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Muskeln, grimmiger Blick, Schwert in den Händen: Das ist Conan! bild: zvg

Review

Conan beglückt die Gamer mit einem eigenen Videospiel – inklusive Penis- und Brust-Editor

Im neuen Survival-Abenteuer wird man ohne grosse Anleitung in eine raue Barbarenwelt geworfen. Das Ziel ist klar: Überleben. Das ist leichter gesagt als getan. Unser Test verrät, ob das wirklich Spass macht.



«Conan Exiles» war mehr als ein Jahr in der Early-Access-Phase, wo an vielen Dingen herumgebastelt, herumgeschraubt und auf die Kritik der Spielerinnen und Spieler eingegangen wurde. Nun ist der digitale Überlebenskampf fertig und darf auf fast allen Systemen konsumiert werden.

Um was geht es überhaupt?

Zu Beginn des Spiels hängt man wie Jesus am Kreuz, wo man als verurteilter Verbrecher auch seinen Tod finden soll. Doch der Muskelberg Conan höchstpersönlich befreit uns und spricht mit rauer Stimme, dass man sich jetzt mal zusammenreissen und Rache nehmen soll. Warum auch immer. Man soll herrschen, weil nur die Starken überleben und Menschen muss man gefälligst auch mal opfern. Die Botschaft ist klar: Überleben, aufsteigen und dann ordentlich auf den Putz hauen.

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Auch alte Ruinen erzählen eine Geschichte. bild: zvg

Riesenpenisse und Silikonbrüste

Bevor man wie das Vorbild Conan für ordentliche Bluträusche sorgen kann, darf man sich zuerst für ganz viele Dinge entscheiden. Zu welchem Stamm will ich gehören? Trage ich mein Haar eher kurz oder lang? Und wie ausgeprägt wird mein Geschlechtsteil? Bevor es in das barbarische Ödland geht, erstellt man also seinen eigenen Charakter und darf ihn nach Lust und Laune selber gestalten. Die Anzahl der Details und Möglichkeiten sind aber überschaubar. Und wer jetzt nach Gleichberechtigung schreit, kann sich beruhigen. Ja, man kann natürlich auch mit einem weiblichen Avatar spielen. Und ja, die übertriebene Brustphysik ist auch einfach nur dumm.

Das nackte Überleben

Genug der Worte über Penisse und andere Körperteile. Denn das Gehänge oder das Gewippe haben gar keinen Einfluss auf die raue Welt, die einen da erwartet. Vollkommen nackt (ausser ihr entscheidet euch für einen Lendenschurz) wird man in eine sehr raue Barbarenwelt geworfen, wo es wortwörtlich zu überleben gilt. Zu Beginn gibt es zwar einen kleinen Hinweis, wo man in etwa hinlaufen sollte, um sich ein paar nützliche Gegenstände anzufertigen, doch der Reiz, diese grosse Welt selber zu erkunden, ist viel grösser.

Conan Exiles

Im Norden wird es sichtlich kälter. bild: zvg

Zuerst wird gestorben

Klickt man kurz auf die Karte, erhält man einen Überblick auf die Welt, die in unterschiedliche Zonen unterteilt ist. Von der rauen Wüste bis zum eisigen Nordgebiet ist alles vorhanden. Im Vergleich zur Early-Access-Version wurde die Welt übrigens fast verdreifacht. Also geht man in den ersten Stunden auf Entdeckungstour, um reihenweise zu sterben.

Ich wurde erstochen, erschlagen und hinterrücks überfallen. Mir wurde der Kopf abgetrennt, ich wurde von einer Riesenspinne erdrückt und von einem wilden Tier aufgefressen. Nach ein paar ziemlich frustrierten Spielstunden habe ich erst erkannt, wie man mit dem Spiel eigentlich umgehen muss.

Das freie Erkunden kann man machen, doch es ist zu Beginn der falsche Weg. Bevor man sich der rauen Wildnis stellt, müssen die ersten Werkzeuge her, man muss sich mit der Umgebung vertraut machen und die Barbarenwelt erkundigen. Erst danach kann der Spieler, die Spielerin eine eigene Geschichte erleben, die man selber schreiben darf.

Der Weg ist hart

Die offene Spielwelt ist wirklich rau und bestraft sofort, wenn man sich nicht an ihre Gesetze hält. Man wird mit einem Lernprozess konfrontiert, den man in den verspielten Welten lange nicht mehr so intensiv erfahren durfte. Die meisten Spiele sind massentauglich, haben einen leichten Einstieg und bringen schnelle Erfolge für die Spielerinnen und Spieler. «Conan Exiles» ist da anders. Zwar gibt es auch Belohnungen, aber der Weg dorthin ist hart.

«Wer zum ersten Mal in den Online-Modus eintaucht, wird so viel nackte Haut wie noch nie in einem Videospiel vorfinden.»

Kleine Randnotiz: Der Einspielermodus ist übrigens die perfekte Vorbereitung auf den Onlinepart, wo es noch ruppiger zur Sache geht. Wer dann zum ersten Mal in die Welt mit anderen Mitspielern eintaucht, wird so viel nackte Haut wie noch nie in einem Videospiel vorfinden. Also nicht erschrecken, wenn man mit markanten Körperpartien im übertragenen Sinne fast erschlagen wird.

Conan Exiles

Ein Gott oder nur ein Monster? Der Konflikt scheint auf jeden Fall vorprogrammiert. bild: zvg

So geht das Aufleveln!

Hat man sich mit den Grundmechaniken vertraut gemacht, kann es dann Schritt für Schritt losgehen. Dann wird aus dem nackten Verbrecher ein Krieger, ein Architekt oder ein König. Man kann sich also austoben, sich in Schlachten mit anderen Stämmen stürzen oder auch mal die Macht eines Gottes übernehmen. Doch bis es soweit ist, vergehen einige Spielstunden. Selbstverständlich wird dabei auch die eigene Figur mit Erfahrungspunkten ständig verbessert und aufgelevelt. Bis zu 60 Stufen gibt es. Mit dem übersichtlichen und leicht verständlichen Menü geht das kinderleicht, auch wenn die Schrift etwas gar klein geworden ist.  

Manchmal lässt einen das System aber auch hängen. Wenn man etwas Bestimmtes bauen möchte, ist eine genaue Anleitung oder ein Rezept Fehlanzeige. Entweder man experimentiert dann oder geht im Internet auf die Suche. Das unterstreicht zwar den Akt des Überlebens, dass man auf sich alleine gestellt ist, doch das kann auch frustrieren.

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Einfach mal zeigen, wo der Hammer hängt. bild: zvg

Einfach mal die Luft verhauen

Zu Beginn ist das Kampfsystem eine sehr frustvolle Angelegenheit. Mit blossen Händen einen Gegner umzuhauen, wird oft zur Glückssache. Oft schlägt man ins Leere und bekommt dafür selber Hiebe oder gar Pfeile ins Gesicht. Erst wenn man eine ordentliche Waffe in den Händen hält, verbessert sich das Kampfsystem erheblich. Danach schlägt man eher seltener ins Leere und der Stahl trifft dann ordentlich auf das Fleisch.

Von «Bäh» bis «Wow»

«Conan Exiles» ist kein Grafikwunder. Die Umgebungen wirken oft etwas gar karg und verwaschene Texturen erfreuen nicht gerade das Auge. Auch die oft hässlichen Gesichter der Mitbarbaren gehören in ein Horrorkabinett. Und die holzigen Schwimm-Animationen sind ganz, ganz übel.

Doch dann gibt es auch jene Momente, wo man einfach nur stehen bleibt und staunt. Wenn man vor einer riesigen Statue steht und ihre Bedeutung hinterfragt, oder auf einer Bergklippe steht und in der Ferne ein grosses Monster heranpirschen sieht, verzeiht man den Entwicklern dann gerne, dass man sich nicht um Details gekümmert hat.

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Die Optik weiss durchaus zu verzücken. bild: zvg

Ich werde überleben!

Fazit: «Conan Exiles» ist kein Spielchen für zwischendurch. Der Survival-Titel braucht Zeit und Geduld, bis er seine Qualitäten zeigen darf. Egal ob man alleine die Barbarenwelt erkunden oder sich online mit Freunden zum Herrscherstamm zusammenrotten möchte, der Langzeitspielspass ist gesichert. Das Spiel fordert viel, gibt aber auch viel zurück. Erhält man eine Belohnung oder wird auf das nächste Level gehoben, fühlt man sich stolz und die Motivation steigt an, die Karriereleiter weiter nach oben zu steigen. Das Spiel besitzt zudem diesen intensiven Nervenkitzel, dass man überall und jederzeit eins übergezogen bekommt. Der Kampf um das nackte Überleben wurde in einem Videospiel schon lange nicht mehr so glaubhaft und intensiv vermittelt.

«Conan Exiles» ist erhältlich für Playstation 4, Xbox One und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

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Video: srf/SDA SRF

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bart-Olomäus 14.05.2018 19:59
    Highlight Highlight Ich wünsche einen Artikel zur DAYZ Beta :D
  • Nelson Muntz 13.05.2018 16:15
    Highlight Highlight „Und ja, die übertriebene Brustphysik ist auch einfach nur dumm.“

    Dachte die Rosenverteilerin ist erst morgen wieder Thema
  • Gawayn 13.05.2018 15:24
    Highlight Highlight Funcom ist für mich eh gestorben.
    Der Vorgänger "Age of Conan" war mühsam genug.

    Vor allem, haben die mir das Jahresabo ohne Vorwarnung verlängert.

    Die Boni, die es üblicherweise für 1 Jahr gibt, wurde nicht gegeben.
    Zurück buchen ging auch nicht.

    Diese Spiele kann man machen, wenn man kein interessantes Leben und sonst keine Herausforderungen kennt.
    Ausserdem extrem viel Zeit übrig hat.

    Ich würde aber eher empfehlen sein Leben interessanter zu machen, statt sein Leben in dem Spiel verbringen.

    Denn mit so 2 Stunden 3x die Woche, kommt man dort, nirgendwo hin...
    • Jialdu 13.05.2018 15:56
      Highlight Highlight Abgesehen von deiner Erfahrung mit Funcom:
      Age of Conan (MMO) kannst du nicht mit Conan Exiles (Survival) vergleichen.
      Dass ein MMO in der Regel mehr Zeit benötigt als andere Spielgenres, widerspreche ich dir nicht. Jedoch kann man trotzdem ein interessantes Leben mit Vollzeitstelle und eine Menge anderer Hobbys haben.
    • Gawayn 13.05.2018 16:39
      Highlight Highlight Der Tag hat für alle 24 Stunden.
      Keine Sekunde mehr.

      In solchen spielen, verbringen die Meisten 6 Stunden täglich und mehr.

      Das sind ein Viertel eines Tages.
      Wenn man von 6 Stunden Schlaf aus geht, hat man für essen, Arbeit Weg hin und zurück, die Hälfte des Tages übrig.

      Sorry.
      Das geht rein rechnerisch nicht auf.
      Viele Hobbys und soziale reale Kontakte dazu.
    • Domimar 14.05.2018 06:18
      Highlight Highlight @Gawayn Es gibt einige Vollzeitarbeitslose, bei denen es den Anschein hat, dass sie solche Spiele dominieren (Age of Conan, nicht Conan Exiles). Wenn man sich aber etwas damit beschäftigt, merkt man schnell, dass es mehr als genug andere Spieler hat (erlebe gerade wieder Elder Scrolls Online). Mit diesen Spielern kann man eine gute Zeit verbringen, ohne den unnötigen Stress und die unnötige Hektik und den Online-Zwang. Bei einem normalen Job, mit Partnerin und ausgewogenem Schlaf. Und sorry, 6 Stunden am Tag spielen? Nein. Kann ich nicht bestätigten. Eher 2-3 unter der Woche, maximal.

Warum ich von «Control» (zuerst) enttäuscht wurde

Der neue Mystery-Thriller aus dem Hause Remedy ist verwirrend, nervenaufreibend und oft einfach nur hässlich unfair. Doch je länger man sich in dieser verschachtelten Welt aufhält, desto mehr darf man «Control» geniessen.

Was habe ich mich auf «Control» gefreut. Ich war voller Zuversicht. «Alan Wake» aus dem Jahr 2010 war für mich ein Meisterwerk und hat mich in eine Welt gesogen, die mir unvergessliche Erlebnisse bescherte. Als «Quantum Break» 2016 auf uns losgelassen wurde, war die Vorfreude ebenfalls gross. Doch so ganz konnte diese Mischung aus Videospiel und TV-Serie nicht überzeugen. Das Ganze war unterhaltend, ohne aber irgendwelche grossen Fussabdrücke zu hinterlassen.

«Control» ist da wieder …

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