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Scarlett Johansson soll Trans-Mann spielen – und erntet einen Haufen Kritik



Im Film «Rub & Tug» soll Scarlett Johansson ab kommendem Jahr einen Transgender-Gangster im Rotlicht-Milieu spielen. Dafür wird sie nun von Trans-Schauspielerinnen kritisiert. Der Vorwurf: Immer wieder würden Transgender-Rollen von Schauspielern besetzt, die nicht trans sind. Auf die Kritik reagiert die Schauspielerin leider ziemlich unelegant.

Dante «Tex» Gill, den Johansson spielen soll, war ein aussergewöhnlicher Gangster. In den Siebziger- und Achtzigerjahren Jahren betrieb Gill im amerikanischen Pittsburgh eine Reihe an Massagestudios – samt illegaler Prostitution. Das Ungewöhnliche an dieser Kriminalgeschichte: Gill war ein Transgender und wurde nicht als Dante, sondern als Lois Jean geboren.

Dante «Tex» Gill im Jahr 1985

Bild

bild: pittsburgh post-gazette

Sein Leben soll nun vom Regisseur Rupert Sanders verfilmt werden. Gecastet wurde für die Hauptrolle jedoch eben kein Transgender-Schauspieler, sondern Scarlett Johansson. Sanders und Johansson arbeiteten bereits für den Film «Ghost in the Shell» zusammen.

Warum kein Trans-Mann in der Rolle?

Vor allem Transgender-Schauspielerinnen kritisieren Johansson nun als Fehlbesetzung für die Rolle. Die Schauspielerin Trace Lysette schrieb bei Twitter:

«Ihr könnt also weiterhin euer Spiel mit uns treiben, wir aber nicht mit euch? Hollywood ist so im Arsch... Ich wäre nicht so verärgert, wenn ich in der gleichen Position wie Jennifer Lawrence und Scarlett für Cis-Rollen wäre, aber wir wissen, dass das nicht der Fall ist.» 

Trace Lysette

Das bedeutet «Cis»:

Cis, oder Cis-Gender, ist das Gegenteil von Trans. Der Begriff bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Johansson liess über einen Sprecher einen Kommentar veröffentlichen. Der macht es leider nicht besser:

«Sag ihnen, dass sie sich an die Sprecher von Jeffrey Tambor, Jared Leto und Felicity Huffmann wenden können.»

Tambor spielt Maura Pfefferman in der Serie Transparent, Leto spielte Rayon im Film Dallas Buyers Club (und bekam den Oscar dafür) und Huffman spielte Bree in Transamerica. Aber was hilft es, auf andere zu zeigen, um sich damit zu rechtfertigen?

Auch Schauspielerin Jamie Clayton kritisierte das Ungleichgewicht

«Absolut inakzeptabel»

In der Kritik an der Besetzung der Rolle durch Scarlett Johansson geht es nicht um ihr Schauspieltalent. Es geht vielmehr um Gleichberechtigung. Cis-Schauspieler hätten keine Probleme, Rollen zu bekommen und würden sogar für Transgender-Rollen gebucht. Trans-Männer und -Frauen würden hingegen stets nur für die wenigen Transgender-Rollen angefragt. 

Den Schauspielerinnen stimmen auch andere aus der Filmbranche zu. So etwa die Macherin der Serie «Transparent», Jill Soloway. Die Transgender-Hauptrolle der Serie wurde von einem Cis-Mann gespielt. Eine Besetzung, die Soloway heute selber kritisch sieht. Sie sagte TV Insider:

«Ich würde unmissverständlich sagen, dass es absolut inakzeptabel ist, die Rolle einer Trans-Frau mit einem Cis-Mann zu besetzen. Niemals. Ich weiß, das klingt ironisch aus meinem Mund, aber an diesem Punkt würde ich das als absolut hinwerfen.»

Jill Soloway. tv insider

(fh)

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Video: srf

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