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Nach 20 Jahren Krieg und Streit: Äthiopien und Eritrea schliessen Frieden



Nach jahrzehntelanger Feindseligkeit haben Äthiopien und Eritrea offiziell ihren Kriegszustand beendet. Der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Issaias Afwerki unterzeichneten am Montag eine «Gemeinsame Erklärung des Friedens und der Freundschaft».

epa06873362 (FILE) - A composite file image showing  Ethiopia's Prime Minister Abiy Ahmed (R) in Aba Geda, Ethiopia, 02 November 2017, and Isaias Afwerki (L), President of Eritrea dated  21 September 2011 in New York, New York, USA (re-issued 08 July 2018). Media reports on 08 July 2018 state Abiy Ahmed and Isaias Afwerki met in Asmara, Ethiopia for peace talks. It is the first time leaders of the two nations met for talks in some 20 years.  The two nations waged a war against each other from May 1998 to June 2000, with an estimated 80,000 people dying.  EPA/STR

Friedensvertrag unterzeichnet: Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed und Eritreas Präsident Isaias Afwerki Bild: EPA/EPA

Das teilte der eritreische Informationsminister Yemane Gebremeskel mit. Beide Länder strebten nun eine «enge Zusammenarbeit im politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und sicherheitspolitischen Bereich» an.

Die Erklärung markiert eine Kehrtwende im Verhältnis der beiden Staaten: Wegen eines Grenzstreits führten sie von 1998 bis 2000 einen erbitterten Krieg gegeneinander, in dem rund 80'000 Menschen getötet wurden. Danach lagen die Beziehungen auf Eis.

Eritrea hatte sich erst Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt.

Der neue äthiopische Ministerpräsident Abiy leitete nach seinem Amtsantritt im April die Aussöhnung ein. Bereits am Sonntag vereinbarten beide Seiten bei Abiys Besuch in Eritreas Hauptstadt Asmara die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen.

Äthiopiens Rückzug

Botschaften und Grenzen sollten wieder geöffnet, Flugverbindungen wieder eingerichtet und Häfen wieder zugänglich gemacht werden, sagte Abiy nach seinen Gesprächen mit dem eritreischen Präsidenten. Zuvor hatten sich die beiden Politiker bei ihrer Begrüssung in Asmara umarmt – eine vor kurzem noch undenkbare Geste.

In this grab taken from video provided by ERITV, Ethiopia's Prime Minister Abiy Ahmed, background centre is welcomed by Erirea's President Isaias Afwerki as he disembarks the plane, in Asmara, Eritrea, Sunday, July 8, 2018. With laughter and hugs, the leaders of longtime rivals Ethiopia and Eritrea met for the first time in nearly two decades Sunday amid a rapid and dramatic diplomatic thaw aimed at ending one of Africa's longest-running conflicts. (ERITV via AP)

Die historische Umarmung zwischen Abiy Ahmed und Isaias Afwerki. Bild: AP/ERITV

Abiy hatte in seiner Antrittsrede versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen. Anfang Juni kündigte er an, den Beschluss einer von der UNO unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 «vollständig» umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenen Gebieten zurückziehen.

Bislang hatte Äthiopien sich geweigert, den Schiedsspruch zu akzeptieren. Immer wieder kam es zu Scharmützeln, bei denen über die Jahre mehrere hundert Menschen getötet wurden. (sda/afp)

Bus verpasst? Scheiss Wetter? Keine Milch mehr?

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Video: watson/Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kyle C. 09.07.2018 23:03
    Highlight Highlight Schon beim lesen des Titels dachte ich mir: Jetzt kommen die üblichen Verdächtigen damit, dass nun alle Eritreer nach Hause sollen/können/dürfen/müssen. Und da waren sie auch schon, die erwarteten Kommentare....
  • DerSimu 09.07.2018 20:11
    Highlight Highlight Das wird die Eritreer in der Schweiz sicher freuen :)
  • Mischa Müller 09.07.2018 19:57
    Highlight Highlight Fast jeder Mensch in der 1. Welt ist verantwortlich für den eigenen Luxus. In Entwicklungsländer fährt 1x / Tag ein Bus, bei "scheiss" Wetter droht Dürre oder Überschwemmung, ohne Milch droht Mangelernährung! Also bitte Autor: auch Du hast Firstworldproblems, nicht nur die Anderen... danke.
  • Mischa Müller 09.07.2018 19:54
    Highlight Highlight Ehm... Firstworldproblems: Im Titel "Bus verpasst, scheiss Wetter, keine Milch mehr"... genau diese Begebenheiten sind keine 1. Welt Probleme. Sondern sind mitunter in 3. Welt Länder schlimmer als bei uns. Was im Video gesagt wird stimmt. Typisch Wohlstandsverwahrlosung. Elektroprobleme etc. Aber weshalb im Titel genau drei Dinge stehen, die schlimmer sein können, ist mir ein psychologisches Rätsel... w
  • Kubod 09.07.2018 19:24
    Highlight Highlight Eine gute Nachricht.
    Schön, dass es auch das gibt.
    Einzusehen, dass ein bewaffneter Konflikt ausser Schwanzlängenmessen und viel Leid nix bringt und dann den Stolz und Rachegelüste hintanzustellen.
    Das zu beenden und neu gemeinsame Pläne und Projekte zu schmieden ist wahre Grösse.
    Chapeau
  • AnDerWand 09.07.2018 18:50
    Highlight Highlight Nehmen nun die Fluchtwellen/ Asylgesuche ab von den Ländern? Oder was bedeutet das? Bitte etwas mehr Konext
  • Bündn0r 09.07.2018 17:49
    Highlight Highlight Somit können die 9488 vorläufig aufgenommenen Eritreer unverzüglich zurückgeschafft werden. Ein Grosteil der 3826 mit Ausweis Kat. N dürften kurz darauf folgen.
    Äthiopien: 878 und 596
    Die gewonnenen Ressourcen können genutzt werden, um Personen die nicht nur aus Armut fliehen zu helfen. Armut ist schliesslich kein Asylgrund nach Genferkonvention.
  • Konzeptionist 09.07.2018 17:12
    Highlight Highlight Eine Entleerung der öffentlichen Plãtzen müsste nun die Folge sein richtig? Immerhin scheint es nun weniger « gefährlich » zu sein in Eritrea
  • demokrit 09.07.2018 16:14
    Highlight Highlight Damit fällt jeder Asylgrund dahin.
    • Mutzli 09.07.2018 17:55
      Highlight Highlight Ach du heiliger Bimbam, statt das man sich ein wenig über zaghaft gute nachrichten freuen kann, muss gleich mit der Asylpanikkelle angerührt werden. Mal abgesehen davon dass man erst noch sehen muss, was dieses versprechen hält: solange der eritreeische militärdienst effektiv ein versklavungs und unterdückungssystem für die bevölkerung darstellt, ändert sich gar nichts an der situation bzgl. Asylgründe
    • Blutgrätscher 09.07.2018 18:22
      Highlight Highlight *damit fällt jeder Vorwand der Eritreischen Regierung dahin, die eigenen Bürger in einen unbestimmt langen, sklavenähnlichen "Militärdienst" einzuziehen.
    • Oh Dae-su 09.07.2018 18:46
      Highlight Highlight Da würde ich mich nicht zu früh freuen. Nur weil aussenpolitisch jetzt Frieden herrscht, heisst das noch nicht, dass sich innenpolitisch etwas in Eritrea ändert. Eritrea wird deswegen ja nicht zu einer Demokratie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • anonymer analphabet 09.07.2018 13:48
    Highlight Highlight Das sind ja mal good news! :-)

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