Deutschland fördert Kauf von E-Autos mit bis zu 6000 Euro
Wer in Deutschland ein Elektroauto kauft oder least, bekommt künftig je nach persönlichen Umständen und Fahrzeugart zwischen 1'500 und 6'000 Euro vom Staat. Wer weniger verdient oder Kinder hat, bekommt mehr innerhalb dieser Spanne. Was man jetzt wissen muss zum neuen Förderprogramm.
Warum kommt die E-Auto-Prämie?
Die Prämien sollen helfen, den Preisunterschied zwischen Elektrofahrzeugen und vergleichbaren Verbrennern in kleineren Fahrzeugklassen zu reduzieren. Zwar bleiben Benziner oft günstiger, sodass die Förderung nicht automatisch Elektroautos zur günstigsten Option macht. Bei den Gesamtkosten über die ganze Lebenszeit des Autos dürften Letztere inzwischen aber vorn liegen.
Für welche Fahrzeuge gilt sie?
Für neu zugelassene E-Autos (BEV) und in geringerer Höhe für Plug-in-Hybride, sofern sie bestimmte CO2-Grenzwerte einhalten.
Wer kann die Förderung beantragen?
Die Prämie richtet sich an Privatleute, die einen Neuwagen entweder kaufen oder leasen. Es gibt allerdings eine Deckelung beim Einkommen: Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen sollen vorrangig berücksichtigt werden.
Neue E-Auto-Förderung: Wie hoch die Einkommensgrenze ist
Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80'000 Euro. Das entspreche ungefähr einem monatlichen Nettoeinkommen von 4'800 Euro bei Ledigen und 5'400 Euro bei Paaren, so das Bundesumweltministerium. Die maximale Fördergrenze liegt bei 90'000 Euro Haushaltseinkommen, falls zwei Kinder vorhanden sind, durch die sich die Grenze um jeweils 5'000 Euro nach oben verschiebt.
Gilt die Förderung auch für Gebrauchtwagen?
Nein. Zwar werden entsprechende Vorschläge geprüft, aber die Förderung ist laut Ministerium nicht Bestandteil des neuen Programms. Der Verkehrsclub VCD kritisiert dies. Bundesvorsitzende Christine Rohleder sagte: «Es sollten auch gebrauchte E-Autos gefördert werden, nicht nur Neuwagen. Alles andere ist unsozial, weil sich viele Menschen auch mit Förderung kein neues E-Auto leisten können.»
Wie hoch ist die Förderung?
Die Basisförderung liegt für reine Elektroautos bei 3000 Euro, die maximale bei 6000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60'000 Euro gibt es 4'000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45'000 Euro 5'000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1'000 Euro.
Was ist mit Autos, die nicht rein elektrisch betrieben werden?
Weniger Geld gibt es für sogenannte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können. Für diese Autos und Fahrzeuge mit einem Range Extender liegt die Basisförderung bei 1'500 Euro. Range Extender sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.
Damit Autos mit diesen Technologien förderfähig sind, dürfen sie nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben. Für die Zeit ab dem 1. Juli 2027 soll die Förderung auf den Prüfstand, angedacht sind dann Vorgaben, die sich stärker am CO2-Ausstoss im realen Betrieb orientieren.
Warum sind Plug-in-Hybride umstritten?
Sogenannte Plug-in-Hybride können sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren. Wie umweltfreundlich sie sind, ist umstritten. Zwar können die Autos kürzere Strecken auch rein elektrisch fahren, ist die Batterie aber leer, verbrauchen sie wegen des zusätzlichen Gewichts mehr Sprit und stossen dementsprechend mehr CO2 aus. Zudem entsteht bei ihrer Produktion mehr CO2 als bei einem Verbrenner.
Ob sie für das Klima besser oder schlechter sind als vergleichbare Verbrenner, hängt vor allem davon ab, wie oft sie geladen werden und wie hoch der Anteil der elektrisch zurückgelegten Strecken ist. Kritiker halten die offiziellen Verbrauchsangaben zumindest für weitaus zu niedrig angesetzt. Gerade bei Firmenflotten sind sie aber wegen Steuervorteilen beliebt.
Für Plug-in-Hybride hatte es bis Ende 2022 ebenfalls eine staatliche Förderung von bis zu 2'250 Euro gegeben.
Gibt es eine Mindesthaltedauer?
Die Förderung wird eine Mindesthaltedauer für Kauf und Leasing beinhalten. Details sind noch nicht bekannt.
Wann startet das Programm?
Beantragen kann man die neue Förderung voraussichtlich ab Mai, wenn das entsprechende Internet-Portal an den Start gehen soll.
Bekomme ich die Prämie auch, wenn ich jetzt schon ein E-Auto kaufe?
Wer sein Elektroauto oder bestimmte Plug-in-Hybride ab dem 1. Januar neu zugelassen hat, kann die Förderung beantragen. Das gilt sowohl für den Kauf als auch das Leasing. Beantragen kann man die neue Förderung voraussichtlich aber erst ab Mai, wenn das entsprechende Internet-Portal an den Start gehen soll.
Wie lange reicht die Prämie?
Insgesamt drei Milliarden Euro sind für die Kaufprämie vorgesehen, was laut Ministerium für etwa 800'000 geförderte Fahrzeuge bis 2029 ausreichen soll.
Gibt es derzeit eine staatliche Förderung?
Nein, die letzte E-Auto-Prämie ist Ende 2023 ausgelaufen. Allerdings weisen Experten wie Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut darauf hin, dass sich der Preisabstand zwischen Verbrenner und Elektroauto Stück für Stück von 7'321 Euro im Jahr 2024 auf 1'340 Euro im Dezember 2025 reduziert hat. Er geht davon aus, dass diese Entwicklung aufgrund fortschreitender Technologie und Neuheiten wie dem Elektrokleinwagen VW ID. Polo und der Konkurrenz aus China so weitergeht. Er sieht keine Notwendigkeit für eine solche Prämie.
Und die Schweiz?
Hierzulande bieten einzelne Kantone Steuerrabatte für E-Autos an. Wissenschaftler halten nach Einkommen gestaffelte Kaufprämien wie in Deutschland aber für deutlich effizienter und gerechter. Der Grund: Kaufprämien bzw. Rabatte vergünstigen den Kauf eines E-Autos sofort, wovon vor allem Einkommensschwache profitieren. Studien würden zeigen, dass für viele der Spatz in der Hand, also der sofortige Rabatt, wichtiger sei als eine künftige Steuerreduktion.
Verwendete Quellen:
- bundesumweltministerium.de: "Fragen und Antworten zur E-Auto-Förderung"
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

