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Soldat verhindert Anschlag auf Pariser Louvre – Angreifer schwer verletzt



Police officers take position outside the Louvre museum in Paris,Friday, Feb. 3, 2017. Paris police say a soldier has opened fire outside the Louvre Museum after he was attacked by someone, and the area is being evacuated. (AP Photo/Thibault Camus)

Polizisten vor dem Louvres in Alarmbereitschaft. Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Mit einer Machete hat ein mutmasslicher Islamist am Freitag nahe des Pariser Louvre-Museums patrouillierende Soldaten angegriffen. Er verletzte einen Soldaten und wurde dann durch Schüsse selbst schwer verletzt.

Die Attacke ereignete sich gegen 10.00 Uhr vormittags in der Einkaufsgalerie Carrousel du Louvre, in der es auch einen Zugang zum Museum gibt. Der mindestens mit einer Machete bewaffnete Angreifer rannte auf vier patrouillierende Soldaten zu und schrie dabei «Drohungen» und «Allahu Akbar» (Gott ist gross), wie der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot mitteilte.

Einer der Soldaten gab fünf Schüsse auf den Angreifer ab und verletzte ihn lebensgefährlich, unter anderem am Bauch. Der Angreifer wurde in ein Spital gebracht und notoperiert. Ein Soldat wurde leicht am Kopf verletzt.

Ein Militärsprecher sagte, zunächst hätten die Soldaten versucht, den Angreifer mit Nahkampf-Techniken zu überwältigen. Weil dies nicht gelang, gab ein Soldat dann geschossen. Staatspräsident François Hollande würdigte in einer Erklärung «den Mut und die Entschlossenheit» der Militärs.

FILE PHOTO - French army soldiers patrol near the Louvre Museum Pyramid's main entrance in Paris, France, June 13, 2016.  REUTERS/Philippe Wojazer/File photo

Auch Soldaten haben vor dem Museum Stellung bezogen. Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Kein Sprengstoff gefunden

Die Identität des Angreifers wurde zunächst nicht bekannt. Die Äusserungen des Mannes während der Attacke liessen aber darauf schliessen, dass er seinen Angriff in einem «terroristischen Rahmen» habe ausüben wollen, sagte Cadot.

Premierminister Bernard Cazeneuve sagte bei einem Besuch im nordfranzösischen Bayeux, es habe sich «offensichtlich» um einen «Anschlagsversuch mit terroristischem Charakter» gehandelt.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm umgehend die Ermittlungen. Ermittelt wird unter anderem wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Unterfangen.

Der Angreifer hatte auch zwei Rucksäcke bei sich, wie Polizeipräfekt Cadot sagte. In ihnen wurde kein Sprengstoff gefunden. Wegen «verdächtigen Verhaltens» wurde eine zweite Person festgenommen. Unklar war aber, ob diese irgendwie in den Anschlag verwickelt war.

Der Louvre wurde nach dem Angriff weiträumig abgesperrt. Rund 250 Besucher, die sich zum Zeitpunkt der Attacke in dem Museum aufhielten, mussten zunächst an einem sicheren Ort ausharren und wurden dann aus dem Museum gebracht. Der Louvre, der Jahr für Jahr Millionen von Besuchern anzieht, blieb geschlossen.

Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen, bei denen insgesamt 238 Menschen getötet wurden. Immer wieder werden auch Soldaten oder Polizisten zum Ziel von Islamisten.

Ausnahmezustand seit November 2015

Wegen der Anschlagsgefahr patrouillieren in der französischen Hauptstadt an vielen Orten Soldaten, unter anderem an Touristenattraktionen wie dem Louvre und dem Eiffelturm. Seit den Anschlägen vom 13. November 2015 gilt in Frankreich zudem der Ausnahmezustand.

In der Hauptstadtregion sind im Rahmen der Anti-Terror-Mission «Sentinelle» (Wächter) 3500 Soldaten im Einsatz. Unter den Folgen der Attacken hatte gerade in Paris auch die Tourismusbranche gelitten. Der Louvre verzeichnete im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr.

Trump: «Islamistischer Terrorist»

US-Präsident Donald Trump sprach auf Twitter von einem «radikalen islamistischen Terroristen», der den Louvre attackiert habe. Worauf er diese Formulierung stützte, blieb unklar. Die USA müssten «schlau» werden - offenbar ein Verweis auf seine Einreiseverbote für Bewohner von sieben mehrheitlich muslimischen Staaten.

Ein US-Regierungsvertreter hat diese Einreiseverbote unter anderem damit begründet, dass die USA keine Situation wie «in Teilen Frankreichs, Deutschlands, Belgiens» wollten, wo es eine «grosse und dauerhafte inländische Terrorbedrohung» gebe. (sda/afp/dpa)

(sda/reu/afp/dpa/apa)

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