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Berlin impft Menschen unter 60 (vorerst) nicht mehr mit Astrazeneca



Neuer Rückschlag für Astrazeneca: Das deutsche Bundesland Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen.

Sie bezeichnete dies als «Vorsichtsmassnahme». Entsprechende Termine in Impfzentren werden Kalayci zufolge erst einmal abgesagt. Das Bundesland (rund 3.7 Millionen Einwohner) wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts abwarten.

epa09106117 A woman is vaccinated against COVID-19 at Wanda Metropolitano Stadium in Madrid, Spain, 30 March 2021. Spanish people aged from 60 to 65 began to get vaccinated with the AstraZeneca vaccine.  EPA/FERNANDO VILLAR

Das deutsche Bundesland Berlin setzt Astrazeneca-Impfungen bei Menschen unter 60 aus Bild: keystone

Auch die Kliniken Charité und Vivantes in der deutschen Hauptstadt stoppten bis auf Weiteres die Impfungen mit Verweis auf Fälle von Hirnvenenthrombosen in Deutschland. Die Aussetzung der Impfungen gilt bei den Kliniken für Frauen unter 55 Jahren. Das betrifft vor allem die eigene Belegschaft.

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Die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl, sagte am Dienstag: «Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind.»

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen sprachen sich auch die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit Astrazeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heisst es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Berliner Charité-Sprecherin Zingl betonte, dass in der Charité keine Komplikationen nach Impfungen mit Astrazeneca aufgetreten seien. Diese wolle jedoch vorsorglich agieren und abschliessende Bewertungen abwarten. Die Charité habe in der Pandemie bisher rund 16'000 Erst- und Zweitimpfungen an ihr Personal verabreicht. «Davon entfiel der grösste Teil auf Astrazeneca», sagte Zingl.

Deutschland – und zahlreiche andere Staaten – hatten die Impfung mit dem Astrazeneca-Stoff im März vorübergehend ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird der Impfstoff wieder verabreicht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema hatte die Sicherheit des Vakzins bekräftigt, auch die Ständige Impfkommission in Deutschland hatte sich für eine weiteren Einsatz den Mittels ausgesprochen.

In Deutschland sind bislang 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekannt, wie das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag berichtete. Bis Montagmittag (29. März) waren dem Institut 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut in Langen berichtete.

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut PEI alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts wurden bis einschliesslich Montag 2.7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von Astrazeneca verimpft. (sda/dpa)

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