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Michigan gubernatorial candidate Gretchen Whitmer gives her acceptance speech after winning the Democratic primary during her election night party at the Sound Board at Motor City Casino, in Detroit, Tuesday, Aug. 7, 2018. (David Guralnick/Detroit News via AP)

Gretchen Whitmer gewann die Vorwahl der Demokraten für das Gouverneursamt in Michigan. Bild: AP/Detroit News

Der Zorn der Frauen wird zur grössten Gefahr für Trump

Bei einer Nachwahl in Ohio haben die US-Demokraten eine Überraschung knapp verpasst. Dennoch können sie im Hinblick auf die Kongresswahlen in drei Monaten zuversichtlich sein, vor allem dank den Frauen.



Mit Bangen blickten US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner am Dienstag auf den Bundesstaat Ohio. In einem Wahlkreis in den Vororten der Hauptstadt Columbus fand eine Nachwahl für einen Sitz im Repräsentantenhaus in Washington statt. Er ist seit mehr als 30 Jahren eine republikanische Hochburg, Trump siegte hier 2016 mit elf Prozent Vorsprung.

Nachdem der bisherige Amtsinhaber in die Privatwirtschaft gewechselt hatte, musste eine ausserordentliche Wahl stattfinden. Im Vorfeld wurde sie zu einem Stimmungstest für den umstrittenen und polarisierenden Präsidenten erklärt. Tatsächlich lieferten sich der Republikaner Troy Balderson und der Demokrat Danny O'Connor in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

President Donald Trump, right, stands beside 12th Congressional District Republican candidate Troy Balderson, left, during a rally, Saturday, Aug. 4, 2018, in Lewis Center, Ohio. (AP Photo/John Minchillo)

Troy Balderson setzte sich in Ohio – vorerst – knapp durch. Donald Trump leistete persönlich Wahlhilfe. Bild: AP/AP

Am Ende sind die Republikaner «an einem Debakel vorbeigeschrammt», wie Politico schreibt. Balderson setzte sich hauchdünn durch, mit weniger als 1700 Stimmen Vorsprung. Und das Resultat ist noch nicht definitiv, bei einem derart knappen Ausgang ist in Ohio zwingend eine Nachzählung vorgesehen. Es könnte Tage oder Wochen dauern, bis der Sieger feststeht.

Nur eine Atempause

Dennoch twitterte Trump von einem «grossen Sieg». Das ist in mehrfacher Hinsicht unsinnig. In Zeiten einer blühenden Wirtschaft müsste die Partei des Präsidenten leichtes Spiel haben, speziell in einer ihrer Hochburgen. Balderson aber konnte sich nur dank massiver personeller und finanzieller Unterstützung der nationalen Partei und von Trump selbst behaupten.

Und schon in drei Monaten kommt es zum «Rückkampf» gegen O'Connor, bei den «ordentlichen» Kongresswahlen am 8. November. Ohne das nationale Rampenlicht wird der Republikaner weitgehend auf sich allein gestellt sein. Der Erfolg vom Dienstag – wenn er denn bestätigt wird – ist für die Grand Old Party nicht viel mehr als eine Atempause. Und die Ruhe vor dem Sturm.

Das knappe Ergebnis in Ohio zeigt, dass Trump mit seiner das Land spaltenden Politik vor allem die Opposition motiviert. Der Hass auf den Präsidenten treibt die Anhänger der Demokratischen Partei scharenweise in die Wahllokale. Ein Aspekt muss Trump dabei besonders beunruhigen. Er hat vor allem die Frauen gegen sich, und das deutlich.

FILE - In this Thursday, Nov. 6, 2008, file photo, Rashida Tlaib, a Democrat, is photographed outside the Michigan Capitol in Lansing, Mich. In the primary election Tuesday, Aug. 7, 2018, Democrats pick former Michigan state Rep. Rashida Tlaib to run unopposed for the congressional seat that former Rep. John Conyers held for more than 50 years. Tlaib would be the first Muslim woman in Congress. (AP Photo/Al Goldis, File)

Rashida Tlaib dürfte die erste Muslima im Repräsentantenhaus werden. Bild: AP/AP

Nur 35 Prozent billigen seine Amtsführung, berichtete «The Economist» mit Berufung auf eine neue Umfrage des renommierten Instituts Gallup. Bei der Präsidentschaftswahl 2016 holte er noch 41 Prozent der weiblichen Stimmen, und da trat er immerhin gegen eine Frau an. Zum Vergleich: 2012 sicherte sich Barack Obama die Wiederwahl, weil 55 Prozent der Frauen für ihn stimmten.

Frauen auf dem Vormarsch

Andere Umfragen belegen ebenfalls eine grosse Unzufriedenheit der Frauen mit Trump. Rund die Hälfte findet demnach, seine Politik schade ihnen. Nur sieben Prozent finden sie nützlich. Die Motivation, ihn im Kongress zu stoppen, ist deshalb hoch. Demokratische Politikerinnen haben 105 parteiinterne Vorwahlen für das Repräsentantenhaus gewonnen, so viele wie noch nie. Vor allem junge Frauen stimmen laut dem «Economist» bevorzugt für ihresgleichen.

Am Dienstag kam ein weiterer Erfolg hinzu. Rashida Tlaib gewann die Vorwahl in Detroit im Bundesstaat Michigan. Mehr als 50 Jahre lang war der Sitz vom Bürgerrechtsveteranen John Conyers belegt worden, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Tlaibs Wahlsieg im November ist so gut wie sicher, sie dürfte damit die erste Muslima im Repräsentantenhaus werden.

Linke am Limit

Bei der Vorwahl für den Gouverneursposten in Michigan setzte sich bei den Demokraten mit Gretchen Whitmer ebenfalls eine Frau durch. Sie gewann gegen Abdul El-Sayed, der von Bernie Sanders und dem linken Shootingstar Alexandria Ocasio-Cortez unterstützt worden war. Was zeigt, dass linke Kandidaten Mühe haben, wenn sie auf Stimmen aus der Mitte angewiesen sind.

Trumps mögliche Gegner 2020

Die Frauen könnten somit den Ausschlag geben, dass die Demokraten im November trotz internen Problemen und Flügelkämpfen die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern. Die Republikaner könnten ihnen «Schützenhilfe» leisten, wenn sie im Senat die Ernennung von Brett Kavanaugh durchboxen, Donald Trumps Kandidaten für den Obersten Gerichtshof.

Die Aussicht auf eine konservative Mehrheit im Supreme Court, die das Recht auf Abtreibung abschaffen oder stark einschränken könnte, dürfte gerade die jüngeren Frauen zusätzlich anstacheln. Die Atempause, die die Republikaner in Ohio erhalten haben, könnte sich dann im Rückblick als fataler Fehlschluss erweisen.

Trumps Schimpftirade über Jimmy Fallon und Co.

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25
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toni.Stark 08.08.2018 19:11
    Highlight Highlight Oh ja er hat bestimmt richtig angst!
    19 4 Melden
  • Diagnose: Aluhut 08.08.2018 18:33
    Highlight Highlight „Diese Frau wird Trump gefährlich“, „Hier die Frau, die Trump den Kopf kostet“, „Der Zorn der Frauen wird Trump gefährlich“.... Und immer noch hockt Trump gemühtlich im Chefsessel und schaukelt seine Eier.
    23 3 Melden
  • olmabrotwurschtmitbürli 08.08.2018 18:29
    Highlight Highlight Ich gehe ohnehin davon aus, dass sich die Präsidentschaft Trump innert der nächsten Jahrzehnte erledigt hat.
    18 1 Melden
  • Umbulubumbulu 08.08.2018 18:25
    Highlight Highlight Der Blunschi mit seinen Gefahren..
    ..was kommt als nächstes - laktovegane Powerrangers?
    Klar ich müsste den Artikel nicht lesen wenn es mich stört. Aber diese ewige "Gefahrsucherei" nervt.
    Sorry ist nicht böse gemeint.
    21 5 Melden
    • Toni.Stark 09.08.2018 12:21
      Highlight Highlight haha, laktovegane Powerrangers! Made my day ;-)
      1 0 Melden
  • Zauggovia 08.08.2018 18:02
    Highlight Highlight Blunschi und Löpfe machen sich langsam lächerlich mit den allwöchentlichen Gefahren und Achillesfersen für Trump.

    Tipp für nächste Woche: Trumps Gesundheit. Wenn er ein Herzinfarkt hat, wurden langsam alle Szenarien mit euren "Vorhersagen" abgedeckt.
    79 15 Melden
  • MRU 08.08.2018 17:30
    Highlight Highlight Die „... wird zur grössten Gefahr für Trump“ Schlagzeile gehört bei Watson auch zum Tagesprogramm ;)
    136 18 Melden
  • Rock'n'Rohrbi 08.08.2018 17:28
    Highlight Highlight Als ob es noch von Bedeutung wäre was für ein Kopf regiert… Korruption und lobbyfrisierte Politik steuert beinah jedes Land. Auch bei uns ...da hat der Trampel bloss noch Klatsch und Tratsch Bedeutung und hält seinem eigenen Volk den Spiegel vor.
    Nicht mehr weit und die mächtigste Frau der Welt wird im Dschungelcamp Verfahren an die Macht gelangen.
    26 30 Melden
  • Flötist 08.08.2018 17:27
    Highlight Highlight Jede Woche eine “grösste Gefahr”, “es wird eng für Trump”. Nein, wird es offensichtlich nicht.
    82 13 Melden
  • w'ever 08.08.2018 17:08
    Highlight Highlight und wieder ein bericht mit einer bewegung oder nachricht der trump gefährlich wird.
    und vermutlich wird er dann ganz einfach wiedergewählt.
    68 8 Melden
  • Luca Brasi 08.08.2018 16:27
    Highlight Highlight Ja genau, die Frauen wählen jetzt alle demokratisch. Weil sie das ja auch damals bei den Präsidentschaftswahlen auch getan haben. 😂
    Da verliert mal ein Kandidat, der von Sanders und Konsorten unterstützt wurde, und Herr Blunschi konstruiert daraus eine Niederlage der Linken innerhalb der Demokraten, weil er die aus seiner "Mitte-Links-Sicht" nicht leiden kann und für "unvernünftig" hält. Aber er und viele andere Journalisten haben ja auch Sanders damals belächelt und diskreditiert -mit Erfolg- und heute stehen wir da mit Präsident Trump. Könnte ein böses Erwachen bei den Kongresswahlen geben.
    108 26 Melden
    • meine senf 08.08.2018 18:29
      Highlight Highlight Halte es auch für einen Fehler, zu sehr auf die Mitte zu schielen. Das war ja auch die Strategie mit Hillary Clinton.

      Ich behaupte sogar, dass Sanders gegen Trump gewonnen hätte. Die Clinton-Anhänger hätten ihn wohl trotz allem Trump vorgezogen. Aber er hätte auch ein paar der "unpolitische Anti-Establishment"-Stimmen, die allesamt an Trump gingen, erhalten.

      Klar sollte man schon auch schauen, dass kein abschreckendes abgehobenes Links-Sektierertum entsteht. Wenn man sich aber zu sehr an Wall Street etc. anbiedert, dann kann Trump wieder an Anti-Elite-Gefühle appellieren.
      9 2 Melden
  • Adrian Huber 08.08.2018 16:16
    Highlight Highlight Was solche Umfragen wert sind, weiss man ja spätestens seit Trumps Wahl.
    75 12 Melden
  • R. Peter 08.08.2018 16:05
    Highlight Highlight Seit wann sind Frauen eine homogene Gruppe?
    138 27 Melden
    • Sir_Nik 08.08.2018 20:48
      Highlight Highlight So funktioniert das hald...

      Rechte, Linke, Arbeitslose, Migranten, Reiche, Arme sind alles auch keine homogene Gruppen.

      Man kann Herdenverhalten nicht an Individuen messen, man muss Gemeinsamkeiten finden, Dinge ausklammern, vereinfachen, Gruppen bilden und dann messen. Ist doch jetzt wahrlich nichts Neues...und auch nicht schwer zu verstehen.
      3 7 Melden
  • Normi 08.08.2018 15:31
    Highlight Highlight Naja das hat auch mit Mrs.Clinton auch nicht geklappt....
    51 15 Melden
  • Vinnie 08.08.2018 15:22
    Highlight Highlight Wie wäre es mit einem "No-Trump"-Knopf? Oder mindestens ein "No "jetzt wirds aber ernst für Trump"-Knopf".
    65 12 Melden
  • DemonCore 08.08.2018 15:17
    Highlight Highlight Nach 2 Jahren Trump sind die Amerikaner so verzweifelt, dass sie sogar in Erwägung ziehen Frauen zu wählen. Aber ernsthaft, was ist frauenspezifisch an der Opposition? Ein paar weibliche Kandidaten hier und da sollen die Wende bringen? Ich setze auf Muller und ggf. das Amtsenthebungsverfahren.
    37 24 Melden
  • Ville_16 08.08.2018 15:10
    Highlight Highlight Trump schreibt von einem "grossen Sieg" im Sinn von wichtig. Man kann aber auch immer alles dagegen auslegen. Item, Trump ist wohl der erste Präsident in der Geschichte der USA welche eine reelle Chance hat bei den Zwischenwahlen zuzulegen. Obama hatte damals den grössten Verlust eines amtierenden Präsidenten in den letzten 70 Jahren hinzunehmen. Schon erstaunlich wenn man bedenkt wie beliebt Obama doch war.
    29 46 Melden
    • Froggr 08.08.2018 18:54
      Highlight Highlight „Beliebt“
      5 4 Melden
  • Pana 08.08.2018 15:09
    Highlight Highlight "Donald Trump leistete persönlich Wahlhilfe."

    Ich habe leichte Zweifel, dass dies zur Arbeit eines amtierenden Präsidenten gehört..
    36 17 Melden
    • Baba 09.08.2018 09:31
      Highlight Highlight Diese habe ich auch, aber 45 ist im permanenten Wahlkampfmodus 🤢.

      Dazu ein 'interessanter' Tweet von ihm von gestern:
      User Image
      0 0 Melden
  • koks 08.08.2018 15:01
    Highlight Highlight DIE Frauen gaben doch auch den Ausschlag, dass Trump gewählt worden ist. Congrats.
    50 9 Melden
  • greeZH 08.08.2018 14:58
    Highlight Highlight Wie bei den Präsidentschaftswahlen 2016?
    34 6 Melden
  • Triumvir 08.08.2018 14:52
    Highlight Highlight Egal wer gewählt werden wird. Hauptsache die Reps und Trump werden endlich gestoppt, denn die USA und ihre Einwohner haben beide nicht wirklich verdient.
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