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Quickline lanciert ein kostenloses nationales TV-Angebot mit Replay- sowie Aufnahmefunktion, das ohne Werbung auskommt.

Paukenschlag im TV-Markt: Quickline bringt die erste Gratis-TV-App, die keine Werbung hat

Quickline – die Nummer drei im TV-Markt hinter Swisscom und UPC – will mit einer Gratis-TV-App den heimischen Anbietern Zattoo, Wilmaa, Teleboy oder auch dem US-Streamingdienst Netflix Konkurrenz machen.



Das neue TV-Angebot von Quickline ist das einzige der Schweiz, das umsonst ist und ohne Werbung eine Replay- sowie Aufnahmefunktion hat. Bei allen anderen Anbietern muss man bezahlen, wenn man ohne Werbung Sendungen aufnehmen oder im Nachhinein schauen will.

Zum Start, der spätestens am 25. September erfolgen soll, ist eine App für das iPhone und Android-Geräte verfügbar. Später werde eine Webversion kommen, sagte Konzernchef Nicolas Perrenoud am Dienstag. Und es bestehe die Möglichkeit, das neue Gratis-Angebot auch auf das TV-Gerät zu bringen.

Mit dem neuen TV-Angebot wolle Quickline schweizweit expandieren, sagte Perrenoud. Denn der Kabelnetzverbund sei bisher auf die rund 400'000 Haushalte in seinem Kabelnetzgebiet beschränkt gewesen.

Dies solle sich nun ändern. Das neue TV-Angebot solle in der ganzen Schweiz neue Kunden bringen und Quickline als ernstzunehmenden Spieler im TV-Markt positionieren, sagte Perrenoud. Ziel sei es, von der Position der Nummer drei näher an die Nummer zwei heranzurücken.

Nummer zwei als Ziel

Diese ist derzeit die grösste Kabelnetzbetreiberin UPC mit 1.233 Millionen TV-Kunden hinter Branchenprimus Swisscom mit 1.447 Millionen Fernsehabonnenten. Quickline wolle in den nächsten drei Jahren den Abstand von rund 700'000 Haushalten zur Nummer zwei deutlich verringern, sagte Perrenoud. «Irgendwann» wolle man Nummer zwei im Schweizer Fernsehmarkt werden.

Im Unterschied zum bisherigen TV-Angebot auf der Quickline-TV-Box im Wohnzimmer hat die neue Gratis-TV-App allerdings nur 30 Stunden Replay-Funktion statt sieben Tage. «Das befriedigt 80 Prozent der Kundenbedürfnisse, denn die meisten Kunden schauen im Nachhinein das Programm der letzten 30 Stunden an und nicht der letzten sieben Tage», sagte Perrenoud.

Zudem ist die Aufnahmekapazität auf 10 Stunden begrenzt. Das ist vergleichsweise wenig.

Allerdings werde das Gratis-TV-Angebot weiterentwickelt. Und da sei die Erweiterung auf sieben Tage Nachhol-Fernsehen eine Option, sagte Perrenoud.

Kräftiges Wachstum

Im ersten Halbjahr hat Quickline entgegen dem Trend in der Telekombranche erneut kräftig zugelegt. Der Umsatz des vor allem im Mittelland tätigen TV-, Internet- und Telefonieanbieters kletterte um knapp 14 Prozent auf 131 Millionen Franken.

Besonders deutlich wuchsen das Telefonie- und das Internetgeschäft. Die Zahl der Internetkunden bei den 24 Kabelnetzbetreibern des Verbundes nahm um gut 17 Prozent auf 178'000 zu. Bei der Telefonie betrug das Plus gar über ein Drittel auf 138'000 Kunden, wobei sich hier die kleine Mobiltelefonie verdoppeln konnte.

Man profitierte von der bevorstehenden Abschaltung der analogen Festnetztelefonie bei der Swisscom, sagte Perrenoud. Zahlreiche Kunden würden vom «Blauen Riesen» zu Quickline, Sunrise oder anderen Kabelnetzanbietern wechseln.

Sogar im Fernsehgeschäft ist Quickline entgegen dem Branchentrend gewachsen. Die Zahl der TV-Kunden stieg um knapp 7 Prozent auf 381'000. Das Wachstum ist allerdings der Übernahme von neuen Partnernetzen zu verdanken. Ohne diese hätte der Quickline-Verbund gut 2 Prozent der TV-Kunden verloren. Aus eigener Kraft ohne die drei neuen Partnernetze hätte der Verbund den Umsatz knapp 7 Prozent gesteigert.

Im zweiten Halbjahr dürfte es schwierig sein, die Wachstumsraten des ersten Semesters zu halten, sagte Perrenoud. Aber man werde im Gesamtjahr ansprechende Wachstumsraten ausweisen. Zu den Gewinnzahlen machte Quickline keine Angaben. (oli/sda)

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