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Nach Wahldebakel: Hardliner Wauquiez soll Frankreichs Konservative aus Krise führen

Frankreichs Konservative rücken nach ihrem Debakel bei der Präsidentenwahl nach rechts. Die Mitglieder der Republikaner wählten den Hardliner Laurent Wauquiez am Sonntag mit 74,6 Prozent der Stimmen zum neuen Parteichef.



Laut dem am Sonntagabend verkündeten vorläufigen Endergebnis erzielte Wauquiez damit schon im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit und setzte sich gegen seine beiden Mitbewerber durch. Florence Portelli und Maël de Calan waren bereits im Vorfeld kaum Chancen zugeschrieben worden.

Die Beteiligung an der elektronischen Direktwahl lag bei rund 42,5 Prozent der Parteimitglieder. Die Partei von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy ist die grösste Oppositionsfraktion in der Pariser Nationalversammlung.

epa05015407 Former French president Nicolas Sarkozy (R) who is now the president of the 'Les Republicains' (LR) party, talks with member of parliament Laurent Wauquiez (L) during the LR party's national council in Paris, 07 November 2015. The 'Les Republicains' party is  campaigning for the French regional elections which will take place on 06 and 13 December 2015.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Laurent Wauquiez mit Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Bild: EPA/EPA

Klare Kante gegen Macron

«Heute Abend ist der Beginn einer neuen Ära für die Rechte», sagte Wauquiez. Seine Anhänger bejubelten ihn mit Rufen «Wir sind zurück». Der neue Chef der Republikaner, Präsident der Region Auvergne-Rhône-Alpes, in deren Zentrum Lyon liegt, setzt auf klare Kante gegen den sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron.

Sein Credo lautet, die bürgerliche Rechte müsse «wirklich rechts» sein. Wauquiez, der unter Präsident Sarkozy 2010/2011 kurzzeitig Europaminister war, tritt für ein starkes Frankreich ein und fiel in den vergangenen Jahren mit EU-skeptischen Positionen auf.

Die Republikaner waren in eine Krise gestürzt, nachdem ihr Präsidentschaftskandidat François Fillon bei der Präsidentenwahl schon im ersten Wahlgang ausgeschieden war. Bei der Parlamentswahl im Juni erlitt die bürgerliche Rechte eine weitere Schlappe gegen das Lager des sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron.

Dieser hatte die Partei zusätzlich geschwächt, indem er mehrere prominente konservative Politiker in seine Regierung holte – darunter Premierminister Edouard Philippe. Ein Teil der Republikaner zeigte sich daraufhin offen für eine Zusammenarbeit mit der Regierung und hat inzwischen eine eigene Partei gegründet.

Gegen grosszügigen Sozialstaat

Wauquiez vertritt einen harten Kurs in der Einwanderungspolitik, eine Allianz mit dem Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen schloss er aber aus. In der Europapolitik sprach er sich in der Vergangenheit etwa für die Abschaffung der EU-Kommission und des Schengenraums für Reisen ohne Grenzkontrollen aus, die EU wollte er auf einen harten Kern aus höchstens einem Dutzend Staaten beschränken.

epa06342361 Far-right political party National Front (FN) president Marine Le Pen arrives for a meeting at the Elysee Palace in Paris, France, 21 November 2017.  EPA/IAN LANGSDON

Zu einer Zusammenarbeit der Republikaner mit Marine Le Pen und dem Front National wird es nicht kommen. Bild: EPA/EPA

Einen in seinen Augen zu grosszügigen Sozialstaat bezeichnet er einmal als «Krebsgeschwür der französischen Gesellschaft». Im parteiinternen Wahlkampf versprach er jedoch auch, die Republikaner zu einen. Dafür müsste er auch den moderaten Flügel einbinden. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • hävi der spinat 11.12.2017 01:42
    Highlight Highlight Good News!
    "Die bürgerliche Rechte müsse wirklich rechts dein"
    Dies sollte sich mal in D die CDU vornehmen und bei uns dir FDP.

    "für die Abschaffung des Reisen ohne Grenzkontrollen"
    Könnte die freie Bahn für Migrationswillige wieder etwas eindämmen und dies währe für die CH nur von Vorteil.

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