DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
President Donald Trump walks with South Korean President Moon Jae-in to make statements in the Rose Garden of the White House in Washington, Friday, June 30, 2017. (AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump und Moon im Garten des Weissen Hauses. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Donald Trump zum Korea-Konflikt: Diplomatie statt Angriff

US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Nordkorea zu verstärken versucht. Die Geduld mit Pjöngjang «ist am Ende», sagte Trump am Freitag in Washington über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm.



Bei einem Besuch des neuen südkoreanischen Staatschefs Moon Jae In verzichtete er jedoch auf explizite Drohungen mit einem Militärangriff und stellte stattdessen verschärfte diplomatische und militärische Druckmittel in Aussicht.

Die nordkoreanische Bedrohung verlange nach einer «entschiedenen Antwort», sagte Trump. Die USA bereiteten deshalb zusammen mit Südkorea, Japan und anderen Verbündeten neue Sanktionen vor.

China erwähnte der US-Präsident in diesem Zusammenhang nicht. In den ersten Amtsmonaten hatte Trump noch stark darauf gesetzt, dass Pjöngjang durch Druck seines Hauptverbündeten zum Einlenken bewegt werden könne. Zuletzt bezeichnete Trump dann aber die entsprechenden chinesischen Bemühungen als gescheitert.

President Donald Trump and South Korean President Moon Jae-in walk off of the stage after making statements in the Rose Garden of the White House in Washington, Friday, June 30, 2017. (AP Photo/Susan Walsh)

Der südkoreanische und der amerikanische Präsident zeigen Einigkeit. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Kein militärischer Alleingang

Bereits im Vorfeld von Moons Besuch hatte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter deutlich gemacht, dass Washington weiterhin versuchen wolle, Nordkorea mit diplomatischem und wirtschaftlichen Druck zum Einlenken zu bewegen.

Bei seinem gemeinsamem Medienauftritt mit Moon im Rosengarten des Weissen Hauses unterliess es Trump denn auch, seine früheren Drohungen mit einem militärischen Alleingang der USA zu wiederholen. Stattdessen sagte er nur vage, die USA würden sich selbst und ihre Verbündeten «immer verteidigen».

Moon teilte seinerseits mit, dass der US-Präsident seine Einladung zu einem Besuch in Südkorea noch in diesem Jahr angenommen habe. Eine konkrete gemeinsame Linie gegenüber Nordkorea wurde bei dem Treffen der beiden Staatsoberhäupter jedoch nicht erkennbar.

Moon tritt für einen Dialogprozess mit Pjöngjang ein, wodurch er sich von der südkoreanischen Vorgängerregierung unterscheidet. Nach seinen Unterredungen mit Trump stellte er dies nun als gemeinsame Linie mit Washington dar.

Die USA und Südkorea strebten zusammen einen «umfassenden Ansatz» gegenüber Pjöngjang an, zu dem Sanktionen wie auch «Dialog» gehörten, sagte der südkoreanische Staatschef. Trump liess jedoch nicht erkennen, dass er tatsächlich an einem Dialog mit Nordkorea interessiert ist.

President Donald Trump walks with South Korean President Moon Jae-in to make statements in the Rose Garden of the White House in Washington, Friday, June 30, 2017. (AP Photo/Evan Vucci)

Wollen die Provokationen Nordkoreas gemeinsam kontern: Moon und Trump. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Spannungen verstärkt

Moon hatte während des Flugs nach Washington laut südkoreanischen Medien gesagt, Nordkorea sollten Zugeständnisse für den Fall angeboten werden, dass das Land sein Atomprogramm einfriere. Welcher Art diese Konzessionen sein sollten, konkretisierte er nicht.

Pjöngjang hatte lange Zeit angekündigt, sein Atomprogramm aufzugeben, wenn es zu einem Friedensvertrag mit den USA käme. Inzwischen ist allerdings unklar, ob diese Haltung noch Bestand hat.

In den vergangenen Monaten provozierte Pjöngjang die internationale Gemeinschaft mit mehreren Raketentests. Die Spannungen mit Washington wurden zudem zuletzt durch den Tod des US-Studenten Otto Warmbier weiter verschärft. Der 22-jährige Student fiel in nordkoreanischer Haft ins Koma und starb kurz nach seiner Rückkehr in die USA.

Die verhärtete Haltung der USA im Nordkorea-Konflikt zeigte sich auch darin, dass Washington am Donnerstag wegen mutmasslicher Geschäfte mit Pjöngjang erstmals Sanktionen gegen eine chinesische Bank verhängte. (sda/afp)

Trump und sein Handschlag

Video: watson

100 Tage Trump in 90 Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Erste «Herr der Ringe»-Verfilmung aufgetaucht

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

«Über Social Media tragen Rechtsextreme ihre Ideologien in die Mitte der Gesellschaft»

Andre Wolf ist Faktenchecker bei der österreichischen Rechercheplattform Mimikama. In seinem Buch «Angriff auf die Demokratie» schreibt er über die Gefahren rechtsextremer Netzwerke, die das Internet unterwandern.

Herr Wolf, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass seit Beginn der Pandemie intensiver Fake News verbreitet werden und der Hass im Netz zugenommen haben. Warum?Andre Wolf: Dieses Phänomen kann man immer dann beobachten, wenn etwas passiert, das viele Menschen betrifft und das Thema stark medial aufgegriffen wird. Im Fahrwasser der Berichterstattung tauchen dann viele Falschmeldungen auf. Das passierte schon 2015 bei der Flüchtlingskrise. Oder immer, wenn es islamistisch-motivierte Terroranschläge …

Artikel lesen
Link zum Artikel