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Auswirkungen von Alkohol seien schon bei Mengen zu spüren, die bisher als «risikoarm» eingestuft werden, warnte eine am Mittwoch im Medizin-Fachjournal BMJ veröffentlichte Studie.
Auswirkungen von Alkohol seien schon bei Mengen zu spüren, die bisher als «risikoarm» eingestuft werden, warnte eine am Mittwoch im Medizin-Fachjournal BMJ veröffentlichte Studie.Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Jetzt musst du stark sein: Selbst «mässiger» Alkoholkonsum könnte das Gehirn schädigen

07.06.2017, 18:0708.06.2017, 17:31

Alkohol ruft möglicherweise schon in moderaten Mengen Gehirnschäden hervor. Auswirkungen seien schon bei Mengen zu spüren, die bisher als «risikoarm» eingestuft werden, warnte eine am Mittwoch im Medizin-Fachjournal BMJ veröffentlichte Studie. Deren Autoren fordern einer Überprüfung der – schon bisher unterschiedlichen – nationalen Richtlinien zum Alkoholgenuss.

Die negativen Effekte von starkem Alkoholkonsum sind hinlänglich untersucht. Doch zu den potenziellen Schäden durch «moderaten» Konsum nach bisheriger Definition etwa zwei bis drei Gläser Wein am Tag – gibt es kaum und nur wenig aussagefähige Untersuchungen.

«Sucht Schweiz» definiert risikoreichen Alkoholkonsum ab 14 Drinks pro Woche bei Frauen, ab 24 Drinks bei Männern.
«Sucht Schweiz» definiert risikoreichen Alkoholkonsum ab 14 Drinks pro Woche bei Frauen, ab 24 Drinks bei Männern.

Die nun veröffentlichte Studie zeigt, dass das Risiko moderaten Trinkens unterschätzt worden sein könnte: Bei Männern und Frauen, die über Jahrzehnte hinweg 14 bis 21 Gläser Alkohol pro Woche konsumieren, ist das Risiko einer Schrumpfung des Hippocampus doppelt bis drei Mal so hoch wie bei Nichttrinkern. Dieser Hirnbereich ist für das Gedächtnis und die räumliche Orientierung zuständig. Darüber hinaus schnitten die moderaten Alkoholtrinker bei einigen Sprachtests schlechter ab als Abstinenzler.

Für ihre Studie werteten die Forscher der Universität von Oxford und des University College London die Daten von 550 Männern und Frauen aus, die über 30 Jahre hinweg im Rahmen der sogenannten Whitehall-II-Gesundheitsstudie regelmässig untersucht worden waren. Keiner der Probanden war zu Beginn der Studie Alkoholiker, doch wurden auch immer ihr Alkoholkonsum abgefragt und Gehirntests vorgenommen.

Moderates Trinken wird laut einer Studie unterschätzt. 
Moderates Trinken wird laut einer Studie unterschätzt. Bild: Paul Sakuma/AP/KEYSTONE

Die Studienautoren betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie und keine Experimente handelte und somit keine eindeutigen Rückschlüsse auf Ursachen und Wirkung möglich seien. Auch wiesen sie auf die geringe Zahl der Probanden hin.

Dennoch raten sie, die nationalen Richtlinien zum Alkoholgenuss zu überarbeiten. In Grossbritannien geschah das bereits im vergangenen Jahr: Die Regierung empfiehlt seitdem, nicht mehr als 14 «Drinks» pro Woche zu konsumieren. Spaniens Regierung setzt die Schwelle bei 35, die USA bei 24,5 Drinks. «Sucht Schweiz» definiert risikoreichen Alkoholkonsum ab 14 Drinks pro Woche bei Frauen, ab 24 Drinks bei Männern. Frauen wird in fast allen Ländern geraten, deutlich weniger zu konsumieren als Männer. (sda/afp)

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dömzger
07.06.2017 18:58registriert Dezember 2014
Darum: trinkt nicht mehr, raucht nicht mehr, esst nur noch Gemüse, tragt auch im Bett einen Helm und geht möglichst nie nach draussen. So werdet ihr hundertzwanzig Jahre alt, auch wenn ihr womöglich eure letzten dreissig Jahre im Pflegeheim verbringen werdet.
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who cares?
07.06.2017 18:37registriert November 2014
Naja, wer zwei bis drei Gläser jeden (!) Tag trinkt, gilt für mich schon als nicht mehr gesund. Auch 14 Gläser in der Woche finde ich viel.
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Q.uark
07.06.2017 18:58registriert Juli 2015
Bin verwirrt... und dann gleich anschliessend ein gesponserter Artikel... von wem wohl...?
Jetzt musst du stark sein: Selbst «mässiger» Alkoholkonsum könnte das Gehirn schädigen
Bin verwirrt... und dann gleich anschliessend ein gesponserter Artikel... von wem wohl...?
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