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4 starke Aktionen von Männern, die für Frauenrechte in islamisch geprägten Ländern kämpfen

shamiran stefanos



Türkei: Trag einen Minirock für Özgecan

Unter dem Hashtag #ozgecanicinminietekgiy haben sich vor einem Jahr Tausende von Menschen einer Kampagne in der Türkei angeschlossen. Als Reaktion auf den brutalen Mord nach einer Vergewaltigung an der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan gingen Männer in Istanbul in Miniröcken auf die Strasse, um auf die prekäre Situation der Frauen in der Türkei aufmerksam zu machen.

Iran: Wir alle sind Majid!

Bild

Solidarität mit Majid Tavakoli im Iran: Männer zeigen sich in Frauenkleidung.
bild: tavaana

Majid Tavakoli ist ein prominenter Student im Iran, der öffentlich Reden gegen das ehemalige Ahmadinedschad-Regime hielt und mehr Menschenrechte und Gleichheit forderte. Er wurde mehrmals festgenommen.

Dieses Video zeigt die weltweit geteilten Bilder der Solidarität:

abspielen

YouTube/IranianAzar16

Bei seiner Verhaftung 2009 wurde er von den Behörden in Frauenkleidern fotografiert. Damit wollte man ihn demütigen. Die veröffentlichten Bilder haben aber das Gegenteil bewirkt: Hunderte von iranischen Männern liessen sich daraufhin mit Kopftuch und in Frauenkleidung ablichten und veröffentlichten dies auf Facebook.

Mit dieser Aktion haben sie dreierlei zum Ausdruck gebracht: Solidarität mit dem verhafteten Tavakoli, dass das Frausein keine Herabwürdigung ist und dass die Schleierpflicht der Frauen der Vergangenheit angehören sollte.

2013 erhielt Tavakoli den internationalen Friedenspreis für Studenten.

Afghanistan: Männer in Burkas gehen durch Kabul

Male Afghan women's rights activists pose for media as they wear burqas to show their solidarity to Afghan women ahead of International Women's Day in Kabul March 5, 2015.  A group of Afghan men marched through the capital, Kabul, on Thursday to draw attention to women's rights by donning head-to-toe burqas that for many people worldwide have come to symbolise the suppression of women.    REUTERS/Mohammad Ismail (AFGHANISTAN - Tags: SOCIETY POLITICS CIVIL UNREST)

Männer gehen in Kabul in der Burka auf die Strasse.
Bild: MOHAMMAD ISMAIL/REUTERS

Während der Regierungszeit der Taliban in Afghanistan galt für Frauen die Burkapflicht. Das erklärte Ziel der Taliban war es, ein «sicheres Umfeld für die Frau zu schaffen, in dem ihre Keuschheit und Würde wieder unantastbar ist». Die Taliban gewinnen auch heute wieder an Einfluss, ebenso ihr aus der Steinzeit importiertes Frauenbild.

Vor einem Jahr marschierte eine Gruppe von afghanischen Menschenrechtlern in der Frauenkluft durch Kabuls Strassen. «Um uns in die Frauen hineinversetzen zu können, müssen wir selbst wie sie herumlaufen», erklärt Aktivist Basir. Die Konfrontation mit Spott und Häme von anderen Männern nahmen sie mutig in Kauf.

Aufstand der Frauen in der arabischen Welt

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bild: facebook

Im Zuge des Arabischen Frühlings wurde die Aktionsseite The Uprise of the Women in the Arab World ins Leben gerufen. Die unverschleierten Haare der Frau im Logo zeigen die Umrisse der arabisch-afrikanischen Länder, in denen Frauen in religiös-patriarchalischen Strukturen immer noch systematisch unterdrückt werden.

Die Aktion gewann innert kürzester Zeit Hunderttausende von Anhängerinnen und Anhängern, Tausende von Bildern mit prägnanten Statements aus verschiedenen Ländern wurden veröffentlicht. Die meisten der Bilder mit eindrücklichen Aussagen stammen von Frauen. Doch auch Männer solidarisierten sich mit der Idee der Gleichberechtigung.

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ich mit meinen 16 Jahren gemäss Gesetz der Vormund meiner verwitweten Mutter sein sollte. Steh auf, Mutter! Du bist eigenständig, stark und frei!»

Abdulkareem aus Saudi-Arabien

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ihr Leben wertvoller ist als die ‹Ehre› der Familie.»

Erwa aus Palästina

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ich will, dass meine Tochter das Leben führen wird, das sich meine Schwestern und Mutter wünschten, aber nicht führen durften.»

Badr aus Irak

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Kabul: Weil diese Mädchen nicht Velo fahren dürfen, greifen sie zum Skateboard

1 / 12
Weil die Mädchen kein Velo fahren dürfen, greifen sie zum Skateboard
quelle: https://www.facebook.com/skateistan?fref=ts
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Kommentar

Eine Demo ist wie Social Media mit viel mehr Kraft – Frauen, geht heut auf die Strasse!

Ein Plädoyer für die Kulturtechnik der Demonstration. Die überraschend oft überraschend viel zu bewegen vermag.

Meine erste Demo erlebte ich mit fünf Jahren. Ich marschierte nicht mit, aber ich stand begeistert am Strassenrand und schaute zu, weil mein Vater gesagt hatte: «Das sind die Guten.» Eine von den Guten drückte mir eine leere Colaflasche in die Hand und sagte: «Sorry, aber kannst du das für mich entsorgen?» Nie vorher oder nachher hat mich ein Stück Abfall so glücklich gemacht.

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