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Das Nexus-Handy am Macbook aufladen: Kein Problem, wenn es kein No-Name-Kabel ist. 

Wie Russisch Roulette: Neu gekaufte USB-Kabel können deinen Laptop zerstören

Ein Smartphone via USB-C-Kabel aufzuladen, kann böse enden. Ein Google-Ingenieur verbrutzelte so sein Notebook – und warnt nun vor Billig-Produkten aus dem Internet.
06.02.2016, 21:02

Russisch Roulette ist ein berühmt-berüchtigtes, weil potenziell tödliches Glücksspiel, das mit einem teilweise geladenen Revolver gespielt wird. Russisch Roulette ist aber auch mit dem Laptop und einem USB-C-Kabel möglich, wie die amerikanische Tech-News-Site The Verge berichtet.

Wer das falsche Kabel kaufe, könne den Computer zerstören. So lautet das alarmierende Fazit des Berichts. Genau dies sei dem Google-Ingenieur Benson Leung passiert. Und er muss es wissen!

Macbook Air lahmgelegt

Leung arbeitet im Chromebook-Team von Google und hat letztes Jahr damit begonnen, im grossen Stil USB-C-Kabel und -Adapter zu testen, die beim Online-Händler Amazon zu haben sind.

Ursprünglich wollte der Google-Ingenieur herausfinden, ob die Kabel und Adapter geeignet sind, sein Chromebook Pixel mit ausreichend Strom für das Aufladen zu versorgen. Das erschreckende Resultat: Von zehn getesteten USB-C-Kabeln konnten nur drei das Notebook richtig aufladen.

Richtig schlimm kam es mit einem Kabel, das sein Notebook (Chromebook Pixel) ausser Gefecht setzte. Betroffen waren die Chips im Chromebook Pixel, die unter anderem den Ladevorgang regeln. In einem Amazon-Review schreibt der Google-Ingenieur, dass eine interne Verkabelung vollkommen falsch verlötet gewesen sei.

Auch der Journalist von The Verge berichtet von einem lahmgelegten Macbook Air. Als er sein Nexus-6P-Smartphone via USB-C-Kabel angeschlossen habe, sei zu viel Strom aus dem Apple-Laptop «gezogen» worden. Immerhin ging der Computer nicht kaputt, er sei automatisch heruntergefahren worden.

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Das muss man wissen!

Laut The Verge ist der Google-Ingenieur der einzige Mensch auf dem Planeten, der uns derzeit weiterhelfen kann. Dazu müssten die Konsumentinnen und Konsumenten wie folgt vorgehen:

  • Zunächst einmal sei es wichtig überhaupt zu wissen, dass es Probleme gebe rund um USB-C. Das gilt auch Adapterkabel, die ermöglichen, ältere Geräte anzuschliessen.
  • Wer herausfinden will, ob ein bestimmtes Produkt gefährlich ist, muss sich die Informationen im Internet holen.
  • Besong Leung veröffentlicht auf dieser Amazon-Website Reviews zu USB-Kabeln. Mittlerweile sind es 44 getestete.
  • Alternativ könne man diese bei Google Docs veröffentlichter Tabelle checken. Oder die Website usbccompliant.com besuchen. Dort sind auch Produktfotos zu sehen. Schliesslich hat sich auch Reddit des Problems angenommen.
  • Nun kauft man sich das Kabel.
  • Dann helfe – wie beim Russischen Roulette – nur noch beten.
  • Anmerkung: Wer nur das Original-Zubehör des Herstellers verwendet, ist natürlich auf der sicheren Seite.

The Verge bezeichnet das Problem als «verrückt». Es handle sich um ein totales Versagen der Industrie, respektive aller Branchenvertreter, die an der Schaffung des neuen USB-Standards beteiligt waren.

Eine schwache bzw. fragwürdige Rolle spiele auch das US-amerikanische Gremium USB Implementers Forum, kurz USB IF, das für die Zertifizierung der USB-C-Produkte zuständig ist.

Die Organisation USB Implementers Forum hat bislang über 60 Kabel zertifiziert. Allerdings sind die entsprechenden Logos häufig nicht auf den Produkten zu finden.<br data-editable="remove">
Die Organisation USB Implementers Forum hat bislang über 60 Kabel zertifiziert. Allerdings sind die entsprechenden Logos häufig nicht auf den Produkten zu finden.
bild: the verge

Auch Amazon kriegt sein Fett weg. Der Online-Händler müsse aufhören, «schlechte» USB-Kabel zu verkaufen, fordert Leung. Als Kunde wolle man sich darauf verlassen, dass die Produkte sicher seien.

Sicheres Kabel? Diese Website verrät es.<br data-editable="remove">
Sicheres Kabel? Diese Website verrät es.
screenshot: usbccompliant.com

iPhone nicht betroffen

USB Type C oder kurz USB-C ist ein neuer, besonders kleiner USB-Anschlusstyp. Wenn man ein Smartphone via Kabel mit einem Laptop verbindet, bezieht der Akku des Smartphones so viel Strom wie möglich. Dass nicht zu viel Strom fliesst und ein Gerät Schaden nimmt, dafür wäre das USB-Kabel zuständig. Denn die in die Geräte eingebauten USB-Schnittstellen sind nicht dafür ausgelegt, die durchfliessende Energie zu limitieren.

USB-C wird bereits von den grossen Playern der Tech-Industrie unterstützt und setzt sich langsam aber sicher durch. Die neuesten Google-Geräte besitzen eine entsprechende Schnittstelle, aber auch die neuen Nexus-Smartphones und das Google-Tablet Pixel C.

Vorreiter war Apple mit dem 2015 lancierten Macbook, das nur noch über eine einzige USB-C-Schnittstelle verfügt. Offenbar nehmen die Apple-Computer dank Schutzmechanismus keinen Schaden.

Im Gegensatz zu den Android-Smartphones ist das iPhone gar nicht betroffen, weil herkömmliche USB-C-Kabel nicht reinpassen. Apple setzt mit der Lightning-Schnittstelle auf eine proprietäre Lösung.

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