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Unter Druck: Facebook-Boss Mark Zuckerberg.
Unter Druck: Facebook-Boss Mark Zuckerberg.Bild: AP/AP

Mit diesen 3 Schritten reagiert Facebook auf den Daten-Skandal

21.03.2018, 20:5222.03.2018, 06:59

Im seit Tagen schwelenden Skandal rund um die missbräuchliche Verwendung von Facebook-User-Daten durch die Daten-Analysefirma Cambridge Analytica hat sich Facebook-Boss Mark Zuckerberg erstmals geäussert.

Auf seinem Facebook-Profil veröffentlichte er eine Erklärung, in welcher er Fehler eingestand und sich zur Verantwortung des Unternehmens zum Schutz der User-Daten bekannte. Die wichtigsten Schritte, um eine Wiederholung des Datenmissbrauchs wie im Fall Cambridge Analytica zu verhindern, seien bereits eingeleitet worden. 

Das schreibt Zuckerberg: Das Wichtigste in Kürze

  • Fehler eingeräumt: «Wir haben eine Verantwortung, eure Daten zu schützen. Wenn wir dazu nicht in der Lage sind, haben wir es nicht verdient, euch zu dienen. Wir haben Fehler gemacht, es gibt noch Dinge zu tun und wir müssen uns mehr anstrengen, diese umzusetzen. (...) Das war ein Vertrauensbruch von Facebbok gegenüber den Menschen, welche mit uns ihre Daten teilen und von uns erwarten, dass wir diese beschützen. (...) Ich habe Facebook gegründet und bin letzten Endes dafür verantwortlich, was auf unserer Plattform geschieht.»
  • Facebook hat bereits reagiert: «Ich habe hart daran gearbeitet, zu verstehen, was genau passiert ist. Und was getan werden muss, um sicherzustellen, dass das nicht erneut passieren kann. Die gute Nachricht ist: Die wichtigsten Schritte, um zu verhindern, was jetzt bekannt geworden ist, haben wir bereits vor Jahren unternommen.»  
  • Cambridge Analytica hat uns getäuscht:  Zuckerberg beschreibt die Geschichte rund um den aktuellen Datenmissbrauch-Skandal. 2013 habe der Forscher Aleksandr Kogan mit Einverständnis von Facebook eine Persönlichkeitsquiz-App programmiert, welche rund 300'000 Leute heruntergeladen hatten. Aufgrund der damaligen Funktionsweise von Facebook habe Kogan damit Zugang zu den Daten von Millionen von Freunden jener 300'000 Usern seiner App erhalten.

    2014 habe man den Zugang zu solchen Daten «dramatisch eingeschränkt». Entwickler mussten ab dann bei Facebook um Erlaubnis bitten, um von den Usern ihrer Apps sensible Daten zu verlangen.

    2015 habe Facebook von Journalisten des britischen «Guardian» erfahren, dass Kogan User-Daten mit der Firma Cambridge Analytica geteilt hatte. Weil das ein Verstoss gegen die Regeln für Entwickler sei, habe man Kogans App von Facebook verbannt. Facebook habe von Kogan und Cambridge Analytica die Löschung sämtlicher Daten verlangt. Daraufhin hätten Kogan und Cambridge Analytica eine entsprechende Zusicherung abgegeben.

    Erst letzte Woche habe man aus Medienberichten erfahren, dass offenbar entgegen der Zusicherung nicht sämtliche Daten gelöscht worden seinen.
  • Untersuchung soll Klarheit bringen: «Als Reaktion haben wir Cambridge Analytica sofort von unseren Dienstleistungen ausgeschlossen. Die Firma hat zugestimmt, von einer externen Firma überprüfen zu lassen, ob ihre Aussage, alle Daten gelöscht zu haben, der Wahrheit entspricht. Facebook arbeitet mit Regulierungsbehörden zusammen, die untersuchen, was geschehen ist.

Diese drei Schritte unternimmt Facebook jetzt

  • Untersuchung aller Apps: «Wir werden alle Apps anschauen, die Zugriff zu einer grossen Menge Daten hatten. Bei verdächtigen Aktivitäten werden wir eine vollständige Untersuchung durchführen. Entwickler, die einer solchen nicht zustimmen, werden wir von Facebook verbannen. Wenn wir bei einem Entwickler einen Missbrauch von persönlichen User-Daten feststellen, verbannen wir ihn und informieren die betroffenen User.
  • Zugriff auf Daten einschränken: «Wir werden den Zugriff von Entwicklern auf User-Daten weiter einschränken. Beispielsweise verlieren Entwickler den Zugriff auf deine Daten, wenn Du ihre App in den letzten drei Monaten nicht benutzt hast. Wir schränken die Datenmenge ein, welche Entwickler beim Einloggen auf ihre App von dir verlangen können: Du musst nur deinen Namen, dein Profilbild und deine E-Mail-Adresse angeben. Entwickler müssen nicht nur eine Erlaubnis haben, um dich um Zugriff auf deine Posts oder sonstige private Daten zu bitten. Neu müssen sie dafür müssen einen Vertrag unterzeichnet haben. In den nächsten Tagen werden wir noch weitere Neuerungen kommunizieren.»
  • User sollen Durchblick haben: «Wir wollen sicherstellen, dass Du weisst, welchen Apps Du erlaubt hast, auf deine Daten zuzugreifen. In den nächsten Monaten werden wir allen Usern ein Tool zuoberst auf ihrem News Feed anzeigen. Dort siehst du alle Apps die du benutzt hast und erhältst eine einfache Möglichkeit, deine Zustimmung rückgängig zu machen, mit der diese Apps auf deine Daten zugreifen. Dieses Tool gibt es bereits in den Privatsphäre-Einstellungen. Jetzt setzen wir es zuoberst auf deinen News Feed, damit es alle User sehen.»

(cbe)

Was bisher geschah: Unsere Berichterstattung zum Facebook-Skandal

Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird

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Was Facebook erlaubt – und was gelöscht wird
quelle: epa/epa / ritchie b. tongo
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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Majoras Maske
21.03.2018 21:31registriert Dezember 2016
"Uns ist es sehr wichtig Ihre Daten, die wir für Milliarden verkaufen, zu schützen."
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Drusbert
21.03.2018 21:03registriert Oktober 2017
Hört doch endlich auf zu lügen, das wäre ein Anfang.
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äti
21.03.2018 23:46registriert Februar 2016
Ist Analytica nicht bloss die Spitze des Eisberges?
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«Digitales Münchhausen» – Wenn Jugendliche sich selbst im Netz beleidigen
«Die ist so hässlich», «Der ist so überflüssig», «Gibt's dich auch in witzig?» – Was nach typischen Mobbing-Sätzen klingt, kann auch einen ganz anderen Hintergrund haben. Denn nicht immer sind es andere, die über einen Jugendlichen verletzende Sätze im Internet verbreiten.

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