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Metro-Bomber wurde wegen Pariser Anschlägen gesucht +++ Abdeslams Anwalt: «Er wusste es nicht»

Metro-Bomber wurde wegen Pariser Anschlägen gesucht +++ Abdeslams Anwalt: «Er wusste es nicht»

Tag 2 nach den brutalen Anschlägen von Brüssel. Die Ereignisse im Liveticker
24.03.2016, 09:2924.03.2016, 16:28
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Tote bei Terroranschlägen in Brüssel

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Tote bei Terroranschlägen in Brüssel
In Belgiens Hauptstadt Brüssel ist es am 22. März 2016 zu einer Anschlagsserie gekommen. Zunächst kam es zu zwei heftigen Explosionen in der Abflughalle des Flughafens Brüssel.
quelle: ap/rtl belgium via associated press television
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21:55
EU-Minister wollen nach Anschlägen Informationsaustausch verbessern
Terroristen schlagen im Herzen des Brüsseler EU-Viertels zu. Nur zwei Tage später kommen unweit des Anschlagsorts die Innenminister der EU zusammen. Sie wollen künftig ihre Sicherheitszusammenarbeit vorantreiben.
Nationale Behörden dürften ihre Informationen nicht voreinander abschotten, forderte EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos am Donnerstag nach einem Treffen der EU-Innenminister in Brüssel. «Wir müssen miteinander reden.»
Zudem wollen die Minister schon in den nächsten Wochen konkrete Fortschritte beim eigentlich bereits vereinbarten Austausch von Fluggastdaten sehen.
Die Minister riefen ebenfalls dazu auf, die Sicherheitsmassnahmen besser umzusetzen, auf man sich bereits im Grundsatz verständigt habe. Dazu gehörten effektive Grenz- und Personenkontrollen sowie der Kampf gegen gefälschte Papiere und gegen den Verkauf von Chemikalien, die zum Bombenbau geeignet sind.
«Der Terrorismus ist schnell, aber Europa ist oft langsam», sagte Italiens Innenminister Angelino Alfano.
20:47
Belgische Minister für Inneres und Justiz bieten Rücktritt an
Nach den Terroranschlägen in Brüssel und möglichen Fahndungspannen gerät die belgische Regierung unter Druck. Zwei wichtige belgische Minister boten am Donnerstag ihren Rücktritt an.

Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens stellten ihre Ämter zur Verfügung, wie ihre Büros der Nachrichtenagentur Belga bestätigten. Premierminister Charles Michel lehnte die Rücktrittsgesuche aber ab.

Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Türkei nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Juli 2015 warnte, einer der späteren Attentäter sei ein «ausländischer terroristischer Kämpfer». Es handelt sich um Ibrahim El Bakraoui, den die belgischen Behörden aber auf freiem Fuss liessen. Er hatte sich am Dienstag am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt.

Am Donnerstagabend wurde bekannt, dass El Bakraoui von der Türkei aber nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande ausgewiesen worden war. Der niederländische Justizminister Ard van der Steur erklärte, El Bakraoui habe in den Niederlanden «nicht unter Verdacht» gestanden. Er konnte deshalb am Flughafen ungehindert einreisen und dann zurück in seine Heimat Belgien. (sda/dpa/afp)
20:30
Belgien senkt Terrorwarnung
Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel haben die belgischen Behörden am Donnerstag die Terrorwarnstufe gesenkt. Die Warnstufe wurde vom Maximallevel vier auf drei herabgesetzt, wie Innenminister Jan Jambon im Fernsehsender RTL sagte. Niveau vier bedeutet eine «ernste und unmittelbare» Gefahr, Niveau drei eine «mögliche und wahrscheinliche» Gefährdung.
20:21
Abdeslam soll in Brüssel Terrorakt nach Pariser Vorbild geplant haben
Der vergangene Woche festgenommene mutmassliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam hat nach einem Bericht des belgischen Senders VRT in Brüssel einen ähnlichen Anschlag wie im November in der französischen Hauptstadt geplant. Die Ermittler gingen davon aus, dass Abdeslam und zwei weitere Personen Sturmgewehre einsetzen wollten, während andere sich in die Luft sprengen sollten, meldet der Sender ohne Nennung von Quellen. (spon)
19:17
Laachraoui war Vorzeige-Student an katholischer Schule
16:14
Brüsseler Attentäter wurde wegen Pariser Anschlägen gesucht
Die belgischen Behörden haben eine direkte Verbindung zwischen den Tätern der Brüsseler und Pariser Anschläge bestätigt. Im Dezember seien ein internationaler und europäischer Haftbefehl gegen den Brüsseler Selbstmordattentäter Khalid El Bakraoui erlassen worden.

Ihm sei vorgeworfen worden, für die Gruppe der Paris-Attentäter unter falschem Namen eine Wohnung im belgischen Charleroi gemietet zu haben, teilte die belgische Bundesstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Khalid El Bakraoui hatte sich am Dienstag in einer U-Bahn-Station im Brüsseler Europa-Viertel in die Luft gesprengt.
epa05227574 An handout picture made available by Interpol on 23 March 2016 of Khalid El Bakraoui at an unspecified location. Belgian broadcaster RTBF reported on 23 March 2016 that two brothers Khalid ...
Bild: EPA/INTERPOL
Khalid El Bakraoui
13:23
Weiterer Polizei-Einsatz in Brüssel?
In der Nähe des Brüsseler EU-Viertels laufen angeblich zwei Polizeieinsätze. Die Beamten sperrten ein Gebiet in der Gemeinde Ixelles, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Einem Zeugen zufolge war dort am Morgen ein Mann überprüft und sein Wagen durchsucht worden. Die Polizei sei mit vielen Kräften vor Ort, meldete Belga. In geringer Entfernung lief zeitgleich ein weiterer Einsatz, die beiden Operationen sollten aber nicht in Verbindung stehen. Ob es einen Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Dienstag gibt, war zunächst unklar.
13:22
«Er wusste es nicht»
«Er wusste es nicht»: Paraic O'Brien von «Channel 4 News» hat einen kurzen Videoclip getwittert, in dem Abdeslams Anwalt jegliche Mitwisserschaft seines Mandaten über die Anschläge in Belgien leugnet.

12:23
Update zum Flüchtigen
Auf Bildern einer Überwachungskamera sei ein zweiter Verdächtiger zu sehen, der eine grosse Tasche bei sich habe. Es sei zu sehen, wie der bereits identifizierte Attentäter Khalid El Bakraoui mit dem Verdächtigen spreche, sagte ein Vertreter der Polizei gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der Verdächtige stieg demnach aber nicht mit dem Attentäter in den Wagen, in dem sich dieser dann in die Luft sprengte. Die Polizei bestätigte damit entsprechende Berichte über einen möglichen Komplizen des U-Bahn-Attentäters.
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11:01 Uhr: Neues Fahndungsfoto
von Philipp Dahm
Die Polizei hat ein Phantombild des Komplizen des Brüsseler U-Bahn-Bombers veröffentlicht.
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10:51
El-Bakraoui-Brüder waren auch AKW-Spione
Die Brüssler Terrorzelle steckt nach belgischen Medienberichten auch hinter einem Spionageangriff gegen einen Atomforscher. Die beiden Selbstmordattentäter Ibrahim und Khalid El Bakraoui wurden nach Informationen der Tageszeitung «La Dernière Heure» als diejenigen Männer identifiziert, die heimlich vor dem Wohnhaus des Wissenschaftlers eine Überwachungskamera abmontierten. Mit ihr waren Aufnahmen gemacht worden, die Anti-Terror-Fahnder im vergangenen November bei Ermittlungen zu den Terroranschlägen im Paris entdeckt hatten. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich am Donnerstag zunächst nicht zu den laufenden Ermittlungen.
10:43
Abdeslam will nun doch ausgeliefert werden
Der vergangene Woche in Brüssel festgenommene Verdächtige der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam, stemmt sich nicht mehr gegen eine Auslieferung nach Frankreich. Abdeslam wolle «so schnell wie möglich» an die französischen Behörden überstellt werden.

Dies sagte sein Anwalt Sven Mary am Donnerstag nach einer gerichtlichen Anhörung in Brüssel. Sein Mandant möchte nach Frankreich um sich dort zu erklären, meinte Mary.

Abdeslam war nach langer Fahndung am Freitag in der belgischen Hauptstadt festgenommen worden, er soll auch Verbindungen zu den Attentätern der Brüsseler Anschläge gehabt haben. Abdeslam gilt als einziger überlebender mutmasslicher Attentäter von Paris, wo am 13. November 130 Personen getötet worden waren.
A Handout picture shows Belgian-born Abdeslam Salah seen on a call for witnesses notice released by the French Police Nationale information services on their twitter account on November 15, 2015. Belg ...
Bild: X80001
09:51
Verdächtiges Personal im Atomkraftwerk
Nach den Brüsseler Anschlägen haben Betreiber externe Mitarbeiter aus Belgiens Atommeilern verbannt. Schon einmal hat ein Dschihadist über ein Subunternehmen einen Job in einem belgischen AKW bekommen. Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen
09:34
Brüsseler U-Bahn-Bomber war angeblich nicht allein
Der belgische Sender RTBF und die französische Zeitung «Le Monde» berichten, dass der Selbstmordattentäter in der Brüsseler Metro nicht alleine unterwegs war. Auf Bildern einer Überwachungskamera sei ein zweiter Mann mit einer grossen Tasche zu sehen, berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Donnerstagmorgen. Unklar sei, ob der Verdächtige bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist.

Die Staatsanwaltschaft äusserte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Sie wollte im Laufe des Tages eine Pressemitteilung zum Stand der Ermittlungen veröffentlichen. Bei dem Anschlag in einer U-Bahn in der Station Maelbeek mitten im EU-Viertel kamen am Dienstag nach jüngsten Angaben 20 Menschen ums leben. Weitere 11 Personen starben bei von zwei anderen Selbstmordattentätern ausgelösten Explosionen am Flughafen.

Hier die Geschehnisse von gestern

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