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Die Betreiber der Plattform spielen Katz-und-Maus mit der Polizei und der Unterhaltungsindustrie. screenshot: kinox.to

So einfach tricksen Kinox.to-User eine Netzsperre aus

Die Betreiber der illegalen Streaming-Plattform geben praktische Tipps, wie sich die von einem deutschen Gericht verfügte Blockade umgehen lässt.



Während man in der Schweiz über Netzsperren für ausländische Online-Casinos diskutiert, sind in Deutschland bereits Netzsperren für illegale Streaming-Plattformen in Kraft.

Im Februar erliess das Landgericht München eine einstweilige Verfügung, wonach der Internet-Provider Vodafone für seine Kunden den Zugang zum Portal Kinox.to sperren müsse.

Beantragt wurde die einstweilige Verfügung von Constantin Film, einer deutschen Filmproduktionsfirma. Auslöser war gemäss Medienberichten die Verbreitung von «Fack ju Göhte 3».

Seither werden Vodafone-Kunden, die kinox.to im Browser aufrufen, automatisch auf eine Sperrseite weitergeleitet.

Vodafone will den Gerichtsentscheid nicht hinnehmen, wie das Techportal Golem.de am Sonntag berichtete. Mit einem nächsten Entscheid sei noch im Frühsommer zu rechnen.

Zur Begründung, warum die Netzsperre nicht hingenommen wird, sagte eine Sprecherin des Internet-Providers:

«Als Accessprovider vermittelt Vodafone lediglich neutral den Zugang zum Internet. Wir sind der Auffassung, dass nach geltendem Recht Vodafone nicht verpflichtet werden kann, Urheberrechtsverletzungen im Internet durch Sperren einzudämmen.»

quelle: golem.de

Die rechtlichen Grundlagen für Netzsperren seien im deutschen Gesetz nicht vorhanden, argumentiert der Internet-Provider. Die Frage bedürfe der grundsätzlichen gerichtlichen Klärung.

Der juristische Kampf soll bald in die nächste Runde gehen, noch im Frühsommer gebe es eine mündliche Verhandlung.

Gegner des revidierten Spielgeldgesetzes in der Schweiz argumentieren, dass Netzsperren dereinst auch hierzulande gegen illegale Streaming-Seiten eingesetzt werden sollen.

Am 10. Juni entscheidet das Schweizer Stimmvolk.

Kein taugliches Mittel

Interessant aus Schweizer Sicht: Der deutsche Internet-Provider vertritt klar die Position, dass Netzsperren kein taugliches Mittel seien, um Urheberrechtsverletzungen im Internet zu bekämpfen. Es sei mit Kollateralschaden zu rechnen und die technischen Massnahmen liessen sich umgehen.

«Darüber hinaus besteht bei Internetsperren die generelle Gefahr, dass auch nicht rechtsverletzende Inhalte gesperrt werden. Daher erweisen sie sich unseres Erachtens nicht als effektives Mittel, den Zugriff auf illegale Angebote zu erschweren.»

Dass die illegalen Streaming-Plattformen fette Gewinne abwerfen können, ist hinlänglich bekannt. Die Administratoren von Kinox.to tun jedenfalls alles, um die User bei der Stange zu halten. Auf der Streaming-Seite, die trotz mehrerer Polizeiaktionen immer noch Besucher anzieht, heisst es derzeit: 

Liebe User: Dank Constantin Film haben wir in Deutschland bald Internet-Zensur wie in China oder Nord Korea. Sagt Tschüss zum freien Internet! Wir haben dennoch knapp 280~ Ersatzdomains gesichert. Legends will never die! :-)

Sprich: Streaming-Willige sollen das illegale Kinox-Angebot über andere Internet-Adressen aufrufen oder die providerseitige DNS-Blockade umgehen, indem sie einen alternativen DNS-Dienst verwenden, etwa den von Google (8.8.8.8). Dies lässt sich in den System-Einstellungen ganz einfach ändern.

Der Tor-Browser, eine (ebenfalls kostenlos) verfügbare Anonymisierungs-Software, eignet sich hingegen nicht zur Nutzung illegaler Streaming-Angebote. Standardmässig sind da Browser-Erweiterungen wie etwa das Flash-Plugin deaktiviert. Wenn Internet-User diese Sicherheitseinstellung ändern, um Inhalte zu streamen, setzen sie sich beträchtlichen Risiken aus.

Die Vodafone GmbH – eine Tochterfirma des britischen Mobilfunk-Konzerns Vodafone – ist einer der grössten Internet-Provider Deutschlands. Über 40 Millionen Kunden surfen mobil mit einer Vodafone-SIM-Karte, 6,6 Millionen bezahlen für einen Breitband-Festnetz-Anschluss.

Die mutmasslichen Hintermänner von Kinox.to sind flüchtig und werden per internationalem Strafbefehl gesucht.

Die Vorgänger-Seite Kino.to, einstmals die populärste illegale Streaming-Plattform im deutschsprachigen Raum, wurde 2011 von der deutschen Polizei vom Netz genommen.

(dsc)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Simon Probst 29.05.2018 11:14
    Highlight Highlight Die heutige Marktwirtschaft funktionniert so:

    Die firmen versuchen nicht mehr konkurenzfähig zu denken. sie denken an maximalen gewinn, was bedeutet, dass man den eigenen markt um jeden preis schützen will - und das ist nur zu erreichen in dem man gegner verbietet. ansonsten müsste man sich anpassen, und das schlägt zu hart auf den gewinn durch. das geht ja mal überhaupt gar nicht - desshalb netzsperren.

    Desshalb - umgeht die Netzsperren!
  • El Vals del Obrero 29.05.2018 09:29
    Highlight Highlight Wenn das Internet-Sperren-Gesetz für die Durchsetzung von Lotteriebestimmungen bei uns angenommen wird, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir uns auch damit befassen müssen.
  • Robi14 28.05.2018 21:27
    Highlight Highlight ha, das heisst ja, dass die netzsperren bei einem ja zum neuen geldspielgesetz auch einfach umgangen werden können! #Iseewhatyoudidthere
  • Ueli der Knecht 28.05.2018 16:41
    Highlight Highlight "Beantragt wurde die einstweilige Verfügung von Constantin Film, einer deutschen Filmproduktionsfirma",

    die "eine Tochtergesellschaft der Schweizer Highlight Communications AG." mit Sitz in Pratteln/BL ist (ca. 1'000 Mitarbeiter, ca. 400 Mio Umsatz).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_Film
    http://www.highlight-communications.ch/
  • Damo Lokmic 28.05.2018 15:20
    Highlight Highlight Wer seinen Kunden 22.50 CHF oder 19.50 CHF pro Kino-Eintritt aus den Taschen zieht, der hat es auch nicht anders verdient. Von den respektlosen Kiosk-Preisen ganz zu schweigen. Hab ich nur bedingt Verständnis.
  • p4trick 28.05.2018 15:20
    Highlight Highlight Netzsperren mit dem Provider DNS.. HAHAHA ha ha h...
    Welcher User der irgend eine Ahnung hat verwendet denn noch Provider DNS Server? 8.8.8.8 und 8.8.4.4 sind ja seit langem Standard. Und jetzt neu auch 1.1.1.1
    • Alex_Steiner 28.05.2018 16:37
      Highlight Highlight User mit Ahnung wissen, dass 8.8.8.8 Google gehört. User mit Ahnung wissen, dass man Google sicher nicht noch mehr Informationen geben sollte.


      In der Schweiz kann man auch einfach einen guten Provider wählen... sowas wie init7.
    • taisho-corer 28.05.2018 16:47
      Highlight Highlight Die Google DNS Server sind die letzten, die ich verwenden würde ;)
    • ghawdex 28.05.2018 22:42
      Highlight Highlight Ob sich die Leute die mit einem alternativen DNS Server zu dem des entsprechenden ISP eine Sperre umgehen wollen Sorgen um das Datensammeln von Google machen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • davej 28.05.2018 15:01
    Highlight Highlight Wieso sollte man, auf solchen Plattformen, Filme streamen?? Sind doch die meisten, in schlechter Bild und Ton Qualität. Was für eine verschwendung. Heute kriegt man die grössten Fernseher, fast kostenlos. Dazu noch 4K Qualität mit 7.1 Dolbby digital Surround.
    • Nguruh 28.05.2018 15:59
      Highlight Highlight Ich verstehe nicht ganz, wie du vom Streamingangebot auf den Fernseher wechselst? Die Qualität der Streams wird durch einen 4k Fernseher nicht günstiger, auch wenn der "fast kostenlos" ist :)
    • Damo Lokmic 28.05.2018 15:59
      Highlight Highlight Bei dir ist wohl noch nicht durchgedrungen, dass andere Menschen auch andere Bedürfnisse haben. Nicht jeder braucht Dolby Brutal oder 4K-Käse - manchmal reicht ein Film auch nur zum Einschlafen oder mitreden. Und stell dir vor, nicht jeder hat ne miese Qualität.
    • The Destiny // Team Telegram 28.05.2018 16:50
      Highlight Highlight Die streams sind meistens gerippte 1080p Filme, da der Rip meisten eine miese bit rate hat kann man es auch gleich 720p stream nennen.
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