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Sonneborn kaspert im EU-Parlament – die Warnung vor einem «Europa der Konzerne» meint er aber todernst



«Vielen Dank, Chef», sagt Martin Sonneborn zu Martin Schulz. Der Präsident des Europäischen Parlamentes hat seinem Landsmann gerade das Wort erteilt – und der fraktionslose Abgeordnete aus Deutschland setzt mal wieder zu einer seiner berüchtigten Reden an.

Der frühere «Titanic»-Chefredaktor und Abgeordnete der «Partei» nutzt das Forum in Brüssel immer wieder, um mit lustigen Vorträgen den grauen Alltag der Brüsseler Bürokraten aufzulockern. Diesmal hat er sich Irland vorgeknöpft, das sich dagegen wehrt, Steuern vom Apple-Konzern nehmen zu müssen.

FILE - The Aug. 18, 2009 file photo shows Martin Sonneborn, German satirist and chairman of the political coalition

Martin Sonneborn ist einer der unterhaltsameren deutschen Politiker. Bild: Franka Bruns/AP/KEYSTONE

«Als ich mein Mandat antrat, wollte ich für ein starkes Kerneuropa mit 27 Satellitenstaaten kämpfen. Diese Anzahl hat sich nun reduziert. Nach dem Brexit und dem anstehenden Ausschluss der Ungarn, möchte ich dafür werben, auch den Iren die Tür zu zeigen», beginnt Sonneborn. Den Rauswurf der rechtsgerichteten Regierung von Ungarn wünscht sich der Deutsche wohl eher, als das der ernsthaft diskutiert würde.

Der Grund, dass Dublin bei Sonneborn in Ungnade fällt, ist die Weigerung der Iren, von Apple Steuern zu kassieren. Das hinterlasse den Eindruck, es gehe um ein «Europa der Konzerne – und nicht der Bürger». Dann wendet sich Sonneborn direkt an den irischen Präsidenten:

«If you still believe that Apple will create some Jobs in Ireland, forget it. Apple only ever had one Jobs, but he is dead. He will not come back!»

Martin Sonneborn im EU-Parlament in Brüssel

Mit den 13 Milliarden Euro könnten die Iren «viele, viele iPhones» kaufen, was weitere Steuereinnahmen generieren würde, das man wieder in viele, viele iPhones investieren könnte. «It's a win-win-win-situation», schliesst Sonneborn. Dublin solle doch bei einer Flasche Whiskey mal darüber nachdenken.

Ausserdem bat Sonneborn Jean Claude Juncker, er möge doch den Digital-Kommissar Günther Oettinger «dazu verdonnern, sich mit seinem Handy alle 90 Minuten ins deutsche Festnetz» einzuwählen. «Das würde die Verhandlungen über Roaming und Leistungsschutzrecht deutlich aufwerten.»

Zumindest SPD-Mann Martin Schulz nahm die Rede positiv auf. «Ich wusste gar nicht, dass ich der Chef eines so begabten Menschen bin.»

(phi)

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