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Darum ermittelten die US-Behörden gegen Tesla

A driverless Tesla robotaxi, a ride-booking service, moves through traffic, Sunday, June 22, 2025, in Austin, Texas. (AP Photo/Eric Gay)
Musk Self Driving Promises
Tesla soll Unfallmeldungen zurückgehalten haben. Bild: keystone

Darum ermittelten die US-Behörden gegen Tesla

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde ermittelt gegen Tesla wegen verspäteter Unfallmeldungen. Für Elon Musk könnte das gefährlich werden – mitten in der heissen Phase seines Robotaxi-Projekts.
29.08.2025, 08:5329.08.2025, 08:53
Markus Abrahamczyk / t-online
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t-online

Tesla steht erneut im Visier der US-Behörden. Die Verkehrsaufsicht NHTSA prüft, ob der Autobauer Unfälle mit Autopilot- und Full-Self-Driving-Systemen rechtzeitig gemeldet hat. Seit 2021 müssen solche Unfälle innerhalb von fünf Tagen nach Bekanntwerden gemeldet werden. Tesla soll Berichte teilweise erst Monate später eingereicht haben – teils in Sammelberichten.

Der Konzern nennt ein inzwischen behobenes Problem bei der Datenerfassung als Ursache. Ob die Erklärung die Behörden überzeugt, ist unklar.

Tesla dominiert Unfallstatistik

Seit Einführung der Meldepflicht wurden 2'308 Unfälle mit Teslas Autopilot oder Full-Self-Driving registriert – fast neun von zehn aller gemeldeten Fälle dieser Art. Der hohe Anteil hängt allerdings auch damit zusammen, dass Tesla marktführend im Bereich teilautomatisierter Fahrzeuge ist.

Im vergangenen Oktober begann die NHTSA ausserdem, Probleme bei widrigen Sichtverhältnissen zu untersuchen. Nebel oder andere schlechte Sichtbedingungen könnten mehrere Unfälle verursacht haben – darunter mindestens ein tödlicher. Betroffen sind 2,4 Millionen Fahrzeuge. Das ist nahezu die gesamte US-Flotte.

Gerichtliche Verfahren und Risiken

Parallel laufen weitere Verfahren: In Florida wurde Tesla zu 242 Millionen Dollar Schadensersatz verurteilt. Grund ist ein tödlicher Unfall von 2019, bei dem eine 22-jährige Frau starb und ihr Begleiter schwer verletzt wurde. Der Fahrer hatte den Autopiloten aktiviert und war kurz abgelenkt, als der Unfall geschah. Elon Musk kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Obendrein prüft Kalifornien derzeit, ob Teslas Werbung für Autopilot und Full-Self-Driving irreführend ist. Ein positives Urteil könnte die Verkaufslizenz in dem Bundesstaat für 30 Tage aussetzen. Tesla bestreitet die Vorwürfe.

Robotaxi-Projekt stockt

Trotz der Ermittlungen läuft das Robotaxi-Projekt weiter, kommt allerdings bislang nicht in Schwung. In Austin (Texas) sind weiterhin nur einige wenige selbstfahrende Model Y mit ausgewählten Kunden und Tesla-Mitarbeitern auf dem Beifahrersitz als Aufpasser auf den Strassen. Derweil zieht Rivale Waymo mit vollständig autonom fahrenden Taxis in mehreren Städten jeden Tag weiter davon.

Die Ermittlungen und Verfahren kommen daher zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Verkaufszahlen sind schwach, Boykottaufrufe wegen Musks politischer Aussagen belasten die Marke. Gleichzeitig setzen Investoren grosse Hoffnungen in das Robotaxi-Geschäft. Ob die regulatorischen Hürden den Zeitplan durchkreuzen werden, ist offen.

Verwendete Quellen:

  • theevreport.com: NHTSA Audits Tesla’s Delayed Crash Reports (Englisch)
  • businessinsider.com: Federal regulators probe Tesla over not properly reporting crashes involving Autopilot and Full Self-Driving (Englisch)
  • auto-motor-und-sport.de: Tesla unter Beobachtung der Behörden: Verspätete Unfallberichte gefährden Robotaxi-Pläne
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