International
Grossbritannien

Britischer Chefermittler zu Irak-Krieg: Blair war nicht aufrichtig

Britischer Chefermittler zu Irak-Krieg: Blair war nicht aufrichtig

06.07.2017, 12:5806.07.2017, 13:17
FILE - In this Saturday, Sept. 7, 2002 file photo, President George Bush welcomes British Prime Minister Tony Blair as he arrives for talks at Camp David, Maryland, USA. Blair's decision to back  ...
Blair und Bush: Zusammen in den Krieg.Bild: J. SCOTT APPLEWHITE/AP/KEYSTONE

Ein Jahr nach Veröffentlichung des britischen Untersuchungsberichts zum Irak-Krieg hat Chefermittler John Chilcot erneut heftige Kritik an Ex-Premierminister Tony Blair geübt.

Blair sei bei der Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, der Öffentlichkeit gegenüber «nicht aufrichtig» gewesen, sagte Chilcot in einem Interview der BBC, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Ex-Premier habe sich auf Gefühle statt auf Fakten verlassen.

Die Haltung des 64-jährigen ehemaligen Politstars sei allenfalls «emotional aufrichtig» gewesen. Das reiche als Regierungschef aber nicht aus, um ein Land in den Krieg zu führen, kritisierte Chilcot.

Der Chilcot-Bericht, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, war zu dem Schluss gekommen, dass die Irak-Invasion der britischen Streitkräfte an der Seite der USA im Jahr 2003 nicht die letzte Option gewesen war. Möglichkeiten einer friedlichen Lösung seien nicht ausgeschöpft worden.

Zudem habe die Regierung die Geheimdienstinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen in den Händen des irakischen Regimes nicht ausreichend hinterfragt. Ein Sprecher des Ex-Premiers liess wissen, Blair habe sich bereits nach Veröffentlichung des Berichts vor einem Jahr ausführlich zu allen Vorwürfen geäussert. (sda/dpa)

Der Tag, der die Welt veränderte

1 / 24
Der Tag, der die Welt veränderte
Jeder weiss, wo er an diesem Tag war und was er gemacht hat: Am 11. September 2001 fliegt um 08:46 Uhr ein entführtes Flugzeug der American Airlines in den Nordturm des World Trade Center (WTC). Man glaubte zunächst an einen Unfall und forderte die Menschen im Südturm des WTC auf, Ruhe zu bewahren und am Arbeitsplatz zu bleiben.
quelle: epa/the new york times pool/epa file / keith meyers / pool
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Selenskyj-Berater: Schweizer Bauteile in 95 Prozent der russischen Drohnen und Raketen
Dass die russische Armee auf Waffen mit Schweizer Bauteilen setzt, ist schon länger bekannt. Dafür stand die Schweiz auch schon in der Kritik. Verändert hat sich die Situation dadurch aber nicht: Wie aus einer Datenbank des ukrainischen Militärgeheimdiensts HUR hervorgeht, sind auch in neuen oder weiterentwickelten russischen Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern weiterhin Schweizer Bauteile. Das berichtet SRF.
Zur Story