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Im Sommer gibt's ein Fast-Gratis-GA in Deutschland: das Wichtigste zum 9-Euro-Ticket

06.05.2022, 21:3107.05.2022, 09:35

Mit nur neun Euro einen Monat lang mit dem Zug durch Deutschland ziehen? Du musst nicht auf den schellenden Wecker warten. Denn: Das 9-Euro-Ticket gibt es bald tatsächlich.

Das Ticket soll nicht unbedingt den Tourismus anlocken, sondern ist Teil eines milliardenschweres Entlastungspaket des Bundes. Um der steigenden Teuerung entgegenzukommen, hat die deutsche Regierung ein solches Entlastungspaket vor allem für die Bürgerinnen und Bürger beschlossen.

Ein Teil davon ist die Idee, den öffentlichen Verkehr massiv zu verbilligen. Diese Idee kommt nun, und zwar in Form eines «Generalabonnements» für ganz Deutschland – für nur neun Euro. Und: Nicht nur Bürgerinnen und Bürger können davon profitieren, sondern auch Touristen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Neun-Euro-Ticket:

Was kann das Neun-Euro-Ticket?

Das Ticket ermöglicht es, diesen Sommer deutschlandweit für neun Euro pro Monat den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Das gilt für Busse, U-Bahnen, Strassen-Bahnen und für Regionalzüge. Inhaberinnen und Inhaber können das Ticket ganztägig und ohne zeitliche Einschränkung einsetzen.

Das Ticket kann von allen Personen erworben werden, also auch von Nicht-Deutschen und Touristinnen. Personen, die bereits über ein Abonnement verfügen, deren Abos gelten für diese Zeit als Neun-Euro-Ticket. Das heisst, alle Abos sollen nur noch neun Euro kosten – und wer bereits über eines verfügt, dem wird das Geld zurückerstattet.

Was kann das Neun-Euro-Ticket nicht?

Vom Sommer-Rabatt-Billet ausgenommen ist der Fernverkehr der Deutschen Bahn. Auch für Flix-Züge und -Busse muss weiterhin ein Extra-Ticket gekauft werden. In vielen Bundesländern sind die Details noch unklar. Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) hat aber vorgelegt mit Einzelheiten.

Demnach sind zu VGN-Bedingungen auch Hunde und Fahrräder vom Ticket ausgeschlossen, können also nur mit dem Normalpreis mitfahren. Auch für die 1. Klasse sei der tarifliche Aufschlag vorgesehen, also der Preis zum Normaltarif.

Für den ICE der Deutschen Bahn gilt das Neun-Euro-Ticket nicht.
Für den ICE der Deutschen Bahn gilt das Neun-Euro-Ticket nicht. Bild: keystone

Ab wann und wo kann man das Ticket kaufen?

Ab dem 1. Juni 2022 kann das Neun-Euro-Ticket benutzt werden. Für die Monate Juni, Juli und August kann jeweils eines gekauft werden. Wer sich das Ticket in allen drei Monaten zusichern will, zahlt folglich 27 Euro. Die Billets gelten jeweils nur bis Ende Monat und werden nicht verlängert. Wer also eines Mitte Juni kauft, kann für neun Euro nur bis Ende Juni damit fahren.

Laut ARD soll das Ticket «an Schaltern und Automaten, sowie einer Online-Plattform zur digitalen Buchung erhältlich sein». In einigen Städten soll der Vorverkauf bereits Ende Mai möglich sein. Wie bereits erwähnt, ist hier aber einiges noch unklar: Die Verkehrsunternehmen sind momentan noch im Begriff, die Tickets bereitzustellen und den Plan der Bundesregierung umzusetzen. Der Bundestag und der Bundesrat werden voraussichtlich den noch notwendigen gesetzlichen Änderungen am 19. und 20. Mai zustimmen.

Wieso gibt es ein Neun-Euro-Ticket?

Das Ticket ist Teil eines Entlastungspakets des Bundeskabinetts. Wegen der Inflation und insbesondere den stark gestiegenen Energiepreisen will die Politik den Bürgerinnen und Bürger unter die Arme greifen. Zum Entlastungspaket gehört auch ein Tankbonus (das heisst, eine vorübergehende Senkung der Steuer) und eine einmalige Energiepauschale von 300 Euro für alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen.

Das Neun-Euro-Ticket soll laut dem deutschen Bundesverkehrsminister Volker Wissing dem Nahverkehr nach der Coronakrise wieder Auftrieb verleihen und ihn langfristig gegenüber dem Autofahren wieder attraktiver machen. Ausserdem soll es Anreize zum Energiesparen setzen.

Was sind die möglichen Nachteile?

Einerseits sind die Nachteile natürlich die Kosten für die Steuerzahlenden: Insgesamt kostet das Entlastungspaket mehr als 15 Milliarden Euro. Die Kosten für das Billigticket alleine werden – primär aufgrund von Mindereinnahmen im Ticketverkauf – auf bis zu 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Es könnte aber noch um einiges teurer werden. Dann nämlich, wenn die Verkehrsmittel so ausgelastet sein werden, dass noch zusätzliche zur Verfügung gestellt werden müssten.

Die Nordsee-Insel könnte diesen Sommer volle Strände erwarten.
Die Nordsee-Insel könnte diesen Sommer volle Strände erwarten.Bild: keystone

Dies ist denn auch ein weiterer Nachteil dieses Tickets: Es so attraktiv, dass voraussichtlich sehr viele Menschen davon Gebrauch machen werden. Deshalb können volle Züge und Busse erwartet werden. Die Verkehrsverbände haben bereits jetzt grossen Respekt vor der Rabattaktion und dem damit verbundenen Aufwand. Ausserdem zeigen sich verschiedene Feriendestinationen – wie zum Beispiel Sylt – besorgt im Hinblick auf mögliche Grossanstürme von Touristinnen und Touristen.

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70 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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aye
06.05.2022 22:11registriert Februar 2014
Watson, wie wär's mit einem "99 Orte in Deutschland, in die du mit dem 9€ Ticket reisen kannst" für Reisende aus der Schweiz?
Da gibt's sicher viele schöne Orte und Rundreisen, die man an einem Wochenende oder während einer Woche erreichen könnte.
Ok, 99 ist vielleicht etwas zu viel. 😉
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_stefan
06.05.2022 23:47registriert September 2015
Da frage ich mich, ob diese einmalige Aktion wirklich einen nachhaltigen Effekt hat. Wäre es nicht sinnvoller mit dem Geld den öffentlichen Verkehr langfristig zu subventionieren? Wie gehts dann im September weiter, sind da die Inflation und die hohen Energiepreise plötzlich kein Problem mehr? Die Menschen werden kein Geld sparen. Sie werden damit einfach Luxusgüter und Urlaub finanzieren. Das ganze scheint mir primär eine Promo-Aktion für die Regierung zu sein.
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Hösch
06.05.2022 23:47registriert März 2022
Für 15 Mia Euro könnte man auch die Planung der Rheintalbahn ein bisschen beschleunigen welche doch eigentlich 2020 als deutscher Bestandteil der europäischen Rhein-Alpen-Transversale hätte fertig sein sollen. Sodass der neue Zieltermin, 2035 war das letzt was ich gehört habe, nicht wieder so deutsch bleibt. Stuttgart21 und BER lassen grüssen.
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