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Er verdächtigt RTL – so erklärt der Pro-Chemnitz-Organisator die Hitlergrüsse 



Der Pro-Chemnitz-Vorsitzende Martin Kohlmann hat auf Nachfrage, wer denn seiner Meinung nach die Hitlergrüsse getätigt habe, geantwortet, er habe RTL in Verdacht, da mehrere Hitlergrüsser sich hinterher freundlich mit einem RTL-Team unterhalten hätten.

So erklärt der «Pro-Chemnitz»-Organisator die Hitlergrüsse

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Video: watson/watson.de

Darauf angesprochen, dass die Neonazi-Partei «Der III. Weg» teilgenommen habe, erwiderte Kohlmann, dass er es nicht gut gefunden hätte, dass diese mit ihren Parteisymboliken anwesend waren.

Er wolle und könne aber niemanden ausschliessen, sondern wolle mit jedem gemeinsam demonstrieren zu diesem gemeinsamen Anliegen. Kohlmann hat sich also auf explizite Nachfrage nicht von der Neonazi-Partei «Der III. Weg» distanziert. 

Was am Donnerstag in Chemnitz sonst noch passierte

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Chemnitzer dazu aufgerufen, eine klare Grenze zu Rechtsextremisten zu ziehen. Gleichzeitig erklärte der CDU-Politiker am Donnerstag, er werde sich gegen eine pauschale Verurteilung aller Bürger als Anhänger rechter Losungen stemmen.

Kretschmer war mit mehreren Mitgliedern seines Kabinetts nach Chemnitz gekommen, um mit Einwohnern in den Räumen des Stadions der Stadt über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen am Sonntag und Montag zu sprechen.

Der Ministerpräsident begann seine Ansprache vor rund 500 Menschen in den Räumen des Stadions mit der Aufforderung zu einer Schweigeminute: «Wir erinnern an einen Chemnitzer Bürger, um den heute seine Familie, Angehörige, Freunde trauern.» Der Deutsche war in der Nacht zum Sonntag getötet worden.

epa06978424 The state premier of Saxony Michael Kretschmer during a press conference on the occasion of violent right-wing protests in Dresden, Germany, 28 August 2018. Several spontaneous marches of hundreds to thousands of right-wing supporters in Chemnitz led to violent clashes and manhunt, after a 35-year-old man reportedly was stabbed and died shortly after what police described as a 'scuffle between members of different nationalities' at a city festival in the East German city Chemnitz. Police is criticized having acted with not enough manpower.  EPA/FILIP SINGER

Rief zu einer Schweigeminute auf: Michael Kretschmer. Bild: EPA/EPA

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt zwei Migranten, den Mann erstochen und zwei weitere Deutsche schwer verletzt zu haben. Einer der Verdächtigen ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung.

Es werde alles dafür getan, dass dieses Verbrechen aufgeklärt und gesühnt werde, sagte Kretschmer. Nach der Tat war es zu den Ausschreitungen gekommen, die bundesweit Sorgen und Empörung auslösten und auch den UNO-Kommissar für Menschenrechte zu mahnenden Worten veranlassten.

Protestkundgebung

Vor dem Stadion versammelten sich gleichzeitig rund 1000 Menschen zu einer Protestkundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz. Die Kundgebung war begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot und scharfen Kontrollen, verlief aber ohne grössere Zwischenfälle. Insgesamt war die Polizei am Abend mit mehr als 1200 Kräften im Einsatz.

Die Stimmung unter den Demonstranten war aufgeheizt, aber nicht bedrohlich wie bei den Protesten am vergangenen Montag. Die Protestierenden bemängelten ein aus ihrer Sicht zu lasches Vorgehen gegen kriminelle Migranten und kritisierten die Politik der sächsischen Landesregierung.

Bei der Protestkundgebung registrierte die Polizei mindestens acht Straftaten. Dabei handelte es sich um Verstösse gegen das Versammlungsgesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wie die Polizei mitteilte. Zudem erkannten die Beamten Teilnehmer wieder, die sich bei den Protesten am Montag strafbar gemacht hatten.

Nachdem am Montag deutlich zu wenig Polizisten im Einsatz waren, wurden am Donnerstag die sächsischen Beamten von Kollegen aus anderen Bundesländern, von der Bundespolizei und Bereitschaftspolizei unterstützt. «Wir werden nicht dulden, dass Chaoten und gewaltbereite und rechte Gewalttäter die Strassen erobern», sagte Sachsens Innenminister Roland Wöller.

Justizbeamter nach Leck suspendiert

Zuvor hatte das sächsische Justizministerium einen Erfolg bei der Suche nach einer undichten Stelle bei den Behörden vermelden könen. Den im Internet veröffentlichten Haftbefehl eines mutmasslichen Täters der Messerattacke von Chemnitz hatte offensichtlich ein Dresdner Justizvollzugsbediensteter weitergegeben. Der Mann sei mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden, teilte das Ministerium mit.

Der illegal veröffentlichte Haftbefehl hatte für viel Kritik gesorgt. Das teilweise geschwärzte Dokument war unter anderem auf Internetseiten von Pro Chemnitz, einem Kreisverband der AfD sowie des Pegida-Gründers Lutz Bachmann verbreitet worden.

Auf der Suche nach der undichten Stelle seien bereits am Mittwoch zahlreiche Objekte durchsucht worden, hiess es vom Justizministerium weiter. Die Ermittlungen hätten sich bald auf die Justizvollzugsanstalt Dresden konzentriert.

Verletzte ausser Lebensgefahr

Neben dem getöteten 35-jährigen Deutschen waren bei der Messerattacke zwei 33- und 38-Jährige zum Teil schwer verletzt worden. Mittlerweile wurde einer der Männer aus dem Spital entlassen. Der dritte Geschädigte befinde sich noch in stationärer Behandlung, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nach der Tat zogen überwiegend rechte Demonstranten durch die Stadt und hetzten gegen Ausländer, einige wurden sogar angegriffen. Die rechtsextremen und ausländerfeindlichen Übergriffe stiessen bundesweit und international auf Ablehnung. Die sächsische Polizei geriet in die Kritik, weil sie das Ausmass des Protestes unterschätzt und zu wenig Personal zu Demonstrationen geschickt hatte. (sda/dpa/reu/watson.de)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kronrod 31.08.2018 11:15
    Highlight Highlight Was ist mit den Kommentaren passiert? Oben heisst es "21 Kommentare", aber hier sind nur 7 zu sehen. U.a. ist meiner verschwunden. Ev. hat jemand was unartiges geantwortet und es wurde aus Versehen der ganze Thread gelöscht?
    • Matrixx 31.08.2018 12:30
      Highlight Highlight Das nennt sich Zensur..
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 31.08.2018 17:50
      Highlight Highlight @Matrixx eher verstoss gegen die Kommentarregeln.
  • Hinkypunk #wirsindimmernochmehr 31.08.2018 11:03
    Highlight Highlight Als Rechtsextremer hat man ein einfaches Leben. Wenn es im Leben mal nicht läuft gib einfach den anderen Schuld. Den Ausländern, dem Staat, den Linken, den Medien etc
  • Trompete 31.08.2018 08:59
    Highlight Highlight Nachdem verfolgen des Sachsengesprächs, weiss ich nicht mehr was ich denken soll. In einem muss ich aber der Mehrheit der anwesenden Einwohner recht geben: die Berichterstattung der Medien ist äusserst einseitig! Aus meiner Sicht die entscheidenste des ganzen Abends wird hier nicht einmal erwähnt.
    Aussage von Herr Kretschmer: Es kam zu keinen Hetzjagden in Chemnitz, von welchen aber in allen Medien berichtet wurde. Wie es sich nun zugetragen hat, weiss ich nicht, aber Kretschmer sollte aufgrund seines Amtes über die meisten Informationen verfügen.
    • Fabio74 31.08.2018 19:33
      Highlight Highlight kretschmer spielt falsch. Die CDU regiert Sachsen seit der Wende. Und hat die Nazis immer negiert. Und nun kann er wohl nicht zugeben, dass seine Regierung falsch lag.
  • sherpa 31.08.2018 08:57
    Highlight Highlight Kohlmann ist nicht erst seit gestern als rechtsradikaler bekannt und er, der selbsternannte Anführer der Pro
    Chemnitz Bewegungen, ist auch bekannt dafür, alles zu verharmlosen, was aus seiner und seinesgleichen Küche kommt. Er, welcher die NDP-Niederlassung «Der III. Weg» unterstützt, ist einer der Drahtzieher der Unruhen von Chemnitz, und dies im Gleichschritt mit der AfD
    • Scott 31.08.2018 21:49
      Highlight Highlight Quellen?
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 31.08.2018 06:46
    Highlight Highlight Ja klar die Hitlergrussmacher wurden Bezahlt, gaaanz klar 🙄
  • Lamino 420 31.08.2018 06:40
    Highlight Highlight Diesem Organisator sieht man das Lügen doch schon an. Dass er Teilnehmer aufgefordert hatte, auf "Parteisymboliken" zu verzichten, spricht auch Bände. Er war sich bewusst, wer teilnimmt. Wenigstens hatte er eine Gruppe auf Facebook noch "massiv zurechtgewiesen". Naja...
  • artyfrosh 31.08.2018 00:55
    Highlight Highlight Leider würde ich das dem RTL schon zu trauen😅
    Und der Herr wirkt gar nicht so doof, sondern wirkt tatsächlich als könnte man vernünftig mit ihm reden und er hat recht wenn man sagt, man sollte alle am Gespräch teilhaben lassen. Jetzt müsste man nur noch Gespräche statt Hetze führen....😒
    • Fabio74 31.08.2018 11:01
      Highlight Highlight Gespräche mit einem der seine Gesinnung verleugnet. Wozu?
    • Quecksalber 31.08.2018 12:15
      Highlight Highlight Sorry, da war sicher nicht nur RTL vor Ort am filmen.

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