International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Senate Governmental Affairs Committee Chairman Sen. Ron Johnson, R-Wis., speaks on Capitol Hill in Washington, Tuesday, Oct. 31, 2017, during a hearing on the federal response to the 2017 hurricane season. (AP Photo/Susan Walsh)

Zur Witzfigur geworden:  Senator Ron Johnson. Bild: AP/AP

Eine Geheimgesellschaft an der Spitze des FBI?

Das Trump-Lager dreht durch: Die Paranoia bei Republikanern, Fox News und Breitbart hat Ausmasse wie in der berüchtigten McCarthy-Ära erreicht.



Ron Johnson, republikanischer Senator aus dem Bundesstaat Wisconsin, galt bis vor kurzem als Konservativer, aber auch als Politiker, mit dem man halbwegs vernünftig zusammenarbeiten konnte. Nun ist er zur Witzfigur geworden: Er trat zunächst aufgeregt vor die TV-Kameras und erklärte, er habe soeben von einem Informanten erfahren, an der Spitze des FBI gebe es eine «Geheimgesellschaft», deren Ziel es sei, die Regierung zu stürzen.

abspielen

Senator Ron Johnson bei seinem peinlichen TV-Auftritt. Video: YouTube/Tea Partier

Wenig später trat Senator Johnson erneut vor die Kameras, diesmal nicht so so aufgeregt, aber sichtlich betreten. Von einer «Geheimgesellschaft» könne man nicht wirklich sprechen, erklärte er nun. Was den angeblich top seriösen Informanten betrifft, gab er kleinlaut zu: Es würden sich halt merkwürdige Menschen bei ihm melden. Was war geschehen?

Die «Geheimgesellschaft», von der Johnson sprach, wird in einem SMS zwischen Peter Strzok und Lisa Page erwähnt. Strzok war Mitglied des Mueller-Teams, wurde aber ausgeschlossen, als diese SMS entdeckt wurden. Page ist Anwältin, die ebenfalls zeitweilig für das FBI tätig war.

Bild

Das Liebespaar im Auge des Hurrikanes: Peter Strzok und Lisa Page.

Die beiden hatten ein Verhältnis miteinander und tauschten tausende von Liebesbotschaften aus. Einmal ist darin auch scherzhaft von einem Treffen einer «Geheimgesellschaft» die Rede. Gemeint war natürlich ein Rendez-vous.

Das Liebespaar ist seit Wochen die Basis für eine Schmutzkampagne gegen den Sonderermittler Robert Mueller, denn sie bringen in ihren SMS deutlich ihre Abscheu vor Trump zum Ausdruck. Doch auch Polizisten und Anwälte dürfen politische Ansichten haben. Verstösse gegen ihre Dienstpflicht haben beide nicht begangen, und wie erwähnt: Strzok wurde sofort aus dem Muller-Team entfernt, als die SMS-Botschaften bekannt wurden.

Aus diesen SMS und anderen nicht bekannten Quellen hat ein Team von republikanischen Abgeordneten unter der Leitung von Devin Nunes ein Memorandum verfasst. Nunes ist der ehemalige Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, der in den Ausstand treten musste, weil er sich zunächst im Weissen Haus angebliche Geheimdokumente übergeben liess, die er danach als grosse Enthüllung in eben dieses Weisse Haus zurücktrug.

abspielen

Hat jedes Mass verloren: Sean Hannity. Video: YouTube/Alex Sanchez

Der Inhalt des Memos wird geheim gehalten, es gibt jedoch gezielte Indiskretionen an Trump-hörige Medien. Sie berichten Schlimmes: Es handle sich um eine «vom Staat gesponserte Sabotage», viel, viel schlimmer als Watergate, berichtet etwa Sean Hannity auf Fox News.

Das dubiose Memo des Devin Nunes

Immer dringlicher wird daher die Veröffentlichung dieses Memos gefordert, das weder vom FBI verfasst noch von ihm autorisiert worden ist. Es scheint so dubios zu sein, dass selbst das von den Republikanern beherrschte Abgeordnetenhaus bisher seine Veröffentlichung verweigert hat.

Hannity ist mittlerweile eine Art informeller Anführer der Hetze gegen Robert Mueller geworden, einem hochdekorierten Ex-Marine und eingeschriebenen Republikaner, wohlgemerkt. So lächerlich die Kampagne gegen ihn erscheinen mag, so gefährlich ist sie mittlerweile geworden.

Sen. Joseph McCarthy covers the microphones with his hands while having a whispered discussion with his chief counsel, Roy Cohn, during a committee hearing  in Washington in this April 26, 1954 photo. Behold the phantoms of the political opera. Kenneth Starr, dark lord of the inquisition. McCarthy and David Duke. Herbert Hoover. All have been invoked in the struggle for supremacy in the Democratic presidential contest, in the awakening campaign for the fall and in Washington diatribes that summon rapscallions of the ages.  (AP Photo)

Joseph McCarthy (links) und sein Scherge Roy Cohn, ein früher Mentor von Donald Trump. Bild: AP

Hannity & Co. gehen weiter als alles, was man sich selbst von Fox News gewohnt ist. Es lässt sich mit der Hysterie der McCarthy-Ära vergleichen. Joseph McCarthy war ein glühender Anti-Kommunist, der auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges mit falschen Anschuldigungen und Show-Prozessen das Leben von Zehntausenden anständiger Bürgerinnen und Bürgern zerstörte.

Übriges: Einer von McCarthys Schergen war der Anwalt Roy Cohn, ein früher Mentor von Donald Trump.

Wenn die Anwälte es erlauben...

Die Tatsache, dass die Anti-Mueller-Kampagne aus dem Ruder läuft, ist ein deutliches Indiz dafür, dass der Sonderermittler nahe an den inneren Machtzirkel gekommen ist. Es hat wahrscheinlich eine orchestrierte Aktion gegeben, Mueller in die Irre zu leiten. Seit der ehemalige Berater George Papadopoulos, der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn und wahrscheinlich auch der ehemalige Chefstratege Steve Bannon die Seiten gewechselt haben, droht dieses Komplott aufzufliegen.

Das Trump-Lager hat Grund zur Panik. Der Präsident selbst gibt sich nach derweil wie vor gelassen. Vor seinem Abflug nach Davos erklärte er, er sei jederzeit bereit, mit dem Sonderermittler zu sprechen, auch unter Eid. Allerdings fügte er hinzu, selbstverständlich nur, wenn ihm dies seine Anwälte erlauben würden. Diesen Film allerdings, den kennen wir bereits.

Trump 2018

Für Trump naht in der Russlandaffäre die Stunde der Wahrheit

Link zum Artikel

470'000 Trump-Retweets kamen von automatischen Accounts in Russland

Link zum Artikel

Hillary Clinton überrascht bei den Grammys das Publikum – und Donald Trump ...

Link zum Artikel

Die Trump-Show verzückt die Manager, doch nicht alle lassen sich aus dem Takt bringen

Link zum Artikel

«Die amerikanische Demokratie wird weitere sieben Jahre Trump nicht überleben»

Link zum Artikel

Chef-Korrespondent der «New York Times»: «Die Leute sind hungrig auf Trump-Storys»

Link zum Artikel

Der Bundesrat will Trump am WEF bezirzen – und wird wohl bitter enttäuscht

Link zum Artikel

Geheime Screenshots aufgetaucht – weshalb Donald Trump WIRKLICH in die Schweiz kommt 😂

Link zum Artikel

Zu fett, Haarausfall, geistig «topfit» – Trumps Gesundheitszustand in 4 Punkten

Link zum Artikel

Bringt das «Steele-Dossier» Trump zu Fall? Diese neuen Details sagen: Ja!

Link zum Artikel

Während du dich über ihn aufregst, macht Trump Pläne für seine Wiederwahl

Link zum Artikel

Jetzt räumen die Milliardäre auf – das sind die Folgen des Trump/Bannon-Krieges

Link zum Artikel

«Ein Krieg in Korea wäre wirtschaftlich zu verkraften»

Link zum Artikel

Die Hatz auf Mueller wird zur Gefahr für die US-Demokratie

Link zum Artikel

Trump und die «Pipi-Tapes»: Wer lügt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Die Schweiz ist eine Gold-Weltmacht – ein enormes Risiko»

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

Diese Schweizer Fussballer haben noch keinen Vertrag für nächste Saison

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Herr Matthes, wie gross ist die Schadenfreude bei Nokia über Huaweis Trump-Schlamassel?

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

Turbo Jens ist alles, was du heute gesehen haben musst (wer hat den Typen eingestellt?)

Link zum Artikel

Empörung nach Landung am Mont-Blanc

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel

«Ab 30 kann Mann keine kurzen Hosen mehr tragen!» – watson-Chef klärt uns auf 🙄

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

Khashoggi-Mord: Hinweise belasten Saudi-Kronprinz

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

YouTuberin verwandelt Teslas Model 3 in Pick-up – und das Resultat ist grandios

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Ein Streik kommt selten allein – so wollen die Frauen weitermachen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

18
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • heinrichfrei 27.01.2018 10:22
    Highlight Highlight
    Robert Mueller ermittelt um Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland zu abzuklären? Mueller war früher beteiligt an fragwürdigen Untersuchungen, gegen Manuel Noriega und den Lockerbie Anschlag auf den Pan Am Flug 103. Noriega wurde damals von der Anklage in den USA vorgeworfen, er sei massgeblich im Drogenhandel und -import in die USA beteiligt gewesen, indem er Panama als scheinbar neutrale Basis für unkontrollierte Einfuhr von Drogen in die USA bereitgestellt habe und sich das entsprechend bezahlen liess. Siehe: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23829
  • Sebastian Wendelspiess 26.01.2018 14:04
    Highlight Highlight Die Anschuldigungen sind eigentlich, das Obama, Hillary und Mueller Trump während dem Wahlkampf bespitzelten.
  • Mortimer 26.01.2018 13:04
    Highlight Highlight Frei nach Erich M. Remarque "Im Westen nichts neues"...
  • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 26.01.2018 10:59
    Highlight Highlight OK, im Artikel werden 1 oder 2 Personen genannt, die gerade sehr wirres Zeug von sich gaben. Daraus wird geschlossen, die Republikaner hätten alle Paranoia.

    Das ist etwa so, wie wenn aus den SMS von 2 Personen auf eine ‚Geheimgesellschaft‘ geschlossen wird.

    Beides ziemlich wirr und paranoid.
  • Denk nach 26.01.2018 09:59
    Highlight Highlight Wie kommt man an solche SMS? Wer hat diese Leute ausspioniert?
  • Bert der Geologe 26.01.2018 09:42
    Highlight Highlight Also Herr Löpfe. Ich wähle Sie zum Somm (Basler Zeitung) von Watson und das ist kein Lob. Der Anfang des Artikels ist seriös, mit Video belegt und es ist eigentlich eine Realsatire, wie sich der Senator zum Affen macht. Dabei hätte der Autor es belassen können. Aber er entwertet ihn lieber mit Verdächtigungen und einer Verschwörungstheorie. Eine "orchestrierte" Aktion gegen Mueller durch eine geheimnisvolle dunkle Macht. Genau das jeweilige Schema der Somm-Artikel. Schade.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 26.01.2018 11:01
      Highlight Highlight Ist doch unfreiwilliger Humor, dass der Autor genau das macht, was er zuerst dem Senator vorwirft...
    • Sandro Lightwood 26.01.2018 11:11
      Highlight Highlight Also wenn es denn wirklich eine „orchestrierte“ Aktion gegen Mueller gäbe: so gehimnisvoll scheint mir die dunkle Macht dahinter nun auch wieder nicht. 🙈
    • Luku luku 26.01.2018 11:30
      Highlight Highlight Ich glaube er meint damit, dass es Personen im Umfeld Trumps gibt, welche sich aktiv mit der Vertuschung der Geschehnisse beschäftigt haben - > orchestrierte Aktion als Irreführung. Und diese Anti-Müller-Kampagne ist eines Rechtsstaats nicht würdig. Wenn Trump unschuldig ist, wird Müller dies herausfinden. Und falls nicht...
  • Arneis 26.01.2018 09:35
    Highlight Highlight Habe mir das mal 5min. angetan.
    Keine Info, keine einzige Info, dafür viele nicht gedeckte Anschuldigungen.
    Na ja wers mag
  • TheDan 26.01.2018 09:29
    Highlight Highlight Vielleicht kommt die ganze Geschichte am Schluss doch anderst heraus? Man beachte und staune:

    Play Icon


    Auf jedenfall bleibts spannend...
  • Wilhelm Dingo 26.01.2018 08:47
    Highlight Highlight Die gesuchte Schattenregierung ist eher bei den Vertretern des Grosskapitals zu finden.
    • smoking gun 26.01.2018 09:51
      Highlight Highlight Es ist eine Allianz der Vertreter des Grosskapitals und den Geheimdiensten, Wilhelm Dingo. Und das nennt sich dann "deep state". Geld regiert die Welt und nicht die Politik.
    • Murky 26.01.2018 10:17
      Highlight Highlight Das ist so, ganz ohne Verschwörungsgeschwurbel. Die offensichtliche Macht der Lobbyisten in der US-Amerikanischen Regierung ist schockierend.
      Lobbying kann eine gute Sache sein, solange es kontrolliert und im Rahmen erfolgt. Aber wenn es so ausartet wie in den USA ist man faktisch handlungsunfähig ohne Einwilligung der Sponsoren.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 26.01.2018 11:04
      Highlight Highlight Aluhut auf.
      Wer an eine ‚geheime Macht eines kleinen Zirkels verschworener Menschen‘ glaubt, hat nicht verstanden, wie Menschen funktionieren. Sowas überschätzt diese Menschen völlig (unter anderem dass es nie lange Geheim bliebe).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Simon 26.01.2018 08:38
    Highlight Highlight Auch andere Grossmächte sind schon an sich selbst gescheitert, da brauchts nicht einmal eine Bedrohung von aussen.

Die 15 besten «Protestschilder» von der Anti-Trump-Demo in London

Nicht alle Briten waren erfreut über Donald Trumps Besuch in London. Tausende Menschen gingen in ganz England auf die Strasse, um ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Einige der Demo-Teilnehmer bewiesen besonders viel Kreativität. Hier die besten Beispiele:

(mim)

Artikel lesen
Link zum Artikel