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Front-running presidential candidate Mayor Rodrigo Duterte gestures at photographers to move back prior to voting in a polling precinct at Daniel R. Aguinaldo National High School at Matina district, his hometown in Davao city in southern Philippines Monday, May 9, 2016. Duterte was the last to vote among five presidential hopefuls. (AP Photo/Bullit Marquez)

Rodrigo Duterte: Frisch gewählter Präsident der Philippinen. 
Bild: Bullit Marquez/AP/KEYSTONE

«Zisch ab, du Hurensohn»: Philippinischer Donald Trump zum Präsidenten gewählt 



Trump muss sein Vorbild sein: Der nächste Präsident der Philippinen liebt die Provokation wie der US-Präsidentschaftskandidat. Selbst derbe Sprüche unter der Gürtellinie sind kein Tabu für ihn.

Man sieht den grobschlächtigen philippinischen Bürgermeister Rodrigo Duterte förmlich vor sich, wie er sich bei den kaltschnäuzigen Sprüchen des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump begeistert auf die Schenkel schlägt. Wie Trump hat er Provokation zu seinem Markenzeichen gemacht.

Republican U.S. presidential candidate and businessman Donald Trump speaks to supporters after his rival, Senator Ted Cruz, dropped out of the race following the results of the Indiana state primary, at Trump Tower in Manhattan, New York, U.S., May 3, 2016. REUTERS/Lucas Jackson

Provokationen ohne Ende: Donald Trump.
Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Duterte hat es nun geschafft: Die Philippiner haben den 71-Jährigen mit der frechen Gossensprache ins Präsidentenamt gewählt. Die Liste seiner Entgleisungen ist lang:

DER PAPST: «Zisch ab, Du Hurensohn» – so sprach Duterte über Papst Franziskus, weil er bei dessen Besuch in Manila im vergangenen Jahr einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte.

DIE MISSIONARIN: Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde, sagte Duterte: «Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster »dran« sein sollen.»

DIPLOMATEN: «Haltet die Klappe, meinetwegen könnt ihr die diplomatischen Beziehungen abbrechen» – so fuhr er die australische Botschafterin und den Top-US-Diplomaten in Manila an, die diese Entgleisung kritisierten.

KLEINKRIMINELLE: «Alle umbringen» – das ist Dutertes Rezept vor allem für Rauschgifthändler. Wer nicht verschwinde, sei in Lebensgefahr: «Ich werde euch alle umbringen, in die Bucht von Manila werfen und damit die Fische füttern.»

SEINE POTENZ: In dem tief katholischen Land auf seinen Ruf als Frauenheld angesprochen, zeigt Duterte vor dem Unternehmerclub im vornehmen Geschäftsviertel Makati in Manila auf seinen Schritt und sagt: «Ich bin ja nicht impotent. Soll ich den da einfach rumhängen lassen? Wenn ich Viagra nehme, steht er.»

ZU TRUMP: Auch wenn Duterte wie der US-Präsidentschaftskandidat gerne provoziert und schockiert, distanziert er sich von Trump: «Der ist doch ein Fanatiker, das bin ich nicht.» (cma/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie woof 10.05.2016 13:01
    Highlight Highlight Durchgeknallte Schreihälse hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Viel bedenklicher ist, dass solche geistige Tiefflieger zu Präsidenten gemacht werden!
    • rodolofo 10.05.2016 15:38
      Highlight Highlight Auch die Zentralamerikanischen Länder durchliefen eine "Kolonial-Karière", erst als spanische Kolonie und dann als "Hinterhof" des US-Imperiums.
      In der Zeit des Kalten Krieges zwischen der kapitalistischen "freien Welt" und dem sowietischen "Ostblock" heizte die imperiale Einmischung die Konflikte an, in einem Stellvertreter-Krieg, wie wir ihn heute auch in Syrien mit Schrecken und Abscheuh beobachten.
      Leidtragende ist auch in den Philippinen die sogenannte "Zivilbevölkerung".
      Immer wieder kommt ein neuer Ober-Macho und hat eine grosse Röhre, während die Frau(en) die Dinge am Laufen halten...
  • bangawow 10.05.2016 12:25
    Highlight Highlight Wer so über einen vergewaltigten und ermordeten Menschen reden kann, kriegt von mir kein bisschen Verständnis, auch wenn er ein politisches Supertalent ist.
  • Paco69 10.05.2016 10:23
    Highlight Highlight Welche Wahl haben die Menschen in den Philippinen denn?
    Angesichts der Alternativen scheint R. Duterte das geringste "Übel" zu sein.
    Alle bisherigen Präsidenten haben sich und ihre Clans hemmungslos bereichert, während die grosse Mehrheit der Bevölkerung immer noch in Armut lebt. Vor ca. 50 Jahren waren Südkorea und die Philippinen auf dem selben wirtschaftlichen Niveau. Heute hat Südkorea einen Lebensstandard, der 10 x höher ist.
    • Paco69 10.05.2016 10:38
      Highlight Highlight 2)
      Viele Millionen Filipinos sind gezwungen, ihren Lebensunterhalt in fremden Ländern (Mittlerer Osten, Japan, Singapur, Korea) oder auf Schiffen zu verdienen und sehen jahrelang ihre Familien nicht, während die Luxusklasse (Marcos, Aquinos etc.) auf ihre Kosten lebt.
      Die Menschen in den Philippinen hätten wahrhaftig etwas Besseres verdient.
    • rodolofo 10.05.2016 11:42
      Highlight Highlight Die Filipinos stecken in ihrer dörflerischen Stammeskultur und in ihren von den Kolonialmächten geerbten Gesellschaftsstrukturen fest.
      Die Massenarmut führt dazu, dass sich die Grossfamilien "einigeln" und nur noch für sich selber schauen. Die Solidarität und der Zusammenhalt innerhalb solcher Clans ist dafür sehr gross!
      Wegen der herzlichen Verbundenheit mit ihren Familien nehmen "overseas-workers" sehr viel Leid und Schmerz auf sich, damit sie ihre Familien zu Hause unterstützen können!
      Dass sich die verschiedenen verbündeten Clans bei der Macht ablösen, gibt auch eine Form des Ausgleichs.
    • Datu 15.05.2016 11:43
      Highlight Highlight Was bedeutet für dich "dörflerische Stammeskulturen"?

      Kannst du diese Aussagen mit irgendwelchen Quellen belegen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pisti 10.05.2016 09:23
    Highlight Highlight Duterte ist sicher die beste Wahl. Seine Methoden mögen dem Westen nicht passen, sind aber eigentlich für die Philippinen nicht ungewöhnlich. Nach dem Sturz von Diktator Marcos wurde das Volk von den herrschenden Familienclans gnadenlos ausgenommen, da wundert es nicht dass jetzt Duterte an die Macht kommt. Wird sich zeigen wie lange er sich halten kann, ich denke er wird so schnell wie möglich gestürzt. So ist es auch dem letzten unabhänigen Präsident Estrada ergangen. Ich hoffe natürlich dass er endlich mit der Korruption im Land Schluss macht, in Davao hat er es ja geschafft.
    • rodolofo 10.05.2016 09:35
      Highlight Highlight Ein Grossmaul, das mit Todesschwadronen operiert, soll die beste Wahl sein?
      Aber klar ist auch, dass die Militarisierung der Philippinischen Gesellschaft mit dem von der Armee äussert brutal geführten Bürgerkrieg gegen die sozialistische NPA und gegen die muslimischen Separatisten im Süden das Ehlend und die Verzweiflung der Leute vor allem in den Provinzen massiv vergrössert hat!
      Die Massenarmut wiederum führt zu weiterer Radikalisierung und Verrohung bei den an sich lebensfrohen, humorvollen und Kinder liebenden Filipinos.
      Die Mafia-Gangs und ihre "seriösen" Komplizen reiben sich die Hände.
    • Pisti 10.05.2016 12:35
      Highlight Highlight Genau deswegen ist Duterte die richtige Wahl. Die NPA sowie die muslimische MILF und Duterte respektieren sich gegenseitig.Weil eben Duterte viel gutes für die arme Bevölkerung in Davao und Umgebung gemacht hat. Abu Sayaf ist wieder ein anderes Kapital, die gehören zum IS mit diesen Terroristen lässt sich kaum verhandeln. Und wie er mit kriminellen umgeht ist natürlich alles andere als Rechtstaatlich, aber Todeskommandos hat schon Gloria-Arroyo losgeschickt wenn der Unmut in der Bevölkerung zu gross wurde.
    • rodolofo 10.05.2016 12:59
      Highlight Highlight Interessant!
      Ich bekam von Filipinos damals bei meinem längeren Aufenthalt in Metro Manila zu hören, dass sie die NPA eigentlich ganz okay fänden.
      "They are like us! But we can't embrace them, because they are Kommunists, and we are Christians."
      Ohne militärischen Arm kommt in diesem Land keine politische Bewegung aus.
      Wie die Mafia treiben diese militanten Organisationen Schutzgelder ein, entführen Reiche und sind in den Drogenhandel, in die Prostitution und in andere zwielichtige Geschäfte verwickelt.
      Der Beruf "Killer" ist in den Philippinen etwa so noemal, wie bei uns der Beruf "Metzger".
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 10.05.2016 09:12
    Highlight Highlight Die Philippinen haben eine Koloniale "Karière" hinter sich.
    Ursprünglich waren sie eine Stammesgesellschaft auf tausenden von grösseren und kleineren Inseln, mit vielen (malayischen) Sprachen und hunderten Dialekten.
    Dann kamen die Spanier und brachten Grossgrundbesitzer-Strukturen und die Katholische Kirche.
    Im Süden (Mindanao) kamen die Muslime.
    Später wurde das Inselparadies billig an die USA verkauft.
    Seitdem gehört es zum "Hinterhof" der USA.
    Das US-Imperium stützte die Marcos-Diktatur und später das korrupte Establishment. Die NPA (Sozialistische Guerilla) wurde und wird brutal bekämpft.
  • dä dingsbums 10.05.2016 07:25
    Highlight Highlight «Wenn ich Viagra nehme, steht er.»

    Wow.

    Gratuliere.

    Wobei...

    Sollte man nicht eher stolz sein, wenn er ohne Viagra steht?
  • Tilman Fliegel 10.05.2016 07:17
    Highlight Highlight Ihn mit Trump zu vergleichen wird Duterte nicht gerecht. Er hat immerhin Regierungserfahrung und hat aus Davao die am besten funktionierende Stadt der Philippinen gemacht: niedrige Kriminalitätsrate und sauber. Und die Filipinos haben die Nase voll von der korrupten Elite. Im Gegensatz zu Trump ist er auch nicht protzig reich, sondern lebt vergleichsweise bescheiden.
    • Fabio74 10.05.2016 07:32
      Highlight Highlight das rechtfertigt dann alles auch das verharmlosen von vergewaltigungen?
  • Micha Moser 10.05.2016 07:06
    Highlight Highlight Traurig das er es wirklich geschafft hat. Duterte der die Öffentliche Hinrichtung wieder einführen will, der die Hoffnungslosigkeit der Bürger ausnutzt. Ich hoffe sie werden bald begreifen das ein Diktator wie Duterte 2016 nicht mehr das richtige ist, ein Diktator ist nie das richtige.
    • Tilman Fliegel 10.05.2016 07:29
      Highlight Highlight Die Bürger wurden lange genug von der korrupten Elite ausgenutzt, Duterte macht ihnen Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein Diktator ist er im Moment nicht, sondern ein demokratisch gewählter Präsident.
    • Fabio74 10.05.2016 07:35
      Highlight Highlight Offenbar reichen solche Forderungen heute aus um gewählt zu werden.
  • Duweisches 10.05.2016 07:02
    Highlight Highlight Schlussendlich wählt jedes Land den Präsidenten den es verdient...
    • kaderschaufel 10.05.2016 10:14
      Highlight Highlight Also die Nichtstimmberechtigten und die, die gegen ihn gestimmt haben, haben ihn nicht verdient.
  • Human 10.05.2016 06:52
    Highlight Highlight Und die Leute feiern ^^ gestern auf Facebook sind die Glückwünsche fast übergekocht, ich bin mal gespannt was sich die Philippinen da eingehandelt haben...
  • Luca Brasi 10.05.2016 06:50
    Highlight Highlight Hier noch ein "Portrait" des neuen Präsidenten:
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