International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Treasury Secretary Steve Mnuchin smiles during a discussion at the U.S. Chamber of Commerce in Washington, Thursday, May 18, 2017, at their

Spricht kalt lächelnd von Handelskriegen: US-Finanzminister Steve Mnuchin. Bild: AP/AP

Der schwache Dollar und der US-Finanzminister

US-Finanzminister Steve Mnuchin redet seine eigene Währung schlecht, mit zwielichtigen Absichten.



Zwei Tage vor seinem Präsidenten hat Finanzminister Steve Mnuchin in Davos für Aufsehen gesorgt, wenn auch nur in der relativ geschlossenen Finanzgemeinde. «Ein schwacher Dollar ist gut für uns, er eröffnet uns neue Handelschancen», erklärte er zur allgemeinen Verblüffung.

«Warum imitiert man die Wirtschaftspolitik von Argentinien?»

Wall Street Journal

Selbst das «Wall Street Journal» war konsterniert. «Was für ein Spektakel», kommentiert das Blatt. «Der Mann, dessen Unterschrift die Dollarnote ziert, erklärt der Welt, er wünsche, dass sie weniger wert sei.»

Nicht nur das Verhalten des US-Finanzministers ist ungewöhnlich. Der Kursverlauf des Greenback lässt die Ökonomen derzeit rätseln. Im ersten Jahr der Ära Trump hat er gegenüber den wichtigsten Währungen rund acht Prozent an Wert verloren. Das widerspricht so ziemlich allen Gesetzmässigkeiten der Ökonomie.

Play Icon

Video: srf

Auch die Finanzgemeinde ist ratlos

Nochmals das «Wall Street Journal»: «Mnuchins Kommentare sind umso erstaunlicher, als man erwarten sollte, dass sich die Regierung in einem Hoch befindet. Die US-Wirtschaft wächst schneller als in den letzten zwölf Jahren und die Steuerreform hat das Vertrauen weiter gestärkt. (…) Warum versaut man all dies und imitiert die Wirtschaftspolitik von Argentinien

«Man kann dies als erstes Säbelrasseln betrachten, mit dem die Vereinigten Staaten den Rest der Welt dazu bringen wollen, mehr Protektionismus zu akzeptieren.»

John Authers

Die Antwort auf diese Frage beschäftigt gleichermassen die Investoren und ihre Analysten, denn auch finanztechnisch gesehen macht die Kursentwicklung des Dollars keinen Sinn. Die Leitzinsen und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen steigen, die Differenz der effektiven Verzinsung gegenüber Europa nimmt zu. «Das sollte geradewegs bedeuten, dass der Dollar steigt und die amerikanischen Aktien sinken. Das Gegenteil ist der Fall», stellt John Authers in der «Financial Times» fest.

Weil rationale Erklärungen fehlen, schiessen die Spekulationen ins Kraut. Eine davon lautet: Die hohe Staatsverschuldung der USA wird den Zinserhöhungen bald ein Ende setzen, das Zeitalter der so genannten «finanziellen Repression» ist nicht vorbei. Darunter versteht man das Phänomen, dass die Zentralbank die Zinssätze künstlich tief hält, damit der Staat seine Schulden noch bedienen kann.

Die Devisenmärkte haben sofort reagiert

Steve Mnuchin ist Banker, nicht Ökonom. Das «Wall Street Journal» vermutet daher Naivität als Grund. Eine künstlich tief gehaltene Währung ermögliche zwar kurzfristige Erfolge, erfordere langfristig jedoch einen hohen Preis, so das Blatt. «Langfristig ist es jedoch ein Spiel für Deppen.»

Die Devisenmärkte haben auf die Aussagen des US-Finanzministers sofort mit einer weiteren Abwertung des Greenback und mit einem höheren Goldpreis geantwortet. John Authers vermutet daher, Mnuchin habe nicht naiv, sondern in böswilliger Absicht gesprochen. «Man kann dies als erstes Säbelrasseln betrachten, mit dem die Vereinigten Staaten den Rest der Welt dazu bringen wollen, mehr Protektionismus zu akzeptieren», stellt er fest.

Die ersten Strafzölle auf Solarpanels und Waschmaschinen hat Trump bereits ausgesprochen. Weitere sind zu erwarten, etwa auf Aluminium. Jetzt muss sich die Welt noch auf eine «Beggar-thy-neighbour»-Währungspolitik (künstliche Abwertung der eigenen Währung) einstellen. Das kann heiter werden.

Von «Covfefe» bis hin zum Küchenpapier-Werfen

Play Icon

Video: watson

Dollar

Gebt dem (Währungs-)Krieg eine Chance!

Link to Article

Wie Donald Trump die politische Kultur der USA vergiftet hat

Link to Article

Thomas Jordan ist der neue Warren Buffett – wie sich die SNB dumm und dämlich verdiente

Link to Article

Der Muskelprotz Dollar bedroht die Weltwirtschaft

Link to Article

Das könnte dich auch interessieren:

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Netflix' zweite deutsche Original-Serie ist da – und ein riesiger Fail

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

24
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Klaudie 25.01.2018 15:25
    Highlight Highlight "Weil rationale Erklärungen fehlen, schiessen die Spekulationen ins Kraut."

    Ja ich habe mich gefühlt wie eine Anfängerin :D war echt schwer in den letzten Tagen Positionen gut zu platzieren!
  • N. Y. P. D. 25.01.2018 14:42
    Highlight Highlight Nun denn, dann sollte das
    «Wall Street Journal» mal bei Goldmann Sachs nachfragen.

    Der US-Finanzminister ist zwar offiziell für die Regierung tätig, aber faktisch steht er noch immer in der Schuld bei Goldmann Sachs.
    Goldmann Sachs hat sich schon längst mit Milliarden positioniert auf eine Abschwächung des Dollars. Für den Finanzminister ist auch eine Schatulle eröffnet worden. Sobald er aus der Regierung ausscheidet, geht er zu den Blutsaugern zurück.

    Draghi dasselbe. Auch der kauft italienische Müllanleihen mit seiner EZB , damit der Zirkus munter weitergehen kann.
    • Sebastian Wendelspiess 25.01.2018 23:40
      Highlight Highlight Was so viele Politiker waren bei der selben Bank angestellt? Das muss eine Verschwörungstheorie sein ;)
  • Typu 25.01.2018 14:37
    Highlight Highlight Wo wird der dollar in einem jahr gesehen?
  • Ridcully 25.01.2018 14:24
    Highlight Highlight Mnuchin mag vieles sein, aber ganz sicher nicht naiv.
  • phreko 25.01.2018 14:22
    Highlight Highlight Wertet nicht schon die Schweiz ihre Währung künstlich ab?
    • Philipp Löpfe 25.01.2018 14:27
      Highlight Highlight #phreko und redly: Sorry Jungs, aber gemässe dem jüngsten Big Mac Index ist der Schweizer Franken immer noch die am meisten überbewertete Währung der Schweiz. Könnt ihr im Economist selbst überprüfen.
    • Olaf! 25.01.2018 14:37
      Highlight Highlight "Schweizer Franken immer noch die am meisten überbewertete Währung der Schweiz" Viele andere Währungen haben wir auch nicht. Oder zählen da Reka und Lunchchecks auch dazu?
    • Philipp Löpfe 25.01.2018 15:23
      Highlight Highlight #Olaf. sorry, sollte natürlich der Welt heissen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Richu 25.01.2018 14:18
    Highlight Highlight In dem 1. Amtsjahr von Präsident Trump hat der USD gegenüber dem CHF -5,46% verloren! Verglichen mit dem USD-Kurs vor 3 Jahren hat jedoch der USD (Stand 25.01.2018, 14.00Uhr) gegenüber dem CHF um 7,51% zugenommen.
  • Redly 25.01.2018 14:16
    Highlight Highlight „Eine künstlich tief gehaltene Währung ermögliche zwar kurzfristige Erfolge, erfordere langfristig jedoch einen hohen Preis, so das Blatt. «Langfristig ist es jedoch ein Spiel für Deppen.»“

    Das ist genau was die SNB seit Jahren tut (CHF künstlich tief halten) und viele (auch hier) gut fanden...
    • raphe qwe 25.01.2018 15:24
      Highlight Highlight Der CHF war und ist aber überbewertet. Die SNB hat den Kurs künstlich gesenkt wo er zuvor künstlich überhöht war.
    • Redly 25.01.2018 17:27
      Highlight Highlight Was der finanzielle Wert von etwas ist, bestimmt sich einzig dadurch, zu welchem Preis sich Käufer und Verkäufer einig werden.
      Wenn jemand ernsthaft meint CHF sei überbewertet , müsste er bereit sein, mir ihn billiger zu verkaufen. Bitte melden, ich bin sofort dabei, billiger zu kaufen. Wenn nicht, ist CHF nicht überbewertet.
  • Raphael Stein 25.01.2018 13:51
    Highlight Highlight ...Die ersten Strafzölle auf Solarpanels und Waschmaschinen

    können die USA solche Dinger überhaut noch selber bauen?

    Und PL so... Das kann heiter werden.

    Find ich auch.
    • dnsd 25.01.2018 14:00
      Highlight Highlight Dann lernen sie es hald wieder...
    • Raphael Stein 25.01.2018 15:43
      Highlight Highlight dnsd,

      das glaub ich weniger. Verlernt ist verlernt.
    • Raphael Stein 25.01.2018 22:01
      Highlight Highlight wobei,
      um ohne Kinderarbeit wieder Gebrauchsartikel selber herzustellen wäre das "anlernen" wieder etwas wert.
      Die meisten Chinafirmen arbeiten eh mit Verlusten.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article