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Apple und Google bieten App an, die Saudi-Arabien hilft, Frauenrechte einzuschränken



In Saudi-Arabien werden die Rechte von Frauen noch immer sehr stark eingeschränkt. Im ultrakonservativen Königreich darf eine Frau kaum etwas selber entscheiden – fast immer ist die Zustimmung eines sogenannten männlichen «Beschützers» erforderlich. So entscheidet ein Beschützer beispielsweise darüber, wen eine Frau heiraten, welcher Arbeit sie nachgehen oder wohin sie reisen darf. Selbst über alltägliche Dinge, wie den Kauf von Hygieneprodukten, entscheiden oft die Männer.

Bis vor kurzem durften Frauen in Saudi-Arabien nicht einmal Auto fahren:

Um den Beschützern ihre Überwachungstätigkeit zu erleichtern, bietet die Regierung eine Website namens Absher an, auf welcher Männer die Reiserechte ihrer Frauen einfach per Mausklick einschränken können. Mit dem Dienst können die Beschützer Namen und Passnummern «ihrer» Frauen erfassen und anschliessend Reiserestriktionen erfassen. So können die Beschützer festlegen, welche Flughäfen oder Reiseziele für die Frauen verboten sind. Es können sogar ganze Reiserouten erfasst werden, die den Frauen untersagt sind.

Absher Loginmaske

Die Loginmaske von Absher. Bild: Screenshot Absher

Weil Absher vollkommen in das Grenzkontrollsystem von Saudi-Arabien integriert ist, werden Beschützer automatisch per SMS informiert, wenn eine Frau ihren Pass benutzt, selbst wenn ihr das Reiseziel erlaubt ist.

Das Online-Magazin Insider berichtete bereits Anfang Januar über die Existenz dieser Funktion. Durch den Bericht geraten nun Apple und Google immer mehr in die Kritik, denn Absher gibt es auch als App – sowohl im App Store von Apple als auch im Play Store von Google. Obwohl die App dabei hilft, Frauen zu unterdrücken und Menschenrechte einzuschränken, haben weder Google noch Apple die Anwendung aus ihrem Angebot entfernt. Während Apple keine Downloadzahlen ausweist, zählt Absher im Play Store bereits über eine Million Downloads.

Absher

Die Absher-App im Google Play Store. Bild: Screenshot Google Play Store

Für Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Humans Rights Watch verstösst die App ganz klar gegen die Richtlinien der beiden Konzerne. Google und Apple legen in ihren jeweiligen Richtlinien fest, dass Apps verboten seien, die Bedrohung oder Belästigung erleichtern würden. Obwohl die App noch viele weitere, harmlose Dienstleistungen der Regierung anbietet, verstösst Absher mit der Überwachungsfunktion eindeutig gegen diese Regelungen. Jedes Jahr versuchen schätzungsweise mindestens 1000 Frauen aus Saudi-Arabien zu flüchten – etwas, das mit dieser App unterbunden werden soll.

Indessen häufen sich im Play Store die negativen Bewertungen für die App:

Google-Kommentare über Absher

Bild: Screenshot Google Play Store

«Diese App erlaubt es den Männern des Königreichs Saudi-Arabien, ihre weiblichen Angehörigen zu ‹lokalisieren›. Es ist ein verabscheuungswürdiges Werkzeug, das hilft, Frauen zu versklaven.»

Google-Kommentare über Absher

Bild: Screenshot Google Play Store

«Bitte, tue das Richtige und gib dieser App die niedrigste Bewertung.»

Google-Kommentare über Absher

Bild: Screenshot Google Play Store

«Scheiss Patriarchat. Sowas sollte erst gar nicht im App Store sein. Beschämend.»

Google und Apple haben sich bisher beide noch nicht zu den Vorwürfen geäussert. (pls)

Twitter half dieser 18-jährigen Frau bei der Flucht:

Video: watson

US-Kampagne fordert: Frauen auf den Dollar

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