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So sollte der teuflische Plan des BVB-Bombers Sergei W. funktionieren



Anderthalb Wochen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die deutschen Ermittler den mutmasslichen Täter gefasst. Der Deutsch-Russe Sergei W. soll die Tat aus Habgier begangen haben. Er wollte möglichst viele Dortmund-Spieler verletzen oder töten, um so die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen und gross abzukassieren.

Wie sollte sein teuflischer Plan funktionieren?

Sergei W. setzte dabei auf sogenannte Put-Optionen. Mit einer Put-Option erwirbt der Käufer das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Sinkt der Kurs bis dahin, kann der Optionär einen Gewinn einstreichen – je tiefer der Kurs fällt, desto höher der Gewinn.

bvb borussia börsenkurse boersenkurse süper aktualisiert

Am 11. April, dem Tag des Anschlags, eröffnete die BVB-Aktie bei 5.73 Euro, gestern Abend schloss sie bei 5.36 Euro – ein Minus von 6,5 Prozent.  Quelle: xetra; grafik: watson.ch/mlu

Im Gegenzug ist der Verkäufer der Put-Option verpflichtet, den Wert zu dem festgesetzten Preis auch zu kaufen – unabhängig davon, wie hoch der Kurs zu diesem Zeitpunkt tatsächlich liegt. Der Verkäufer der Put-Option rechnet also mit steigenden Kursen, der Käufer dagegen mit fallenden Kursen. Nur dann kann er mit diesem Instrument Geld verdienen.

«Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte der Gewinn ein Vielfaches des Einsatzes betragen», schreibt der deutsche Generalbundesanwalt zum BVB-Fall. Und weiter: «Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn in Folge des Anschlags Spieler schwer verletzt oder gar getötet worden wären.»

Sergei W. kaufte am Tag des Anschlags nach Angaben der Behörden 15'000 Put-Optionen auf die BVB-Aktie mit einer Laufzeit bis zum 17. Juni. Um sie zu bezahlen, hatte er am 3. April einen Kredit aufgenommen. Den Kauf tätigte er über die IP-Adresse des Hotels L'Arivée, wo er abgestiegen war und wo auch die Spieler der Borussia nächtigen sollten. 

Sergei W.s teuflischer Plan ging zum Glück nicht auf – oder zumindest nur im Ansatz. Der Wert der Aktie sank seit dem Anschlag tatsächlich um 6,5 Prozent: von 5.73 Euro zu Handelsbeginn am Tag des Anschlags am 11. April auf 5.36 Euro bis zum Handelsschluss am gestrigen Donnerstag.

(erf)

Der Anschlag vor dem Champions-League-Spiel Dortmund – Monaco

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Randy Orton 21.04.2017 12:46
    Highlight Highlight Ob jetzt wohl auch alle den Kapitalismus verbieten wollen?
  • DerBankier 21.04.2017 12:42
    Highlight Highlight Optionen sind mit Rechten und Pflichten verbunden. Mit einer Put-Option (Eurex, OTC) kann man auf sinkende Kurse 'wetten'. Diese sind gehebelt, heisst wenn der Kurs 1Fr. steigt, gewinne ich bei einem Hebel von 1:10 10Fr
    Mit seiner Tat erhoffte der Täter die Anleger in schrecken zu versetzen, damit diese ihre Titel verkaufen. Das Gewinnpotenzial ist bei Put-Optionen beschränkt, doch der Gewinn könnte im Millionenbereich liegen..
  • saugoof 21.04.2017 12:05
    Highlight Highlight Muss zugeben, ich habe noch nie von Put-Optionen gehört, aber das ganze Prinzip scheint mir total hirnverbrannt. Wieso ist es legal das man mit Investitionen die darauf zielen dass es mit einer Firma bergab geht Geld machen kann?
  • poga 21.04.2017 11:43
    Highlight Highlight Kann hier jemand etwas genauer ausführen, wie das funktioniert hätte? Mir ist nicht ganz klar, wie fallende Kurse da helfen sollen.
    • _domi_r 21.04.2017 12:08
      Highlight Highlight Dies ist wie du eine Wette abschliesst, dass der Aktienkurs sinken wird. Je mehr er sinkt, desto grösser der Gewinn.
    • offspring 21.04.2017 12:16
      Highlight Highlight Es gibt Finanzinstrumente (Putoptionen) mit welchen man sich gegen fallende Kurse absichern kann. Sie können jedoch auch zu Spekulationszwecken gekauft werden. Eine Putoption gewinnt an Wert, wenn die zugehörige Aktie an Wert verliert.
    • RatioRegat 21.04.2017 12:25
      Highlight Highlight Bei Put-Optionen erwirbt der Käufer das Recht eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu verkaufen, z.B. CHF 10.-. Wenn der aktuelle Kurs höher liegt, ist das Interesse an solchen Optionen gering, weshalb sie relativ günstig erworben werden können. Fällt aber der Kurs unter CHF 10.- so gewinnen die Put-Optionen an Wert, weil die Aktien damit über dem Marktwert verkauft werden können.

      Die Put-Optionen können dann entweder verkauft werden, oder sie können benutzt werden, indem das verbriefte Recht gelten gemacht wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nightsnake 21.04.2017 11:41
    Highlight Highlight GTA V? 🤔
    • Zwerg Zwack 21.04.2017 11:50
      Highlight Highlight Habe ich auch gleich gedacht, genau wie in GTA V!
    • moedesty 21.04.2017 13:51
      Highlight Highlight nein nicht wie in GTA, wie im richtigen Leben. Oder was denkt ihr woher die Entwickler die Inspiration nehmen? GTA ist pure Satire.
  • iceman999 21.04.2017 11:39
    Highlight Highlight absolut krank, kein thema. aber toller stoff für ein buch à la "blackout" von marc elsberg, auf sowas perfides muss man erst mal kommen
    • pedrinho 21.04.2017 14:52
      Highlight Highlight der hat wohl zu viele berichte uber das umfeld an verschiedenen boersen zwei,drei tage vor 9/11 gelesen und dachte sich das kann ich auch.

      krank, skrupellos auf jeden fall
  • milo 21.04.2017 11:22
    Highlight Highlight Kann jemand abschätzen wieviel Gewinn er denn gemacht hätte wenn sein Plan aufgegangen wäre?
    • zsalizäme 21.04.2017 11:46
      Highlight Highlight Kommt drauf an, wie stark der Kurs der Aktie fällt. Je stärker er fällt, desto höher der Gewinn. Wie viel genau, hängt auch mit der Option zusammen. Habe aber gelesen, dass rund EUR 3.9 Mio Gewinn (gem. BILD.de) möglich gewesen wären. Weiss aber auf die schnelle nicht, ob dies wirklich stimmt.
    • _domi_r 21.04.2017 12:06
      Highlight Highlight Gemäss dem Budeskriminalamt einen Gewinn bis zu 3.9 Millionen Euro. Dies sind etwa 4.1 Millionen CHF.
    • Crecas 21.04.2017 12:09
      Highlight Highlight Das ist ohne genauere Angaben nicht zu erruieren. Aber zur Mechanik:

      Kurs vor Anschlag: 5.73

      Strike Preis (zu diesem Wert hätte er die Aktien dank dem Put verkaufen können am 17. Juni): 4.0

      Da ein 30% Fall auf unter 4 in 2 Monaten unwahrscheinlich ist, war der Wert der Put Option zum Zeitpunkt des Kaufs sehr tief. Sagen wir 5 Cents. 15'000 Put Optionen mal 5 Cents = Einsatz von 750 Euro.

      Wären grosse Teile der Mannschaft gestorben, wäre der Wert der Aktie wohl auf 1 Euro runter. Jede Put Option hätte also 3 Euro Wert (Differenz zw. 1 und 4). 15000 * 3 = 45000 Euro

      Satter Gewinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • NWO Schwanzus Longus 21.04.2017 11:17
    Highlight Highlight Gottseidank sehr Amateurhafter Bombenanschlag.
    • MM 21.04.2017 13:37
      Highlight Highlight Ich glaube das war beängstigend professionell durchgeführt...

      "Der Anschlag gegen den Mannschaftsbus des BVB wurde offenbar professionell vorbereitet. Darauf deutet laut NRW-Innenminister Ralf Jäger die Bauart der Bomben hin."

      "Während die erste und dritte Bombe wohl planmässig umsetzten, war der zweite und wichtigste Sprengsatz einen Meter über dem Boden und damit zu hoch platziert worden. Die Ladung verfehlte ihr Ziel und schoss über den Bus hinweg."

      (Spiegel.de)
  • Timiböög 21.04.2017 11:08
    Highlight Highlight Wie kann man so krank sein?!
  • Michael Mettler 21.04.2017 10:48
    Highlight Highlight Der Kapitalismus in Hochform...
    • Posersalami 21.04.2017 12:01
      Highlight Highlight Genauer: der Marktradikaliamus in Hochform, der Kapitalismus kennt auch abgeschwächtere Formen.
  • N. Y. P. D. 21.04.2017 10:46
    Highlight Highlight Zum Glück ist Sergei W. nicht gerade mit Intelligenz gesegnet. Kauft am Tag des Anschlags Put-Optionen. Auf Kredit. Er hätte auch gleich seinen Ausweis da lassen können.
    Deutschland wird ihn wegen mehrfachen Mordversuchs anklagen und ihn mind. 20 Jahre hinter Gitter bringen.
    *Bei uns würde vermutlich mal als erstes, alles was den Täter entlasten könnte, im Fokus der Ermittlungen stehen.

    *sehr, sehr überspitzt formuliert.
    • ChiefJustice 21.04.2017 11:34
      Highlight Highlight *Nein, würde es nicht. Gruss aus der Justiz.
    • John Smith (2) 21.04.2017 11:36
      Highlight Highlight Nicht überspitzt formuliert, sondern einfach nur saudummes, uninformiertes und populistisches Geplapper. Die Saat der SVP geht auf.
    • N. Y. P. D. 21.04.2017 12:00
      Highlight Highlight @John Smith
      Ich rücke nicht ab von meinem Empfinden, dass Opfer von Straftaten bei uns aussen vor bleiben.
      Deine Antwort hat wenig Substanz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • CyanLama 21.04.2017 10:41
    Highlight Highlight Krank... Einfach nur krank...
    Für Geld über Leichen zu gehen ist einfach nicht nachvollziehbar.
    Und das ein Verein an Wert verliert, wenn Spieler sterben ist aber mindistens so perfide.
    • manhunt 21.04.2017 11:56
      Highlight Highlight "Für Geld über Leichen zu gehen ist einfach nicht nachvollziehbar."?
      dann frag doch mal nestlé, exxon, bp, shell, ge, monsanto, glaxo smith kline, roche, raytheon, ruag, heckler&koch...
      woobei ge, raytheon, ruag und h&k ja explizit davon leben, dass getötet wird. wie jemand in einem film eist passend dazu sagte: "töte ein, zwei oder drei menschen und bekommst lebenslänglich. töte zwei- oder dreitausend und du bekommst einen orden. oder zwei."
    • CyanLama 21.04.2017 12:13
      Highlight Highlight Das macht die Sache nicht besser.
    • Tom B. 21.04.2017 12:28
      Highlight Highlight Welcome to the world und deren alltäglichem Geschehen....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Imfall 21.04.2017 10:31
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