International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05860847 US President Donald J. Trump applauds as he arrives to a rally at the Kentucky Exposition Center in Louisville, Kentucky, USA, 20 March 2017. Trump is appearing at several Make America Great Again rallies around the country.  EPA/MARK LYONS

Flucht nach vorne: Trump lässt sich in Kentucky von seinen Fans feiern. Bild: MARK LYONS/EPA/KEYSTONE

Die Russland-Connection: Wie Trump sich auf Twitter ins Abseits beförderte

Mit einer Twitter-Salve versuchte Donald Trump, die Anhörung von FBI-Chef James Comey vor dem Kongress zu torpedieren. Der Schuss ging nach hinten los.



Der Montag hätte ein guter Tag sein können für Donald Trump. Neil Gorsuch, sein Kandidat für den Obersten Gerichtshof, hatte seine erste Anhörung vor dem Senat und hinterliess dabei einen überzeugenden Eindruck. Am Ende aber erlebte der US-Präsident einen schwarzen Montag: Das FBI ermittelt wegen möglicher Kontakte seines Wahlkampfteams mit Russland.

Dies bestätigte FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Fast noch schlimmer für Trump: Comey und NSA-Direktor Mike Rogers erklärten in der gemeinsamen Anhörung im Kapitol, es gäbe keine Belege für die bizarre Anschuldigung des Präsidenten, sein Vorgänger Barack Obama habe ihn während des Wahlkampfs im New Yorker Trump Tower abhören lassen.

Donald Trump scheint das Unheil geahnt zu haben. Bereits vor Beginn des Hearings veröffentlichte er auf seinem privaten Account mehrere Tweets, in denen er die Russland-Vorwürfe als «Fake News» und als «Komplott» der Demokraten bezeichnete.

Pech für ihn, dass James Comey nicht mitspielte. Das FBI gehe der Frage nach, ob es «irgendwelche Koordination» zwischen Trump-Mitarbeitern und den versuchten russischen Einmischungen in den Wahlkampf 2016 gegeben habe, sagte er den Kongressabgeordneten. Worauf Trump mit einer weiteren Twitter-Salve reagierte, dieses Mal auf dem offiziellen Präsidenten-Account.

Die Behauptung, Russland habe das Wahlverfahren nicht beeinflusst, sei «nicht zutreffend oder zumindest irreführend», schreibt Politico. Zwar sagten Comey und Rogers aus, Russland habe die Stimmabgabe nicht verfälscht. Sie schlossen aber einen Einfluss der russischen Bemühungen das Verhalten der Wähler nicht aus.

Mit diesem Tweet schoss Trump definitiv den Vogel ab, hat er doch Comey damit faktisch das Wort im Mund umgedreht. Denn der FBI-Chef wollte sich explizit nicht zu bestimmten Personen wie Trumps früheren Sicherheitsberater Michael Flynn äussern. Als ihm Trumps Tweet vorgelesen wurde, reagierte Comey sauer: «Es war nicht unsere Absicht, dies heute zu sagen.»

Für den Rest des Tages war das Weisse Haus um Schadensbegrenzung bemüht, während der Chef sich nach Kentucky begab, um sich von seinen Fans feiern zu lassen. Pressesprecher Sean Spicer bemühte sich, die Rolle jener Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam herunterzuspielen, die mit Russland oder Wikileaks in Verbindung standen.

Spicers Nebelpetarde

Dies betrifft etwa den ehemaligen Berater Carter Page, Trumps langjährigen Vertrauten Roger Stone oder den früheren Wahlkampfleiter Paul Manafort. Dieser habe nur «eine sehr beschränkte Rolle» gespielt und «eine sehr begrenzte Zeit» für Trump gearbeitet, sagte Spicer. Dabei hatte Manafort die Trump-Kampagne noch bis zum Parteikonvent der Republikaner im Juli geleitet. Im August musste er wegen dubioser Zahlungen aus der Ukraine zurücktreten.

abspielen

Spicers kontroverse Aussage über Paul Manafort. Video: YouTube/Daily Kos

Die Republikaner ärgern sich zunehmend über Trumps irres Verhalten auf Twitter. «Wir müssen ständig Fragen über diese Tweets beantworten. Das versetzt uns in die Defensive, wenn wir uns für den Präsidenten stark machen wollen», klagte der New Yorker Kongressabgeordnete Peter King gegenüber der New York Times.

Was hat Trump zu verbergen?

Darüber hinaus stellt sich eine grundsätzliche Frage, die durch die Ermittlungen des FBI an Dringlichkeit gewonnen hat: Was hat der Präsident zu verbergen? «Wenn sein Wahlkampfteam keine unzulässigen Kontakte mit Russland hatte, warum begrüsst er dann nicht die Untersuchung und sorgt für klare Verhältnisse?» fragte sich Hedrick Smith, ein ehemaliger Leiter des Hauptstadtbüros der «New York Times».

Es ist eine Frage, die sich immer mehr Leute in Washington stellen.

Das könnte dich auch interessieren:

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Erdrutsch verschüttet Bahnstrecke bei Tenero TI

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

19 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Ugliman44
21.03.2017 12:55registriert March 2014
Mr. president muss seine persönlichen Dummheiten bewirtschaften. Keine Zeit für die wirklichen Probleme seines Landes. Seine Partei wird dafür bezahlen, es sei denn sie schicken in zum Teufel
7317
Melden
Zum Kommentar
http://bit.ly/2mQDTjX
21.03.2017 14:49registriert April 2016
Donald hat versprochen, den Sumpf auszutrocken. Das hat er nach seiner Wahl wiederholt:
Damit niemand versinkt oder verloren geht, hier eine interaktive Sumpf-Karte:
In diesem Dümpel sind irgendwo 63 russische Oligarchen. Die meisten verwickelt in schmutzige Geschäfte. Anscheinend haben die während Trumps Wahlkampf gegen 100 Mio. USD in Trumps Immobilien "investiert".
Keep trying DTS, @POTUS!
4210
Melden
Zum Kommentar
19

Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in der Schweiz und der internationale Vergleich

Die Corona-Zahlen für die Schweiz steigen im Moment rapide. Deshalb findest du hier einen Überblick zu allen neuen sowie aktuellen Fallzahlen für die Schweiz und einen Vergleich zu internationalen Daten zu Neuansteckungen mit dem Coronavirus.

Das Coronavirus hält die Schweiz weiterhin in Atem. Die Zahl der Neuansteckung steigt nach neuesten Entwicklungen in den unterschiedlichen Kantonen seit dem August wieder und viele sprechen bereits von einer zweiten Corona-Welle in Europa und in der Schweiz.

Damit du den Überblick über die sich stetig verändernde epidemiologische Lage behältst, zeigen wir dir hier alle relevanten Statistiken zu den Neuansteckungen, Positivitätsrate, Hospitalisierungen und Todesfällen in den Schweizer …

Artikel lesen
Link zum Artikel