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«Super Mario Kart» – Wenn langjährige Freundschaften zerstört werden

Kraftausdrücke hallen durchs Wohnzimmer. Der Hass wird grösser. Der eine jubelt, der andere ist stinksauer. «Mario Kart 8 Deluxe» ist da. Und auch die jüngste Version katapultiert mich zurück in die Vergangenheit, als Freundschaften zerstört wurden. Eine Erinnerung.

simon dick



Das Familienfest ist in vollem Gange. Gläser klirren. Gelächter. Menschen umarmen sich. Zahlreiche Verwandte haben sich bei uns 1993 eingefunden, um irgendetwas zu zelebrieren. Was es genau war, weiss ich nicht mehr. Denn ich hatte nur Augen für mein neues Videospiel: «Super Mario Kart» für die legendäre Spielkonsole «Super NES». Ja, es war Liebe!

Uhhhh… UHHHHHHH, das wird knapp. Sooooo knapp! Jaaaaaaa! Erster!!!

Ich sass vor meinem kleinen, aber feinen Röhrenfernseher in meinem Zimmer und fuhr eine Runde nach der anderen. Meine Augen funkelten. Ein ewiges Lächeln schien sich auf meinem Gesicht eingebrannt zu haben. Ich summte die eingängigen Melodien mit und wippte mit meinen Füssen. Ich war einfach nur glücklich. Ja, manchmal brauchte es nicht viel.

Mit dem süssen, grünen Dinodrachen Yoshi (mein ewiger Favorit!) raste ich über Rennstrecken, nahm geschmeidig jede Kurve mit links, verteilte Bananenschalen und warf mit Schildkrötenpanzern nur so um mich.

Da, ein Stern! Weg da, der gehört mir. Schwups. Meiner! Jetzt hatte ich, so schien es mir, Wahnsinnige-Geschwindigkeit. Der Film «Spaceballs» lässt grüssen. Ich überholte den Schnauzträger Mario und drängte Bowser in den Strassengraben. Macht's gut, ihr Trottel!

Kurz vor dem Ziel erwischte mich jedoch einer dieser saufiesen Schildkrötenpanzer. Eine Hassliebe begann. Ich schleuderte herum und wurde schliesslich reihenweise überholt. Saukerle! Ich fluchte. Mein Controller flog durch den Raum. Doch kurz danach war ich schon wieder auf der Piste. Ich dachte, ich hätte gerade einen Lauf, aber «Super Mario Kart» hat mich gelehrt: Auch wenn mal alles super läuft, kann dich von hinten stets einer wegballern. Darum gilt immer, auch im wahren Leben: Obacht!

Intensive Erfolgsmomente und der pure Hass. Diese beiden Gefühlsausbrüche verkörpert keine andere Spielreihe wie die von «Mario Kart». Das simple, ja süchtig machende Spielprinzip von 1993 schlug ein wie eine Bombe. Ich dachte damals, «Super Mario World» habe diesen Wahnsinns-Sog. Aber «Super Mario Kart» übertraf das noch zusätzlich. Vor allem der Mehrspielermodus hatte es in sich und fesselte stundenlang an den Bildschirm. Stundenlang!  

Ja, genau! Ganz toll! Eine Banane! Wahnsinn! Vielen Dank, Du elender Zufalls-Gott!

Der Spielspass wurde regelmässig mit einem echten Kontrahenten aus Fleisch und Blut verdoppelt. Einer, der immer für ein Rennen zu haben war, war mein lieber Cousin. Mit dem drehe ich auch heute noch regelmässig Runden. Allerdings ziehen wir eher um die Häuser. Mit dem neuen «Mario Kart 8 Deluxe» könnte sich das aber wieder ändern. Die «Switch» wird dann einfach mitgenommen und wir zocken an der Bar. Das wird eine Mordsgaudi. Notiz für später!

Mein Cousin besass damals keinen «Super Nintendo» oder eine andere Daddelkiste, hat sich aber ab und zu Spielkonsolen von mir ausgeliehen. Das heisst: Er war kein Anfänger. Und bei Autorennspielen war er mir immer eine Nasenlänge voraus. Weiss der Bowser warum. Ist wohl so eine Blut-, Gen-, Jedi-Sache...

Bild

Zugegeben, es gab da auch ein paar intensive Momente voller Hass, wo man ausrasten durfte und Fäuste verteilen wollte, weil man wieder im dümmsten Moment einen Schildkrötenpanzer in den Arsch bekam, aber das legte sich dann wieder. Schnell ein Highfive ausgetauscht und weiter ging's. Aber Mordgedanken waren durchaus vorhanden (wenn auch nur ganz kurz).

So kämpften wir immer verbissen bei «Super Mario Kart» um das Siegerpodest. Die Rufe unserer Mamis an den Familienfeiern hörten wir nie. Oder wir ignorierten sie einfach. Man weiss es nicht mehr so genau. Pflicht ist Pflicht! Denn wenn «Mario Kart» auf dem Bildschirm flimmerte, wurde alles andere ausgeblendet. War so, ist so, bleibt so!

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