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Starb am Dienstag im Kosovo: Oliver Ivanovic. Bild: EPA/EPA

Oliver Ivanovic ist tot: Wichtiger serbischer Politiker im Kosovo erschossen

16.01.18, 10:22 16.01.18, 14:28


Ein Mordanschlag hat am Dienstag den Kosovo erschüttert: Unbekannte erschossen am Morgen Oliver Ivanovic, einen der wichtigsten serbischen Politiker in der Region.

Nach Angaben seines Anwalts und der Polizei wurde der als moderat geltende Politiker am Morgen bei seinem Eintreffen vor der Parteizentrale in der nördlichen Stadt Mitrovica von fünf Kugeln getroffen, die von einem Auto aus abgefeuert wurden. Der Mord droht die ethnischen Spannungen in der Region erneut zu verschärfen.

«Ich bin darüber informiert worden, dass er an Ort und Stelle erschossen wurde und Bemühungen, ihn im Spital von Mitrovica wiederzubeleben, erfolglos geblieben sind», sagte Ivanovics Anwalt, Nebojsa Vlajic.

Polizisten am Tatort in Mitrovica. Bild: EPA/EPA

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, es sei ein ausgebranntes Auto gefunden worden, von dem aus mutmasslich die Schüsse auf den 64-jährigen abgegeben wurden. Staatsanwalt Shyqri Syla sagte, es sei unklar, wer hinter dem Mord stecke. Ermittler seien vor Ort.

Ivanovic war ein früherer serbischer Staatssekretär und hochrangiger Vertreter der serbischen Minderheit im Norden der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo. In der von Unruhen geprägten, ethnisch geteilten Stadt Mitrovica galt er als moderater Politiker. Im vergangenen Jahr hatte er einen Vize-Posten im Stadtrat von Nord-Mitrovica erhalten.

Die Stadt hat 85'000 Einwohner. Mit 72'000 Einwohnern stellen die ethnischen Albaner die Mehrheit, der serbischen Minderheit gehören gehören 13'000 Bewohner der Stadt an.

Gespräche über Normalisierung

Die Ermordung Ivanovivs erfolgte an dem Tag, an dem Belgrad und Pristina nach mehr als einem Jahr Stillstand wieder Gespräche über die Normalisierung ihrer Beziehungen aufnahmen.

Der für den Kosovo zuständige serbische Regierungsvertreter, Marko Djuric, bezeichnete den Mord als «kriminelle, terroristische Tat gegen das gesamte serbische Volk». Wer auch immer dafür verantwortlich sei, «ob Albaner, Serben oder andere Kriminelle», müsse bestraft und zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Djuric in Brüssel, wo er die Delegation für die Gespräche mit den Kosovo-Albanern leitete.

Medien in Belgrad berichteten, die serbische Delegation habe die Gespräche nach der Nachricht von dem Attentat verlassen. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic berief eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein, wie der staatliche Sender RTS berichtete.

Brüssel ruft zu Zurückhaltung auf

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini verurteilte den Mord in Telefonaten mit Vucic und dem Präsidenten des Kosovo, Hashim Thaci. Die Täter müssten gefunden und bestraft werden, forderte Mogherini. Sie rief alle Seiten zu Zurückhaltung auf.

Die Nato hatte im Sommer 1999 in den Kosovo-Konflikt eingegriffen und die serbischen Streitkräfte mit Luftangriffen zum Rückzug aus der damaligen südserbischen Provinz gezwungen. 2008 spaltete sich das mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Kosovo von Serbien ab. Mehr als 110 Länder erkennen die Unabhängigkeit des Balkanlandes an. Serbien lehnt dies nach wie vor ab.

Unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft und der Schirmherrschaft der EU versuchen der Kosovo und Serbien seit 20 Jahren, ihre Beziehungen zu normalisieren. Rund 120'000 der 1,8 Millionen Einwohner des Kosovo sind ethnische Serben.

Ivanovic war 2015 von einem Gericht im Kosovo zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde für schuldig befunden, serbische Paramilitärs im Jahr 1999 zur Tötung von albanischen Kosovaren angestiftet zu haben. Im Februar 2017 kippte ein Berufungsgericht in Pristina das Urteil und ordnete einen neuen Prozess an. Von Januar 2014 bis zur Entscheidung des Gerichts befand Ivanovic sich in Haft.

Nach dem Krieg war Ivanovic ein wichtiger Vermittler in den Gesprächen mit der Nato, der Uno und der EU. Er trat für einen Ausgleich zwischen der serbischen Minderheit und der albanischen Bevölkerungsmehrheit ein. Aufmerksamkeit erhielt er unter anderem auch dadurch, dass er als einer der wenigen serbischen Politiker im Kosovo Albanisch sprach und die Politik Belgrads im Kosovo öffentlich kritisierte. (sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amanaparts 16.01.2018 16:08
    Highlight Oliver Ivanovic legt sich immer wieder mit Belgrad an und gab erst vor kurzem folgendes Interview:

    "Im Norden von Kosovo haben die Menschen keine Angst von den Albanern sondern von den extremen Serben, Kriminellen und Banden..."


    (google translate it)
    http://www.vreme.com/cms/view.php?id=1533026
    8 13 Melden
  • Dingsda 16.01.2018 14:30
    Highlight Dieser Artiker strotzt nur so von Fehlern.
    Ivanovic war nicht in Konflikt mit Belgrad.
    Er wurde von 5 Kugeln getroffen, nicht 4.
    Es wurden insgesamt mehr Serben vom Kosovo vertrieben als Albaner und wurden so erst zur Minderheit. Auch heute noch versucht man die Serben mit Gewalt aus dem Kosovo zu vertreiben, (nur schauen da die Presseagenturen wohl gerade nicht hin) womit sich wohl auch das Attentat erklären lässt.
    Wenn man sich zum Kosovokrieg informieren will, kann ich diese ARD Doku empfehlen:

    39 32 Melden
    • Nonqi 16.01.2018 16:06
      Highlight ''Es wurden insgesamt mehr Serben vom Kosovo vertrieben als Albaner und wurden so erst zur Minderheit.'' mhm...
      15 12 Melden
    • Frank Underwood 16.01.2018 17:24
      Highlight Und die Unterdrückung auch. 1990 wurden den Albaner die "Autonomierechte" entzogen und somit wurden wir in diesem Terrorstaat zu Bürger 2. Klasse. Unterdrückung durch die serbische Miliz gehörte zur Tagesordnung. Im Peja wurden 4 junge Serben in einem Kaffee von dem Geheimdienst "Panda" ermordet und es wurde uns Albaner in die Schuhe geschoben. Können sie gerne nachlesen. Ich kann ihnen die "objektive" Arte Doku über Yugoslawien empfehlen. Denn ich mag solche einseitige Dokumentationen nicht, wie diese hier nicht, die nicht den Kontext miteinbezieht und alles auf Deutschland richtet.
      12 10 Melden
    • durrrr 16.01.2018 18:16
      Highlight Das ist leider nicht Neues! Kaum ein Konflikt wurde (und wird immer noch) so verzerrt in den westlichen Medien dargestellt. Nur Verbrechen der serbischen Einheiten unter dem "teuflischen" pro-russischen Milosevic sind Erwähnungen wert. Die Gräueltaten der albanischen Paramilitärs und der völkerrechtswidrige Angriff auf Belgrad (ohne UN-Mandat) gaben in Europa kein Anlass zur Aufruhr. Aber man hat jetzt ja was man will. Der amerikanischen Einfluss im Balkan ist grösser denn je. Verbesserte Bedingungen im Kosovo sucht man leider immer noch vergebens, da passt auch dieses Attentat ins Bild.
      13 6 Melden
  • gas_wookie 16.01.2018 12:53
    Highlight Auf dem Balkan erschossene Politiker und die daraus resultierenden Folgen....das hatten wir doch schon mal.
    Hoffentlich behalten alle ihr Temperament im Griff.
    46 8 Melden

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