07.2017 19:18
    Highlight Highlight Keine Ahnung, obs schon jemand geschrieben hat, aber der Text ist etwas oberflächlich und holprig, gespickt mit Widersprüchen. Nur ein Beispiel:

    "..Doch seit ein paar Jahren breiten sich die dunklen Flecken auf der Weltkarte rasant aus. Nicht etwa, weil sich die Völker nach repressiven oder autoritären Systemen sehnen, nein.."

    und dann

    "..sektenhaft haben sich auch grosse Teile ihrer Bevölkerung gebärdet: Sie sehnen sich nach vermeintlich starken Führern und geben diesen ihre Stimme.."

    Was jetzt??
    • Maracuja 31.07.2017 21:43
      Highlight Highlight Ist das wirklich ein Widerspruch? Ich bezweifle, dass sich viele finden würden, die lieber in einem repressiven/autoritären System leben würden, aber die Sehnsucht nach starken Führern, die in einer komplexen Welt mit unendlich mühsamer Konsensfindung einfache Lösungen vorschlagen und durchsetzen, ist bei einem Teil der Bevölkerung tatsächlich vorhanden. Die glauben, sie können das eine (einen starken Führer) haben, ohne das andere (Demokratieabbau, repressives System) in Kauf nehmen zu müssen.
  • Spooky 31.07.2017 10:26
    Highlight Highlight LIeber Hugo Stamm

    Schreib doch mal was über die brutale Fokolar-Bewegung!

    Aber falls du das bereits irgendwo gemacht hast, dann vergiss meinen Kommentar!

  • Vachereine 31.07.2017 07:24
    Highlight Highlight Dass Demokratie Gerechtigkeit garantiert, ist ein Missverständnis.
    Keine Staatsform kann das garantieren.
    • rodolofo 31.07.2017 19:50
      Highlight Highlight Und worauf willst Du hinaus?
      Dass wir eine Rechtsnationale SVP-Diktatur einführen sollen mit Roger Köppel als "Starken Führer"?
    • Vachereine 31.07.2017 23:33
      Highlight Highlight @rodolofo: Wie kommst Du darauf?
  • Spooky 30.07.2017 23:50
    Highlight Highlight "Willkommen in der neuen Sektenwelt."

    Das ist falsch. Es heisst richtig:

    "Willkommen in der neuen Sektenwelt von Hugo Stamm."

    😱👻😂
  • Oxymora 30.07.2017 15:04
    Highlight Highlight Machiavellismus und Demokratie vertragen sich nicht – das wäre schön

    Geschickt getarnt nutzen Machiavellisten die Demokratie aus

    Durch ihre manipulative Art mit ihren Netzwerken aus Religion, Verband, Politik und Wirtschaft erreichen sie ihre Ziele. Es ist schwer, einen Top- Machiavellisten zu erkennen, seine Interessen sind gekonnt verschleiert, mit Nächstenliebe, gesamtgesellschaftlichem Nutzen, etc

    Das Verhalten äusserst flexibel. Und fliegt mal etwas auf so sind die Wahlberechtigten, nicht nachtragend

    http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/Politiker-brechen-Wahlversprechen-23964402
  • DerTaran 30.07.2017 10:42
    Highlight Highlight Herr Stamm, lesen Sie die Leserbriefe? Wird Ihnen dann auch so Angst und Bang wie mir? Wir haben in der Schweiz auch mindestens 30% Sekten-Schafe.
    • rodolofo 31.07.2017 08:22
      Highlight Highlight Und wir haben über 50% Sekt-Trinker!
      Und vergessen wir bitte nicht die Sekundarschüler!
      (Ich glaube, ich werde von Share beeinflusst...)
  • Alienus 29.07.2017 20:37
    Highlight Highlight Wieder muss man eine 2. Ladung für nen 2. Versuch durchführen!!!!!!!!!!!!!

    Solche Bewegungen, wie vom Hugo Stamm beschrieben, haben schon gigantische innere Kräfte.

    Ein grausames Beispiel ist die NS-Bewegung, vergleichbar einer religiösen Bewegung.

    Drum folgend eine Beweisführung zum „Führer“ , dere "Heils-Figur" des deutschen Volkes.

    Gekürzt zusammengefast nach: http://www.deutschlandfunk.de/die-politische-religion-des-nationalsozialismus.700.de.html?dram:article_id=79330
  • Alienus 29.07.2017 20:36
    Highlight Highlight 2 /3 Der Historiker Bärsch meint, das Faszinosum der NS-Macht sei begründet gewesen in der diffusen Religiosität .., in seiner Sehnsucht nach dem charismatischen Führer:

    "Indem ich mich … identifiziere, nehme ich ja an seiner Macht teil und habe keine Verantwortung. Die Entlastung von Verantwortung, die Identifikation .. entlastet ja von allen Verantwortungen, Abwägungen, Entscheidungen und macht sehr stark.

    Und das haben die Nationalsozialisten .. - ideologisch, volkspsychologisch besser begriffen.

    Identifikation mit einer Person vereinigt alle, die sich mit ihr identifizieren."
    • Vachereine 31.07.2017 07:31
      Highlight Highlight Man identifiziert sich mit einer Idee, nicht mit einer Person. Der Führer ist keiner. Er ist Galionsfigur: In strahlendem Glanz immer zuvorderst, aber das Schiff fährt auch ohne.
      Sogennante Führer sind austauschbare Symbole für eine Idee. Nicht die Person wird verehrt, sondern der Idee nachgeifert.
    • Alienus 31.07.2017 13:13
      Highlight Highlight Sieht man Hitler, so hat er als „Mitglied Nr. 7“ der DAP diese aus deren Dornröschenschlaf erweckt und als NSDAP zum Riesenerfolg (leider) geführt.

      Vergleichbar bei Mussolini, Franko, Salazar, Horthy, u.a.m.

      Ein besonderes Exemplar ist Väterchen Stalin, ein ehem. Schüler des Priesterseminars.

      All diese Figuren haben giftige Pflanzen hochgebracht oder haben diese überhaupt erst ermöglicht.

      Bei Buda, Jesus, Mohammed u.a. kann man solche Entwicklungen auch sehen.

      Mit Führern ist so ne Sache, zumeist sind diese Typen singulär, die ausgelöste Bewegung geht manchmal krachend zugrunde.
    • Pasionaria 31.07.2017 17:27
      Highlight Highlight Alienus
      "Ein grausames Beispiel ist die NS-Bewegung, vergleichbar einer religiösen Bewegung."
      Und ob...., schon einer Weiser meinte sinngemäss:
      „Wer dich dazu bringen kann, Unsinn zu glauben , der kann dich auch veranlassen, Gräueltaten zu begehen."
      Dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

      Du verwendest das Wort 'Faszinosum' in Zusammenhang mit Gräueltaten (Greuel- oder Gräuel?).
      Haben diese beiden Worte nicht religiösen Ursprung?
      - Faszinosum mit > behext, oder sowas?
      - Gräuel aus der Bibel?
      Damit Du Dich, v.a. mich endlich wieder einmal 'begrimmen' kannst....
      Danke.





    Weitere Antworten anzeigen
  • Alienus 29.07.2017 20:34
    Highlight Highlight 3/3 Er deutet die Haltlosigkeit .. , die Fundamente sucht und sie im religiös verbrämten Volk findet. Einem Volk, das, nach der Erlösung, dem "Neuen Menschen", dem "Neuen Reich" dürstete.

    In einem aufschlußreichen Brief, bekannte sich Goebbels zum "Katechismus neuen politischen Glaubens". G. huldigte einer "neuen Religion", die herausführt aus der "zusammenbrechenden, entgötterten Welt".

    Doch die Erlösung, die G. anstrebte, kommen nur den Ariern zugute. Nicht den Juden ." Die Arier sind die Gotteskinder, in der Vorstellung einer zukünftigen Erlösung , das arische Heil.“
    • rodolofo 30.07.2017 07:22
      Highlight Highlight Das bedeutet eigentlich nichts Anderes, als dass der Nationalsozialismus bereits im Christentum mit angelegt war!
      Das wiederum bedeutet, dass die Rückseite vom "Lieben Gott" der "Teufel" ist!
      Während also vorne "Der Erleuchtete" gütig und geduldig lächelt und leise spricht, grinst auf seiner Rückseite ein "Wahnsinniger Irrer" und schneidet verwirrende Grimassen...
      Beide gehören zusammen, denn sie sind "Das Leben und Der Tooohohood!"...
    • Alienus 30.07.2017 08:37
      Highlight Highlight Jahaha

      Betrachtet man innere und äußere Werte, Ideologie und Attribution des christl. Glaubens, so erschlägt einen die Ideologie und Machtdarstellung.

      Es wimmelt von Symbolen der weltlichen Mach: Gewänder, Kleiderfarben, Kleiderdesign, Pomp, Baldachin, Instrumente der Eucharistie, Latein und Griechisch als Sprache der Macht uam.

      Da der Nachweis einer monotheistischen Gottheit unmöglich ist, kann es wohl sinnvoll sein, eine bivalente Gottheit zu haben, welche einerseits ein „lieber“ Gott und andererseits ein „böses“ Wesen ist, dem man alle Übelkeit der Welt an seinen Bockfuß heften kann.
    • Spooky 04.08.2017 03:53
      Highlight Highlight Alien...sorry...Alienus...dein Name passt zu dir 😂
    Weitere Antworten anzeigen
  • Share 29.07.2017 20:23
    Highlight Highlight Spontan dachte ich an Spartakus. Dann aber säuselte am Radio Skunk Anansie: Just because u look gooooood it doesn't make u right.
    Daraufhin vergass ich etwas über Raissa Gorbatschowa zu erzählen, das ich in ihrer Biografie gelesen hatte, weil wir uns über Familiennamen von Ukrainern mit Hautproblemen unterhielten. Dabei fiel die unglaubliche Ähnlichkeit von Marcus Aurelius, Marylin Monroe, Alfred E. Neumann, sogar Dschordsch Dubeliu auf, was uns lustige Ideen zu Poltergeist 5-11 bescherte.
    • rodolofo 30.07.2017 07:11
      Highlight Highlight @ Share
      ist das Kunst, was Du da machst?
    • Share 30.07.2017 18:17
      Highlight Highlight @ rodolofo
      Kein Caesar hätte je darauf verzichtet auf dem Pferd in Rom einzuziehen. Wer käme auf die Idee daraus einen Christus auf dem Esel zu machen und das Kunst zu nennen? Nun, und von Trump, darüber hatte ich nichts geschrieben.
  • Phrosch 29.07.2017 16:04
    Highlight Highlight Das wirklich Beängstigende ist ja nicht, dass Narzissten an die Macht drängen und sich diktatorisch verhalten. Das tun Narzissten. Schlimm ist, dass sie in demokratischen Staaten von Mehrheiten (wieder) gewählt werden, obwohl man sie problemlos als Narzissten erkennen kann. Was bringt so viele Menschen dazu, ihre Hoffnung auf solche Typen zu setzen?
    • FrancoL 29.07.2017 21:10
      Highlight Highlight Nicht immer die Hoffnung, häufig ist es die Wut oder die Ohnmacht. Doch leider sollte man trotz Wut, trotz Frust, trotz Ohnmacht etwas genauer hinschauen und vor allem auch such selbst hibterfragen und nicht nur die Schuld bei anderen suchen.
    • The Host 30.07.2017 08:26
      Highlight Highlight Manchmal ist es wohl auch die nicht vorhandene Alternative
  • Luca Brasi 29.07.2017 11:57
    Highlight Highlight Könnte man dann nicht gleich grundsätzlich alle Diktatoren als Sektenführer bezeichnen? Kein Diktator mag es, wenn man ihn beleidigt. Ob jetzt der Diktator Assad, Saddam Hussein oder al-Sissi heisst. Der Unterschied besteht darin, dass beim letzteren die Westler gerne Urlaub machen und der Westen dort das Regime unterstützt.
  • Angelo C. 29.07.2017 11:32
    Highlight Highlight Machiavellisten und Narzissten gab es in der Weltgeschichte zu allen Zeiten, man denke nur ans frühe und späte Mittelalter.

    Wobei: soweit müssen wir nicht mal zurückgehen, denn die Regimes von Hitler, Mussolini, Stalin, Mao oder Generalissimo Franco sind zeitlich noch keine Weltreise her.

    Und so bleibt auch heute alles beim Alten, Despoten kommen und gegen, in einem ewig währenden Panoptikum.
    • Kayle 29.07.2017 12:14
      Highlight Highlight Hitler, Mussolini, Stalin, Mao und Franco auf eine Stufe mit Putin, Erdogan und Trump zu stellen ist eine steile These. Eine Gemeinsamkeit ist evtl. eine etwaige Nähe zum Papst von Hitler, Mussolini+Franco, die man auch - großzügig interpretiert - Trump zuordnen kann, auch wenn er seine "Machtergreifung" nicht der KK zu verdanken hat. Die Nähe zur KK findet man weder bei Putin noch bei Erdogan, aber bei ihren Gegnern Gülen+Soros: http://www.epochtimes.de/politik/welt/ruecktritt-von-papst-benedikt-waren-hillary-clinton-obama-und-george-soros-darin-verstrickt-a2075963.html
    • rodolofo 29.07.2017 12:23
      Highlight Highlight Ich glaube, das hat auch mit der widernatürlichen Vormachtstellung der Männer in vielen Gesellschaften zu tun.
      Bei den meisten anderen Säugetieren haben Muttertiere die Führungsrolle über die Herde inne.
      Sie führen die Herde an die Futterplätze und Wasserstellen, während die Männchen nur beschützen und Rivalenkämpfe austragen.
      irgendwann im Verlaufe der Menschheitsgeschichte ist den Männchen ihre Muskel-Kraft in den Kopf gestiegen. Sie nützten diese Kraft der rohen Gewalt aus und denken sich gleichzeitig Ideologien aus, die ihre Vormachtstellung als Gottgewollt untermauerten.
      ...
    • rodolofo 29.07.2017 12:27
      Highlight Highlight ...
      Heute haben die Frauen die Möglichkeit, ihre frühere Rolle als Führerinnen von Gruppen wieder zurückzuerlangen, da Maschinen ihre geringere Muskelkraft spielend kompensieren können.
      Wir treten also in ein neues, Feministisches Zeitalter ein!
      Die dominanten Alpha-Männchen aus Politik und Wirtschaft leisten zwar erbitterten Widerstand, aber ihnen wird es schlussendlich gleich ergehen, wie den letzten richtigen Appenzellern...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kayle 29.07.2017 10:40
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu unseren angeblich so demokratischen politischen Führern gehen Putin und Erdogan aufs Schärfste gegen Sektierer vor. So hat Putin es geschafft die zerstörerischen Scientologen zu verbieten. Ebenso sind die Zeugen Jehovas und auch die Gülen-Bewegung aus Russland verbannt. Das sind sehr gesunde Entwicklungen, die unserer kränkelnden westlichen Demokratie sehr gut zu Gesicht stünden. Selbst schärfste Erdogan-Kritiker runzeln die Stirn bezüglich unserer Ignoranz ggü. dem Gülen-Problem. Vor den Brüssel-Attentätern warnte Erdogan vergeblich. Über 30 Tote.
    • meine senf 29.07.2017 12:22
      Highlight Highlight Ja, die meisten Sekten mögen es nicht, wenn es neben ihnen nach andere Sekten gibt.
    • SemperFi 29.07.2017 17:38
      Highlight Highlight Genau, starke Führer brauchen wir, damit wir die Krebsgeschüre der kränkelnden Demokratien endlich ausmerzen können.
  • m. benedetti 29.07.2017 10:07
    Highlight Highlight Sie haben Macron vergessen, der wie ein König im goldenen Schloss den Ausnahmezustand in die Verfassung verankern möchte und Frau Merkel, die ihre Macht partous nicht abgeben will und jedem Meinungstrend hinterherhechelt und ihre Ansichten ändert wie ein Chamäleon. Aber gelob hat der Westen den Narzissten Ghaddafi gestürzt um dann ein Fail State zu schaffen mit den bekannten Folgen der kriminell organisierten Migration. Der Versuch in Syrien hat leider nicht ganz so geklappt. Mit Ghaddafi, zweifellos ein Narziss, hätte es diese Welle gar nicht gegeben. Überlegen Sie mal.
    • äti 29.07.2017 10:24
      Highlight Highlight .... "Mit Ghaddafi, zweifellos ein Narziss, hätte es diese Welle gar nicht gegeben. Überlegen Sie mal." - oh, Sie sind auch ein Prophet?
    • rodolofo 29.07.2017 12:12
      Highlight Highlight @ m. benedetti
      "Frau Wackelpudding" (Angela Merkel) hat in den letzten Jahren mehr Charakter und Willensstärke gezeigt, als manche andere Politiker, wie zum Beispiel "Herr Wackelpudding" (Francois Hollande)!
      Und heute scharwenzelt sie nicht um den dummen Trump herum, wie Macron!
      Sie zeigt an den Treffen mit dem Tea-Party-Guru Trump jeweils mit einem resignierten und abgelöschten Gesichtsausdruck, was sie von ihm hält.
      Aber laut sagen darf sie das natürlich nicht!
      Denn sonst wäre der Guru beleidigt und würde Blitze schleudern, wie viele kleine "Grill-Party-Gurülis hier". Tsch tsch...
  • Sapere Aude 29.07.2017 09:11
    Highlight Highlight Politische Religionen sind ja auch nicht wirklich ein neues Phänomen,
    • Angelo C. 29.07.2017 11:25
      Highlight Highlight Richtig, man denke nur an die islamischen Republiken welche auf der getreulichen Umsetzung des Korans beruhen, solche wie Iran, Pakistan, Afghanistan, Gambia, Mauretanien usw.

      Da diese Forderungen Mohammeds aus dem frühen 7. Jahrhundert stammen, sind sie tatsächlich kein neues Phänomen und sie stehen dem demokratischen Gedanken diametral gegenüber....
    • Sapere Aude 29.07.2017 12:23
      Highlight Highlight Unter dem Begriff der politischen Religion werden Phänomene wie der Nationalsozialismus oder Bolschewismus gefasst.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Religion

      Was zu unterscheiden ist von Theokratien wie der Vatikan oder Iran. Die Überschneidungen von Politik und Religion ist auch kein Phänomen, dass alleine im Islam anzutreffen ist.
    • Maracuja 29.07.2017 13:32
      Highlight Highlight Sapere: Politische Religionen sind ja auch nicht wirklich ein neues Phänomen

      1) Was hat Assad, m.E. ein gewöhnlicher Diktator, mit politischen Religionen zu tun, geht es dem nicht einfach ums Überleben? Vertritt das Regime in Syrien noch eine typische Ideologie (wie z.B. in Korea) oder ist der säkulare Nationalismus der Baath-Bewegung nicht längst tot? Welche polit. Religionen vertreten Trump und Putin, geht es denen nicht primär um Bereicherung? Erdogan steht für Islamismus, was eher politisierter Religion als Ideologien wie Nationalsozialismus/Bolschewismus entspricht.
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  • rodolofo 29.07.2017 09:03
    Highlight Highlight Hugo Stamm hat sozusagen "das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt", indem er viele Jahre Sekten und die Verhaltensweisen und Methoden ihrer Mitglieder genauestens studiert hat, wie ein Ethnologe, der exotische Stammesgesellschaften beobachtet.
    Und nun, sozusagen beim "Kopf des Pferdes" angekommen, findet der Forscher heraus, dass eigentlich auch grosse Teile unserer sogenannt zivilisierten Gesellschaft sektenartig funktionieren.
    Tatsächlich lebt in der Sekte das Archaische Stammes-Verhalten weiter, mit dem Guru als Häuptling, den Squaws, die Holz herbei schaffen fürs Feuer und dem Medizinmann...
  • bresse 29.07.2017 08:42
    Highlight Highlight Herr Stamm, bemerkenswert wie sie ihr Innenleben preisgeben. Danke für diese Ehlichkeit!
    • [Chris] 29.07.2017 09:44
      Highlight Highlight Und was wollen Sie uns damit sagen ?
    • äti 29.07.2017 10:26
      Highlight Highlight Hab ich was von Därmen und Mägen gelesen?
    • bresse 30.07.2017 09:26
      Highlight Highlight äti, wenn sie beim wort innenleben, därme und mägen sehen, na dann mahlzeit!
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Wie der Glaube Intoleranz, Rassismus und Homophobie fördert

Die metaphysische und spirituelle Welt ist die Domäne von Religionen. Im Zentrum stehen geistige Werte. Woher kommen wir, was passiert nach dem Tod, was ist der Sinn des Lebens?

Zentral ist dabei die Frage nach Gott oder den göttlichen Instanzen. Es geht also primär um übersinnliche Phänomene, die sich der rationalen Analyse entziehen.

Bei all diesen Phänomenen gibt es keine eindeutigen Antworten. Jede Religion, jeder Glaube, jede Heilslehre setzt andere Schwerpunkte. Noch mehr: Sogar Gläubige …

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