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Dacia Spring: Das günstigste E-Auto der Schweiz bekommt ein Facelift

Der überarbeitete Spring ist nur 3,70 Meter lang und mit 984 Kilo ein Leichtgewicht.
Der überarbeitete Spring ist nur 3,70 Meter lang und mit 984 Kilo ein Leichtgewicht.bild: Dacia/DPP

Das günstigste E-Auto der Schweiz bekommt ein Facelift – und das wird sonst noch neu

Der Dacia Spring kommt ab Sommer mit einem neuen Look daher. Auch unter der Haube gibt es Änderungen – doch nicht so viele, wie man erwarten würde.
21.02.2024, 22:21
Christopher Clausen / t-online
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Der Spring ist Dacias erstes E-Auto – und dank des günstigen Preises durchaus erfolgreich. Aber optisch passte er nicht richtig in die Produktpalette der Rumänen, die in den vergangenen Jahren immer selbstbewusster und mit Mut zur Kante (wie beim neuen Duster) auftrat: zu rund war der kleine Stromer, ein bisschen zu schlicht, etwas unmodern. Das hat einen Grund: Bevor der Spring 2021 in Europa startete, war er schon zwei Jahre lang in China als Renault K-ZE erhältlich. Dort wird er übrigens von Renault-Kooperationspartner Dongfeng gebaut.

Nach einem kleineren Facelift 2022 gibt es jetzt eine Radikalkur für den günstigsten Stromer der Schweiz. Auch wenn Dacia selbst von einem «neuen Spring» spricht: An einigen wichtigen Punkten hat sich nichts verändert.

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Die Optik: Selbstbewusster und moderner

Deutlich selbstbewusster als bisher ist die Optik: beispielsweise an der Fronthaube und dem Heck mit einem markanten dunklen Streifen zwischen den Rückleuchten. Laut Pressematerial gibt es nur ein Bauteil, das am Spring nicht verändert wurde: nämlich das Dach. Auf Chrom und einen Dachgepäckträger verzichtet der Kleinwagen komplett.

Während sich die Grundform des Spring nicht ändert, fällt am Heck vor allem die schwarze Leiste mit Schriftzug auf, die die Rückleuchten verbindet.
Während sich die Grundform des Spring nicht ändert, fällt am Heck vor allem die schwarze Leiste mit Schriftzug auf, die die Rückleuchten verbindet.bild: dacia/DPPI

Zum Vergleich: So sieht der bisherige Spring aus

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bild: dacia

Wo einen bisher im Innenraum der Charme der 2010er-Jahre umwehte, gibt es nun einen vollständig digitalen Tacho mit sieben Zoll und zusätzlich in den höheren Versionen ein hoch angebrachtes zentrales Display mit zehn Zoll und Navifunktion. Sowohl Materialien als auch die Farbpalette haben die Entwickler überarbeitet: So rahmen weisse Elemente das Kombiinstrument, den Wählhebel für das Automatikgetriebe und die Türablagen ein. Die mittleren Lüftungsdüsen werden ebenfalls farbig umrahmt – je nach Ausstattungsversion in Hellgrau, Rot oder Olivgrün. Darüber hinaus hat sich auch an der Funktionalität etwas verbessert: Das Lenkrad ist nun höhenverstellbar.

Aufgehübscht: Das Cockpit wirkt jetzt deutlich moderner, setzt dennoch auf sichtbar günstige Materialien.
Aufgehübscht: Das Cockpit wirkt jetzt deutlich moderner, setzt dennoch auf sichtbar günstige Materialien.bild: dacia/dppi

Zum Vergleich: Das bisherige Cockpit

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bild: dacia

Technik: Nicht überall besser als bisher

Trotz der optischen Änderungen: Der Spring ist sowohl bei den Massen als auch bei der Technik beinahe gleich geblieben. 3,70 Meter lang (vorher: 3,73 Meter), unter eine Tonne schwer (Top-Version «Extreme»: 984 Kilo, sechs mehr als bisher). Der Kofferraum fasst 308 bis 1'004 Liter, als Zubehör lässt sich auch ein sogenannter «Frunk» mit 35 Litern Volumen unter der Vorderhaube einbauen: Das Wort setzt sich aus «Front» und «trunk» (englisch für Kofferraum) zusammen und sorgt für zusätzlichen Stauraum, beispielsweise für das Ladekabel.

Gegen Aufpreis: Der sogenannte «Frunk» unter der Vorderhaube.
Gegen Aufpreis: Der sogenannte «Frunk» unter der Vorderhaube.bild: dacia/dppi

Bei den Assistenten hat Dacia nachgerüstet – auch aufgrund der neuen Regelungen in der EU: Mit an Bord sind nun ein Notbremssystem (innerorts/ausserorts mit Fahrzeug-, Fussgänger-, Radfahrer- und Motorraderkennung), Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarnung, Einparkhilfe hinten, Notbremssignal, Spurwechselwarnung, Spurhalteassistent, Aufmerksamkeitswarner und Notruf (eCall). Damit dürften sich die Chancen erhöhen, ein besseres Crashtestergebnis zu erzielen als zur Einführung 2021: Dort erhielt der Spring nur einen von fünf Sternen – nicht nur wegen des Insassenschutzes (49 Prozent Erfüllungsgrad), sondern auch aufgrund von fehlenden Assistenzsystemen.

Bei den Motorvarianten hingegen wenig Neues: Wie bisher fährt der Spring entweder mit 45 oder 65 PS vor – wobei die schwächere Variante vermutlich weniger gefragt sein dürfte. Im Bestfall gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 14 Sekunden.

Ebenso wenig Steigerung gibt es bei der Batterie: Der Energiespeicher fasst wie bisher 26,8 Kilowattstunden – somit sind laut Dacia Reichweiten von mehr als 220 Kilometern möglich. Die genauen Werte sind noch nicht bekannt, doch auch das aktuelle Modell schafft mit seiner Batterie und in der 65-PS-Version rund 230 Kilometer. Künftig gibt es aber ein regeneratives Bremssystem (Rekuperation), das beim Rollen und beim Bremsen wie ein Generator Strom erzeugt und damit die Batterie speist. Das Fahrwerk ist nun auf 15-Zoll Räder ausgelegt, die Parameter für Assistenzsysteme (auch fürs ESP und ABS) sind neu abgestimmt. Die Federung und Dämpfung wurden ebenso überarbeitet, heisst es von Dacia.

Neu in drei Ausstattungsvarianten
Künftig gibt es beim Spring drei statt zwei Ausstattungsvarianten: Zwischen «Essential» und «Extreme» ist künftig «Expression» angesiedelt. Die Basisversion (u.a. Zentralverriegelung, Parkpiepser hinten) gibt es immer mit 45-PS-Motor, bei der mittleren Variante «Expression» (manuelle Klimaanlage, Regen- und Lichtsensor) können die Kunden zwischen 45 und 65 PS wählen. Die Topversion «Extreme» (u.a. Multimediasystem mit Zentraldisplay, bidirektionales Laden) gibt es immer nur mit 65 PS.

Beim Laden gibt es wenig elektrisierende Nachrichten: Serienmässig ist der Spring wie bisher mit einem Sieben-kW-Wechselstrom-Ladegerät ausgestattet, das die Batterie in weniger als elf Stunden an einer Haushaltssteckdose oder in vier Stunden an einer Sieben-kW-Wallbox von 20 Prozent auf 100 Prozent aufladen kann. Optional ist ein 30-kW-Gleichstromladegerät erhältlich – also alles wie gehabt. Damit ist Schnellladen von 20 Prozent auf 80 Prozent in 45 Minuten möglich. Diverse Autofachmagazine hatten bisher spekuliert, dass Dacia bei der Ladeleistung und auch beim Akku nachlegen könnte, um neuen Wettbewerbern wie dem Citroën e-C3 Paroli zu bieten: Der in Europa gebaute Mini-SUV der Franzosen soll für rund 23'000 Euro rund 320 Kilometer Reichweite bieten, also hundert mehr als der Spring bietet. Immerhin: Der Spring beherrscht in der Topversion nun auch bidirektionales Laden, kann also als Energiequelle für E-Bikes oder andere Geräte dienen.

Blick hinters Lenkrad: Das neue, digitale Kombiinstrument.
Blick hinters Lenkrad: Das neue, digitale Kombiinstrument.bild: dacia/dppi

Dacia argumentiert, man habe die Technik anhand des realen Nutzungsverhaltens der Spring-Besitzer verbessert: Das Auto werde danach täglich 37 Kilometer bewegt, verteilt auf vier Fahrten. Die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit liege bei 37 km/h und mehr als 75 Prozent der Ladungen erfolgten zu Hause. Motoren und Batteriegrösse seien also ideal für die Kunden und ihre Bedürfnisse, einmal Laden während einer Arbeitswoche würde somit reichen.

Das soll der überarbeitete Spring kosten

Bestellstart ist im Frühjahr, die Markteinführung im Sommer 2024. Zu den Preisen schweigt sich Dacia noch aus: Bisher ist der Spring ohne Rabatte ab 20'000 Franken zu haben gewesen (mit Rabatt ab 14'990 Franken). Die Marke kündigt aber in ihrer Pressemitteilung an, der Spring bleibe «das preiswerteste E-Auto in Europa».

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Neruda
22.02.2024 00:55registriert September 2016
Schau an, schau an, ein Elektroauto, das noch haptische Bedienelemente hat. Manchmal ist weniger cool halt einfach besser.
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Ichsagstrotzdem
22.02.2024 07:25registriert Juni 2016
Warum müssen billige Autos auch immer so hässliche Proportionen haben? Warum muss das Ding auf so hohen Stelzen stehen, es ist weder geländegängig noch hat es 4x4?
Ich finde das so schade. Dacia hätte die Möglichkeit, ein knuffiges, praktisches eigenes Design zu präsentieren, bei welchem die Proportionen stimmig sind und die Leute würden sich das Ding gegenseitig aus den Händen reissen.
so schade.
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