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Belgium police officers secure the access during a police operation in Etterbeeck, near Brussels, Belgium, April 9, 2016. REUTERS/Yves Herman      TPX IMAGES OF THE DAY

Razzia der belgischen Polizei in Etterbeek bei Brüssel.
Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Spontan umentschieden: Brüsseler Terroristen wollten ursprünglich wieder in Paris zuschlagen

Die Attentäter von Brüssel planten nach Erkenntnissen der belgischen Ermittler einen weiteren Anschlag in Paris. Es habe ihnen nur die Zeit gefehlt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Brüsseler Dschihadisten-Zelle wollte nach Angaben belgischer Ermittler ursprünglich ein weiteres Mal in Frankreich zuschlagen und nicht in Brüssel. Das gab die Staatsanwaltschaft in Brüssel am Sonntag bekannt. Die Terroristen hätten sich wegen Fortschritten der Ermittler dann aber für Anschläge in der belgischen Hauptstadt entschieden.

Extremisten aus dem Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek gehörten zu den Attentätern der Paris-Anschläge mit 130 Toten am 13. November, am 22. März verübte die Zelle dann Selbstmordanschläge in Brüssel, bei denen 32 Menschen getötet wurden. In beiden Fällen bekannte sich die Terrormiliz «Islamischer Staat» zu den Anschlägen, die in Syrien, im Irak und in Libyen grosse Gebiete beherrscht.

Ursprüngliches Ziel seien weitere Anschläge in Frankreich gewesen, heisst es nun in einer knappen Erklärung der Staatsanwaltschaft. Doch hätten sich die Extremisten kurzfristig zu Anschlägen in Brüssel entschieden, weil ihnen die Ermittler auf der Spur gewesen seien.

epa05249802 An undated combo handout photograph made available by the Belgian Federal Police showing Mohamed Abrini. Media reports on 08 April 2016 state that Mohamed Abrini who is a key remaining suspect in November's Paris terror attacks has been arrested in Belgium.  EPA/BELGIAN FEDERAL POICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Mohamed Abrini.
Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POICE

Am Freitagabend hatte die Polizei einen Hauptverdächtigen festgenommen: Mohamed Abrini, der auf einem Foto der Attentäter vom 22. März am Brüsseler Flughafen zu sehen war. Er habe zugegeben,der «Mann mit Hut» zu sein, gaben die Ermittler bekannt.

In this Belgian Federal Police hand out picture made available Thursday April 7, 2016  the third suspect, of the  recent  attack on Brussels airport is shown, indicated in box, during his escape from the airport after the blasts. (Belgian Federal Police via AP)

Abrini gibt an, der «Mann mit Hut» gewesen  zu sein.
Bild: AP/Belgian Federal Police

Enger Zusammenhang zwischen Anschlägen von Paris und Brüssel

Inzwischen habe ein Untersuchungsrichter formell Haftbefehl gegen Abrini erlassen, heisst es in der aktuellen Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Dem 31-jährigen Belgier werden terroristische Morde, versuchte terroristische Morde und Teilnahme an Aktivitäten einer Terrorgruppe vorgeworfen.

Mit der Identifizierung Abrinis wird immer deutlicher, dass die Täter der Brüsseler und Pariser Terroranschläge in äusserst enger Verbindung standen. Denn Abrini war auch in die Mordserie von Paris verwickelt, seine genaue Rolle ist allerdings unklar.

Er war zwei Tage vor den Attentaten gemeinsam mit dem inzwischen festgenommenen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn nach Paris gefilmt worden. Mit Abdeslam, einem Hauptverdächtigen der Paris-Anschläge, soll Abrini auch eine Unterkunft für die Terroristen nahe der französischen Hauptstadt gemietet haben.

Neben Abrini wurden in den vergangenen Tagen weitere Terrorverdächtige festgenommen, die nun wegen ihrer mutmasslichen Beteiligung an den Brüsseler Anschlägen in Untersuchungshaft sitzen:

Zwei Personen, die gemeinsam mit Abrini festgenommen worden waren, wurden nach eingehendem Verhör entlassen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Ermittler bestätigten auch, dass eine mögliche Bleibe Abrinis durchsucht wurde – ebenso wie die Wohnungen von Hervé B.M. und Bilal E. M. Die Durchsuchung eines mutmasslichen Terroristenverstecks in der Brüsseler Gemeinde Etterbeek am Samstagmorgen verlief hingegen ergebnislos: Es seien weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden.

(oka/wit/AFP/dpa)

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