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epa06130201 Cholera-infected Yemenis receive treatment amid an acute cholera outbreak at a hospital in Sana'a, Yemen, 07 August 2017. According to UN recent reports, an acute cholera outbreak in Yemen has claimed the lives of nearly 2,000 people since late April, and caused 436,000 suspected cases across the impoverished Arab nation, warning that the number of cholera cases could rise to more than 600,000 cases by the end of 2017.  EPA/YAHYA ARHAB

Ein mit Cholera infizierter Mann in einem Spital in Sana'a. Bild: EPA/EPA

5000 Infektionen pro Tag – mehr als eine halbe Million Cholera-Fälle im Jemen



Die Cholera-Epidemie im Bürgerkriegsland Jemen hat die Marke von 500'000 Fällen überschritten. Fast 2000 Menschen seien bereits an der gefährlichen Durchfallerkrankung gestorben, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf.

Zwar gehe die Zahl der neuen Fälle pro Woche seit Anfang Juli zurück. Immer noch infizierten sich aber nach Schätzungen 5000 Menschen pro Tag. Cholera wird vom Bakterium Vibrio cholerae verursacht. Mit Medikamenten lässt sich die Sterblichkeitsrate erheblich senken.

Die Epidemie im Jemen ist der weltweit grösste bisher erfasste Ausbruch der Infektionskrankheit, die durch verunreinigtes Wasser oder Essen übertragen wird. Die Hilfsorganisation Oxfam sprach schon Ende Juli von der schlimmsten Cholera-Epidemie der Geschichte. Begonnen hatte sie Ende April.

Desolate Lage

Die Lage im bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel ist desolat. Seit 2014 kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen die sunnitische Regierung. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die Regierung und bombardiert Huthi-Stellungen.

Durch die Kämpfe sind nach Angaben der WHO mehr als die Hälfte der Kliniken und Gesundheitszentren zerstört oder verlassen. Es gebe nicht genügend Medikamente. 30'000 Mitarbeiter seien seit fast einem Jahr nicht mehr bezahlt worden. Mehr als die Hälfte der rund 28 Millionen Einwohner habe keinerlei medizinische Versorgung.

Die Vereinten Nationen warten händeringend auf mehr Hilfsgelder aus reicheren Ländern. Von den benötigten 2.3 Milliarden Dollar waren bis Mitte August erst 40 Prozent eingezahlt worden. (sda/dpa)

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