International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Anhänger von Moktada al-Sadr feiern auf der Strasse. Bild: AP/AP

Schiitischer Prediger Sadr führt überraschend bei Parlamentswahl im Irak

14.05.18, 04:16 14.05.18, 10:25


Bei der Parlamentswahl im Irak führt derzeit überraschend der einflussreiche schiitische Prediger Moktada al-Sadr. Der Wunschkandidat des Westens, Regierungschef Haider al-Abadi, liegt nach Angaben der Wahlkommission vom Sonntag momentan an dritter Stelle.

Für Sadr wäre das Ergebnis ein Comeback - al-Abadi droht damit aber eine empfindliche Niederlage. Aus Kreisen der Wahlkommission und der Sicherheitsbehörden war zunächst verlautet, dass Abadi bei der ersten Parlamentswahl nach dem Sieg über die Extremistenmiliz IS vorne liegt. Der Anführer der wichtigsten Schiiten-Miliz im Land, Hadi al-Amiri, kommt auf den zweiten Platz. Nuri al-Maliki, der als grosser Rivale Abadis galt, scheint abgeschlagen.

Die offiziellen Ergebnisse sollen am heutigen Montag bekanntgegeben werden. Da die Auszählung von noch acht der insgesamt 18 Provinzen fehlt, kann sich das Ergebnis allerdings auch noch ändern.

Bereits wird gefeiert

Auf den Strassen von Bagdad feierten die Anhänger von Sadr aber bereits. Sie sangen, tanzten und zündeten Feuerwerkskörper während sie Bilder von Sadr hoch hielten und irakische Flaggen schwenkten. Sollte sich die Tendenz bestätigen, hätte Sadr ein überraschendes Comeback geschafft. Der Kleriker führte von 2003 bis 2011 einen Aufstand gegen die US-Truppen im Land.

Sadr hat seine Anhänger unter den jungen Irakern, den Armen und Hoffnungslosen. Er hält Abstand zur Führung in Teheran und hat ein Bündnis mit Kommunisten und anderen weltlichen Anhängern gebildet, die seine Proteste gegen die Regierung 2016 unterstützten. Sadr verlangte von Bagdad damals, endlich gegen die grassierende Korruption vorzugehen. Sadrs Popularität gründet stark auf seinem Vater, dem angesehenen Grossajatollah Mohammed Sadek al-Sadr, der 1999 wegen seines Widerstands gegen Saddam Hussein ermordet wurde.

Sowohl Sadr als auch Amiri gewannen bisher in jeweils vier der ausgezählten zehn Provinzen. Allerdings vereinte Sadr in Bagdad weitaus mehr Stimmen auf sich. Der Hauptstadt kommt wegen der höchsten im Parlament zu vergebenen Sitze eine besondere Rolle zu. Die Auszählung der Provinz Ninewe mit der zweithöchsten Zahl an Sitzen steht noch aus.

Schwierige Aufgaben

Zu der Sitzverteilung äusserte sich die unabhängige Wahlkommission nicht. Die Wahlbeteiligung fiel mit 44.5 Prozent deutlich geringer aus als bei früheren Abstimmungen. Binnen 90 Tagen muss der Wahlsieger eine Regierung gebildet werden.

Wer auch immer die Wahl im Irak gewinnt, wird sich mit den Konsequenzen des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran befassen müssen. Dies dürfte die ohnehin fragile Region weiter destabilisieren, in der der Iran als Schutzmacht der Schiiten und Saudi-Arabien als Schutzmacht der Sunniten um die Vorherrschaft ringen.

Eine wichtige Aufgabe des neuen Regierungschefs wird es auch sein, die Volksgruppen der Sunniten, Schiiten und Kurden angemessen an der Macht zu beteiligen und die Einheit des Landes zu wahren. Die Mehrheit der Iraker bekennen sich zum schiitischen Islam. Das Land wurde mit Saddam Hussein aber Jahrzehnte lang von einem Sunniten beherrscht, der brutal gegen Schiiten und Kurden vorging. (sda/reu/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bene86 14.05.2018 11:11
    Highlight Top, optisch erscheint er zumindest super-vertrauenswürdig! :)
    5 2 Melden
  • lilie 14.05.2018 06:21
    Highlight "Sie sangen, tanzten und zündeten Feuerwerkskörper während sie Bilder von Sadr hoch hielten und iranische Flaggen schwenkten".

    Schwenkten die wirklich iranische Flaggen oder nicht etwa doch irakische?
    6 1 Melden
    • Daria Wild 14.05.2018 10:26
      Highlight Wahrscheinlich schon eher irakische :). Danke für den Hinweis, wurde korrigiert.
      3 2 Melden
    • Luca Brasi 14.05.2018 14:19
      Highlight Und ich dachte schon, dass die beiden Länder fusionieren und diese andauernde Verwechslung endlich ein Ende nimmt. 😅
      1 0 Melden

«Nie da gewesener Affront» – Türkei verweigert zwei Wahlbeobachtern Einreise

Kurz vor der türkischen Parlaments- und Präsidentenwahl hat die Regierung in Ankara zwei Wahlbeobachtern aus Deutschland und Schweden die Einreise verweigert.

Dem Linken-Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko wurde am Donnerstag kurz vor seinem Abflug von Wien nach Ankara über die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitgeteilt, dass ihm die Teilnahme an der OSZE-Beobachtermission nicht gestattet werde. Den deutsch-türkischen Beziehungen droht damit eine neue Belastungsprobe.

Die Parlamentarische Versammlung der OSZE bestätigte am Abend, dassch der schwedische Parlamentarier Amin Jabar keine Einreiseerlaubnis erhalten habe. …

Artikel lesen